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Für mehr Kraft, Ausdauer und Lebensqualität: Barbara und Wilfried Mohr-Stiftung unterstützt Sportangebot des UKM-Hirntumorzentrums

Sie unterstützen Hirntumorpatienten dabei, Hürden zu überwinden und den Alltag mit der Erkrankung zu meistern: Dr. Lars Lemcke, Ralf Brandt und Priv.-Doz. Dr. Dorothee Wiewrodt (v.l.).
Sport hat bekanntermaßen viele positive Effekte. Aber gilt das auch für Menschen, die an einem bösartigen Hirntumor erkrankt sind? „Ja, sogar gerade dann!“, sagt Priv.-Doz. Dr. Dorothee Wiewrodt, Neurochirurgin und Psychoonkologin im UKM (Universitätsklinikum Münster). Eine Studie, die diese Effekte messbar machen soll, wird jetzt von der Barbara und Wilfried Mohr-Stiftung mit rund 76.000 € unterstützt.

 

Etwa 7.500 Menschen werden jedes Jahr in Deutschland mit der Diagnose Hirntumor konfrontiert. „Obwohl sich viele Betroffene nach der Diagnose zunächst keine körperliche Anstrengung zutrauen, kann es gerade während dieser sehr belastenden Zeit guttun, körperlich aktiv zu sein“, so Wiewrodt. Daher bietet das UKM-Hirntumorzentrum Betroffenen bereits seit 2011 die Möglichkeit, an einem „Persönlichen Trainingsprogramm“ teilzunehmen. Unter professioneller Anleitung durch Sportwissenschaftler und Diplomtrainer Ralf Brandt können Hirntumorpatienten Kraft, Ausdauer und Koordination trainieren und dürfen dabei kontrolliert bis an ihre Leistungsgrenzen gehen. „Dabei lernen die Patienten, ihrem Körper wieder zu vertrauen, ihre Leistungsfähigkeit besser einzuschätzen und gewinnen so an Selbstvertrauen“, erklärt Dr. Lars Lemcke, Oberarzt in der Klinik für Neurochirurgie (Direktor: Prof. Dr. Walter Stummer), der am UKM die neuroonkologische Sportsprechstunde anbietet, um der allgemein herrschenden Unsicherheit zum Thema „Sport und Hirntumoren“ zu begegnen.

In der Studie „Mobil mit Hirntumor (MMH_01)“ soll der Beitrag intensiven Trainings auf die Lebensqualität von Patienten mit einem Glioblastom, einem bösartigen Hirntumor, jetzt wissenschaftlich untersucht werden. Statt sich zu schonen, sollen die Teilnehmer nach erfolgter Operation körperlich aktiv werden. Hierfür erhalten sie über vier Monate zweimal wöchentlich ein individuelles Einzeltraining. Alle acht Wochen erfolgt eine ausführliche Leistungsdiagnostik, um die körperliche Fitness zu beurteilen. Zusätzlich werden Fragebögen zur Lebensqualität erhoben, um Effekte auf Stimmung und Selbstwertgefühl zu messen. „Bei vielen Betroffenen besteht ein großes Bedürfnis, selber etwas gegen die Krankheit unternehmen zu können“, weiß Wiewrodt. „Mit der Teilnahme an dieser Studie möchten wir unsere Patienten motivieren, durch das intensive Trainingsprogramm körperliche Kraft für die anstehenden Therapien sowie mehr Lebensfreude zu gewinnen, um den insgesamt oft anstrengenden Alltag besser meistern zu können.“ Während Sport in vielen Bereichen der Onkologie in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen habe, fehlten für Hirntumorpatienten wissenschaftliche Daten zu dessen Auswirkungen allerdings bis heute weitestgehend, so die Medizinerin. „Unser besonderer Dank gilt daher der Barbara und Wilfried Mohr-Stiftung, die die Durchführung der Sportstudie durch ihre Förderung möglich macht.“

Die 2012 gegründete Stiftung mit Sitz in Wedel fördert Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Krebstherapie und unterstützt verschiedene soziale Projekte.

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