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Klinik für Neurologie

Informationen für Angehörige von Schlaganfallpatient*innen

Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger befindet sich mit der Diagnose oder dem Verdacht auf einen Schlaganfall auf der neurologischen Intensivstation oder der Stroke Unit. Beides sind Akutstationen, die sich auf die Diagnose “Schlaganfall“ spezialisiert haben. Hier wird zusammen mit allen Betroffenen entschieden, wie sich der optimale Behandlungsplan gestaltet. Je nach Krankheitszustand kann es sein, dass Ihr erkranktes Familienmitglied innerhalb der Klinik für Neurologie verlegt wird. Nach der Akutphase übernehmen die neurologischen Allgemeinpflegestationen die nahtlose Weiterbetreuung.

Infos für Angehörige

  • Die Kontaktdaten der engsten Familienmitglieder, vor allem der Hauptansprechperson
  • Einen aktuellen Medikamentenplan (falls vorhanden)
  • Briefe von Ärztinnen und Ärzte des letzten Krankenhausaufenthaltes (falls vorhanden)
  • Den aktuellen Insulinplan (falls vorhanden)
  • Anschrift der Hausärztin oder des Hausarztes
  • Falls vorhanden, die
    • Betreuungsvollmacht,
    • Patientenverfügung und/oder
    • Vorsorgevollmacht im Original
  • Informationen z.B. über Vorlieben, Gewohnheiten oder Alltagsrituale

  • Bequeme, weite Kleidung
  • Schlafanzug
  • Zahnpflegeprodukte, Zahnbecher, Zahnprothesen, Prothesenreiniger, beschrifteter Prothesenbecher, Haftcreme (falls vorhanden)
  • Duschgel, Shampoo
  • Deodorant, Parfüm, Gesichtscreme
  • Rasierer (falls vorhanden)
  • Feste Schuhe
  • Brille, Hörgeräte (falls vorhanden)
  • Persönliche Gegenstände: Fotos

Aus hygienischen Gründen ist das Mitbringen von Topfpflanzen und Schnittblumen auf unseren Stationen leider nicht möglich.

Wir haften nicht für verlorene Gegenstände. Nehmen Sie bitte jegliche, nicht benötigte, Wertgegenstände mit nach Hause.

Waschen Sie sich bitte vor jedem Besuch gründlich die Hände. Nutzen Sie bitte ebenfalls das vorhandene Desinfektionsmittel vor dem Betreten und nach Verlassen des Patientenzimmers.

StationenBezeichnung/OrteKontakteBesuchszeiten*Visitenzeiten
Neurologische Intensivstation10 A West / (10.Etage, Westtrum)T 0251 83-48221-Keine- Hinweis: Bitte vor der Station warten und klingeln10.00-12.00Uhr
Stroke Unit11 A West / (11.Etage, Westturm)T 0251 83-48232-Keine- Hinweis: Bitte vor der Station warten und klingeln10.00-12.00Uhr
Allgemeinpflegestationen12 A West / (12.Etage Westturm)T 0251 83-48281 oder -4828208.00-19.00Uhr10.00-12.00Uhr
 12 B West / (12.Etage Westturm)T 0251 83-48284 oder -4828308.00-19.00Uhr10.00-12.00Uhr

Wir bitten Sie höchstens zu zweit in das Krankenhaus für Besuche zu kommen, um Ihre erkrankte Angehörige oder Ihren erkrankten Angehörigen sowie Mitpatient*innen nicht zu überfordern. Wechseln Sie sich bitte gegenseitig ab, sollten mehr als zwei Personen zu Besuch kommen. Gerne können Ihre Begleitpersonen auch vor der Station in der Wartezone Platz nehmen.

Täglich finden in der Regel zwischen 10 Uhr und 12 Uhr die ärztlichen Visiten statt. Sie sind herzlich eingeladen, zu den Visitenzeiten anwesend zu sein.

Ist für Ihre Angehörige oder Ihren Angehörigen keine Intensivbehandlung mehr erforderlich, wird er auf die Überwachungsstation oder auf die Allgemeinpflegestation verlegt.

Verlegungen sind zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich.

War Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger lange auf einer Schlaganfallspezialstation, kann der Wechsel für die Patienten eine Herausforderung bedeuten, da sich alle Betroffenen an die dauerhafte Anwesenheit des ärztliches und pflegerisches Personal gewöhnt haben.

Wir kümmern uns um einen nahtlosen Übergang auf die andere Station:

  • Die neue zuständige Station erhält umfassende Informationen bei der Verlegung.
  • Wir bereiten Ihr Familienmitglied auf die Verlegung vor.
  • Planen Sie gerne kurz nach der Verlegung mehr Zeit für Ihren Besuch ein, so kann sich Ihr Familienmitglied besser an die neue Situation gewöhnen.

Alle Informationen zu unserem Entertainment-System (TV, Radio und Internet) finden Sie hier. 

Gratis-Internet: Wählen Sie das “WLAN UKM Gast“ aus. Danach akzeptieren Sie die Nutzungsbedingungen, indem Sie ein Häkchen setzen und “kostenlos einloggen“ anklicken. Jetzt sind Sie online.

UKM Bistro: Ebene 04 im Ostturm (Eingang Ost)

Verschiedene Warenautomaten: Ebene 04 (Eingang West). Öffnungszeiten: 24 Std./7 Tage in der Woche

Café-Bistro 21 Ost: Pause in Lounge-Atmosphäre mit grandiosem Blick über Münster. Informationen finden Sie hier. 

In direkter Nachbarschaft zum Universitätsklinikum stehen Ihnen als Angehörige sieben Appartements für ein bis zwei Personen- alle mit eigenem Bad und TV - zur Verfügung.

Alle Informationen zu Preisen und Ansprechpartner*innen finden Sie hier. 

Auf der Station

Ihre erkrankte Angehörige oder ihr erkrankter Angehöriger wird voraussichtlich für die nächste Zeit auf einer oder beiden Schlaganfall-Akutstationen versorgt. Wobei die Behandlungsdauer je nach Ursache, Ausprägung und Verlauf der Erkrankung variieren kann.

In der Akutphase ist die Gefahr einer Verschlechterung, einer Komplikation oder eines erneuten Schlaganfalls erhöht. Daher ist eine engmaschige Überwachung sehr wichtig. Im Fokus stehen hier:

  • Monitorüberwachung
  • Diagnose stellen
  • Schlaganfall-Ursache feststellen
  • Prophylaxen einleiten
  • Spezielle Pflege
  • Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie (weitere Informationen finden Sie hier) 
  • Neuropsychologie
  • Früh-Rehabitilation
  • Kontaktaufnahme zu einer Rehabilitationsklinik

Spezielle neurologische Überwachung

Während des gesamten Aufenthaltes Ihres erkrankten Familienmitglieds auf den Schlaganfallspezialstationen findet eine lückenlose Krankheitsüberwachung statt. In engmaschigen Abständen überprüft speziell geschultes ärztliches und pflegerisches Personal anhand festgelegter Kriterien, wie es Ihrem erkrankten Familienmitglied geht.

