Forschung

Die Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie führt nicht nur klinische Studien durch, sondern legt auch einen wesentlichen Schwerpunkt auf grundlagenorientierte Forschungsprojekte. Zahlreiche Doktoranden werden an wissenschaftliches Arbeiten strukturiert herangeführt und sie werden auf dem Weg zur Promotion begleitet. 

Dafür steht ein eigenständiges Labor zur Verfügung, welches im Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie ansässig ist. Mittels modernster Gerätschaften können dort nicht nur sämtliche Materialien archiviert, sondern auch aufwendig bearbeitet und analysiert werden. So werden unter anderem Nativpräparate (Bild 1) nach direkter Probenentnahme im herzchirurgischen Operationssaal entwässert und in Paraffin eingebettet, um daraufhin Schnittpräparate mit einem Mikrotom anzufertigen. Wir können je nach Fragestellung sowohl Standard- als auch immunhistochemische Färbungen (Bild 2+3) vornehmen, histomorphometrische Analysen durchführen und die Präparate mittels Lichtmikroskopie auswerten (Bild 4). Auch die Fluoreszenzmikroskopie als spezielle Form der Lichtmikroskopie kommt regelmäßig zum Einsatz.

Nativpräparate werden im OP gewonnen und direkt zur weiteren Analyse vorbereitet
Verkalkungen werden näher analysiert
Auch immunhistochemische Färbungen werden durchgeführt
Mittels Lichtmikroskopie erfolgt die Auswertung

Unser Forschungsspektrum umfasst außerdem die DNA/RNA-Gewinnung und deren quantitativer Bestimmung bei Patienten mit Herztumoren und schwerer Herzinsuffizienz. Auch Zellkulturen werden angelegt.

So leisten wir unseren Beitrag zum Fortschritt der modernen Herzchirurgie. 

Ihr Labor-Team der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie des UKM


Aktuelle Forschungsprojekte


In Kooperation mit dem Deutschen Kinderherzzentrum St. Augustin und der Abteilung für Kinderherzchirurgie des UKM haben wir es uns zum Ziel gesetzt, herauszufinden, welche Materialien optimale Voraussetzungen für die Korrektur angeborener Herzfehler darstellen. Leider zeigt die klinische Erfahrung, dass sich manche zum Einsatz kommenden Materialien mit der Zeit verändern und bei einem chirurgischen Zweiteingriff ausgetauscht werden müssen.  Deshalb untersuchen wir die im OP gewonnenen Materialien verschiedenen Ursprungs histologisch und immunhistochemisch, um im zweiten Schritt die gewonnenen Erkenntnisse mit den klinischen Daten der Patienten in Einklang zu bringen. So gelingt es uns, einen Bogen zwischen experimenteller Forschung und klinischem Alltag zu spannen. Des Weiteren können wir Indikatoren ausfindig machen, welche einen etwaigen „Verschleiß“ von implantiertem Material anzeigen. So werden die Materialien nicht nur hinsichtlich ihrer Qualität und Langlebigkeit beurteilt, sondern auch genutzt, um frühzeitig Veränderungen zu erkennen und rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen einleiten zu können.

Als gemeinschaftliches Projekt mit dem Institut für Anatomie und vaskuläre Biologie wird ergänzend zu den laufenden Untersuchungen näher analysiert, inwieweit der menschliche Organismus überhaupt in der Lage ist, körperfremdes Material mit eigenen Zellen zu umgeben. 


Da Herztumore sehr selten vorkommen und die pathophysiologischen Mechanismen dieser Erkrankung noch weitestgehend unbekannt sind, möchten wir Erkenntnisse über die Grundbausteine der Erbsubstanz (DNA) und deren Einfluss auf die Mutation von Zellen erlangen. Dafür werden neben klinischen Daten histologische und epigenetische Untersuchungen an intraoperativ gewonnenem Gewebe durchgeführt. Ziel unserer Studie ist es, die bislang oftmals noch sehr schlechte Prognose bei bösartigen Herztumoren durch gezielte Therapie zu optimieren (DFG Förderung bis 2017). 

Mehr Informationen


In Rahmen dieses Forschungsprojekts beschäftigen wir uns mit einer seltenen vaskulären Erkrankung, die nicht entzündlich, weder genetisch noch atherosklerotisch bedingt ist.  Inzwischen liegt eine der umfassendsten Sammlungen von mediolytischen Arteriopathien vor. Die segmental-mediolytische Arteriopathie (SAM) ist eine ubiquitäre Erkrankung und das Projekt läuft als prospektive Beobachtungs- und Prognosestudie. Die histopathologische Aufarbeitung zeigt wiederkehrende Fragmentation der medialen Gefäßwandteile und eine Elastolyse.

 
 
 
 

Kontakt

Prof. Dr. med. Andreas Hoffmeier
Leitender Oberarzt Forschung und Lehre
Ansprechpartner für Doktorarbeiten
T +49 251 83-48640
andreas.hoffmeier(at)­ukmuenster(dot)­de

Dr. med. Sabrina Lück
Wissenschaftliche Laborleiterin
T +49 251 83-44529
sabrina.lueck(at)­ukmuenster(dot)­de

Martina Seiler
Leitende MTA Forschungslabor
T +49 251 83-55435
martina.seiler(at)­ukmuenster(dot)­de