Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Alterstraumatologie

Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen älteren und jüngeren Menschen wird sich - nicht nur in Deutschland - in den nächsten Jahrzehnten erheblich verschieben. Die medizinische Versorgung der Zukunft wird daher insbesondere geprägt durch Verletzungen im Alter. Stürze in Kombination mit Osteoporose sind dabei die häufigste Ursache. Die häufigsten Eingriffe betrafen die Bewegungsorgane und den Verdauungstrakt.

Aufgrund der besonderen biologischen Voraussetzungen kommt es bei älteren Menschen zu typischen Verletzungen und Knochenbruchformen. Die Verletzung der Hüfte und des Oberschenkels ist am häufigsten.

Die zweithäufigste Verletzung ist die Kopfverletzungen. Im Bereich der oberen Extremität ist die distale Radiusfraktur sowie die proximale Humerusfraktur die häufigsten Verletzung. Hand- und Fußverletzungen sind selten. Auf die Gesamtbevölkerung von Deutschland hochgerechnet, werden jährlich über 300.000 Knochenbrüche bei Patienten im höheren Lebensalter stationär therapiert.

Da es gerade für diese Patienten besonders wichtig ist, schnell wieder das alte Aktivitätsniveau zu erreichen und eine drohende Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, werden besondere Operationsverfahren und modernste Implantate eingesetzt. Durch spezielle Implantate konnte zwar eine Verbesserung der Möglichkeiten in der operativen Therapie erreicht werden, der Patient im hohen Lebensalter leidet jedoch häufig an mehreren Erkrankungen und benötigt eine interdisziplinäre Versorgung mit anschließender geriatrischer Rehabilitation zur vollständigen Wiedereingliederung. Nur so ist es z. B. auch bei Patienten mit einer schweren Osteoporose möglich, dass schon einem Tag noch der operativen Behandlung einer Schenkelhalsfraktur, wieder die ersten Schritte unter Vollbelastung des betroffenen Beines gemacht werden können. Durch die intensive Nachsorge in unserer Sprechstunde kann der Aufenthalt im Krankenhaus verkürzt und die Wiedereingliederung in das häusliche Umfeld beschleunigt werden.


Durch einen Sturz oder Schlag auf die Hüfte kann der Oberschenkelknochen (Femur) brechen. Dies geschieht vor allem bei bestehender Osteoporose im Bereich des Schenkelhalses; betroffen sind meist ältere Personen. Ein Oberschenkelhalsbruch muss meistens operativ versorgt werden. Bei jedem Patienten muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine Osteosynthese oder ein (Teil-) Gelenkersatz durchgeführt werden soll.

Die Osteosynthese

Die Osteosynthese ist ein operatives Verfahren  zur schnellen Wiederherstellung von Knochenbrüchen und anderen Knochenverletzungen mit Implantaten zumeist aus Metall. Ziel ist dabei die Fixierung der zueinander gehörigen Fragmente unter Wiederherstellung der normalen Stellung (Reposition). Die Osteosynthese erlaubt in der eine frühzeitige Übungsbehandlung oder sogar Belastung  der Fraktur.  

(Teil-)Gelenkersatz

Je nach Vorerkrankung und Knochenbeschaffenheit ist eine Prothese erforderlich. Das künstliche Gelenk besteht aus einer Gelenkpfanne und einem Schaft mit Kugelkopf. Die verschiedenen Modelle setzen wir je nach individueller anatomischer Voraussetzung und nach Ausmaß der Schädigungen ein.

Unser Team ist auf den Gelenkersatz von Knie und Hüfte spezialisiert.


Osteoporose ist eine der bedeutendsten Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane im Alter, die durch unzureichende Knochendichte charakterisiert ist und deshalb zu einem erhöhten Frakturrisiko führen kann.  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Erkrankung in die Liste der zehn bedeutsamsten, weltweit auftretenden Erkrankungen aufgenommen. Frauen erkranken 4 - 5 mal häufiger als Männer.

In ihrer Tragweite unterschätzt und als harmlose Alterserscheinung abgetan, wird Osteoporose oft erst dann ernst genommen, wenn Knochenbrüche auftreten und es zu dauerhaften Behinderungen und massiven Schmerzen kommt. Oft sind harmlose Stürze in häuslicher Umgebung der auslösende Faktor.

Vor allem im Bereich der Wirbelsäule kann es aber auch ohne ein Trauma zum Höhenverlust der Wirbelkörper zur sog.osteoporotischen Wirbelkörperbruch kommen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt (viel besser jedoch schon zuvor) sollte der Osteoporosekranke eine optimale Therapie erfahren!

Es gibt einige Maßnahmen zur Osteoporose- und Frakturprophylaxe wie beispielsweise:

  • regelmäßige körperliche altergerechte Aktivitäten
  • Optimierung des häuslichen Umfeldes (Entfernen von Stolperfallen, Sehhilfe, ausreichende Beleuchtung, geeignetes Schuhwerk)
  • Optimierung der Hilfsmittelversorgung (Rollator, Hüftprotektoren)
  • gesunder Lebensstil

Bei dieser Erkrankung ist es besonders wichtig, dass verschiedene Fachabteilungen miteinander Hand in Hand arbeiten.  Neben der Frakturversorgung und Rehabilitation erfolgt auch die Abklärung und die Behandlung der möglicherweise bestehenden Osteoporose.


Periprothetische Frakturen sind Knochenbrüche nahe der Prothesen. Ausgelöste werden die Frakturen meist durch eine vorbestehende Prothesenlockerung. Die Diagnose wird meist durch eine Röntgenaufnahme gestellt. Nur wenn die Frakturausdehnung in Richtung des angrenzenden Gelenkes nicht eindeutig ist, wird eine CT notwendig.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist eine schnelle komplikationslose Knochenheilung, um dem eine schnelle Wiedereingliederung in seinen gewohnten Alltag zu ermöglichen. Es stehen zwei Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: die Osteosynthese und der Prothesenwechsel. Welche Behandlung sinnvoll ist, wird individuell entschieden.

 
 
 
 

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