Beispielsweise findet mittels dem sogenannten B-E-F-A-S-T-Test, einem Schlaganfallschnelltest „Balance, Eyes, Face-Arm-Speech-Time“ (Gleichgewichtsstörung, Sehstörung, Gesicht-Arme-Sprache- Zeit), eine regelmäßige Verlaufskontrolle der Schlaganfallsymptome statt. Dabei werden u. a. Koordination, Sprache, Sehen sowie Berührungsempfinden regelmäßig geprüft.


Technische Geräte

  • Monitor: Kontinuierliche EKG-Ableitungen. Überwachung aller wichtigen Körperfunktionen (Vitalzeichen).
  • Perfusoren/Infusomaten: Diese Geräte kontrollieren und steuern die genaue Menge und Geschwindigkeit der Flüssigkeiten und Medikamente, die über dünne Infusionsschläuche an Venenzugängen angebracht werden.
  • Sauerstofftherapie/Beatmungsmaschine:
    • Einige Patient*innen benötigen Sauerstoff über eine Nasenbrille (dünner Schlauch, welcher direkt an der Nase anliegt) oder über eine aufliegende Sauerstoffmaske.
    • In manchen Fällen wird der Sauerstoff über ein Gerät erwärmt und mit hoher Geschwindigkeit („High Flow“) verabreicht. Durch den Sauerstoffstrom ist möglicherweise ein Rauschen zu hören, was völlig unbedenklich ist. Diese Unterstützung nennt sich „High Flow Sauerstoff Therapie“.
    • In manchen Fällen ist ein Beatmungsgerät erforderlich. Bei dieser künstlichen Beatmung wird ein Tubus (Beatmungsschlauch) über Mund oder Nase in die Luftröhre eingeführt. In einer anderen Variante kann auch ein „Luftröhrenschnitt“ (Tracheotomie) erfolgen, um eine Trachealkanüle in die Luftröhre einzulegen. Die Beatmungsmaschine können wir individuell einstellen, sodass die Beatmung entweder komplett durch die Maschine übernommen wird oder nur Unterstützung leistet. Trotz der künstlichen Beatmung können Patient*innen husten (vor allem in Aufwachphasen). Erschrecken Sie nicht. Das ist normal und nicht gefährlich.

Alle Schlaucharten lassen sich ohne bleibende Schäden wieder entfernen.


Akustische Signale

Jedes der technischen Geräte ist mit einem Warnton ausgestattet. Die zuständige Pflegefachperson stellt bei jedem Gerät Alarmgrenzen ein. Schon kleine Veränderungen, beispielsweise eine zu schnelle Atmung, werden sofort gemeldet. Anhand der unterschiedlichen Signale können wir einschätzen, ob ein sofortiges Reagieren nötig ist. Alle Signale/Alarme werden ebenfalls an weitere Monitore außerhalb des Patient*innenzimmers gesendet. Bei Alarmen wird die Pflegefachperson unverzüglich informiert. Bitte lassen Sie sich durch die Signale nicht stören!


Drainagen und Katheter

  • Magensonde/Ernährungssonde: Wenn Patient*innen beispielsweise wegen einer Schluckstörung oder/und aufgrund von Beatmungsschläuchen nicht schlucken können, ist eine Ernährungssonde erforderlich. Deswegen bedarf es einen Schlauches durch die Nase (oder Mund oder Bauchdecke), einer sogenannten Magensonde. Hierüber erhalten Patient*innen eine spezielle, flüssige Ernährung (Sondenkost). Diese Sonde wird über die Nase in den Magen gelegt und dient zur Ernährung, zur Medikamentengabe oder zum Ableiten von Magensaft.
  • Blasenverweilkatheter: Dies ist ein Schlauch, der in der Harnröhre liegt und zur Messung und Ableitung der Urinmenge dient.
  • Drainagen: Eine Drainage ist ein dünner Schlauch, der im Operationsgebiet liegt und Flüssigkeiten ableiteten soll.

Welche Untersuchungen notwendig sind, entscheidet das ärztliche Personal individuell. Hier finden Sie eine Übersicht möglicher Untersuchungen. 

  • Die CT (Computertomographie) stellt das Gehirn mithilfe von computergesteuerten Röntgenstrahlen in dünnen Schichten dar. Hier wird oft ersichtlich, ob es sich bei dem Schlaganfall um einen Hirninfarkt oder eine Hirnblutung handelt.
  • Die MRT (Magnetresonanztomografie oder Kernspintomografie) auch als „Große Röhre“ bezeichnet, stellt das Gehirn mit Hilfe eines starken Magnetfeldes und elektromagnetischer Wellen in sehr feinen Schichten dar, ähnlich wie beim CT, mit noch höherer Auflösung z.B. um die Strukturen tief im Gehirn gut zu erkennen (ohne Röntgen Strahlen).
  • Der Doppler und die farbkodierte Duplexsonografie (Dopplersonografie) ist eine Ultraschalluntersuchung z.B. der Halsgefäße, wobei ein Schallbild erzeugt wird. Hier sucht man unter anderem nach Kalkablagerungen in den hirnversorgenden Blutgefäßen. Außerdem kann durch eine Geräusch- oder Farbgebung festgestellt werden, ob die Geschwindigkeit des Blutflusses in den Blutgefäßen normal oder verändert ist.
  • Blutuntersuchungen zeigen Auffälligkeiten u.a. bei Entzündungen, bei erhöhten Risikofaktoren wie erhöhter Blutzucker und erhöhte Cholesterinwerte (Blutfette) sowie der Blutgerinnung (Prozess, welcher Blutungen bremst/stoppt sowie Konsistenz des Blutes).
  • Herzuntersuchungen: In einem EKG/Langzeit- EKG lassen sich Herzrhythmusstörungen herauslesen, wie z.B. das Vorhofflimmern, einer der größten Risikofaktoren für einen Schlaganfall.
  • Ultraschalluntersuchungen der Herzhöhlen: Auf das Herz schaut man sehr genau, mithilfe eines Herzechos (der sogenannten Echokardiografie). Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
    • Transthorakale Echokardiografie (TTE)- Ultraschalluntersuchung von außen
    • Transösophageale Echokardiographie (TEE)- Ultraschalluntersuchung von innen. Bei dieser Untersuchung muss unter einer leichten Narkose (leichtes Schlafmittel) ein Schlauch geschluckt werden. Die Expert*innen untersuchen durch den Schlauch von der Speiseröhre aus die Größe und die Funktion der Herzkammern. Im Gegensatz zu der Untersuchung von außen (TTE) lassen sich beim TEE Bereiche des Herzens darstellen, welche von außen nicht zugänglich/sichtbar sind. Die Dauer der Untersuchung beträgt in etwa zehn bis fünfzehn Minuten.
  • Die FEES (Fiberendoskopische Evaluation des Schluckaktes), dabei wird ein dünnes, flexibles Rhinoskop durch die Nase bis in den Rachen eingeführt. So können die Anteile des von außen nicht sichtbaren Schluckvorgangs auf einem Monitor beobachtet und gefilmt werden. Es wird z.B. anhand verschiedener essbarer Testkonsistenzen (halbfest, flüssig, fest) beurteilt, ob der Schluckreflex rechtzeitig ausgelöst wird, oder ob Getränke und Nahrung unbemerkt in die Luftröhre gelangen. Insgesamt kann dadurch eine individuelle Kostform empfohlen und schweren Lungenentzündungen vorgebeugt werden.

