Bewusster Umgang mit Antibiotika: Kein überflüssiger Einsatz in der UKM-Urologie

Gemeinsam für den bewussten Umgang mit Antibiotika: der Leiter der UKM-Urologie, Prof. Andres Jan Schrader (2. v. l.) mit Apothekerin Dr. Dagmar Horn, Intensivmediziner Dr. Christian Lanckohr (r.) und dem Internisten Dr. Marcus Ahrends (l.) | Foto: UKM/Wibberg

Der World-Antibiotic-Awareness-Day (18.11. 2018) will auf die zunehmende Gefahr durch Antibiotika-Resistenzen aufmerksam machen. Auch im Krankenhaus müssen Art, Menge und Dauer einer Antibiotika-Therapie immer sorgfältig durchdacht sein. Die Klinik für Urologie am UKM ist bundesweit eine derjenigen, die, laut eines Krankenhausvergleichs, am wenigstens Antibiotika verwenden.

Ziel ist es, den eigenen Antibiotika-Einsatz besser zu verstehen und nach dem Infektionsschutzgesetz zu minimieren. „Antibiotika machen rund 20 Prozent aller Verordnungen in deutschen Krankenhäusern aus“, sagt Dr. Dagmar Horn, Apothekerin innerhalb des dreiköpfigen ABS-Teams (Antibiotic Stewardship) am UKM. „Nicht immer werden passgenau Substanzen gegeben. Außerdem werden Antiinfektiva oft zu lange und damit nicht immer zum Besten der Patienten eingesetzt.“ Horn arbeitet zusammen mit dem Intensivmediziner Dr. Christian Lanckohr und dem Internisten Dr. Marcus Ahrends daran, dass die Kliniken des UKM den Antibiotika-Einsatz weiter verbessern. Dazu führt das interdisziplinäre ABS-Team regelmäßige Visiten auf Stationen durch, um die behandelnden Kliniken in der antibakteriellen Behandlung der Patienten zu beraten. Zusätzlich werden Fortbildungsmaßnahmen angeboten.

Dass viel nicht viel hilft, ist dem Team um Prof. Schrader bewusst: „In unserer Urologie werden – laut dem diesjährigen Report von ADKA-if-DGI – im Vergleich zu dem durchschnittlichen Verbrauch anderer Kliniken nur etwa halb so viele Antibiotika gegeben“, so Lanckohr. Insbesondere der Einsatz von Breitspektrumantibiotika werde sehr kritisch gesehen: die zuletzt umstrittenen Fluor-Chinolone, die in Verdacht stehen, verschiedenste ernste Nebenwirkungen hervorzurufen, würden in der UKM-Urologie sehr zurückhaltend verwendet. Andere einfache Verhaltensregeln tragen auch zum Gesamterfolg bei: Die beispielsweise an anderen Häusern vor und auch nach einer Operation übliche Antibiotika-Prophylaxe wird hier nur während des Eingriffs selbst verabreicht.

Traditionell sei gerade die Urologie wegen des für Infektionen anfälligen  Harntrakts „Hochprävalenzgebiet“ für die Verwendung einer großen Menge an Antibiotika, sagt Dagmar Horn. Die UKM-Urologie agiere aber durch die austauschende Beratung mit dem ABS-Team bewusst zurückhaltend und damit sehr im Sinne ihrer Patienten.

ukm/aw

Univ.-Prof. Andres Jan Schrader, Direktor der Klinik für Urologie am UKM (Universitätsklinikum Münster), ist hochzufrieden: „Wir gehören deutschlandweit zu den Top-Kliniken, die mit Antibiotika am sparsamsten und damit sehr bewusst umgehen“, sagt er und meint damit das Abschneiden seiner Klinik innerhalb des sogenannten ADKA-if-DGI-Projektes. Das vom Bundesverband Deutscher Apotheker e.V. und dem Universitäts-klinikum Freiburg angestoßene Projekt sammelt bundesweit in über 100 freiwillig teilnehmenden Akutkliniken Daten zur Verwendung von Antibiotika. Welche Antibiotika in welchen Mengen pro behandelte Patienten gegeben wurden, wird hier, aufgeschlüsselt nach Fachabteilungen, dokumentiert. Die Kliniken können dann im Rahmen eines jährlich erscheinenden Krankenhaus-Vergleichsreports ihre eigenen mit den (anonymisierten) Daten anderer Kliniken vergleichen.

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