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Gerhard-Domagk-Institut
für Pathologie

Diagnostik

Die Mitarbeiter des Instituts untersuchen jährlich ca. 30.000 bioptisch oder operativ gewonnene Gewebeproben bzw. zytologische Präparate aus dem Universitätsklinikum Münster sowie von externen Einsendern mittels mikroskopischer, histochemischer, immunhistochemischer und molekularbiologischer Methoden. Die Ergebnisse werden regelmäßig in fachspezifschen klinisch-pathologischen Konferenzen mit den klinischen Kollegen diskutiert. Weiterhin werden - nach Zustimmung der Angehörigen - klinische Obduktionen durchgeführt und pathologisch-anatomische Zusammenhangsgutachten erstellt.

Elektronenmikroskopie

In manchen Fällen ist eine elektronenmikroskopische Untersuchung indiziert, welche eine bis zu 100 000-fache Vergrößerung ermöglicht und feinste Strukturen sichtbar macht. Diese Methode kann helfen, schwierige Fragestellungen bei Hirntumoren, neurologischen Erkrankungen, bei Speicher- und Muskelkrankheiten und zum Erregernachweis zu klären. Um ein Präparat elektronenmikroskopisch untersuchen zu können, sind besondere Anforderungen an Präparation und Fixierung zu beachten, um Schnitte von nur wenigen Nanometern Dicke herstellen zu können.

Histologie

Eine gewebebasierte Diagnosesicherung ist für die klinische Therapieplanung und –durchführung unerlässlich, was die Pathologie zu einem zentralen Querschnittsfach der modernen Medizin macht. Hierzu werden am Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie klassische histologische Untersuchungstechniken mit modernen Färbeverfahren und (immun) histochemischen Methoden kombiniert, wodurch es uns gelingt, Gewebeveränderungen diagnostisch einzuordnen. Zur Verfügung stehen unter anderem:

  • Paraffinschnitte
  • Kunststoffeinbettung
  • Histochemie (Spezialfärbungen)
  • Immunhistochemie (Antikörperfärbungen)
  •  Fluoreszenz- und Chromogen-in-situ-Hybridisierungen

Molekularpathologie

Die molekulare Diagnostik, deren Ergebnisse diagnostische, therapierelevante oder prognostische Aussagen ermöglichen, gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Diese Aussagen basieren zumeist auf der Analyse von genetischen Eigenschaften von Tumorgewebe durch die Anwendung molekularbiologischer Methoden. So ist der Nachweis von tumorspezifischen Mutationen, Gentranslokationen, Genamplifikationen und Gendeletionen sowie bakterieller und viraler Krankheitserreger möglich.

Die Untersuchungen können an formalinfixierten, Paraffin-eingebetteten Gewebeproben durchgeführt werden. Für Analysen am Knochenmark ist EDTA-Markblut erforderlich (nicht älter als 48 Stunden).

Eine Übersicht über die derzeit am Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie etablierten molekularpathologischen Analysen finden Sie hier.

Zur Sicherung der hohen Qualitätsstandards erfolgt eine regelmäßige Teilnahme an Ringversuchen der Qualitätssicherungsinitiative Pathologie (QuIP) der Deutschen Gesellschaft für Pathologie und des External Quality Assessment (EQA) der Europäischen Gesellschaft für Pathologie (ESP). Neue Verfahren werden laufend geprüft und implementiert.

Ansprechpersonen

Priv.-Doz. Dr. med. Anne Kathrin Offermann
Ärztliche Leitung Molekularpathologie

+49 251 83-55446
+49 251 83-55481
annekathrin.offermann(at)ukmuenster.de

Dr. rer. nat. Kim Falkenberg
Diagnostische Leitung Molekularpathologie
+49 251 83-55442
kim.falkenberg(at)ukmuenster.de
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Marcel Trautmann
Wissenschaftliche Leitung Molekularpathologie
+49 251 83-57623
marcel.trautmann(at)ukmuenster.de
 

Verstorbenenwesen | Obduktionen

Auf Wunsch der behandelnden Ärzte und bei vorliegender Zustimmung der nächsten Angehörigen führen wir klinische Obduktionen durch und diskutieren die erhobenen Befunde interdisziplinär. Weiterhin fertigen wir wissenschaftliche Zusammenhangsgutachten an, welche die Ergebnisse aus Obduktion und Zell- und Gewebeanalyse vor dem Hintergrund der Aktenlage und der aktuellen wissenschaftliche Literatur zusammenfassen. Auftraggeber sind Gerichte, Versicherungen und Berufsgenossenschaften sowie Privatpersonen.