Die Basis für eine optimale Versorgung der Patient*innen ist die aufeinander abgestimmte, gute Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen. Wochentags finden Besprechungen von Ergo-, Physio-, Logopädie, ärztlichem Dienst, Pflege und Sozialdienst zur Therapieorganisation statt. Hier wird ein individueller Tagesplan für jede*n Patient*in erstellt. Einmal in der Woche treffen sich alle zuständigen Berufsgruppen für eine interprofessionelle Fallbesprechung.

Weitere Informationen zum Team der Neurologie finden Sie auf der Teamseite der Klinik für Neurologie sowie auf der Website der Therapeutischen Gesundheitsberufe. 

Bei Ihren ersten Gesprächen mit dem Krankenhauspersonal erhalten Sie häufig eine Vielzahl von Informationen. Nutzen Sie gerne die hier aufgelisteten Hinweise, um alle für Sie notwendigen Auskünfte zu erhalten.

  • Notieren Sie hier alle Themen/Fragen, die Sie mit den ärztlichen- oder anderen Gesundheitsfach-Personal besprechen möchten.
  • Notieren Sie gerne die Antworten auf Ihre Fragen, damit Sie später darauf zurückgreifen können.
  • Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, fragen Sie gerne noch einmal nach.
  • Gerne können Sie zur Unterstützung einen Verwandten oder Bekannten mitbringen.
  • Wenn Sie Bedenken oder Sorgen hinsichtlich einer bestimmten Behandlung haben, informieren Sie uns gerne, wir nehmen uns Zeit für Ihr Anliegen.

Zum Beispiel: Häufig gestellte Fragen…

  • Wie lautet der genaue Name der Erkrankung oder des aktuellen Gesundheitszustandes und was ist damit gemeint?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  • Wie sieht der Krankheitsverlauf vermutlich in Zukunft aus?
  • Was kann ich als Angehörige oder als Angehöriger tun?

Krankheitsbild Schlaganfall

Die plötzliche Erkrankung eines Familienmitglieds kann mit Ängsten, Sorgen und vielen Fragen verbunden sein. Nicht nur für Patient*innen, sondern auch für nahe Angehörige entsteht eine unbekannte und dadurch belastende Situation. Zukunftsängste, Diagnose, Prognose und Sorgen vor weiteren Untersuchungen oder Eingriffen sind Gedanken, welche automatisch bei vielen Betroffenen auftreten. Hier geben wir eine Übersicht über das Krankheitsbild Schlaganfall und die Symptome.

Bei einem Schlaganfall handelt es sich um ein plötzliches Problem in den Blutgefäßen im Kopf. Jährlich sind in Deutschland ca. 270.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen. Grund dafür ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn, bei der Nervenzellen absterben können. Der Schweregrad der Erkrankung hängt davon ab, wo und wie groß die Durchblutungsstörung ist.

Hirninfarkt: Ein Blutgefäß im Gehirn wird beispielsweise durch ein Blutgerinnsel verengt oder verschlossen. Hirninfarkte bezeichnet man auch als “ischämischen“ Schlaganfall (Ischämie = Minderdurchblutung, Durchblutungsstopp). Hirninfarkte machen ca. 80% aller Schlaganfälle aus (8 von 10 Schlaganfallpatient*innen.

Gehirnblutung: Ein Blutgefäß im Gehirn reißt oder platzt, man spricht auch von einem “hämorrhagischem“ Schlaganfall (Hämorrhagie= Austreten von Blut aus dem Blutkreislauf). Das ausgetretene Blut kann zusätzlich im Gehirn Druck verursachen, welcher das umliegende Gebiet schädigen kann. Gehirnblutungen kommen bei ca. 20% der Schlaganfälle vor (2 von 10 Schlaganfallpatient*innen).

Kurzzeitige Durchblutungsstörung im Gehirn (TIA= Transitorische Ischämische Attacke): Eine TIA tritt auf, wenn der Blutfluss zu einem Teil des Gehirns blockiert oder verringert wird, häufig durch ein Blutgerinnsel. Nach kurzer Zeit fließt das Blut wieder und die Symptome verschwinden. Der Unterschied zu einem Hirninfarkt besteht darin, dass bei einer TIA keine Schädigung von Gehirngewebe resultiert. Auch eine TIA muss im Krankenhaus genau untersucht werden.

Für alle verschiedenen Arten des Schlaganfalls gilt gleichermaßen: Das Gebiet hinter der Durchblutungsstörung im Gehirn wird minderdurchblutet. Es kommt in dem betroffenen Bereich zu einer Unterversorgung von Sauerstoff und Nährstoffen. Je nach Lokalisation des Schlaganfalls kommt es zu unterschiedlichen Funktionsausfällen. Überwiegend bewirkt ein Schlaganfall in der linken Gehirnhälfte Funktionsausfälle auf der rechten Körperseite oder umgekehrt. Grund dafür sind die Überkreuzungen der Nervenbahnen im unteren Teil des Gehirns (Medulla oblongata).

Das Gehirn ist die Schaltzentrale für unseren Körper. Es steuert mithilfe von Nervenzellen vielfältige Aufgaben. Diese Nervenzellen sind sehr empfindlich und miteinander vernetzt. Kommt es zu einem Schlaganfall, kann eine Schädigung der Nervenzellen zu erkennbaren neurologischen Ausfällen führen. Diese machen sich ganz unterschiedlich bemerkbar:

  • Lähmungs- und Taubheitsgefühle: Plötzliche Lähmungen in Gesicht, Arm oder Bein: Typisch sind Lähmungen einer Körperseite, auch sind Berührungsempfindungsstörungen (Kribbeln) möglich sowie ein hängender Mundwinkel.
  • Sehstörungen: Doppelbilder, Gesichtsfeldausfall, Erblindung. Betroffene übersehen Gegenstände oder Menschen, eine Körperhälfte scheint plötzlich nicht mehr zu existieren, das Sichtfeld ist eingeschränkt. Auch ist es möglich, auf einmal Doppelbilder wahrzunehmen oder das räumliche Sehen ist beeinträchtigt. Folgen der Sehstörung kann ein Orientierungsverlust sein.
  • Sprech- und Sprachstörungen: Unverständliches, undeutliches Sprechen mit Verständigungsschwierigkeiten: Betroffene sprechen stotternd, abgehackt, mit veränderter Stimme oder haben einen generellen Sprachverlust. Es kann ebenso zu Verdrehungen von Silben und/oder Lauten beim Sprechen kommen, Wortfindungsstörungen kommen sehr häufig vor. Schreib und Leseschwierigkeiten können auftreten. Teilweise können die Betroffenen ihre eigene Unterschrift nicht mehr leisten.
  • Schluckstörungen: Der Schluckakt kann von einer Lähmung oder anderen Störung betroffen sein, was das Risiko von Verschlucken von Speisen und/oder Speichel erhöht.
  • Schwindel und Gangunsicherheit: Plötzlicher Schwindel und fehlender Gleichgewichtssinn. Denkbar sind Dreh- oder Schwankschwindel. Ursachen für einen Schwindel sind vielfältig. In Kombination mit anderen Symptomen ist Schwindel ein deutliches Warnsignal.
  • Starke Kopfschmerzen: Plötzlich können Kopfschmerzen ohne bekannte Ursache auftreten. Mögliche Begleiterscheinungen sind Übelkeit und Erbrechen.
  • Verwirrtheit und Desorientierung oder reduzierte Wachheit: Plötzlicher Verlust der Orientierung, gestörtes Denken oder Störung der Wachheit können ebenfalls Schlaganfallsymptome sein, welche im Krankenhaus untersucht werden müssen.

