Gegen das Tabu: „Männertag“ am Kontinenzzentrum

Inkontinenz ist bei Männern weniger verbreitet als bei Frauen, dafür wird das Thema aber viel häufiger tabuisiert. „Auch Männer leiden massiv unter einer Inkontinenz, aber es erfährt einfach keiner“, sagt Dr. Fabian Queißert, Leiter des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am UKM. Jetzt veranstaltet das Zentrum erstmals einen „Männertag“ für Betroffene. Er soll Patienten und Experten miteinander ins Gespräch bringen und helfen, das Schweigen zu brechen.

ukm/aw

 

Gerade weil Inkontinenz unter Männern nicht besprochen wird,  sei es so schwer, an die Patienten heranzukommen, sagt Queißert. Oft würden Betroffene nicht einmal mit Ihrem niedergelassenen Urologen über ihr Problem reden, sondern es verheimlichen.  „Dabei gibt es fast immer eine Therapiemöglichkeit – in nahezu allen Fällen können wir durch konservative oder sonst auch operative Maßnahmen den unwillkürlichen Harnverlust in den Griff bekommen.“

Einer, der nach Monaten der Inkontinenz in Folge einer radikalen Prostata-OP sein Leben nach eigener Aussage jetzt wieder genießen kann, ist Heinz-Jürgen Myl. Bei dem 72-Jährigen  wurde die Minimalvariante einer OP gegen Inkontinenz durchgeführt, das heißt, es wurde ein kleines Bändchen einge-setzt, das die Harnröhre wieder in ihre alte Position bringt. Denn nach der Prostata-OP war diese „verrutscht“, was zu Harntröpfeln führte „Diese Methode können wir in allen Fällen anwenden, in denen der Schließmuskel noch ausreichend funktioniert“, sagt sein Arzt Dr. Fabian Queißert dazu.

Anders gelagert war der Fall bei Klaus-Dieter Schnettker: Bei ihm lag eine schwerer Schließmuskeldefekt vor. „Die Minimalvariante hätte in diesem Fall nicht den gewünschten Erfolg gebracht“, so Queißert. „Deswegen haben wir ein System verwendet, das wie ein künstlicher Schließmuskel funkti-oniert. Dazu haben wir die Harnröhre ausgemessen, mit einer passenden Manschette umschlossen und über einen  kleinen Schnitt im Unterbauch einen druckregulierenden Ballon im Bauchraum  platziert. Herr Schnettker kann nun selbst durch Bedienen einer kleinen Pumpe  entscheiden, wann er das System öffnet und der Harn dann frei laufen kann.“

Die beiden Fallbeispiele zeigen: Inkontinenz muss von den betroffenen Männern nicht einfach hingenommen werden. „Ich habe einhundert Prozent meiner Lebensqualität wieder zurückbekommen, kann sogar schwimmen und feiern gehen“, freut sich Heinz-Jürgen Myl. Und Klaus-Dieter Schnettker fügt hinzu: „Pampers oder Vorlagen zu tragen, war auf Dauer keine Alternative für den Alltag. Ich kann nur jedem empfehlen, sich in einem Kontinenzzentrum oder auch bei Veranstaltungen wie dem „Männertag“ am UKM Rat zu holen.“
 
Mittwoch, 02. Oktober 2019, ab 13.45 Uhr
Urologische Ambulanz im Zentralklinikum
Gebäude A1, Ebene 03 Ost
Albert-Schweitzer-Campus 1

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