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Bekämpfung der SARS-CoV-2-Pandemie: Vorstufe zum Virtuellen Krankenhaus NRW startet in Münster und Aachen

UKM/Wibberg: Im Televisitenraum der Intensivmedizin des UKM: Oberbürgermeister Markus Lewe und Prof. Hugo Van Aken (beide hinten rechts) bei der Live-Konferenz mit Dr. Tobias Mock ins Warendorfer Josephs-Hospitals.
Das UKM (Universitätsklinikum Münster) beginnt im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales zusammen mit der RWTH Aachen ab dem 30.03.2020 mit einer Vorstufe des Virtuellen Krankenhauses für die Bereiche Intensivmedizin und Infektiologie zur optimierten Behandlung von Covid-19-Patienten in Nordrhein-Westfalen (NRW). Das UKM ist zuständig für alle Krankenhäuser im Bereich der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

„Die Coronavirus-Pandemie erhöht im gesamten Land die Nachfrage nach intensivmedizinischer und epidemiologischer Behandlung aufgrund der steigenden Zahl infizierter Patientinnen und Patienten. Das Virtuelle Krankenhaus ermöglicht durch den Einsatz von Tele-Intensivmedizin den Ärzten vor Ort den Rückgriff auf die Expertise der bei-den Unikliniken Aachen und Münster. So können wir Covid-19-Patienten so lange wie möglich heimat- und familiennah bestmöglich behandeln“, sagt Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW anlässlich des vorgezogenen Starts des Virtuellen Krankenhauses.

Das Virtuelle Krankenhaus bietet die Möglichkeit, dass Intensivmediziner in anderen Krankenhäusern in NRW bei der Behandlung von Covid-19-Patienten ab sofort sowohl telefonisch als auch in Videokonferenzen mit Experten der Universitätsmedizin zusammenarbeiten. Die Häuser der Grund- und Regelversorgung können so auf die besondere Expertise des UKM zurückzugreifen. Die vorhandenen Intensivbetten für schwer betroffene Patienten können damit landesweit optimal genutzt werden. Möglicherweise patientengefährdende Transporte von einem Krankenhaus zum anderen werden reduziert, da die Patienten länger vor Ort behandelt werden können.

„Durch den Einsatz von Tele-Intensivmedizin kann die Zahl erforderlicher Intensivbetten mit adäquater medizinischer Expertise - nicht nur in der Intensivmedizin, sondern auch in anderen Fachgebieten wie beispielsweise der Infektiologie, Labormedizin, Pneumologie und weiteren Disziplinen - kurzfristig effektiv gesteigert und die erforderlichen Behandlungsressourcen für NRW im Idealfall mehr als verdoppelt werden. Wir haben seit über drei Jahren Erfahrungen mit Telemedizin in der Intensivmedizin und Infektiologie, verfügen über ein eingespieltes interdisziplinäres Team und stehen den anderen Krankenhäusern rund um die Uhr zur Verfügung. Wir sind froh, dass das Land NRW die Entscheidung getroffen hat, die Vorstufe des Virtuellen Krankenhaus nun zu starten. Damit können deutlich mehr in NRW vorhandene Intensivbetten für die Behandlung von schwerkranken COVID-19 Pati-enten optimal genutzt werden“, macht der Ärztliche Direktor des UKM, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hugo Van Aken deutlich.

 

Auch die Behandlungsmöglichkeiten intensivmedizinischer Patienten mit anderen Erkrankungen können in den telemedizinischen Konsilen abgestimmt werden. Die Krankenhäuser können auf verschiedenen Wegen - unter anderem über eine extra dafür eingerichtete Hotline - Kontakt mit dem UKM aufnehmen. Die Intensivmediziner besprechen dann gemeinsam das weitere Vorgehen, dazu steht auch eine sichere Videokonferenz (Elektronische Visite - CGM ELVI) zur Verfügung.
Die Krankenhäuser werden bis Freitag über das genaue Vorgehen und die verschiedenen Kontaktmöglichkeiten informiert. Das Krankenhaus benötigt als technische Ausstattung lediglich ein Endgerät wie Laptop oder Tablet. Die Finanzierung dieser Leistungen wird aktuell im Detail noch abgestimmt. „In dieser historisch einmaligen Situation starten wir jedoch bereits jetzt mit der Umsetzung“, betont Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hugo Van Aken. Für NRW gehen die Experten aktuell von einem Bedarf von ca. 1.500 Visiten pro Tag aus. Dies entspricht dann einer Belegung von ca. 50 Prozent der NRW-Intensivbetten mit Covid-19 Patienten.

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe, der sich heute die technische Infrastruktur für die telemedizinischen Visiten am UKM anschaute, begrüßt die Maßnahme ausdrücklich: „Die Zusammenarbeit der Krankenhäuser in Münster während der Pandemie läuft von Anfang an sehr gut. Ich bin froh, dass durch den Start des Virtuellen Krankenhauses im UKM nicht nur die Versorgung der Patienten in Münster, sondern im gesamtem Bezirk Westfalen-Lippe sichergestellt ist und so noch mehr Menschen geholfen werden kann. Das virtuelle Krankenhaus passt hervorragend in unsere Stadt, wo seit Jahren wegweisende Forschung betrieben wird. “

Mehr Informationen zum Virtuellen Krankenhaus finden Sie hier:

https://virtuelles-krankenhaus.nrw/

ukm/js

 

 

 

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