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall: „Time is brain“

Zum einen zielt die Behandlung auf die Prävention eines neuen Schlaganfalls ab. Dabei soll eine zusätzliche Schädigung des Gehirns verhindert werden. Zum anderen verfolgt die Behandlung das Ziel einer frühzeitigen Rehabilitation sowie der Begrenzung von Schäden durch den Schlaganfall. Je nach Erkrankungsart der Patient*innen unterscheidet sich die Behandlung.

Einige Patient*innen mit Hirninfarkt erhalten nach strengen Auswahlkriterien eine spezifische Akuttherapie:

  • Thrombolyse: Diese Behandlung besteht aus einer Infusion mit gerinnungslösendem Arzneimittel (Alteplase oder Tenecteplase), welches über einen venösen Gefäßzugang gespritzt wird. Die Thrombolyse muss innerhalb von wenigen Stunden nach Auftreten der ersten Schlaganfallsymptome beginnen. Ziel ist es, das verschlossene Blutgefäß im Gehirn aufzulösen. Es kommen nicht alle Patient*innen für eine Thrombolyse-Therapie in Frage, das ärztliche Personal prüft genau, ob diese Therapie nützlich und sinnvoll ist. Etwa 20% aller Schlaganfallpatient*innen erhalten eine solche Behandlung (2 von 10 Personen).
  • Mechanische Thrombektomie: Je nach Lage des Blutgerinnsels in den hirnversorgenden Blutgefäßen besteht die Möglichkeit der Thrombektomie (mechanische Entfernung des Blutgerinnsels mittels eines Katheters). Für diese Behandlung ist häufig eine Narkose erforderlich. Ähnlich wie bei der oben beschriebenen Thrombolyse, muss die mechanische Thrombektomie ebenfalls innerhalb von wenigen Stunden nach Auftreten der ersten Schlaganfallsymptome beginnen.
  • Medikamentöse (konservative) Behandlung: Dies beinhaltet die engmaschige neurologische Überwachung sowie Kontrolle des Blutdrucks bei gleichzeitiger Bereitstellung eines ausreichenden Blutflusses zum Gehirn. Bei Verdacht auf erhöhten Druck im Gehirn kann eine Behandlung mit intravenösen Medikamenten in Betracht gezogen werden, welche den Gehirndruck mindern sollen.

Bei einer Gehirnblutung platzt oder reißt ein Blutgefäß im Gehirn. Das erfordert in manchen Fällen bestimmte Maßnahmen:

  • Operation: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Schaden am Gehirn nach einem Schlaganfall zu behandeln oder weitere Schäden zu verhindern sowie zur Prävention von weiteren Schlaganfällen.
  • Medikamentöse (konservative) Behandlung, ähnliches Vorgehen wie bei einem Hirninfarkt.

Genesungsprozess unterstützen

Nach der akuten Krankheitsphase stabilisiert sich die Situation für alle Betroffenen zunehmend. Ein wichtiger Schritt im Genesungsprozess. Nach dem Schlaganfall können Einschränkungen zurückbleiben. Im folgenden Kapitel finden Sie eine kurze Übersicht der häufigsten Schlaganfallfolgen und wie Sie Ihren Angehörigen derzeit bestmöglich unterstützen können. Neben der professionellen Hilfe von besonders geschultem Fachpersonal benötigt ihr Familienmitglied auch Ihre Unterstützung. Sie können bereits mit wenig Aufwand viel Hilfestellung geben.

Der Heilungsprozess schreitet voran - Was kann ich als Angehörige oder als Angehöriger tun?

  • Allein durch Ihren Besuch im Krankenhaus geben Sie Ihrem erkrankten Familienmitglied eine soziale sowie psychische Unterstützung.
  • Stimmungsveränderungen können Sie frühzeitiger erkennen
  • Wenn es um die Rechte von Patient*innen geht, nehmen Sie eine wichtige Aufgabe wahr z.B. bei Wünschen zur Behandlung und Versorgung (Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht).
  • Gerne können Sie uns wichtige Informationen über Gewohnheiten und Hobbies Ihres erkrankten Familienmitglieds geben. Wir versuchen diese Informationen in unsere tägliche Pflege miteinzubeziehen.

Eine Sprachstörung, eine sogenannte Aphasie, kann durch die Schädigung des Gehirns entstehen. Sie kann die Produktion und das Verständnis von Sprache, das Lesen und das Schreiben beeinflussen. Die Sprachstörung kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Das Gedächtnis ist dabei nicht betroffen. Menschen mit Aphasie wissen, was sie sagen möchten. Sie haben aber nicht mehr die sprachlichen Möglichkeiten, ihre Wünsche, Bedürfnisse oder Gedanken auszudrücken. Auch das Wissen darüber, wie man Gespräche führt, ist erhalten. Im Gespräch kommen Wortfindungsstörungen, Wortverwechslungen, Versprecher sowie grammatikalische Fehler häufig vor. Es ist möglich, dass Patient*innen mit Aphasie Aufforderungen und Fragen nicht verstehen. Beim Lesen und Schreiben treten vergleichbare Schwierigkeiten auf. Ist das Lese-Sinnverständnis betroffen, können z.B. Texte aus der Zeitung, medizinische Auf klärungsbögen oder private Nachrichten auf dem Handy nicht verstanden werden. Beim Schreiben kommt es häufig zu Buchstabenhinzufügungen oder -auslassungen. Die Sprachstörung tritt bei ungefähr einem Drittel (3 von 10) der Betroffenen nach einem erstmaligen Schlaganfall auf.

Es gibt keine einheitliche Behandlung für die Betroffenen. Allerdings kann durch eine individuell angepasste Sprachtherapie (Logopädie) nachweislich eine Besserung der Sprachstörung erreicht werden. Ihr Angehöriger erhält bei einer Sprachstörung automatisch in engen Abständen eine logopädische Therapie.

Die Sprachstörung ist keine Sackgasse. Verbesserungen der Sprache sind sowohl in der akuten Phase des Schlaganfalls als auch danach möglich. Eine vollständige Erholung des Sprachvermögens ist möglich. Gerne bietet unsere Therapeut*innen der Logopädie eine individuelle Angehörigenberatung an.

Eine weitere Art der Sprechstörung stellt die sogenannte Dysarthrie dar. Es handelt sich dabei um eine Störung der Motorik (Bewegung und Koordination) des Sprechens. Sie kann alle am Sprechen beteiligten Bereiche betreffen. Das Sprechen ist häufig monoton. Die Sprechatmung kann zusätzliche betroffen sein. In der logopädischen Therapie werden Strategien zur Verbesserung des Sprechens erarbeitet. Ein Eigentraining ist besonders wichtig. Nach therapeutischer Anleitung sollten die Sprechübungen häufig wiederholt werden.


