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Grauer Star: Was tun, wenn die Sicht trüb wird?

Foto von UKM Augenklinik Woche des Sehens Nicole Eter
Foto I (UKM/Wibberg): Auftakt zur Woche des Sehens: Am 08. Oktober 2021 startet Klinikdirektorin Prof. Nicole Eter mit einem Live-Vortrag zum Thema „Katarakt“ („Grauer Star“).
Foto von UKM Augenklinik Grauer Star
Foto II (UKM): Auf die Diagnose Grauer Star folgte bei Volker Paul auch so-fort der erste OP-Termin: Inzwischen kann er wieder klar und scharf sehen.
Anlässlich der Woche des Sehens, die vom 08. bis 15. Oktober 2021 stattfindet, lädt die Augenklinik des UKM (Universitätsklinikum Münster) alle Interessierten zu digitalen Live-Vorträgen zu Augenerkrankungen ein. Den Auftakt der Vortragsreihe bildet das Thema „Katarakt“, auch Grauer Star genannt. Und das nicht ohne Grund: Jährlich werden bis zu 800.000 operative Eingriffe durchgeführt, bei denen die eigene, eingetrübte Linse durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt wird.
ukm/ik

 

Volker Paul war erstaunt, als bei einer allgemeinen Augenuntersuchung festgestellt wurde, dass der 73-Jährige aus Bad Sassendorf auf beiden Augen Grauen Star hat: „Bis dahin habe ich von dieser Krankheit nicht sehr viel wahrgenommen.“ Grauer Star verläuft oftmals eher schleichend und führt zu einer Eintrübung der Augenlinse. Das Sehvermögen nimmt dadurch stetig ab. „Das erste Anzeichen ist ein verschwommenes und unscharfes Sehen – wie durch einen Schleier“, erklärt Prof. Nicole Eter, Direktorin der Klinik für Augenheilkunde am UKM. Zunehmend kann die Augenerkrankung auch zu Blendungsempfindlichkeit und somit zu Schwierigkeiten im Alltag führen – wie etwa beim Autofahren. In den meisten Fällen ist Grauer Star altersbedingt. „Die Eiweiße in der Linse werden im Alter nicht abgebaut. Dadurch verändern sich die Farbe und die Dicke der Linse – und die Linse trübt sich langsam ein“, so Eter.

Wie erkenne ich einen Grauen Star?

Bei Volker Paul folgte auf die Diagnose dann auch der erste OP-Termin. Denn Grauer Star wird nicht medikamentös, sondern durch einen chirurgischen Eingriff behandelt. Dabei wird zuerst das Auge mit dem stärkeren Befund operiert. „Ich wurde auf die Operation bestens vorbereitet und sehr gut informiert, sodass ich mir keine Sorgen machen musste“, erinnert sich Paul. Dabei wurde die trübe Linse des Patienten entfernt und durch eine künstliche Linse aus Acryl ersetzt. „Für jeden Patienten wird eine individuelle Sehstärke der Linse errechnet – anhand der Augenlänge und der Brechtkraft der Hornhaut“, erklärt Nicole Eter. Die Operation dauert in der Regel acht Minuten und wird mit Tropfanästhesie durchgeführt. Das sei der erfolgreichste und am häufigsten durchgeführte Eingriff in der Augenheilkunde.

Direkt nach der Operation wird am behandelten Auge ein Verband zum Schutz angelegt, der dann am Folgetag abgenommen wird. „Für die meisten Patienten ist das wirklich der Aha-Effekt“, sagt die Klinikdirektorin. Denn man sieht sofort viel klarer und schärfer und die Farben werden viel intensiver wahrgenommen. „Die Operation hat bei mir einen Erfolg gehabt. Die Sehkraft an beiden Augen ist auf 100 Prozent angestiegen. Ich bin sehr zufrieden“, freut sich Volker Paul.

Nichtsdestotrotz appelliert Expertin Eter, dass sich jeder, vor allem aber im zunehmenden Alter, immer mal wieder einen Moment Zeit nimmt, gezielt das Augenmerk auf die eigene Sehkraft zu richten, das nahe und ferne Sehen zu prüfen. „Im Rahmen der jährlichen Woche des Sehens ist es uns ein wichtiges Anliegen, für das Thema Augenerkrankungen und Erhaltung der Sehkraft zu sensibilisieren“, sagt Prof. Nicole Eter, die mit ihrem Team der UKM-Augenklinik vom 08. bis 15. Oktober zahlreiche kostenlose Live-Vorträge zu verschiedenen Augenerkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten anbietet, an denen alle Interessierten Corona konform von zu Hause teilnehmen können. Das vollständige Programm ist unter www.augenklinik.ukmuenster.de zu finden.

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