Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Arbeitsgruppe CED


Leiter

Priv.-Doz. Dr. med. Emile Rijcken

Kontakt
T: +49-(0)251 83 56310 (Sekretariat)
T: +49-(0)251 83 56301 (Vermittlung)
Fax: +49-(0)251 83 52400
E-mail: rijcken(at)­uni-muenster(dot)­de
Publikationen

Adresse
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Albert-Schweizer Campus 1, Gebäude W1
Anfahrtsadresse Waldeyerstraße 1
48149 Münster

Mitarbeiter
Ioannis Argyris, Arzt (Publikationen)
Priv.-Doz. Dr. med. Mike Laukötter, Arzt (Publikationen)
Prof. Dr. med. Thorsten Vowinkel, Arzt (Publikationen)
Dr. med. Felix Becker, Arzt (Publikationen)
Dr. med. Anne-Sophie Mehdorn (Publikationen)
Jennifer Merten


Doktoranden
Jan-Philipp Arbogast
Maren Brinkmann
Jens Droege
Julian Kneifel
Christina Roegge
Vanessa Twardy

Forschungsschwerpunkte

Intestinale Permeabilität: Bedeutung der Tight junctions bei CED
Im Rahmen der CED ist die physiologische Barrierefunktion der Darmschleimhaut gestört. Hierdurch wird das Eindringen von Antigenen und Toxinen in die Darmwand ermöglicht und die Entzündung wird unterhalten. Die zwischen den Epithelzellen ausgebildeten Tight junctions, welche aus zahlreichen Proteinen zusammengesetzt sind und für die Dichtigkeit der Barriere besonders wichtig sind, verändern sich im Rahmen von CED. Ferner kann auch eine pathologisch erhöhte epitheliale Apoptoserate, welche insbesondere bei der Colitis ulcerosa vorhanden ist, die Barrierefunktion beeinträchtigen. Die bisherigen in vitro Untersuchungen unserer Arbeitsgruppe zeigten eine Apoptose-unabhängige Internalisierung verschiedener Tight junction Proteine unter die apikale Membran, welche assoziiert war mit einer Veränderung der Barrierefunktion. Ziel des durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützten Projektes ist die genauere Charakterisierung der Tight junction-Veränderungen bei chronischen Darmentzündungen im Tiermodell und beim Menschen. Mit mikroskopischen und biochemischen Methoden werden Verteilung und Expression der Tight junction Proteine in gesundem und entzündetem Darm untersucht und die diesbezügliche Rolle der Apoptose evaluiert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen einen Beitrag zum Verständnis der Entstehung von CED und mögliche neue therapeutische Ansatzpunkte liefern.

Intestinale Mikrozirkulation: Leukozyten-Endothel-Interaktion
Die Intravitalmikroskopie ermöglicht es, die Mikrozirkulation in einzelnen Organen wie Pankreas, Darm, Leber und Lunge am lebenden Tier zu beobachten. Dabei werden Fluorenzfarbstoffe appliziert, um die Mikrozirkulation am narkotisierten Tier darzustellen. Ebenso können ex-vivo gefärbte Zellen verabreicht werden, um das Verhalten dieser Zellen zu beobachten. Das entzündliche Zellinfiltrat bei CED wird größtenteils aus dem Blutstrom rekrutiert. Dabei nehmen die Zellen über so genannte Adhäsionsmoleküle Kontakt mit den Endothelzellen auf, um dann in das Gewebe zu wandern. Unsere Arbeitsgruppe befasst sich vor allem mit der Adhäsion und Transmigration von Leukozyten. Durch Blockierung der Zelladhäsionsmoleküle ICAM-1, VCAM-1, P-Selektin oder PSGL-1 mittels Antikörper oder Antisense-Oligonukleotide konnten das entzündliche Infiltrat und die klinische Entzündung deutlich reduziert werden. Auch die Adhäsion von Thrombozyten spielt eine wichtige Rolle bei diesem Prozess. Diese Mechanismen werden zurzeit weiter erforscht.

Experimentelle Anastomosenheilung
Die Nahtinsuffizienz stellt eine schwere Komplikation im Bereich der gastrointestinalen Chirurgie dar. Eine besonders gefährdete Gruppe stellen hierbei CED-Patienten dar, bei denen die Wundheilung durch begleitende anti-inflammatorische Therapie mit Cortison oder Azathioprin eingeschränkt ist. Nahtinsuffizienzen mit Peritonitis werden vor allem in der frühen postoperativen Phase diagnostiziert, Spätinsuffizienzen führen dagegen zu Abszessen und Fisteln. In verschiedenen Modellen wurde gezeigt, dass körpereigene Wachstumsfaktoren die Wundheilung positiv beeinflussen können. Da jedoch eine übermäßige Verabreichung von Wachstumsfaktoren auch nachteilige Effekte für den Gesamtorganismus haben kann, sollten Methoden erforscht werden, um die Wachstumsfaktoren in definierter Menge an einer definierten Zielregion zu applizieren. Durch eine von unserem Kooperationspartner entwickelte Technik können Wachstumsfaktoren von beschichteten Nahtmaterialien kontrolliert lokal freigesetzt werden. Ziel des von der Universität Münster geförderten Projektes ist es, den Einfluss von Wachstumsfaktoren auf die Anastomosenheilung zu untersuchen. Hieraus könnten sich neue, risikoärmere und schonender chirurgische Behandlungsstrategien für Patienten mit CED ableiten.