Tipps für den Umgang

Besonders bei Sprachstörungen können Patient*innen gehemmt sein, mit fremden Menschen zu sprechen. Sie als Angehörige unterstützen bei der Sprechförderung.

  • Stellen Sie einfach zu beantwortende Ja/Nein-Fragen.
  • Versuchen Sie Ruhe und Geduld auszustrahlen.
  • Geben Sie eine Information nach der anderen.
  • Geben Sie kurze und präzise Anweisungen oder Antworten.
  • Geben Sie Ihrem erkrankten Familienmitglied ausreichend Zeit zur Beantwortung von Fragen- Wiederholungen sind häufig hilfreich.
  • Fragen Sie bei Unklarheiten nach („Hast du das gemeint?“).
  • Halten Sie Augenkontakt.
  • Nutzen Sie Mimik, Gestik, Gegenstände, Zeichnungen oder Schreibtafeln.
  • Bieten Sie Ihrem Familienmitglied kommunikative Hilfen an, wenn er oder sie es wünscht.
  • Achten Sie ggf. auf gutsitzende Zahnprothesen
  • Stellen Sie sicher, dass der Betroffene ein Hörgerät und/oder eine Brille trägt, falls nötig
  • Viele Patient*innen bekommen vom logopädischen Personal Übungen zum Eigentraining. Lassen Sie sich die Arbeitsblätter zeigen. Wiederholen Sie die Aufgaben gerne, wenn Ihr Familienmitglied dieses wünscht.

Eine Schluckstörung, eine sogenannte Dysphagie, tritt bei etwas mehr als der Hälfte (6 von 10) der Betroffenen in der Akutphase eines Schlaganfalls auf. Durch diese Schluckstörung können sich die Betroffenen beim Essen und Trinken häufig verschlucken. Gelangen Speisereste in die Lunge (Aspiration), besteht das Risiko einer Lungenentzündung (Pneumonie). Daher sind unmittelbar nach einem Schlaganfall nicht alle Nahrungsmittel für Betroffene geeignet.

Um ein Verschlucken zu verhindern, wird die Kostform des Betroffenen angepasst (z.B. pürierte, angedickte Speisen und Getränke). Die Anpassung ist immer individuell und wird in einer logopädischen Untersuchung festgelegt. Die Therapie der Schluckfunktion ist vom Wachheitsgrad des Betroffenen abhängig.

Sie als Angehörige können nach vorheriger Absprache mit dem Personal, ebenfalls beim Essen und Trinken unterstützen. Wichtig ist zudem die ausführliche Mundpflege nach dem Essen, da Speisereste in den Wangentaschen verbleiben und verschluckt werden können.


Tipps für den Umgang mit einer Schluckstörung:

  • Erkundigen Sie sich nach der verordneten Kostform (die Kostform können sich je nach Krankheitszustand ändern. Fragen Sie bitte vor jeder Mahlzeit das zuständige Pflegefachpersonal).
  • Achten Sie auf eine möglichst aufrechte Körperhaltung der*des Betroffenen beim Essen. Bitte reichen Sie niemals in Rückenlage ein Glas Wasser oder Mahlzeiten an!
  • Achten Sie bitte bei Ihrer Unterstützung auf Überforderungszeichen der*des Betroffenen und passen Sie das Tempo an.
  • Sprechen Sie während des Anreichens der Nahrung nur dann mit dem*der Betroffenen, wenn er*sie den Mund leer hat.
  • Belassen Sie Ihre*n Angehörige*n nach jeder Mahlzeit zunächst in einer aufrechten Position, um dem Rückfluss der Speisereste aus dem Magen entgegenzuwirken.
  • Stimmen Sie passende Hilfsmittel mit dem betreuenden Personal ab: Lassen Sie sich gerne den Umgang mit speziellen Trinkbechern, Tellern oder Andickpulver erklären.
  • Püriertes Obst oder Gemüse kann eine gute Alternative zum Andicken sein.
  • Bieten Sie nur kleine Bissen und kleine Schlucke an.

Eine wichtige Behandlungsmethode, mit der Pflege, Physio-, Ergo- und Logotherapie auf den neurologischen Stationen arbeiten, ist das Bobath-Konzept. Es wurde für Patient*innen mit einer Schädigung des zentralen Nervensystems entwickelt, beispielsweise für Patient*innen, die eine Lähmung einer Körperhälfte (Hemiparese) aufweisen. Unterstützend wirkt die Therapie auch bei sensorischen Störungen, welche sich durch einen verminderten Tastsinn und Missempfindungen auf der Haut äußern können.

Gezielte Handlungsabläufe können ebenfalls schwerfallen. Bei einer sogenannten Apraxie (Werkzeugstörung) haben Betroffene Schwierigkeiten, tägliche Aktivitäten wie beispielsweise das Zähneputzen, gezielt auszuführen.

Ziel dieses Konzeptes ist es, die Wahrnehmung zu fördern, Muskelspannungen zu normalisieren und eine physiologische Beweglichkeit zu unterstützen.

Bei der Anwendung des Bobath-Konzeptes kommt es auf die Wiederholung der natürlichen Bewegungen an. Diese natürlichen Bewegungsmuster müssen aufgrund der Schädigung im Gehirn teilweise neu erlernt werden:

Sie als Angehörige können ebenfalls in der Mobilitätsförderung unterstützen, indem Sie:

  • Motivieren
  • Pausen zulassen
  • Geduldig bleiben
  • Natürliche Bewegungen wiederholen

Sie sind wichtig für Ihre erkrankte Angehörige oder Ihren erkrankten Angehörigen!

Die ungewohnte Situation verunsichert viele Angehörige. Die Kolleg*innen der Physio-, Ergotherapie und der Pflege zeigen Ihnen gerne, wie Sie Ihrem erkrankten Familienmitglied trotz der vielen Kabel und Geräte näherkommen können. Viele Patienten sind nach einem Schlaganfall nicht richtig wach oder können sich nur kurze Zeit wachhalten. In den meisten Fällen ist die Wahrnehmung vorhanden, wenn auch nur unbewusst. Die Nähe und Berührungen einer vertrauten Person können gerade jetzt viel bewirken.

Sie können gerne den Wunsch äußern, in einzelnen Therapiehandlungen mit einbezogen zu werden (z.B. Berührungen, Eincremen, etc.). Die betreuende Pflegefachperson steht Ihnen zur Seite und ist offen für Gespräche und Fragen.


