Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Endoprothetik

Eine zunehmende Zahl von Menschen leidet unter Gelenkverschleiß oder -zerstörung danach Unfällen oder degenerativ. Viele von ihnen benötigen Hilfe, in dem das betroffene Gelenk durch ein künstliches Gelenk - Endoprothese - ersetzt wird. Durch diese Maßnahmen gelingt es in aller Regel Schmerzen zu nehmen und eine gute Mobilität wiederzugewinnen.

Wir bieten in unserer Klinik nahezu alle Verfahren zum Gelenkersatz von Voll- oder Teil-Endoprothesen an:

  • Schultergelenk
  • Ellenbogengelenk und Speichenköpfchen
  • Handgelenk
  • Daumensattel- und Fingergelenke
  • Hüftgelenk
  • Kniegelenk
  • Sprunggelenk

Weitere Informationen

Wenn wir gehen, uns drehen oder beugen, ist ein Gelenk maßgeblich im Spiel: unser Hüftgelenk. Es stellt die gelenkige Verbindung des Rumpfes mit den Beinen dar und verbindet Becken- und Oberschenkelknochen. Seine optimale Form als Kugelgelenk garantiert uns große Bewegungsfreiheit.

Das Gelenk besteht aus der Hüftpfanne im Beckenknochen und dem Hüftkopf des Oberschenkelknochens. Beide Teile sind mit einer knorpeligen Gleitschicht überzogen. Eine Gelenkkapsel dichtet die gelenkige Verbindung ab. Sie produziert eine Flüssigkeit, die einerseits den Knorpel ernährt und andererseits für eine reibungsfreie Bewegung sorgt.

Gleich einem Stoßdämpfer sollen so die gewaltigen Kräfte abgefangen werden, die im Laufe eines Lebens auf das Gelenk einwirken. Bänder zwischen den Knochen geben dem Gelenk die notwendige Stabilität; durch Muskeln und Sehnen wird es bewegt.

Wie kommt es zur Erkrankung des GelenkesVerschiedene Ursachen können zu Hüfterkrankungen führen. Der häufigste Auslöser ist der krankhafte Verschleiß des Gelenkknorpels, die Hüftarthrose, auch Coxarthrose genannt. Hierbei unterscheiden wir zwischen der krankhaften (idiopathischen) Arthrose, deren Ursachen noch weitgehend unbekannt sind, und der sekundären Arthrose, die als Folge einer bekannten Grundkrankheit auftritt, zum Beispiel Rheumatismus oder stoffwechselbedingten Durchblutungsstörungen.

Weitere Ursachen sind angeborene oder anlagebedingte Formveränderungen des Hüftgelenkes und Unfälle, die zu Gelenkverletzungen führen.


Arthrose nennt man den krankhaften Verschleiß des Gelenkknorpels. Wenn sich der Knorpel im Gelenk abnutzt, ist dies ein Prozess, den man nicht rückgängig machen kann. Der hyaline Knorpel, der am Gelenkkopf den Knochen schützt, ist bei Schädigung nicht in der Lage sich selbst zu heilen. Durch den zunehmenden Verschleiß des Knorpels kommt es zum direkten Kontakt von Knochen auf Knochen.

Was ist die Ursache der Arthrose?

Die Ursache der Arthrose ist in den meisten Fällen nicht bekannt. Einige Erkrankungen begünstigen jedoch bekanntermaßen die Entwicklung einer Arthrose. So können neben Fehlstellungen wie X- oder O-Beine auch Unfälle oder Systemerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis den Knorpelverschleiß am Gelenk verursachen. Risikofaktoren sind außerdem Bewegungsmangel und Übergewicht.

Was sind die Folgen?

Die Folgen der Arthrose sind starke Schmerzen bei Belastung. Die schmerzfreien Gehstrecken werden immer kürzer. Zuletzt entstehen auch im Ruhezustand starke Schmerzen. Gleichzeitig werden die Beweglichkeit und die Stabilität des Gelenks immer schlechter. Später treten Bewegungseinschränkungen der betroffenen Gelenke oder Deformierungen bzw. Beinlängenveränderungen auf.

