Informationen für Patient*innen
Neben einer medizinisch und qualitativ hochwertigen Diagnostik ist die gute Betreuung unserer Patienten ein großes Anliegen unserer täglichen Arbeit im Herz-MRT-Zentrum. Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und berufliches Engagement sind bei uns selbstverständlich. Hier finden Sie einige wichtige Information für die Untersuchung in unserem Zentrum.
Ihr Aufenthalt
Nach der Anmeldung und Aufnahme Ihrer Gesundheitsdaten haben Sie Gelegenheit Oberbekleidung, Schuhe sowie alle Gegenstände aus Metall (z.B. Schmuck, Gürtel, Kleingeld, Brille, Hörgeräte, Haarspangen) abzulegen. Auch Handys und Scheckkarten dürfen nicht in die Nähe des MRT.
Nach einer ausführlichen Aufklärung über die Durchführung und Risiken der Untersuchung und Legen eines intravenösen Zugangs werden Sie auf dem Untersuchungstisch des MRT-Geräts bequem gelagert. Zur Überwachung in der MRT-Röhre ist die Anlage weiterer Ausrüstung (u.a. EKG) erforderlich. Sie erhalten zudem einen Kopfhörer. Der Innendurchmesser unseres MRT-Geräts ist sehr geräumig. Zudem besteht die Möglichkeit, während der Untersuchung mit Hilfe einer Spiegelbrille Landschaftsbilder zu betrachten, so dass die Untersuchung auch bei Platzangst (Klaustrophobie) in der Regel gut möglich ist. Die Kommunikationsmöglichkeit nach draußen ist zu jeder Zeit garantiert.
Die Untersuchung selbst dauert in Abhängigkeit von der Fragestellung ca. 30-50 Minuten. Während dieser Zeit ist es erforderlich, dass Sie Atemanhalte-Kommandos wahrnehmen, um Bewegungsartefakte in den Bildern zu reduzieren. I.d.R. ist eine Kontrastmittelgabe sowie bei Stress-Untersuchungen eine Stress-Medikamenten-Gabe während der Untersuchung erforderlich, über die Sie im Voraus gründlich aufgeklärt werden. Sauerstoffgabe und Notfallversorgung ist zu jedem Zeitpunkt gewährleistet. Nach der Untersuchung erhalten Sie einen vorläufigen, mündlichen Befund. Der schriftliche Befund wird erst nach gründlicher Analyse und Bearbeitung mittels eines Computerprogrammes im Verlauf erstellt und Ihnen sowie Ihren einweisenden ärztlichen Kollegen postalisch zugestellt.
Gadolinium-haltiges MRT-Kontrastmittel
Der Einsatz von Gadolinium-haltigen MRT-Kontrastmitteln wird in der Presse immer wieder leider unzureichend bzw. unangemessen thematisiert und sorgt bei Patienten für Unsicherheiten. Daher möchten wir die Gelegenheit nutzen, Sie aktuell und wissenschaftlich korrekt zu informieren. Die folgenden Informationen entsprechen den offiziellen Empfehlungen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung sowie der Deutschen Röntgengesellschaft und entstammen aktuellen wissenschaftlichen Studien.
Bei vielen Patienten ist die Verwendung eines Gadolinium-haltigen MRT-Kontrastmittels wichtiger Bestandteil der Herz-MRT-Untersuchung, da bestimmte Fragestellungen mit Einsatz von Kontrastmitteln am besten zu beantworten sind. Das Kontrastmittel hilft u.a. bei der Visualisierung von Durchblutungsstörungen (Ischämie), Narbenarealen (Vitalität) und entzündlichen Veränderungen (Inflammation). Die bisher vorliegenden Daten zur Sicherheit im Zusammenhang mit Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln stellen die Anwendung nicht in Frage.