Beispiele für direkte Unterstützung vor Ort:

  • Zur Begrüßung berühren Sie Ihre Angehörige oder Ihren Angehörigen z.B. an der Hand oder Schulter.
  • Erzählen Sie etwas von zu Hause.
  • Berühren oder halten Sie ihre/seine Hand.
  • Unterstützen Sie mit persönlichen und bekannten Pflegeprodukten (z.B. Einreibungen der Arme oder Beine).
  • Sprechen Sie ihr/ihm Mut zu.
  • Sie können aus der aktuellen Tageszeitung vorlesen (Meistens auf Station verfügbar)
  • Stellen Sie bekannte Fotos und/oder persönliche Gegenstände in Sichtweite auf.
  • Erkundigen Sie sich über das Befinden und Schmerzen Ihres erkrankten Familienmitglieds. Geben Sie gerne Informationen an die betreuende Pflegefachperson weiter.
  • Unterstützen Sie gerne bei der Essenseinnahme (bitte nur nach Rücksprache mit dem Personal).

Beim sogenannten Neglect scheint für Betroffene eine Körperhälfte plötzlich nicht mehr zu existieren – so als habe dieser sie einfach “vergessen“. Dies können Folgen des Schlaganfalls sein. Obwohl die Sinnesorgane unversehrt sind, können die Betroffenen keine oder nur erschwert Geräusche hören sowie Dinge sehen oder fühlen, welche sich auf der stärker betroffenen Seite befinden. Bewegungen zu dieser Hälfte der Umgebung können ebenfalls erschwert sein.

Beispielsweise können Patient*innen mit einem Neglect nach links nicht wahrnehmen, dass sich ein Gegenstand oder eine Person auf der linken Seite befindet. Auch Ansprachen oder Berührungen auf der linken Körperseite nimmt der Patient nicht oder nur verzerrt wahr.


Ein Neglect macht sich unter anderem folgendermaßen bemerkbar:

  • Augen und Kopf der Betroffenen sind deutlich zu einer bestimmten Seite gerichtet.
  • Betroffene essen nur die eine Hälfte der Speisen auf einem Teller auf.
  • Betroffene waschen oder rasieren nur eine Körperhälfte.
  • Betroffene reagieren nicht oder eingeschränkt, wenn sie von der stärker betroffenen Seite angesprochen werden.
  • Beim Suchen von Gegenständen konzentrieren sich die Betroffenen auf eine bestimmte Seite.

Der Neglect stellt eine häufige Störung nach einem Schlaganfall bei einer Schädigung der rechten Gehirnhälfte dar. Herausfordernd ist, dass Betroffene diese Einschränkung nicht bewusst wahrnehmen können. Liegt ein Neglect vor, beginnt unmittelbar nach der Aufnahme die individuelle und gezielte Physio- und Ergotherapie. Es gibt Hinweise, dass 7 von 10 betroffenen Personen sich innerhalb von drei Monaten vollständig vom Neglect erholen können.


Tipps für den Umgang mit Patient*innen mit „einer halbierten Welt“- dem Neglect:

  • Stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Angehörige oder Ihren Angehörigen in der Frühphase nach dem Schlaganfall auf der weniger betroffenen Körperseite ansprechen, um Überforderungen zu vermeiden.
    • Von der rechten Seite ansprechen
    • Von der linken Seite ansprechen
  • Lenken Sie das Blickfeld auf die „Mitte“ z.B. die Bett-Mitte und beziehen Sie die mehr betroffene Körperseite immer mehr mit ein .
  • Sprechen Sie deutlich und langsam, da die Wahrnehmung Ihres erkrankten Familienmitglieds oftmals gestört ist.
  • Legen Sie regelmäßige Pausen sein.
  • Es ist möglich, dass sich ihr Angehöriger seiner Einschränkungen nicht bewusst ist. Haben Sie Verständnis und Geduld.

Nach einem Schlaganfall kann es bei manchen Betroffenen zu einer tiefen Niedergeschlagenheit, einer Depression, kommen. Diese wird auch als „Post Stroke Depression“ bezeichnet.

Die direkte Schädigung am Gehirn sowie die Ausprägung des Schlaganfalls erhöhen das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Betroffene mit einer körperlichen Behinderung, einer bereits vor dem Schlaganfall bestehenden Depression und Gedächtnisproblemen sind besonders gefährdet.

Nach einem Schlaganfall traurig und niedergeschlagen zu sein, ist normal. Im Gegensatz dazu zeichnet sich eine Depression durch eine anhaltende tiefe Traurigkeit, Interessensverlust, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, geringes Selbstwertgefühl und/oder Schlafstörungen aus.

Oft können Menschen mit Depressionen diese Anzeichen nicht richtig wahrnehmen oder sich aufgrund einer Sprach- und/oder Sprechstörung nicht entsprechend äußern. Maßgeblich unterstützend sind dann Menschen im näheren Umfeld, Sie als Angehörige, Freunde aber auch Pflegefachpersonen und das ärztliche Personal. Ebenfalls Lebenspartner*innen sind gefährdet, eine Depression zu entwickeln.

Wichtig ist es, eine Depression zu erkennen und zu behandeln.

Mit der Zeit muss der Umgang mit der Erkrankung erlernt werden. Es ist eine große Herausforderung, mit Schlaganfall und Depression umzugehen, aber es gibt viele Unterstützungsmöglichkeiten. Viele schaffen es gut mit den Einschränkungen umzugehen. Familie, Angehörige und Freunde können dabei eine große Hilfe sein.

Darüber hinaus gibt es Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Pflegeberatung (kostenlos) und Kurse für pflegende Angehörige.

Schon hier im Krankenhaus lässt sich die Rückkehr in den Alltag üben, damit der Wechsel nach Hause einfacher wird. Hier können schon einfache Bewegungsübungen helfen, um Erfolgserlebnisse zu erzielen. Bereits einige kleine Tätigkeiten helfen, die Folgen des Schlaganfalls nach und nach zu verbessern.

Es kann sein, dass Patient*innen aus unterschiedlichen Gründen neben dem Schlaganfall eine akute Verwirrtheit (Delir) aufweisen. Betroffene können teilweise nicht erkennen, an welchem Ort sie sich gerade befinden oder welche Personen sich tatsächlich in direkter Umgebung aufhalten (z.B. Halluzinationen). Daher zeigen Betroffene manchmal Anzeigen von Angst oder Unruhe.

Auch können Betroffene häufig Geräusche aus der Umgebung nicht richtig deuten. Die akute Verwirrtheit kann sich fließend verändern, auch während eines normalen Gespräches.


Freiheitsentziehende Maßnahmen (z.B. Hand- und/oder Bauchfixierung)

In bestimmten Situationen, wie z.B. bei akuten Verwirrtheitszuständen, kann es erforderlich sein, dass Patient*innen „fixiert“ werden müssen. Wir möchten damit das versehentliche Entfernen lebenswichtiger Schläuche oder Verbände verhindern. Auch eine Seitensicherung (z.B. Bettgitter) soll vor Stürzen aus dem Bett schützen. Die Anwendung all dieser Maßnahmen erfolgt nur nach strenger Indikationsprüfung und nach Anordnung durch das ärztliche Personal oder durch eine Richterin, einem Richter des Betreuungsgerichtes und dient dem Schutz der Patient*innen.