Die krankhaften Veränderungen des Arthrosegelenkes lassen sich im Röntgenbild darstellen. Dabei ist der Knorpelüberzug selbst nicht erkennbar. Die umgebenden Knochenstrukturen lassen aber auf den Zustand des Knorpels schließen: Während man den Knorpel beim gesunden Hüftgelenk am glatten, gleichmäßig ausgeformten Gelenkspalt erkennt, ist der Gelenkspalt beim erkrankten Hüftgelenk durch Knorpelverlust viel schmaler geworden oder völlig verschwunden. Es kommt zu Formveränderungen am Hüftkopf oder an der Hüftpfanne.


Die herkömmliche Operation

Schritt 1
Über einen Schnitt an der Außenseite des Oberschenkels wird das Hüftgelenk erreicht. Der freigelegte Oberschenkelhals wird durchtrennt und der erkrankte Hüftkopf entfernt.

Schritt 2
Im zweiten Schritt ersetzt der Operateur die natürliche Hüftpfanne im Becken durch eine Prothesenpfanne.

Schritt 3
Danach wird der Markraum des Oberschenkelknochens vorbereitet, um den Prothesenschaft mit oder ohne Knochenzement exakt zu fixieren.

Schritt 4
Auf den Prothesenschaft wird ein Kugelkopf gesetzt. Er stellt die bewegliche Verbindung zwischen dem Schaft und der künstlichen Hüftpfanne dar.

Schritt 5
Nach dem Einsetzen von Prothesenschaft mit Kugelkopf in die Hüftpfanne wird das künstliche Gelenk auf seine optimale Beweglichkeit geprüft.

Schritt 6
Anschließend wird die Wunde verschlossen. Am Ende der Operation wird ein Kompressionsverband angelegt und ein erstes Röntgenbild erstellt. In die Wunde eingelegte Drainageschläuche verhindern Blutergüsse, da nachsickerndes Blut abfließen kann.


Die minimal invasive Operation

Neben der herkömmlichen Operationsmethode gibt es so genannte minimal invasive Verfahren. Dabei handelt es sich um gewebeschonende operative Methoden, bei denen der Hüftgelenkersatz mit einem oder zwei kleinen Hautschnitten implantiert wird.

Das Besondere am minimal invasiven Vorgehen ist die Schonung der Weichteile, d.h. der Muskeln, Sehnen und des Gewebes. Im Gegensatz zu herkömmlichen Operationsmethoden wird das Gewebe lediglich stumpf gedehnt oder gespreizt. Auf die Durchtrennung oder das Ablösen des Muskelgewebes kann verzichtet werden.

Die Schonung der umliegenden Muskeln, Sehnen und muskelversorgenden Nerven während der Operation bedeutet für den Patienten normalerweise:* kleinere Hautschnitte und kleinere Narben geringeren Blutverlust* weniger Schmerzen, geringeren Schmerzmittelverbrauch und weniger Bewegungseinschränkungen* schnellere Mobilisierung, Belastbarkeit und Rehabilitation* schnelle Wiedereingliederung in den Alltag.

Der operierende Arzt wird nach einer eingehenden Untersuchung entscheiden, ob ein ein minimal invasiver Eingriff die Methode der Wahl ist. Grundsätzlich kann die minimal invasive Operationstechnik bei Patienten jeder Altersstufe angewendet werden, sofern die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind. Wie alle chirurgischen Eingriffe sind auch die minimal invasiven Verfahren nicht für jeden Patienten gleichermaßen geeignet. Starkes Übergewicht, Thrombosegefahr, Knochendeformitäten, Voroperationen oder Vorerkrankungen, die das Operationsrisiko erhöhen, können Gründe dafür sein, die herkömmliche Operationsmethode vorzuziehen.


Wann ist ein künstlicher Hüftgelenkersatz erforderlich?

Arthrose und rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) sind verbunden mit starken Schmerzen und zunehmender Bewegungseinschränkung. Zu Beginn Ihrer Beschwerden wird Ihr Arzt Sie medikamentös behandeln. Wenn die Schmerzen und die Behinderung im Hüftgelenk aber zunehmen und die konservativen Behandlungen wie Physiotherapie, Packungen, Bäder und Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente ausgeschöpft sind, wird Ihnen Ihr Arzt den Einsatz eines künstlichen Gelenkes empfehlen - auch Hüft-Totalendoprothese (HTEP) genannt.Oberstes Ziel ist es, die Schmerzfreiheit und Wiederherstellung der Beweglichkeit mit einem optimalen Prothesensitz zurückzugewinnen.

