Telemedizin

Auf Grund der demographischen Entwicklung nimmt der Versorgungsbedarf in der Augenheilkunde in Deutschland stetig zu. Auch die Garantie für eine flächendeckende Versorgung, gerade in ländlichen Gebieten, stellt für die Zukunft eine große Herausforderung dar. Durch die Notwendigkeit von engmaschigen augenärztlichen Kontrollen sind hiervon besonders Patienten mit chronischen Erkrankungen, wie der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), der diabetischen Retinopathie oder dem Glaukom, betroffen.

Die Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Münster als medizinisches Spitzenzentrum sieht Ihren Auftrag darin, gemeinsam mit den niedergelassenen Kollegen zukunftsbildende, sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen zu schaffen. Hierbei bildet der Einsatz von telemedizinischen Konzepten einen interessanten Ansatz. Telemedizin bezeichnet die Verwendung von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen mit der Überbrückung räumlicher oder auch zeitlicher Distanzen. Im Bereich der Augenheilkunde wird dies als „Teleophthalmologie“ bezeichnet.

Abb. Die einzige Voraussetzung für Praxen und Kliniken, die am UKM EyeNet teilnehmen möchten, ist ein Internetanschluss.

Die Forschungsgruppe „Telemedizin“ verfolgt das Ziel, leistungsfähige Tools und Strukturen für die Teleophthalmologie zu entwickeln und zu evaluieren. Mit dem Portal „UKM EyeNet“ wurde in Kooperation mit IT-Partnern ein Tool zur sektorenübergreifenden Behandlung und Betreuung von Patienten geschaffen und dessen Einsatz in der Routineversorgung evaluiert. Gerade Patienten mit longitudinalen Erkrankungen, wie der exsudativen AMD, können hiervon besonders profitieren. Daneben arbeiten wir an der Entwicklung verschiedener Apps zur Involvierung des Patienten und Optimierung der Datenerhebung und -übertragung. Weiterhin beschäftigen wir uns mit dem Einsatz von mobilen Geräten zur Selbstmessung des Augeninnendrucks.

Die Teleophthalmologie bietet eine Möglichkeit, die ophthalmologische Versorgung auch in Zukunft flächendeckend sicherzustellen und neueste Forschungserkenntnisse und Innovationen besser in die ambulante Versorgung zu tragen. Dabei versuchen wir, die Qualität und den Zugang der ophthalmologischen Versorgung noch effizienter und benutzerfreundlicher zu gestalten. Dies führt zu einer Optimierung der Behandlungsergebnisse und zu einer erhöhten Patientenzufriedenheit.

© Glaukom Special S.11 ff., Ophthalmologische Nachrichten 7/2018

Forschungsschwerpunkte

  • Telemedizinische Versorgungskonzepte
  • Kooperationsportale
  • App-Lösungen für Patienten und Ärzte
  • Mobile Systeme
  • Datenaustausch von Befunddaten

Priv.-Doz. Dr. med. Maged Alnawaiseh
maged.alnawaiseh(at)­ukmuenster(dot)­de

Dr. med. Maximilian Treder
maximilian.treder(at)­ukmuenster(dot)­de 

Philip Czapski, M. A.
philip.czapski@ukmuenster.de

Treder M, Eter N (2018). UKM EyeNet Version 2.0 – Einsatzmöglichkeiten zur optimalen Betreuung von Glaukompatienten. Ophthalmologische Nachrichten. Glaukom Special Juli 2018 11-12

Bruland P, Kathöfer U, Treder M, Eter N, Dugas M (2017). Integrating x4T-EDC into an Image-Portal to Establish an Ophthalmic Reading Center. Stud Health Technol Inform. 245:1254. doi:10.3233/978-1-61499-830-3-1254

Mihailovic N, Termühlen J, Alnawaiseh M, Eter N, Dietlein TS, Rosentreter A (2016). Handhabung von Reboundselbsttonometern der ersten und zweiten Generation. Ophthalmologe. 113:314-20. doi:10.1007/s00347-015-0153-0

Termühlen J, Mihailovic N, Alnawaiseh M, Dietlein TS, Rosentreter A (2016). Accuracy of Measurements With the iCare HOME Rebound Tonometer. J Glaucoma. 25:533-8. doi:10.1097/IJG.0000000000000390

Prof. Dr. Martin Dugas
Institut für Medizinische Informatik
Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Prof. Dr. Thomas Berlage
Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik - Medical Data Space

Sebastian Wente
Arztservice Wente GmbH

 
 
 
 

KONTAKT

Klinik für Augenheilkunde 
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