Gadolinium-haltige MRT-Kontrastmittel sollten nicht mit Röntgen- oder CT-Kontrastmitteln, die in der Regel Jod-haltig sind, verwechselt werden, da es sich hierbei um chemisch ganz anders aufgebaute Substanzen handelt. MRT-Kontrastmittel sind außerordentlich gut verträglich, verursachen nur in seltenen Fällen (<0,2%) allergische Reaktionen und sind primär nicht nierenschädigend. Im Zusammenhang mit sogenannten „linearen“ MRT-Kontrastmitteln (werden bei der Herz-MRT-Untersuchung nicht eingesetzt) sind in der Vergangenheit extrem selten (0,01%) schwerwiegende Nebenwirkungen aufgetreten, wie z.B. die nephrogene systemische Fibrose (NSF), bei der es zu krankhafter Vermehrung des Bindegewebes von Haut, Muskulatur und in inneren Organen kommen kann. In den letzten Jahren ist jedoch durch entsprechende Aufklärung und v.a. durch die Nutzung von hochstabilen „makrozyklischen“ (also chemisch kreisförmig aufgebauten) Gadolinium-haltigen MRT-Kontrastmitteln (mit angepasster Dosierung insbesondere bei Patienten mit höhergradiger Niereninsuffizienz) die NSF nahezu weltweit nicht mehr aufgetreten.
Etwas weniger untersucht ist bisher die potentielle Ablagerung von Gadolinium in bestimmten Hirnbereichen. Schon in früheren Studien wurde gezeigt, dass ein minimaler Anteil von Gadolinium (<1%) im Körper zurückbleiben kann. Eine Anreicherung im Gehirn sollte bei intakter chemischer Struktur und bei fehlender Hirnerkrankung (also intakter Blut-Hirn-Schranke) wegen der Größe der Gadolinium-Chelate eigentlich ausgeschlossen sein. Bei Patienten mit gestörter Blut-Hirn-Schranke kommt es jedoch zu geringen Gadolinium-Anreicherungen in bestimmten Hirnarealen, insbesondere wenn wiederholt und kurzfristig mehrere Untersuchungen mit Kontrastmittel erfolgen. Dies ist für Kontrastmittel mit „linearer“ Struktur gezeigt worden (die wie bereits erwähnt nicht mehr bzw. nur für bestimmte Fragestellungen außerhalb des Herzens benutzt werden). Für heute gebräuchliche „makrozyklische“ Kontrastmittel konnte dies bislang (außer bei sehr großen Dosen im Tierversuch) kaum nachgewiesen werden.
Wenn es überhaupt zu einer messbaren Anreicherung von Gadolinium im Gehirn kommt, so konnte bislang in keinem Fall eine wissenschaftlich fundierte Gesundheitsschädigung oder Beschwerdesymptomatik (wie kognitive oder Bewegungsstörungen) beobachtet werden. Da die Langzeit-Erfahrung und das bisherige Wissen in diesem Zusammenhang allerdings begrenzt ist, wurde im Sinne der obersten Patientensicherheit das Ruhen der Zulassung für einige „lineare“ MRT-Kontrastmittel am 28.02.2018 veranlasst. Dies gilt jedoch nicht für die im Herz-MRT-verwendeten „makozyklischen“ Gadolinium-haltigen Kontrastmittel wie z.B. das Gadovist (Gadobutrol), das wir verwenden.
Für Ihre Sicherheit führen wir bei jedem Patienten individuell eine Nutzen-Risiko-Analyse bereits bei der Anmeldung zur MRT-Untersuchung durch, verwenden ausschließlich ein „makrozyklisches“ Kontrastmittel und setzen das Kontrastmittel grundsätzlich in der niedrigsten erforderlichen Dosis, die zu einem auswertbaren Ergebnis führt, ein. Die kurzfristige, wiederholte Gabe wird weitestgehend vermieden. Die Nierenfunktion wird immer aktuell beurteilt und im Falle einer Dialysepflichtig wird auf die Gabe von Kontrastmittel in der Regel verzichtet, da wir die meisten Fragestellungen mittlerweile auch ohne den Einsatz von Kontrastmittel untersuchen können. Eine ausführliche, ärztliche Aufklärung mit Gelegenheit zu Rückfragen ist vor jeder Untersuchung selbstverständlich.