Gelenkerhaltende und gelenkersetzende Operationen

Eine bestehende Beinlängendifferenz kann annähernd ausgeglichen werden. Man unterscheidet grundsätzlich gelenkerhaltende und gelenkersetzende Operationen. Zu gelenkerhaltenden Eingriffen zählen z.B. Umstellungsosteotomien. Fehlstellungen werden durch arthroskopische Verfahren (z. B."Gelenktoilette", Knorpelshaving) wie die Knorpel-Knochen-Transplantation ("Mosaik-Plastik") behandelt. Hier wird in den frühen Arthrosestadien die Beinachse verändert, um den geschädigten Bereich des Hüftgelenks zu entlasten. Der Hüftkopf wird damit aus der Belastungszone gedreht. In den meisten Fällen ist jedoch die Implantation eines Gelenkersatzes (Endoprothese) erforderlich.

Was ist eine Hüft-Totalendoprothese (HTEP)?

Eine Hüft-Totalendoprothese ist der Ersatz des erkrankten Hüftgelenkes durch ein künstliches Implantat. Der Ersatz geschädigter Gelenke ist einer der größten orthopädischen Fortschritte des 20. Jahrhunderts. Dank ständigen technologischen Fortschritts und Einbringung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse hat er sich heute zu einem nahezu perfekten Verfahren weiterentwickelt. Arthrose zählt zu den großen Volkskrankheiten: In Deutschland werden pro Jahr ca. 180.000 künstliche Hüftgelenke implantiert, so dass man hier von einem Routineeingriff sprechen kann. (In Europa werden jährlich bereits 550.000 Hüft-Totalendoprothesen implantiert).

Die medizinische Forschung und Entwicklung hat auf diesem Gebiet Großartiges geleistet. In den vergangenen 40 Jahren wurden spezielle Werkstoffe und Designs für anatomische und körperfreundliche Gelenkimplantate erforscht, die möglichst lange Standzeiten haben, d.h. lange im menschlichen Körper bleiben.

Die Endoprothese besteht aus der Hüftpfanne und dem Hüftschaft, auf den ein Kugelkopf aufgesetzt wird, der sich in der Pfanne bewegt. Die Gelenkkomponenten, das heißt die Gelenkflächen, die direkten Kontakt miteinander haben (Gleitpaarung), sind ein Keramikkopf, der gegen einen Pfanneneinsatz aus Polyethylen oder Keramik läuft, oder ein Metallkopf, der gegen einen Pfanneneinsatz aus Metall oder Polyethylen. Alle verwendeten Materialien sind speziell für medizinische Zwecke entwickelt. Sie zeichnen sich durch eine maximale Gewebeverträglichkeit aus und ermöglichen eine möglichst schmerzfreie und dauerhafte Funktion.

Aufbau einer Hüftprothese

Ein künstliches Hüftgelenk setzt sich aus vier Komponenten zusammen: Der Hüftschaft wird im Oberschenkelknochen verankert. Auf den Konus des Schaftes wird ein Kugelkopf aus verschleißfestem Metall oder Keramik gesetzt, der "wie der natürliche Hüftkopf" in der Hüftpfanne mit dem Pfanneneinsatz gleitet. Die Hüftpfanne wird im Becken verankert.

Woraus bestehen künstliche Hüftgelenke?

Überall dort, wo natürliche Knochen mit künstlichen Gelenken zusammentreffen, spielen Material und Oberflächenbeschaffenheit eine zentrale Rolle, um eine schmerzfreie Gelenkbewegung zu ermöglichen und vom Körper dauerhaft toleriert zu werden.Im Allgemeinen werden drei Materialarten für orthopädische Zwecke verwendet: Metalle, Polymere und Keramik. Implantate sind im Körper hohen Belastungen ausgesetzt und müssen daher aus sehr widerstandsfähigem Material bestehen.

