Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Abteilung für Klinische und Operative Andrologie

Testosteronmangel

Ein Testosteronmangel wird medizinisch auch Hypogonadismus genannt. Er bezeichnet die Unterfunktion der hormonellen Aktivität der Hoden: Es wird zuwenig Testosteron produziert. Die Ursachen können sowohl im Hoden selbst (primärer Hypogonadismus) als auch in Störungen der Hirnanhangsdrüse oder übergeordneter Hirnstrukturen (sekundärer Hypogonadismus) begründet sein.

Symptome

Allgemeine Symptome sind mangelnde sexuelle Lust (Libido), Muskelschwund, Zunahme des Körperfettgehaltes, Depressivität, Blutarmut (Anämie) und Knochenschwund (Osteoporose). Meist resultiert auch eine Infertilität, denn die Spermienbildung ist ebenfalls gestört. Wenn der Hypogonadismus bereits vor der Pubertät einsetzt, kommt es zu einer Verzögerung oder einem Ausbleiben der Geschlechtsreife mit Hochwuchs und hoher Stimmlage.

Diagnostik

Erste Untersuchungen bestehen in der Bestimmung von Hormonspiegeln: Testosteron, Gonadotropine, Prolaktin, sexualhormonbindendes Globulin. Eine Ejakulatuntersuchung ist oft ebenfalls sinnvoll (häufig gleichzeitig gestörte Spermienbildung). Es können auch weitergehende, meist genetische Ursachen für einen Testosteronmangel ermittelt werden. Die häufigste Form des Hypogonadismus bei jüngeren Männern wird z. B. durch das Klinefelter-Syndrom verursacht. Neben dem Y-Chromosom sind hierbei 2 oder mehr X-Chromosomen vorhanden, normal ist jedoch nur eines. Der primäre Hypogonadismus zeigt sich in diesen Fällen ab einem Alter von 20 - 30 Jahren; meist ist auch die Spermienbildung gestört. Durch eine genetische Analyse kann dieses Krankheitsbild bestätigt werden.

Eine andere Form des Hypogonadismus kann ab dem 45. Lebensjahr auftreten - der so genannte Altershypogonadismus. Dabei kommt es zu einem gleichzeitigen Alterungsprozess der Steuerungshormone und des Hodens. Dieser Prozess kann durch Begleiterkrankungen (Diabetes mellitus, Adipositas) ungünstig beeinflusst werden.

In einigen Fällen bestehen bei weitgehend normalen Werten Androgenmangelbeschwerden. In diesen Fällen können auch Störungen des Androgenrezeptors vorliegen, die mittels einer genetischen Analyse abgeklärt werden.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach verschiedenen Voraussetzungen: Bei primärem Hypogonadismus oder nicht vorhandenem Kinderwunsch wird Testosteron in Form von Spritzen, Pflastern oder Gel gegeben. Ist Kinderwunsch vorhanden, kann bei sekundärem Hypogonadismus die Spermienbildung und die Testosteronsekretion durch Gabe von stimulierenden Hormonen (hCG und FSH) in Gang gesetzt werden.

 
 
 
 

Kontakt

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Hodengewebe links bei Hypogonadismus ohne Spermienbildung; rechts ein normaler Hoden mit reifen Spermien
Hodengewebe links bei Hypogonadismus ohne Spermienbildung; rechts ein normaler Hoden mit reifen Spermien
Karyotyp eines Patienten mit Klinefelter-Syndrom
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Verschiedene Darreichungsformen von Testosteronpräparaten
Verschiedene Darreichungsformen von Testosteronpräparaten