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Klinik für
Psychische Gesundheit

Affektive Erkrankungen

Depressionen, Burnout und bipolare Erkrankungen

Affektive Erkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Dazu zählen insbesondere Depressionen und bipolare Störungen. Sie beeinflussen Stimmung, Antrieb, Denken und das emotionale Erleben häufig erheblich und können den Alltag, soziale Beziehungen sowie die berufliche Teilhabe stark beeinträchtigen.

Viele Betroffene erleben unter anderem:

  • anhaltende Niedergeschlagenheit oder innere Leere
  • Erschöpfung und Antriebslosigkeit
  • Interessenverlust und sozialen Rückzug
  • starke Stimmungsschwankungen
  • Ängste oder innere Unruhe
  • Konzentrations- und Schlafstörungen

Zusätzlich treten häufig weitere psychische Belastungen oder Erkrankungen auf, beispielsweise Angststörungen, Zwangsstörungen, Persönlichkeitsstörungen oder Traumafolgestörungen. Auch akute Lebenskrisen oder deutliche Verschlechterungen bereits bestehender Erkrankungen können eine intensive Behandlung erforderlich machen.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik liegt auf schweren, chronischen oder therapieresistenten Verläufen, bei denen bisherige Behandlungen nicht ausreichend wirksam waren.

Die Behandlung affektiver Erkrankungen erfolgt in der Klinik für Psychische Gesundheit auf Station 3, der Wahlleistungsstation, auf Station 4 sowie in unserer Tagesklinik. Wir behandeln Patient*innen ab dem 18. Lebensjahr bis ins hohe Alter einschließlich gerontopsychiatrischer Patient*innen.

Spezialsprechstunde affektive Erkrankungen

Terminvergabe Mo-Do: 9.00-16.00 Uhr, Fr 9.00-14.00 Uhr

 +49 251 83-51888
pppambulanz(at)ukmuenster.de

Befundanforderung

Befunde können Sie anfordern per

befundanforderung(at)ukmuenster.de
+49 251 83-56618

Diagnostik

Vor einer stationären Aufnahme erfolgt in der Regel eine ausführliche Vordiagnostik in unserer Ambulanz. Die diagnostische Abklärung orientiert sich individuell an den Beschwerden und umfasst unter anderem:

  • psychiatrische und psychologische Gespräche
  • biografische Anamnese
  • standardisierte Fragebögen und Testverfahren
  • psychotherapeutische Diagnostik zur Entwicklung eines individuellen Störungsmodells

Zur Beurteilung kognitiver Funktionen führen wir bei Bedarf spezielle Testverfahren durch, beispielsweise zu:

  • Gedächtnis
  • Aufmerksamkeit
  • Konzentration
  • Denk- und Leistungsfähigkeit

Je nach Fragestellung ergänzen wir die Diagnostik durch:

  • bildgebende Verfahren (z. B. cMRT)
  • spezifische Labordiagnostik
  • Medikamentenspiegelbestimmungen
  • pharmakogenetische Untersuchungen
  • Liquordiagnostik, etwa bei Verdacht auf entzündliche oder neurodegenerative Erkrankungen

Insbesondere bei Gedächtnisstörungen oder kognitiven Veränderungen prüfen wir mögliche demenzielle Entwicklungen sorgfältig.

Zusätzlich beziehen wir:

  • körperliche Begleiterkrankungen,
  • bisherige Therapieverläufe sowie
  • psychosoziale Belastungsfaktoren

in die Behandlungsplanung ein. Der Sozialdienst unterstützt dabei, die individuelle Lebenssituation umfassend zu erfassen.

Behandlungsmöglichkeiten

Unser therapeutisches Angebot ist multimodal aufgebaut und wird individuell auf die Bedürfnisse der Patient*innen abgestimmt.