Hüftschäfte oder Schienbeinkomponenten von Knieendoprothesen werden heiß geschmiedet, um die erforderliche Widerstandskraft des Materials zu erreichen. In der Vergangenheit wurden alle Metalle gegossen, während heute das Heißschmieden ein Standardprozess ist, der zu sehr guten Ergebnissen in metallurgischer und physikalischer Hinsicht führt.Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Endoprothese zu implantieren. Entscheidend für die Auswahl des "richtigen" Verfahrens ist in jedem individuellen Krankheitsfall die Knochenqualität des Patienten.

Neue Operationstechniken und Prothesenmaterialien sowie Fortschritte beim Infektionsschutz haben dazu geführt, dass Patienten heute von Kunstgelenken eine effektivere Schmerzlinderung und bessere Wiederherstellung ihrer früheren Mobilität erwarten können.


Um zu verstehen, was bei der Operation geschieht, ist es wichtig, dass Sie zunächst den Aufbau und die Funktionsweise Ihres Knies kennen. Das Knie ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Zum problemlosen Gehen ist ein komplexes Zusammenspiel der einzelnen Teile des Kniegelenks nötig, das die Verbindung zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Schienbein bildet. Diese beiden Knochen sind durch Knorpelgewebe voneinander getrennt, das als Puffer dient und eine reibungsfreie Bewegung ermöglicht. Vor diesen Knochen liegt die runde Kniescheibe, die sich in einer Gleitrinne auf- und abbewegt und als Schutzschild wirkt.

Die Stabilität des Knies und seine wichtigsten Bewegungen "das Beugen und Strecken" hängen vom Halteapparat, den Muskeln und Bändern, ab. Beim gesunden Knie wirken diese Elemente genau zusammen und steuern so die Gelenkbewegung. Das Kniegelenk wird beim Gehen, Sitzen, Vornüberbeugen und Treppensteigen gebeugt, gestreckt und gedreht. An den Knochenenden hat die Natur ein "automatisches Schmiersystem" in Form von gesundem, weißem Knorpelgewebe vorgesehen. Auf dieser glatten, schlüpfrigen Oberfläche gleitet das Kniegelenk wie eine perfekt geölte Maschine, ohne dass seine präzise, rhythmische Bewegung durch raue Stellen gestört wird.


Bei der Knieendoprothetik werden die beschädigten Teile des Knies entfernt und durch künstliche Teile, so genannte Prothesen, ersetzt. Bei der Operation wird ein speziell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmtes Implantat auf den verbleibenden Knochen aufgesetzt.Bei manchen Patienten wird zum Fixieren der Prothese ein Acrylzement, so genanntes Polymethylmethacrylat (PMMA), verwendet. Dieser Zement findet in der Zahnheilkunde bereits seit 45 Jahren Einsatz. Er weist eine hohe Festigkeit auf, wird vom Körper gut vertragen und härtet innerhalb von 15 Minuten nach dem Mischen aus.Vor dem Aushärten wird der Zement unter Druck eingespritzt und dann das Implantat eingepasst.

Hierdurch entsteht eine sehr feste Verbindung, sodass die meisten Patienten das operierte Bein schon wenige Tage nach der Operation wieder belasten können.Um der Verbindung von Knochen und Prothese zusätzliche Festigkeit zu verleihen, werden oft Schrauben oder Zapfen eingesetzt.Nach der OperationNach der Operation werden Sie zunächst in den Aufwachraum verlegt und dann, sobald sich Blutdruck, Puls und Atmung stabilisiert haben, wieder auf Ihr Zimmer gebracht.In den ersten 24 Stunden nach der Operation kontrolliert das Pflegepersonal regelmäßig Ihren Blutdruck und Puls sowie den Verband am Bein. Bitte sagen Sie der Schwester Bescheid, wenn Sie Schmerzen, Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln im Bein oder Fuß oder in der Ferse spüren. In den ersten 1-2 Tagen nach der Operation werden Sie intravenös mit Flüssigkeit versorgt. Wenn Sie wieder Flüssigkeit durch den Mund aufnehmen können, wird die Ernährung allmählich normalisiert.

