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„Niemand geht, wie er gekommen ist“: 10 Jahre Tagesklinik Roxel

Foto (UKM/Hauss): Jubiläum: Das Team der Tagesklinik Roxel.
Vor mittlerweile 10 Jahren schloss die Gründung der Tagesklinik an der Schlemenstiege in Münster-Roxel eine Versorgungslücke in der Region. Das Angebot sollte eine Alternative zur stationären Unterbringung von Kindern mit psychiatrischen Störungsbildern werden. Schnell hatte sich das Angebot etabliert – heute können bis zu 18 Kinder und Jugendliche in Roxel behandelt werden. Drei Fragen an Dr. Antje Herbst, Oberärztin am UKM und Leiterin der Tagesklinik Roxel.
ukm/aw

Frau Dr. Herbst, welche Vorteile hat die Behandlung in der Tagesklinik gegenüber der stationären Unterbringung?
Unsere Tagesklinik ist als Einrichtung Teil der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKM (Universitätsklinikum Münster) unter der Leitung von Herrn Prof. Romer. Sie ist eine Ergänzung oder auch Alternative zur vollstationären Behandlung. Unsere Tagesklinik kann Kindern und Jugendlichen umfangreiche und intensive Behandlung anbieten, ohne dass eine gänzliche Herauslösung aus der Familie und dem sozialen Umfeld notwendig ist. Das vereinfacht häufig die Übergänge zurück in ambulante Behandlungen und den Alltag. Auch die Einbindung von Eltern und anderen Familienmitgliedern gelingt im tagesklinischen Kontext meist sehr gut. Eine Besonderheit ist auch, dass wir Schulräume und Lehrer der Helen-Keller-Schule für Kranke direkt mit im Gebäude haben und eine sehr gute Kooperation mit der Schule haben. Wir behandeln seelische Erkrankungen aus dem gesamten Spektrum der psychiatrischen Störungsbilder bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 18 Jahren.

Die Familien sind für den Therapieverlauf wichtig und werden sogar miteinbezogen?
Eltern sind hier Teil des therapeutischen Konzeptes, weil wir systemisch immer die ganze Familie betrachten. Somit ist in unseren Augen die Familie gemeinsam auf dem Weg, um Lösungen aus einer Entwicklungsblockade des Kindes oder Jugendlichen heraus zu finden. In vielen Familien, die zu uns kommen ist, bedingt durch die Erkrankung des Kindes, die Kommunikation beeinträchtigt. Insbesondere bei jüngeren Kindern spielt auch das elterliche Erziehungsverhalten eine Rolle, weil es bestimmte Verhaltensstörungen aufrechterhält. Nebem den familientherapeutischen Gesprächen können wir beispielsweise mit einer Eltern-Kind-Interaktionstherapie oder dem Eltern-Coaching von verschiedenen Seiten an die Problematik herantreten. Auch die Multifamilientherapie, bei der mehrere Familien ihre Erfahrungen untereinander austauschen können, bringt gute Erfolge. Wenn Eltern in einen Behandlungsverlauf so eng einbezogen werden, sind sie oft besonders kompetente Unterstützer ihrer Kinder.

Letztlich können Sie aber doch Störungen wie beispielsweise eine Autismusspektrumsstörung auch in der Tagesklinik nicht heilen?
In der Kinder- und Jugendpsychiatrie sehen sie als Behandelnder in der Regel nicht dieselben radikalen Erfolge, wie beispielsweise ein Chirurg sie bei einem entzündeten Blinddarm hat. Es geht vielmehr darum, positive Entwicklungsverläufe anzustoßen. Vielmehr werden in den zwölf Wochen, in denen die Kinder bei uns im Schnitt behandelt werden, vielfältige Entwicklungsanreize geboten. Neben der Einzel- und Familientherapie helfen beispielsweise auch kunst- und bewegungstherapeutische Einheiten, bei den Patienten ein positiveres Selbstbild aufzubauen, sodass sie sich mehr zuzutrauen und sich eigene Ziele in der Bewältigung der Erkrankung zu setzen. Wir möchten erreichen, dass die gesamte Familie aus dem Alltag heraustreten kann, ihre eigenen Ressourcen entdeckt. Wir lenken den Blick auf die Stärken und Kompetenzen aller Familienmitglieder, was in Familien mit psychisch erkrankten Kindern oft auf lange Sicht unerlässlich ist. Wir können unsere Patienten in vielen Fällen nicht als vollständig geheilt entlassen, aber wir geben Ihnen Werkzeuge  mit auf den Weg. Niemand geht, wie er gekommen ist.

 

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