Wir bieten verschiedene wissenschaftlich fundierte psychotherapeutische Ansätze an, darunter:

  • Einzeltherapien mit Schwerpunkt kognitive Verhaltenstherapie
  • Verfahren der „dritten Welle“, z. B. Schematherapie
  • Gruppentherapien, beispielsweise:
    • CBASP
    • Depressionsbewältigung
    • Skills-Training
    • Kiesler-Kreis
    • Farbwechsel
    • Training sozialer Kompetenzen
  • Achtsamkeits- und Entspannungsverfahren
  • Angehörigengespräche

Bei akuten Lebenskrisen oder einer deutlichen Verschlechterung der psychischen Symptomatik bieten wir eine zweiwöchige Krisenintervention an.

Ziel ist es, die psychische Stabilität soweit wiederherzustellen, dass eine weiterführende störungsspezifische Behandlung möglich wird.

Die medikamentöse Behandlung erfolgt leitliniengerecht und individuell abgestimmt.

Bei schweren oder therapieresistenten Verläufen kommen auch spezialisierte Behandlungsstrategien zum Einsatz, beispielsweise:

  • Kombinationstherapien
  • Augmentationsstrategien
  • Hochdosisbehandlungen
  • innovative Therapieverfahren

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Station liegt auf modernen neuromodulatorischen Verfahren. Diese ergänzen psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungen und kommen insbesondere bei schweren oder therapieresistenten Erkrankungen zum Einsatz.

Die EKT gilt als eines der wirksamsten und sichersten Verfahren zur Behandlung schwerer Depressionen und bestimmter Psychosen.

Unter kurzer Narkose wird kontrolliert ein kurzer Krampfanfall ausgelöst, der neurobiologische Heilungsprozesse und die sogenannte Neuroplastizität fördern kann.

Bei der rTMS werden bestimmte Hirnregionen gezielt magnetisch stimuliert. Das Verfahren ist sehr gut verträglich und wird insbesondere bei Depressionen und Zwangsstörungen eingesetzt.

(Es-)Ketamin kann als Nasenspray oder Infusion verabreicht werden und zeichnet sich durch einen häufig schnellen Wirkungseintritt aus.

Die Behandlung bietet insbesondere Menschen mit therapieresistenten Depressionen neue therapeutische Möglichkeiten.

Die Vagusnervstimulation wird bei chronischen Depressionen eingesetzt, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirksam waren.

Dabei wird ein kleiner Stimulator implantiert, der den Vagusnerv kontinuierlich stimuliert und langfristig antidepressiv wirken kann.

Pflegerische Begleitung und Fachtherapien

Unsere Behandlung erfolgt multiprofessionell und alltagsorientiert.

Pflegerische Unterstützung

  • Bezugspflegesystem mit festen Ansprechpartner*innen
  • Unterstützung bei Tagesstruktur und Aktivierung
  • Krisenbegleitung im Stationsalltag

Fachtherapeutische Angebote

  • Physiotherapie
  • Mototherapie
  • Kunsttherapie
  • Ergotherapie

Sozialdienst und Nachsorge

Unser Sozialdienst unterstützt unter anderem bei:

  • sozialen und finanziellen Fragestellungen
  • beruflichen Perspektiven
  • behördlichen Angelegenheiten
  • Rehabilitationsmaßnahmen
  • ambulanter Nachsorge

Intervallbehandlungen

Patient*innen, die gut auf Verfahren wie EKT oder Esketamin angesprochen haben, aber ein erhöhtes Rückfallrisiko aufweisen, können zeitlich begrenzte Intervallbehandlungen erhalten.

Diese kurzen Aufenthalte umfassen in der Regel zwei bis drei Behandlungen und dienen dazu, die erreichte Stabilität langfristig zu sichern.

Ihre Ansprechpersonen

UKM | Klinik für Psychische Gesundheit | Dimitri Hefter

Dr. Dimitri Hefter

Oberarzt

Station 3: Affektive Erkrankungen

Klinik für Psychische Gesundheit

Albert-Schweitzer-Campus 1

Gebäude A9

48149 Münster

+49 251 83-56601 

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