Meldung von Verstorbenen

Bitte an folgende E-Mail-Adresse:

info-pathologie(at)ukmuenster.de

Diensthandy Präparatoren:

In  dringenden Ausnahmefällen steht das Diensthandy +49 152 / 54 95 68 60 der Pathologie zur Verfügung.

Einverständnis zur Obduktion

Hier finden Sie die Einverständniserklärung zur Obduktion. 

Leichenbegleitschein

Wir halten für Sie den Leichenbegleitschein zum Herunterladen bereit.

Schnellschnittdiagnostik

Die intraoperative Schnellschnitt-Diagnostik ermöglicht es, während einer laufenden Operation eine bessere und schnellere Einschätzung der Lage zu bekommen und so eine fundierte Entscheidung über das Ausmaß und ggf. weitere Operationsschritte zu treffen. Die Entnahme des Gewebes erfolgt durch die jeweiligen operierenden Ärzte, die die Gewebeprobe sofort an die Pathologie weiterleiten. Der Pathologe fertigt einen Gefrierschnitt an, der HE-gefärbt wird. Anschließend wird der Schnitt mikroskopisch untersucht und das Befundergebnis telefonisch an den jeweiligen Operateur durchgegeben. Vom Eintreffen der Probe bis zur telefonischen Übermittlung des Befundes benötigen wir in der Regel 20 Minuten.

Zytologische Diagnostik

Die zytologische Diagnostik ist integraler Bestandteil der Pathologie. Bei zytologischen Untersuchungen werden einzelne Zellen oder Zellverbände gewonnen und entweder dünn ausgestrichen oder auf einen Objektträger zentrifugiert, bevor sie gefärbt und mikroskopisch analysiert werden. Zytologische Untersuchungen finden an verschiedenstem Material aus vielen Körperregionen statt, oftmals wird auch Ergussflüssigkeit, Sektret oder Urin analysiert. Die zytologische Untersuchung kann die Histologie nicht ersetzen, sie kann jedoch in kurzer Zeit wertvolle Informationen liefern. Im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung werden Abstriche aus dem Gebärmutterhals angefertigt; hier wird zudem Leitlinien-gerecht eine HPV-Diagnostik durchgeführt.

Unter anderem folgende Proben werden bei uns in der Routine bearbeitet:

  • Zervix-, Vaginal-, Vulva und Analabstriche
  • Körperhöhlenergüsse aus Pleurahöhle, Bauchhöhle (Aszites), Perikardhöhle
  • Urin und Spülflüssigkeit aus Harnblase und Nierenbecken
  • Material aus den Atemwegen: Bürstenausstriche, transbronchiale Nadelaspirationen (TBNA), bronchoalveoläre Lavage (BAL)
  • Feinnadelpunktate aus Schilddrüse, Speicheldrüsen, Lymphknoten, Leber, Mamma, Pankreas
  • Sekrete (z.B. aus der Mamma), Zystenflüssigkeiten und Gelenkergüsse

Ansprechpartner

Priv.-Doz. Dr. med. Mahmoud Abbas FIAC

+49 251 83-56752
+49 251 83-55481
mahmoud.abbas(at)ukmuenster.de

Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie

Univ.-Prof. Dr. med. Eva Wardelmann, Direktorin

Univ.-Prof. Dr. med. Wolfgang Hartmann, Direktor

Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude D17

Anfahrtsadresse: Domagkstraße 17

48149 Münster