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Heuschnupfen oder Corona?: „Wenn die aktuelle Symptomatik abweicht, sollten sie eine Infektion in Erwägung ziehen“

Dr. Michael Mohr
Die Heuschnupfen-Zeit hat begonnen. Wie sich eine Allergie von COVID-19 unterscheidet und wann Betroffene ärztlichen Rat einholen sollten – das erklärt Dr. Michael Mohr, Oberarzt Pneumologie in der Medizinischen Klinik A des UKM (Universitätsklinikum Münster).
ukm/jug

Worauf sollten Allergiker mit Heuschnupfen in Zeiten vom Coronavirus achten?
Dr. Michael Mohr: Patienten mit einer Pollenallergie kennen ihre typi-schen saisonalen Symptome wie zum Beispiel Fließschnupfen und Augenju-cken in der Regel seit vielen Jahren. Auf die ihnen bekannten Medikamente wie Augentropfen oder Nasensprays kann wie gewohnt zurückgegriffen wer-den. Wenn die aktuelle Symptomatik jedoch abweicht, sollten sie hellhörig werden und eine mögliche Infektion zumindest in Erwägung ziehen und ärztlichen Rat einholen.

Wie unterscheiden sich denn COVID-19-Symptome von den allergischen Reaktionen auf Pollen?
Dr. Michael Mohr: Für COVID-19 typisch sind eher Fieber, Halsschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl, während der beschriebene Fließschnupfen und Augenjucken typische Symptome einer Pollenallergie sind. Da aber viele Überschneidungen bei den möglichen Symptomen beider Erkrankun-gen bestehen und zudem die Ausprägung von Symptomen der COVID-19-Erkrankung deutlich variiert, ist eine definitive Abgrenzung nicht immer möglich.

Neben den Heuschnupfen-Symptomen leidet ein Teil der Pollenallergiker auch an Asthma. Sind diese Patienten durch den Coronavirus besonders gefährdet?

Dr. Michael Mohr: Eine optimale Therapie der vorliegenden Atemwegserkrankung ist gerade in der aktuellen Situation wichtig. Inhalative Kortison-Präparate sind die Basis in der Asthma-Dauertherapie und führen dazu, dass die Bronchialschleimhaut entzündungsfrei und damit widerstandfähiger ist. Dadurch reduziert sich die Infektionsgefahr. Patienten können und sollen also weiter ihre Medikamente nehmen und sie haben mit gut eingestelltem Asthma nach aktuellen Erkenntnissen auch kein relevant erhöhtes Infektionsrisiko.

 

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