Sie als Angehörige können unterstützen – hilfreich sind:

  • Ruhiges Sprechen und die Hand halten/Streichen, um Sie/Ihn zu beruhigen.
  • Orientierung geben: Sagen Sie z.B., dass sie/er sich derzeit im Krankenhaus befindet. Beschreiben Sie ihm nochmals die aktuelle Situation
  • Erinnerungen an gewohnte Situationen. Lesen Sie ihr/ihm aus der Zeitung oder einem bekannten Buch vor. Bringen Sie gerne gewohnte Gegenstände oder Fotos mit.
  • Bringen Sie Alltagsgegenstände wie Armbanduhr, Brille, Zahnprothesen, Hörgeräte mitbringen (wenn vorhanden).

Tipp- Patiententagebuch schreiben: Viele Angehörige empfinden es als hilfreich die Erlebnisse der Patient*innen während eines Krankenhausaufenthaltes niederzuschreiben. Es kann sein, dass sich Patient*innen später nur verschwommen an den Krankenhausaufenthalt erinnert. Das Tagebuch kann dazu beitragen, die Geschehnisse aller Betroffenen zu verarbeiten. Die Tagebucheintragungen helfen zu verstehen, was genau passiert ist. Auch kleine Fortschritte in der Behandlung werden dabei sichtbar. Wir unterstützen Sie gerne dabei!


Wie lange eine akute Verwirrtheit andauert ist sehr unterschiedlich: Von Tagen bis zu einer Woche, in seltenen Fällen länger. Ebenso können Patient*innen einen verschobenen Tag- Nacht -Rhythmus aufweisen, bei dem sie oder er tagsüber schläft und nachts wach ist. Die Schläfrigkeit am Tag kann die Durchführung von Therapien beeinträchtigen.

Wir aus dem interprofessionellem Team unterstützen Patient*innen dabei, einen normalen Tag- Nachtrhythmus herzustellen und Verwirrtheitszustände zu verhindern oder schnellstmöglich zu therapieren. Dabei führen wir zum Beispiel tageszeitabhänge Aktivitäts- und Ruhephasen, regelmäßige Mobilisierungen sowie gezielte medizinisch-therapeutische Maßnahmen durch.


Weitere Informationen finden Sie bei der Angehörigenberatung des Demenzsensiblen Krankenhauses.

Entlassung – Wie geht es nach dem Krankenhaus weiter?

Ein Schlaganfall stellt die gesamte Familie vor Herausforderungen. Viele Patient*innen und deren Angehörige haben einen erhöhten Beratungsbedarf. Neben den körperlichen Auswirkungen durch die Erkrankung können sich auch durch große psychische Belastungen äußern und die persönliche, familiäre, berufliche und soziale Situation erheblich verändern. In enger Zusammenarbeit mit Medizin und Pflege berät Sie der Sozialdienst zu nachstationärem Unterstützungs- und Versorgungsangeboten, wie beispielsweise zu: 

  • Rehabilitationsmaßnahmen
  • Vermittlungen von Hilfen während und nach Klinikaufenthalt (z.B.Haushaltshilfe, Kinderbetreuung)
  • wirtschaftlichen und sozialrechtlichen Fragen (z.B. Krankengeld, Schwerbehinderung)
  • ambulante und stationäre Pflege sowie psychosozialen Fragen

Geschäftsbereich Sozialdienst/Case Management
Albert Schweitzer Campus 1, Gebäude A10
48149 Münster
+49 251 83-58117
+49 251 83-55859
sozialdienst(at)­ukmuenster(dot)­de

Weiterführende Informationen zu Angeboten und Ansprechpartner*innen für die jeweiligen Klinikbereiche finden Sie auch unter: www.ukm.de/sozialdienst

Ein Mitglied Ihrer Familie wird in Kürze aus unserem Universitätsklinikum entlassen und ist auf pflegerische Betreuung angewiesen. Damit Sie gut auf die Pflegesituation vorbereitet sind, bieten wir Ihnen im Rahmen der „Familialen Pflege“ kostenlos und individuell Beratung und praktische Hilfen in Form von

  • Einzel- und Familienberatungsgesprächen
  • Pflegetrainings
  • Ganzheitliche Pflegekurse
  • Qualitätschecks in der häuslichen Umgebung
  • Gesprächskreise.

Bitte sprechen Sie die Pflegefachpersonen auf den Stationen an, wenn Sie weitere Fragen haben.

Weitere Kontaktmöglichkeiten
+49 251 83-43599
angehoerigenberatung(at)­ukmuenster(dot)­de

In aller Regel findet die Entlassung von Patient*innen aus dem UKM am Vormittag statt. Bitte erkundigen Sie sich am Vortag zu den Details beim pflegerischem- oder ärztlichem Dienst.

Um einen reibungslosen Ablauf auf der Ebene zu gewährleisten, bitten wir Sie, das Zimmer am Entlassungstag bis 9 Uhr zu räumen. Melden Sie sich vor dem Verlassen der Station bitte beim Pflegepersonal ab.

Bitte denken Sie daran, ihre Wertgegenstände mitzunehmen. Gerne möchten wir Ihnen und Ihren Angehörigen den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern. Daher steht unser Sekretariat für Rückfragen unter +49 251 83-48294 gerne zur Verfügung. Bei der Gestaltung des Entlassungsmanagements richten wir uns nach den Vorgaben des § 39 Abs. 1a S. 9 SGB V (Rahmenvertrag Entlassungsmanagement) und des Expertenstandards Entlassungsmanagement des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege.

Wir wünschen Ihnen alles Gute!

Anschlussbehandlung – Vorbereitung auf die Rehabilitation: Wann sollte sie beginnen?

Nach der Akutbehandlung des Schlaganfalls folgt oftmals ein nahtloser Übergang zu einer Frührehabilitation, einer Anschlussheilbehandlung, einer ambulanten Rehabilitation oder einer stationären geriatrischen Rehabilitation. Eine unmittelbare Fortführung der bereits gestarteten Übungen und Therapien ist von entscheidender Bedeutung. Die Einleitung oder Fortführung von Rehabilitationsmaßnahmen führt in der Regel zu einer deutlichen Verbesserung oder sogar Behebung vieler Krankheitssymptome.

Das Ziel der Rehabilitation besteht sowohl aus der Minderung der Schlaganfallfolgen als auch der Förderung der größtmöglichen Selbstständigkeit bei eventuell verbleibenden Einschränkungen.

Eine Anmeldung zur Rehabilitation wird bereits frühzeitig während des Krankenhausaufenthaltes durch den Sozial- und ärztlichen Dienst gestellt. Wenn Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger über einen längeren Zeitraum künstliche Beatmung benötigt, findet eine Anmeldung zur Rehabilitation erst statt, wenn der Entwöhnungsprozess von der Beatmungsmaschine weiter vorangeschritten oder abgeschlossen ist.

In Abhängigkeit vom Schweregrad der Beeinträchtigungen kann eine Rehabilitationsmaßnahme einige Wochen bis wenige Monate andauern. Ein zunächst mehrwöchiger Aufenthalt in der Rehabilitationsklinik kann bei Bedarf durch eine Anschlussbehandlung um weitere Wochen verlängert werden. Ebenso kann nach der Entlassung aus der Rehabilitationsklinik, falls erforderlich, eine ambulante Weiterbehandlung stattfinden.

Nähere Informationen zur Rehabilitation erhalten Sie vom Sozialdienst.

