Weltdiabetestag: Dem Zucker den Kampf ansagen

Foto (UKM/Wibberg): Am Weltdiabetestag informiert das interdisziplinäre Team des UKM über die Prävention und Behandlung der Krankheit: (v.l.) Mechthild Segna, Diätberaterin, Patientin Anneli Herweg und Diabetologin Dr. Elena Vorona.
Diabetes tut nicht weh – und gerade deshalb bleibt die Krankheit oft unentdeckt. Nach Angaben der Deutschen Diabetes Hilfe leiden mehr als zwei Millionen Menschen an Diabetes, ohne davon zu wissen. Eine Gefahr: Denn das Risiko an einem Schlaganfall zu erlei-den, ist bei Betroffenen um ein dreifaches erhöht. Dank umfassen-der Beratung lernte Anneli Herweg ihren Diabetes in den Griff zu bekommen. Am Weltdiabetestag (14.11) informieren Experten des UKM von 9.30 bis 10.30 Uhr auf der Ebene 05 Ost des Zentralklini-kums, wie man der Krankheit entgegenwirkt.
ukm/som

Müdigkeit, vermehrter Durst und ein allgemeines Unwohlsein: Die ersten Anzeichen ihres Diabetes wurden bei Anneli Herweg ärztlicherseits zunächst falsch gedeutet. „Als ich dann vor acht Jahren die Diagnose Diabetes bekam, war das schon ein Schock für mich“, erinnert sie sich zurück. Auch ihr Vater war schon Diabetiker, zudem hatte Herweg damals mit Gewichtsproblemen zu kämpfen. „Damit gehörte Frau Herweg zu der Gruppe an Menschen, die besonders häufig an Diabetes erkranken“, weiß Dr. Elena Vorona, Fachärztin für Endokrinologie und Diabetologie am UKM (Universitätsklinikum Münster). „Bei familiärer Vorbelastung steigt das Risiko, an Diabetes zu erkranken neben dem Vorliegen von anderen Umweltrisikofaktoren stark an.“

Mit Anneli Herweg leiden rund zehn Prozent der Deutschen an der Zucker-krankheit, Tendenz stark steigend. Doch dazu müsste es gar nicht kommen, ist sich Diabetesberaterin Mechtild Segna sicher. Vor allem sportliche Betäti-gung und eine ausgewogenen Ernährung können der Überzuckerung vorbeugen. „Aber auch wer bereits an Diabetes erkrankt ist, kann die Krankheit gut in den Griff bekommen“, betont Segna. „Und das muss heute nicht einmal mehr Verzicht heißen.“ Auch Herweg stimmt zu: „Natürlich darf ich auch Kuchen essen. Es geht vielmehr darum, zu lernen, was dem eigenen Körper gut tut.“ Die 67-Jährige hat es durch die Umstellung ihres Lebensstils und mit medikamentöser Unterstützung heute in den therapeutischen Zielbereich geschafft – und das, obwohl sie an einer seltenen Autoimmunerkrankung leidet, wegen der sie zeitweise sogar Insulin spritzen musste.

Wer sich über die Prävention und Behandlung von Diabetes informieren möchte, der hat am kommenden Donnerstag, 14. November von 9.30 bis 10.30 Uhr am Weltdiabetestag die Möglichkeit dazu. Neben der Möglichkeit zur Blutzuckerbestimmung zeigt das interdisziplinäre Team aus Ärzten, Diabetesberatern, Ökotrophologen und Physiotherapeuten, wie Menschen der Krankheit vorbeugen und Komplikationen erkennen können und wie eine gesunde Umgebung für Diabetiker in der Familie aussehen kann. Außerdem wird es ab 9.30 Uhr zwei Fachvorträge zu Sport und Ernährung bei Diabetes geben.

Vorträge zum Weltdiabetestag
Donnerstag, 14. November 2019, 9.30-10.30 Uhr
Zentralklinikum (Gebäude A1)
Ebene 05 Ost, Raum 403 (großer Konferenzraum)
 „Bewegung zur Prävention und Therapie bei Diabetes mellitus“
 Jens Hinder (Sportmedizin)
„Ernährung und Diabetes, Fazit wissenschaftlicher Studien“
 Dr. med. Reinhold Gellner (Diabetologie)

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