Falls Ihr Arzt zur Vorbeugung gegen Infektionen ein Antibiotikum verordnet hat, wird dieses eventuell intravenös verabreicht. Eventuell werden eine oder zwei Drainagen (Saugschläuche aus Plastik) gelegt, um überschüssige Flüssigkeit aus dem Wundbereich abzuleiten. Die Schläuche werden normalerweise nach 24 bis 48 Stunden entfernt, wenn die produzierte Flüssigkeitsmenge weniger wird.Eine befeuchtete Sauerstoffmaske kann dazu verwendet werden, Reizungen des Rachens zu mildern und Sekretablagerungen in der Lunge zu lösen. Die Maske darf für kurze Zeit abgenommen werden. Ein Trapezgriff am Bettgalgen erleichtert Ihnen das Aufsitzen und Bewegen im Bett. Zu Ihrer Sicherheit können die Seitengitter des Betts hochgestellt werden. Ein gewisses Maß an Schmerzen und Missempfindungen nach der Operation ist unvermeidlich; zur Linderung von Schmerzen und Schwellungen stehen Schmerzmittel und Eisbeutel zur Verfügung.


Der Chirurg sagt Ihnen, wann Sie aufstehen, im Stuhl sitzen und mit der Physiotherapie beginnen können. Das Pflegepersonal hilft Ihnen beim Aufstehen; außerdem können Sie zur einfacheren Bewegung den Trapezgriff am Bettgalgen benutzen. Ein Rollstuhl erleichtert Ihnen gegebenenfalls das Benutzen von Bad und Toilette. Zeitliche AspekteDie meisten Patienten verbringen etwa 2-3 Wochen im Krankenhaus. Die Operation selbst dauert ungefähr zwei Stunden. Nach der Operation müssen Sie noch ca. 6 Wochen lang beidseitig Gehhilfen benutzen, während sich der Muskelapparat regeneriert.


Die Ergebnisse der Operation sind für Patient und Arzt allgemein eindrucksvoll und befriedigend. Die meisten Patienten sind nach der Operation schmerzfrei; sie können das Knie wieder um 90° bis 100° beugen und uneingeschränkt ihren täglichen Aktivitäten nachgehen. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass es sich bei dem neuen Kniegelenk um eine Prothese handelt und dass daher gelegentlich Missempfindungen in der Knieregion und Taubheitsgefühle in der Hautpartie um die Operationsnarbe auftreten können.


Nach der Operation überweist Sie Ihr Arzt zur Rehabilitationsbehandlung, wo ausgebildete Fachkräfte ein physiotherapeutisches Geh- und Übungsprogramm für Sie zusammenstellen. Tragen Sie bei den Gehübungen mit den Gehstützen oder dem Gehwagen möglichst einen kurzen Bademantel und flache Schuhe. Unter Umständen ist es auch ratsam, vor der Physiotherapie Schmerzmittel einzunehmen, damit Ihnen die Übungen und das Gehen leichter fallen. Zunächst machen Sie zur Vorbereitung auf die Gehstützen oder den Gehwagen unter Anleitung des Physiotherapeuten Übungen am Parallelbarren. Am Barren können Sie das Gehen üben, während ein Teil des Körpergewichts auf Ihren Armen statt auf dem operierten Bein ruht. Sobald Ihnen das Gehen leichter fällt, erlaubt der Physiotherapeut Ihnen eventuell, in Begleitung im Krankenhaus umherzugehen. Er gibt Ihnen in diesem Fall eine entsprechende Karte mit, auf der dies angefordert wird. Vor der Entlassung zeigt Ihnen der Physiotherapeut, was Sie beim Treppensteigen und beim Aufstehen und Setzen im Bett, auf Stühlen und im Auto beachten sollten.

Der Physiotherapeut stellt ein Übungsprogramm für Sie zusammen, durch das die Beweglichkeit und Kraft des Knies allmählich gesteigert wird. Durch die Bewegungsübungen wird das Knie problemlos von der gestreckten Lage bis in die 90°-Position gebeugt. Sie können zu Hause auch Sandsäcke verwenden, um das Kniegelenk zu kräftigen. Schriftliche Anweisungen für die Übungen zu Hause erhalten Sie vor der Entlassung.
Bei alledem ist Ihre Mitarbeit äußerst wichtig. Das Ziel ist, dass Sie vor der Entlassung aus dem Krankenhaus möglichst selbstständig werden und tägliche Verrichtungen selbst ausführen können.


