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Kardiologische
Einrichtungen

Echokardiographielabor

der Kliniken für Kardiologie I–III

Das Echokardiographielabor des Universitätsklinikums Münster deckt das gesamte Spektrum der diagnostischen und peri-interventionellen kardialen Ultraschalldiagnostik ab. Mit rund 17.000 Untersuchungen pro Jahr gehört die Einrichtung zu den großen Laboren dieser Art in Deutschland.

Profil & Qualitätsmerkmale

  • Akkreditierung: Das Labor ist als eine von wenigen Einrichtungen in Deutschland durch die europäische Fachgesellschaft (EACVI) vollumfänglich (advanced) für alle Untersuchungsmethoden (TTE, TEE und Stress-TTE) akkreditiert.
  • Ausstattung: Diagnostisch steht die jeweils neueste Gerätegeneration zur Verfügung, einschließlich moderner 3D/4D-Verfahren und computergestützter Quantifizierungssoftware.
  • Qualität und Sicherheit: Alle Untersuchungen werden ausnahmslos von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt und befundet.

Untersuchungsmethoden

Standardisierte Ultraschalluntersuchung des Herzens durch die Brustwand. Sie dient der primären Beurteilung der Herzhöhlen, der globalen und regionalen Pumpfunktion sowie der Morphologie und Funktion der Herzklappen. Bei spezifischen Fragestellungen wird die Diagnostik durch den Einsatz von Ultraschallkontrastmitteln ergänzt.

Ultraschalluntersuchung über die Speiseröhre („Schluckecho“). Durch die unmittelbare Nähe zum Herzen ermöglicht diese Methode eine detailreiche Darstellung tiefergelegener Strukturen ohne störende Überlagerung durch Luft oder Knochen. Dies ist insbesondere bei der präzisen Beurteilung von Klappendefekten, Entzündungsprozessen (Endokarditis), Defekten der Vorhoftrennwand (PFO/ASD) oder zum Ausschluss von Blutgerinnseln erforderlich.

Periprozedurale Ultraschalldiagnostik direkt im Herzkatheterlabor und Operationssaal. Mittels Echtzeit-3D/4D-Bildgebung ermöglicht das Team der Echokardiographie komplexe kathetergestützte Struktureingriffe in enger Zusammenarbeit mit unseren Interventionalisten: Dazu gehören interventionelle Implantationen von Aortenklappenprothesen („TAVI“), Mitralklappenprothesen (Tendyne, M3), Trikuspidalklappenprothesen (Evoque), Clipping Verfahren (TEER-Mitral und -Trikuspidal), Vorhofohrverschlüsse (LAA-Okkluder) und Behandlung von Defekten in Herzscheidewänden (PFO-, ASD- und VSD-Verschluss).

Ultraschalluntersuchung unter definierter körperlicher Belastung (Fahrradergometrie) oder medikamentöser Stimulation. Die Methode wird zur Ischämiediagnostik bei Verdacht auf koronare Herzkrankheit und zur Vitalitäts- und Belastungsprüfung des Myokards eingesetzt.

Ärztliche Leitung

Die gemeinsame Leitung des Echokardiographielabors erfolgt durch die Bildgebungsexperten:

  • Prof. Dr. med. Stefan Orwat (Oberarzt)
  • Dr. med. Robert M. Radke (Oberarzt)

Aus- und Weiterbildung

Facharztweiterbildung

Als universitäre Einrichtung nimmt das Labor einen zentralen Stellenwert in der medizinischen Weiterbildung ein. Im Rahmen der kardiologischen Facharztweiterbildung ist eine feste und strukturierte Rotation in die Echokardiographie etabliert. Durch die vollständige europäische Advanced-Akkreditierung des Labors erlernen die Rotandinnen und Rotanden das gesamte Spektrum der echokardiographischen Methoden nach aktuellen internationalen Leitlinienstandards. Im Rahmen der Rotation wird die Voraussetzung für eine EACVI-Zertifizierung geschaffen (Untersuchungen/Logbuch) und gefördert.

Studentische Lehre (Medizinstudium)

Das Echokardiographielabor ist fest in die curriculare Lehre der Medizinischen Fakultät integriert. Im Rahmen des klinischen Studienabschnitts wird ein Praktikum der Echokardiographie angeboten. Als Pflichtpraktikum vermittelt die Veranstaltung allen Studierenden die wesentlichen Grundzüge und die praktische Anwendung der kardialen Ultraschalldiagnostik. Das Praktikum gehört laut Evaluationen regelmäßig zu den am besten bewerteten und beliebtesten Lehrveranstaltungen im gesamten Medizinstudium. Zur optimalen Vorbereitung wird den Studierenden vorab ein begleitendes Skript bereitgestellt.