Bildgestützte Therapie in der Nuklearmedizin | Ihre Behandlung am Universitätsklinikum Münster
Die Theranostik ist ein modernes Konzept in der Nuklearmedizin, das Diagnostik und Therapie eng miteinander verbindet. Ziel ist eine individuell abgestimmte, zielgerichtete Behandlung, die genau auf die jeweilige Erkrankung und den einzelnen Patienten zugeschnitten ist.
Der Begriff setzt sich aus den Worten Therapie und Diagnostik zusammen – und genau dieses Zusammenspiel macht den entscheidenden Unterschied.

Wie funktioniert Theranostik?
Bei der Theranostik werden spezielle, radioaktiv markierte Substanzen (Radiopharmaka) eingesetzt. Diese nutzen bestimmte Eigenschaften von Tumorzellen oder anderen krankhaften Geweben:
- Diagnostik (Sichtbarmachung)
Zunächst wird ein schwach radioaktiv markierter Marker verabreicht.
Dieser reichert sich gezielt in den erkrankten Zellen an und macht sie in bildgebenden Verfahren (z. B. PET/CT) sichtbar. - Therapie (gezielte Behandlung)
Zeigt die Diagnostik eine ausreichende Anreicherung, kann dieselbe Zielstruktur therapeutisch genutzt werden.
Hierbei wird ein ähnlich aufgebauter Marker eingesetzt, der eine therapeutische Strahlung trägt und gezielt die erkrankten Zellen zerstört.
Personalisierte Medizin: Therapie nach Maß
Ein großer Vorteil der Theranostik ist die Möglichkeit, bereits vor der Behandlung abzuschätzen, ob eine Therapie wirksam sein wird.
- Nur Patientinnen und Patienten, bei denen sich die Zielstruktur nachweisen lässt, erhalten die entsprechende Therapie
- Die Behandlung erfolgt individuell angepasst (personalisiert)
- Die Erfolgsaussichten können besser eingeschätzt werden
Dieses Vorgehen erhöht die Wirksamkeit der Therapie und reduziert gleichzeitig unnötige Behandlungen.
Vorteile der Theranostik
Die bildgestützte Therapie bietet zahlreiche Vorteile:
- Hohe Präzision durch gezielte Ansteuerung erkrankter Zellen
- Schonung gesunden Gewebes durch geringe Reichweite der Strahlung
- Individuelle Therapieplanung auf Basis der Diagnostik
- Reduzierte Nebenwirkungen im Vergleich zu unspezifischen Therapien
- Bessere Kontrolle des Therapieerfolgs
Einsatzgebiete der Theranostik
Theranostische Verfahren kommen insbesondere in der Behandlung von Tumorerkrankungen zum Einsatz, beispielsweise bei:
- Schilddrüsenerkrankungen und Schilddrüsenkarzinomen
- Neuroendokrinen Tumoren
- Prostatakarzinomen (z. B. PSMA-basierte Therapien)
Die Einsatzmöglichkeiten werden kontinuierlich erweitert und sind ein zentraler Bestandteil moderner onkologischer Therapiekonzepte.
Ihre Ansprechpersonen

Prof. Dr. med. Kambiz Rahbar
Experte für PSMA-Diagnostik und -Therapie