Die Seelsorge am UKM richtet sich an alle Patient*innen, Partner, Freunde und Mitarbeiter des Hauses. Die evangelischen und katholischen Seelsorgerinnen und Seelsorger sind unabhängig von Religion oder Weltanschauung für Sie da. Sie suchen das Gespräch von sich aus, können aber auch jederzeit kontaktiert werden. Sie helfen Gefühle und Gedanken zu äußern und zu ordnen. Sprechen Sie uns gerne an!

Kontakt
+49 251 83-50500
seelsorge(at)­ukmuenster(dot)­de

Eine große Unterstützung für das Leben nach dem Schlaganfall bieten Selbsthilfegruppen. Es handelt sich dabei um selbstorganisierte Zusammenschlüsse von Betroffenen und Angehörigen. Alle Teilnehmer*innen haben durch ähnliche Erfahrungen ein großes Wissen über den Umgang und das Leben nach dem Schlaganfall. Oft hilft der Austausch in der Gruppe vielen Betroffenen zurück in ein soziales Leben. Die Gruppen vermitteln Lebensfreude, bieten wichtige Informationen, therapeutische Angebote und weitere, hilfreiche Anlaufstellen. Nähre Informationen erhalten Sie im nachfolgenden Abschnitt.

Weitere Informationen

Eine Übersicht zu weiterführenden Informationsangeboten und Adressen finden Sie hier.

Deutsche Schlaganfall-Hilfe (DSH)

Die DSH setzt sich für die Prävention von Schlaganfällen ein, hilft den betroffenen Menschen und verbessert die Schlaganfall-Versorgung.
Wissen-Kontaktadressen-Selbsthilfe-Beratung

www.schlaganfall-hilfe.de/de/start/
+49 5241 9770-0

Hier kommen Sie zu den Broschüren der DSH.


 


Kompetenznetz Schlaganfall

Ein bundesweites Netzwerk von Ärzten, Wissenschaftlern, Selbsthilfeverbänden und anderen Organisationen zum Austausch von Informationen über den Schlaganfall.
Wissen-Kontaktadressen-Selbsthilfe-Beratung-Rehabilitation

www.kompetenznetz-schlaganfall.de 
+49 30 450560-145
info(at)­schlaganfallnetz(dot)­de


Aufklärung über das Thema Schlaganfallrisiko

Machen Sie mit und erfahren Sie mehr über Ihr persönliches Schlaganfall-Riskoprofil.

www.schlaganfall-test.de

Homepage: „Was habe ich?“

Unter www.washabich.de können Sie ärztliche Befunde (z.B. Arztbriefe) kostenlos in eine für Sie leicht verständliche Sprache übersetzen lassen.


Gesundheitsinformationen.de

Auf Gesundheitsinformationen.de erhalten Sie Aufklärungen zu vielen gesundheitlichen Fragen. Für Angehörige und Patient*innen


Glossar

Verständliche Erklärungen von Fachbegriffen und gängige Abkürzungen finden Sie auf Gesund.bund.de.

Angehörigenberatung im Universitätsklinikum Münster

Sie erhalten umfassende Beratung durch unser Team, z.B. zu

  • Einzel- und Familienberatungsgespräche
  • Pflegetrainings
  • ganzheitliche Pflegekurse
  •  Qualitätschecks in der häuslichen Umgebung
  • Gesprächskreise

Bitte sprechen Sie die Mitarbeiter der Pflege auf Ihrer Station an, wenn Sie weitere Fragen zur Arbeit des Teams haben oder Kontakt während des Aufenthalts
im UKM suchen.

+49 251 83-43599
angehoerigenberatung(at)ukmuenster.de 


Telefonische Beratung und schnelle Hilfe für Angehörige

Sie wissen nicht weiter?
Wir beantworten Fragen rund um das Thema Pflege und unterstützen Sie auch in schwierigen Situationen.

www.wege-zur-pflege.de/start
+49 30 20179131
info(at)wege-zur-pflege.de


Verzeichnis aller Pflegeberatungsstellen in NRW

Zum Beispiel: Infobüro Pflege Münster (kostenlos), Informationen zu:

  • Pflegeversicherung
  • Organisation der Pflege: ambulante und stationäre Versorgung
  •  Finanzierung der Pflege
  • Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige
  • Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
  • Soziale Absicherung der Pflegeperson
  • Reha für pflegende Angehörige
  • Alternativen Wohnformen und Wohnraumanpassung

​​​​​​​www.pflegewegweiser-nrw.de

Adresse:
Von-Steuben-Straße 5
48143 Münster

Ansprechpartnerin:
Frau Birkefeld
+49 251 492-5050
infobuero(at)stadt-muenster.de


Unterstützungsangebote im Alltag (NRW):

Unterstützungsangebote im Alltag sind z.B.:

  • Betreuungsangebote
  • Angebote zur Entlastung bei der Bewältigung von allgemeinen oder pflegebedingten Anforderungen des Alltags
  • Angebote zur Entlastung von pflegebedürftigen Personen durch
  • Hilfen bei der Haushaltsführung (hauswirtschaftliche Unterstützung)

www.pfaduia.nrw.de/ und www.angebotsfinder.nrw.de/ ​​​​​​​
+49 231 22243890

Patientenvereinigungen

Selbsthilfe Gruppen: zum Beispiel Schlaganfall-SHG Münster II
„Wir bemühen uns in Gemeinschaft Handreichungen und Hinweise zu geben, die Ihnen helfen, die speziellen Schwierigkeiten im alltäglichen Leben zu meistern. Sowohl Betroffene als auch deren Angehörige und Freunde wollen wir auf dem schwierigen Weg begleiten und unterstützen.“

www.schlaganfall-shg-muenster.de/index.html

Münster Selbsthilfe
www.selbsthilfe-muenster.de/content/

Deutschlandweit
www.selbsthilfenetz.de


Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe für Menschen mit Behinderung

Ansprechparter und Informationen für gesetzliche Regelungen für Menschen mit Behinderung-Förderung von Selbsthilfe.

www.bag-selbsthilfe.de
+49 211 31006-0
info(at)bag-selbsthilfe.de

Im Krankenhaus werden viele Fachbegriffe benutzt. Viele Betroffene und Angehörige können mit diesen Fachausdrücken nicht viel anfangen. Hier erhalten Sie speziell für die Schlaganfallmedizin eine Erklärung zu verschiedenen Begriffen:

FachausdruckErläuterung
AnosognosieFehlende Krankheitseinsicht- Betroffene können selbst große Einschränkungen, wie Lähmungen von Körperteilen nicht wahrnehmen. Dies kann soweit führen, dass Betroffene z.B. Lähmungen gleichgültig oder unbekümmert gegenüberstehen.
AphasieStörung der Sprache
DysarthrieStörung des Sprechens
DysphagieStörung beim Schlucken
HemianopsieTeilausfall des Blickfeldes
HemipareseSchwächung/Lähmung einer Körperseite
HemiplegieVollständige Lähmung einer Körperseite
NeglectFür den Betroffenen scheint eine Körperhälfte nicht mehr zu existieren – so als habe dieser sie einfach „vergessen“. Es handelt sich um eine Aufmerksamkeitsstörung.