Schilddrüsen-Erkrankungen | Ihre nuklearmedizinische Behandlung am Universitätsklinikum Münster
Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das sich im vorderen Halsbereich direkt unterhalb des Kehlkopfs befindet. Sie produziert lebenswichtige Hormone, die zahlreiche Körperfunktionen beeinflussen, darunter den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System und den Energiehaushalt.
Unsere Expertise bei Schilddrüsen-Erkrankungen
In unserer Schilddrüsenambulanz am Universitätsklinikum Münster diagnostizieren und behandeln wir das gesamte Spektrum an Schilddrüsenerkrankungen – von gutartigen Veränderungen bis hin zu seltenen bösartigen Tumoren.

Wann ist eine nuklearmedizinische Untersuchung der Schilddrüse sinnvoll?
Eine Abklärung in der Nuklearmedizin ist sinnvoll, wenn Auffälligkeiten der Schilddrüse festgestellt wurden oder typische Beschwerden bestehen. Dazu gehören insbesondere:
- tastbare oder im Ultraschall entdeckte Schilddrüsenknoten
- eine Überfunktion (Hyperthyreose) oder Unterfunktion (Hypothyreose)
- eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma)
- unklare Laborwerte
- Verdacht auf Schilddrüsenkrebs oder Nachsorge nach einer Operation
Ziel der Untersuchung ist es, die Funktion der Schilddrüse genau zu beurteilen und eine passende Therapie zu planen.
Gutartige Schilddrüsenerkrankungen
Häufige Krankheitsbilder
Zu den gutartigen Erkrankungen der Schilddrüse zählen unter anderem:
- Knotenstruma (einzelne oder multiple Schilddrüsenknoten)
- Autonome Adenome (uni- oder multifokal)
- Morbus Basedow (Autoimmunerkrankung)
- Schilddrüsenentzündungen
Diese Erkrankungen sind in der Regel nicht lebensbedrohlich, können jedoch Beschwerden verursachen oder den Hormonhaushalt beeinflussen und sollten daher gezielt abgeklärt werden
Diagnostik
Die Abklärung gutartiger Schilddrüsenerkrankungen erfolgt in unserer Ambulanz umfassend und strukturiert. Dazu gehören:
- Ausführliche ärztliche Beratung und Anamnese
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Schilddrüse
- Labordiagnostik zur Bestimmung der Schilddrüsenfunktion
- Bei Bedarf ergänzende nuklearmedizinische Untersuchungen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sichtung bereits vorhandener Vorbefunde. Dadurch können unnötige Doppeluntersuchungen vermieden und die Anzahl Ihrer Termine reduziert werden.
Radioiodtherapie bei gutartigen Erkrankungen
Ein zentraler Bestandteil der Behandlung ist die Radioiodtherapie, insbesondere bei autonomer Schilddrüsenfunktion oder vergrößerter Schilddrüse.
So funktioniert die Therapie:
- Das Radioiod wird in Form einer kleinen Kapsel eingenommen
- Es gelangt gezielt in die Schilddrüsenzellen
- Die Strahlung wirkt nur lokal mit einer sehr geringen Reichweite von etwa 1–2 mm
- Dadurch werden ausschließlich die überaktiven oder vergrößerten Zellen behandelt
Vorteile der Radioiodtherapie:
- Schonendes, zielgerichtetes Verfahren
- Kaum Belastung für andere Organe
- In der Regel sehr gut verträglich
Vor der Therapie erfolgt ein individueller Radioiodtest, um die optimale Dosierung festzulegen. Dieser findet etwa eine Woche vor der stationären Aufnahme statt.
Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)
Wir betreuen Patient*innen mit allen Formen des Schilddrüsenkarzinoms, darunter:
- Differenzierte Schilddrüsenkarzinome
- Medulläre Schilddrüsenkarzinome
- Anaplastische Schilddrüsenkarzinome
- Schilddrüsenkarzinome im Kindes- und Jugendalter
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt sowohl in der Erstabklärung als auch in der Nachsorge und umfasst:
- Sonographie der Schilddrüse und Halsregion
- Labordiagnostik (Tumormarker)
- Erweiterte Bildgebung, z. B. PET-Untersuchungen
- Individuelle Risikoabschätzung nach aktuellen Leitlinien
Alle diagnostischen Schritte orientieren sich an der aktuellen S3-Leitlinie, wobei stets auch individuelle Faktoren berücksichtigt werden. Entscheidungen werden gemeinsam mit Ihnen im Sinne des Shared Decision Making getroffen.
Radioiodtherapie beim Schilddrüsenkarzinom
Die Radioiodtherapie ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung, insbesondere bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen.
- Durchführung auch in hochdosierter Form möglich
- Ziel: Zerstörung verbliebener Tumorzellen oder Metastasen
- Therapie erfolgt stationär auf unserer spezialisierten Therapiestation
Unsere Station verfügt über einen modernen Kontrollbereich mit 12 Betten und bietet eine angenehme Umgebung – keine abgeschlossenen oder fensterlosen Räume.
Ihre Ansprechpersonen

Univ.-Prof. Dr. med. Michael Schäfers
Direktor der Klinik für Nuklearmedizin