Perianale Fisteln bei Morbus Crohn
In einer prospektiven Studie wird der Verschluss perinaler Fisteln bei Morbus Crohn durch Implantation eines Analfistelplugs untersucht. Bei diesem neuen Verfahren wird der Fisteltrakt nicht mehr chirurgisch ausgeschnitten, sondern durch Implantation eines Kollagen-Kegels ausgefüllt. Körpereigene Fibroblasten wandern in das Kollagengerüst und bilden eine stabile Narbe. Hierdurch kann die Schließmuskelgefährdung deutlich reduziert werden. Die Studie untersucht die Fistelverschlussraten bei Morbus Crohn spezifische Immunsuppressive Therapie.
in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik B (Gastroenterologie) des UKM wird geprüft, ob eine kombinierte medikamentöse und chirurgische Therapie die Heilungsrate perianaler Fisteln bei Morbus Crohn verbessern kann. Diese und auch die PET-CT Studie werden unter Leitung der Medizinischen Klinik B durchgeführt (Studiensekretariat Fr. Ansgar Nehues, 0251-83 4 83 83; Email: nehusan@ukmuenster.de).

Single Incision Laprascopic Surgery (SILS) bei Morbus Crohn
Single Incision Laparoscopic Surgery (SILS) ist eine Weiterentwicklung der minimal invasiven Chirurgie, bei der nur ein einzelner Zugang verwendet wird. Die SILS-assistierte Ileocoekalresektion wird in unserer Klinik seit 2010 bei Patienten mit Morbus Crohn durchgeführt. Die operativen Ergebnisse dieser neuen Technik haben gezeigt, dass die SILS-Ileocoekalresektion ein praktikables und sicheres alternatives Verfahren zur operativen Behandlung von stenosierender Ileitis terminalis ist. Die Vermeidung von zusätzlichen Trokaren und die Reduktion der Wundlänge könnte bei zukünftigen Operationen im Falle eines Rezidivs den abdominellen Zugang erleichtern sowie die Inzidenz von Narbenhernien und Adhäsionen reduzieren. In einer klinischen Studie wird momentan untersucht, ob die SILS-Methode mit besseren kosmetischen und funktionellen Ergebnissen (Lebensqualität) verbunden ist im Vergleich zur konventionellen laparoskopischen Ileozökalresektion.

Lebensqualität nach Anlage eines Ileumpouches
Die restaurative Proktokolektomie mit ileumpouchanaler Anastomose gilt heute als chirurgisches Standardverfahren in der Behandlung der komplizierten Colitis ulcerosa. In dieser prospektiven Studie wird die Lebensqualität anhand standardisierter Fragebögen vor und nach der Pouchoperation untersucht.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Patienten mit CED
Neuere Untersuchungen konnten zeigen, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede bei Langzeitverlauf von Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gibt. Ziel der aktuellen Studie ist es, diese vermeintlichen Unterschiede auch in einem chirurgischen Kollektiv zu identifizieren.

Spezielle Methodik

  • Zellkultur
  • Western Blot
  • Immunhistochemie
  • Intravitalmikroskopie
  • Experimentelle Colitis / Ileitis (Tiermodelle)
  • Immunfluoreszenzmikroskopie
  • Berstungsdruckmessung

Informationen für Doktoranden

Sie möchten in der Chirurgie promovieren? Wir bieten eine Vielzahl von experimentellen und klinischen Doktorarbeiten zu verschiedenen o.g. Themen auf dem Gebiet der CED an. Bitte wenden Sie sich per E-Mail oder telefonisch an Priv.-Doz. Dr. Rijcken. Doktoranden werden in der Regel vom Arbeitsgruppenleiter betreut, welcher ebenfalls als Gutachter im Promotionsverfahren des Dekanats auftreten wird. Zusätzlich wird jeder Doktorand direkt von einem Mitarbeiter der Arbeitsgruppe betreut. Dieser begleitet den Doktoranden bei der Versuchsplanung und -durchführung und ist sein direkter Ansprechpartner. Beim monatlichen Arbeitsgruppentreffen können die Doktoranden über den Fortgang ihrer Projekte berichten. Doktoranden, die an tierexperimentellen Studien teilnehmen wollen, müssen zuvor den Tierversuchskurs des Tierschutzbeauftragten der medizinischen Fakultät absolvieren.

Links
Dienstleistungen

Gewebebank

 
 
 
 

Kooperationspartner

D. Neil Granger, Ph.D.
Department of Molecular and Cellular Physiology
Louisiana State University
LSU Health Sciences Center
1501 Kings Highway
Shreveport, LA 71130, USA
shreveportphysiology.com/index.htm

Asma Nusrat, MD
Pathology & Laboratory Medicine
Emory University Atlanta
Experimental Pathology
105-E Whitehead Bldg., 615 Michael St.
Atlanta, GA 30322, USA
pathology.emory.edu/index.cfm

Dr. med. Dominik Bettenworth
Medizinische Klinik B
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Str. 33
D-48149 Münster
www.ced.uni-muenster.de

Prof. Dr. med. Dietmar Vestweber
Max Planck Institute für Molecular Biomedicine
Department Vascular Cell Biology
Röntgenstraße 20
D-48149 Münster
mpi-muenster.mpg.de