Psychotherapie
Psychotherapeutische Behandlung im Erwachsenenalter
Psychische Erkrankungen entstehen häufig durch ein Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren. Belastende Lebensereignisse, schwierige Beziehungserfahrungen, emotionale Überforderung oder langanhaltender Stress können dazu beitragen, dass sich psychische Beschwerden entwickeln oder verstärken.
Im Bereich Psychotherapie behandeln wir Erwachsene mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen und Belastungssituationen. Dazu zählen insbesondere:
- Depressionen und andere affektive Störungen
- Angststörungen (z. B. soziale Phobie, Panikstörung oder generalisierte Angststörung)
- Zwangsstörungen
- posttraumatische Belastungsstörungen (ohne konfrontative Traumatherapie)
- Persönlichkeitsstörungen, insbesondere aus dem Borderline-Spektrum
- Emotionsregulationsstörungen
- ADHS im Erwachsenenalter
- Anpassungsstörungen und psychische Belastungsreaktionen
- komplexe und chronifizierte Erkrankungsverläufe mit Begleiterkrankungen
Die Behandlung von Essstörungen gehört nicht zum therapeutischen Angebot.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf jungen Erwachsenen ab 18 Jahren, die sich häufig in komplexen Entwicklungs-, Identitäts- oder Rollenprozessen befinden.
Die psychotherapeutische Behandlung erfolgt auf einer spezialisierten Station mit intensivem psychotherapeutischem Behandlungskonzept sowie ergänzend in unserer Spezialambulanz innerhalb der psychiatrischen Institutsambulanz.
Spezialsprechstunde psychotherapeutische Behandlung im Erwachsenenalter
Terminvergabe Mo-Do: 9.00-16.00 Uhr, Fr 9.00-14.00 Uhr
Unsere Station
Die psychotherapeutische Behandlung erfolgt auf einer spezialisierten Station mit intensivem psychotherapeutischem Behandlungskonzept sowie ergänzend in unserer Spezialambulanz innerhalb der psychiatrischen Institutsambulanz.
Die Station verfügt über 21 Behandlungsplätze und arbeitet nach einem multimodalen, wissenschaftlich fundierten Konzept. Grundlage bilden vor allem kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren, ergänzt durch integrative Ansätze wie die Schematherapie nach Jeffrey Young und die dialektisch behaviorale Therapie (DBT) nach Marsha Linehan.
Familien- und Angehörigengespräche können bei Bedarf in die Behandlung einbezogen werden.
Die stationäre Behandlungsdauer beträgt in der Regel sechs bis neun Wochen. In akuten Krisensituationen oder bei notfallmäßigen Aufnahmen ist auch eine kurzfristige stabilisierende Behandlung von bis zu zwei Wochen möglich.
Diagnostik und Behandlungsplanung
Vor Beginn der Behandlung erfolgt eine umfassende diagnostische Einschätzung. Ziel ist es, gemeinsam ein individuelles Verständnis der Beschwerden, Belastungsfaktoren und therapeutischen Ziele zu entwickeln.
Die Diagnostik umfasst unter anderem:
- psychiatrische und psychotherapeutische Gespräche
- biografische Anamnese
- störungsspezifische Diagnostik
- psychologische Testverfahren und Fragebögen
- Erfassung psychosozialer Belastungsfaktoren
- Einschätzung komorbider psychischer Erkrankungen
Unsere Spezialambulanz ermöglicht zudem:
- differenzierte diagnostische Abklärung
- Indikationsstellung für stationäre oder ambulante Behandlung
- strukturierte ambulante Weiterbetreuung nach dem stationären Aufenthalt
Behandlungsmöglichkeiten
Das therapeutische Angebot kombiniert Einzel- und Gruppentherapien sowie ergänzende fachtherapeutische Verfahren.
In der Regel erhalten Patient*innen:
- eine wöchentliche Einzeltherapie (ca. 75 Minuten)
- störungsspezifische Gruppentherapien
- pflegerische Begleitung im Rahmen der Bereichspflege
- ergänzende fachtherapeutische Angebote
Die Behandlung gliedert sich in drei therapeutische Schwerpunkte.
Die dialektisch behaviorale Therapie (DBT) richtet sich insbesondere an Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung oder ausgeprägten Emotionsregulationsstörungen.
Im Mittelpunkt stehen:
- der Umgang mit intensiven Gefühlen
- die Reduktion selbstschädigender Verhaltensweisen
- Krisenbewältigung
- der Aufbau funktionaler Bewältigungsstrategien („Skills“)
- die Verbesserung sozialer Kompetenzen
Zusätzlich werden individuelle Therapieziele und mögliche Begleiterkrankungen in die Behandlung einbezogen.
Die Schematherapie richtet sich insbesondere an Patient*innen mit tief verankerten emotionalen Mustern und Beziehungserfahrungen, die häufig bereits früh im Leben entstanden sind.
Ziel der Behandlung ist es,
- belastende Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster zu erkennen,
- emotionale Grundbedürfnisse besser wahrzunehmen und
- neue, hilfreichere Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Ergänzend werden kreative und körperorientierte Verfahren wie Kunst-, Bewegungs- oder Mototherapie eingesetzt.
Die kognitive Verhaltenstherapie ist ein zentraler Bestandteil unseres Behandlungskonzepts.
Sie unterstützt dabei,
- ungünstige Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen,
- neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln,
- Problemlösefähigkeiten zu stärken und
- Schritt für Schritt wieder mehr Aktivität und Stabilität im Alltag aufzubauen.
Die KVT wird insbesondere eingesetzt bei:
- Depressionen
- Angststörungen
- Zwangsstörungen
- posttraumatischen Belastungsstörungen
- ADHS
- Belastungsreaktionen und Lebenskrisen
Unabhängig vom jeweiligen Behandlungsschwerpunkt stehen weitere therapeutische Angebote zur Verfügung, die individuell kombiniert werden können.
Dazu gehören unter anderem:
- Ergotherapie
- Kunsttherapie
- Bewegungstherapie
- Arbeitstherapie
- Entspannungsverfahren
- Achtsamkeitsgruppen
- Training sozialer Kompetenzen
Eine begleitende medikamentöse Behandlung kann nach sorgfältiger Diagnostik erfolgen, steht jedoch nicht im Vordergrund der Therapie.
Sozialdienst und weitere Unterstützung
Unser Sozialdienst unterstützt bei:
- sozialen und beruflichen Fragestellungen
- finanziellen Anliegen
- Perspektivplanung und Nachsorge
- weiterführenden Hilfsangeboten
Zusätzlich können physiotherapeutische Maßnahmen und Ernährungsberatung in die Behandlung integriert werden.
Ihre Ansprechpersonen

Benedikt Bradtke
MBA, Oberarzt
Station 4: Psychotherapiestation
Klinik für Psychische Gesundheit
Albert-Schweitzer-Campus 1
Gebäude A9
48149 Münster