Die Haltbarkeit des Kunstgelenks hängt von vielen Faktoren ab: vom Gewicht des Patienten, von seiner Aktivität, davon, ob Erkrankungen in anderen Gelenken der unteren Gliedmaßen vorliegen usw. Das Kunstgelenk kann zehn bis zwölf Jahre oder noch länger halten. Neue Operationstechniken ermöglichen es, die Prothese zu entfernen und durch ein neues Implantat zu ersetzen, idealerweise sollte sie jedoch möglichst ein Leben lang halten, ohne dass eine Revisionsoperation erforderlich ist.


Das künstliche Kniegelenk trägt Ihr Körpergewicht wie Ihr eigenes Knie, wichtig ist jedoch, dass Sie das neue Gelenk nicht unnötig überlasten. Ihr Arzt rät Ihnen daher möglicherweise zu einer Gewichtsreduktionsdiät. Ein Diätetiker gibt Ihnen und Ihrer Familie Tipps hierzu und kann allgemeine Ernährungsfragen beantworten.

Betreuung zu Hause

Vom Pflegepersonal, das Ihnen und Ihrer Familie bei der Planung der häuslichen Betreuung hilft, erhalten Sie auch Auskünfte über zusätzliche Hilfseinrichtungen und andere Informationen.

Einschränkungen

Die Anweisungen, die Sie bei der Entlassung erhalten, richten sich nach den erzielten Fortschritten und sind individuell unterschiedlich. Vom Chirurg, Pflegepersonal und Physiotherapeuten erfahren Sie, was Sie zu Hause tun und lassen sollten. Befolgen Sie diese Anweisungen bis zu Ihrem nächsten Nachuntersuchungstermin.

  • Beugen Sie das Knie nur so weit, wie Ihr Arzt Ihnen dies erlaubt hat.
  • Vermeiden Sie Bewegungen, die das Knie verdrehen oder Schmerzen hervorrufen, z. B. Knien, Springen oder anstrengende körperliche Aktivitäten. Beim Geschlechtsverkehr sollte Ihr Partner/Ihre Partnerin eventuelle Beuge- und Drehbewegungen übernehmen.
  • Belasten Sie das operierte Bein nur so stark, wie der Arzt oder Physiotherapeut Ihnen dies erlaubt hat.
  • Laufen Sie möglichst viel, entsprechend den Anweisungen des Arztes.

Bitte verständigen Sie den Arzt, wenn Ihnen an der Operationswunde die folgenden Symptome auffallen:

  • Ausfluss und/oder unangenehmer Geruch an der Operationsstelle
  • Fieber/erhöhte Temperatur über 38°C, die zwei Tage anhalten
  • Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen. Es ist wichtig, dass Sie Ihr neues Gelenk vor Infektionen schützen.

Bevor Sie sich einem der folgenden Eingriffe unterziehen, müssen Sie Antibiotika einnehmen, um eine mögliche Infektion des Gelenks zu vermeiden:

  • Blasenspiegelung (Zystoskopie), Dickdarmspiegelung (Kolonoskopie), Mastdarmspiegelung (Proktoskopie)
  • Zahnbehandlungen einschließlich Zahnsteinentfernung
  • Operationen aller Art
  • Legung von Blasenkathetern

Bei Infektionen jeder Art verständigen Sie bitte Ihren Arzt.


Vor der Entlassung aus dem Krankenhaus verschreibt Ihnen der Arzt ein Schmerzmittel. Näheres über die Anwendung erfahren Sie vom Pflegepersonal. Ein gewisses Maß an Schmerzen ist normal, wenn diese jedoch stärker werden, wenden Sie sich bitte an den Arzt.


Prothesen können bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Alarm auslösen. Von Ihrem Arzt erhalten Sie für solche Fälle einen speziellen Prothesenträgerausweis.

 
 
 
 

Kontakt

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