Informationen für Patient*innen mit Herzschrittmacher
Bedingt MR-sichere („MR conditional“) SM- und ICD-Systeme sind für eine MRT-Untersuchung unter dezidierten Rahmenbedingungen getestet und zugelassen. Es handelt sich hierbei um eine neue Technologie, bei der zurzeit nur begrenzte klinische Langzeiterfahrungen vorliegen. MRT-assoziierte Risiken wie Elektrodenerwärmungen und/oder unerwünschte Herz-Stimulationen werden so weit minimiert, dass das verbleibende Restrisiko nach den Kriterien der Zulassungsbehörden unter Berücksichtigung des zu erwartenden Nutzens der MRT-Untersuchung als vertretbar klein akzeptiert wird, aber im individuellen Einzelfall nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden kann.
Konventionelle SM- und ICD-Systeme sind mittlerweile nicht mehr als absolute Kontraindikation für die Durchführung einer MRT-Untersuchung anzusehen. Es handelt sich bei der MRT-Untersuchung von Patienten mit konventionellen SM-Systemen um eine zulassungsüberschreitende Anwendung („off-label use“) mit einer individuellen Einzelfallentscheidung. In diesen Fällen muss die Indikation besonders streng gestellt werden, führt aber per se nicht zur Ablehnung einer MRT-Untersuchung, wenn unter Berücksichtigung des zu erwartenden klinischen Nutzens sowie des spezifischen Risikos der MRT-Untersuchungsregion das Nutzen/Risiko-Verhältnis insgesamt als positiv für den Patienten eingeschätzt wird.
Die Auftrittshäufigkeit von Komplikationen bei konventionellen SM-/ICD-Systemen lässt sich schwer abschätzen, ist aber aktuellen Studien zufolge extrem niedrig. Bei einer begrenzten Anzahl kontrollierter Studien mit einer kumulativen Gesamtzahl von über 1.000 Patienten wurde unter kontrollierten Bedingungen keine klinisch relevante Komplikation (behandlungspflichtige Herzrhythmusstörung, Elektrodendysfunktion mit der Notwendigkeit der Elektrodenrevision, Schäden von Teilkomponenten oder der Gesamtintegrität des Schrittmachers mit der Notwendigkeit des Aggregatwechsels, Myokardinfarkt, Perikardperforation, Tod) festgestellt. Es wurden in wenigen Einzelfällen diverse MRT-induzierte Effekte beobachtet, die aber in keinem Fall die Patientensicherheit gefährdet haben.
Wenn Sie Träger eines Herzschrittmachers oder Defibrillators sind, gestaltet sich der Aufenthalt bei uns wie folgt:
- Zunächst Prüfung, ob alle Bedingungen für die Untersuchung erfüllt sind.
- Umprogrammierung des Implantats kurz vor der Untersuchung durch einen erfahrenen Kardiologen.
- Durchführung der MRT-Untersuchung unter Beachtung von Vorgaben des Implantat-Herstellers (z. B. spezifische Absorptionsrate, etc.). Während der gesamten Zeit kontinuierliche kardiologische Überwachung durch EKG und Pulsoxymetrie. Notfallausrüstung sowie dafür qualifiziertes Fachpersonals stehen jederzeit bereit.
- Nach der Untersuchung Prüfung, ob Fehlfunktionen am Implantatsystem aufgetreten sind.
- Reprogammierung der Implantate zur Wiederherstellung der vollen Funktionalität.
Wir empfehlen unabhängig von Ihrem üblichen Kontrollzyklus nach ca. drei Monaten einen weiteren Kontrolltermin.
Herz-MRT-Zentrum
Klinik für Kardiologie I
Sektion für Herzbildgebung
Univ.-Prof. Dr. med. Ali Yilmaz
Leiter des Herz-MRT-Zentrums
Von-Esmarch-Str. 48
48149 Münster
