Allgemeinpsychiatrische Tagesklinik
Teilstationäre Behandlung psychischer Erkrankungen
Die allgemeinpsychiatrische Tagesklinik bietet eine leitliniengerechte psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung für Erwachsene ab 18 Jahren in einem teilstationären Setting.
Das Ziel der Behandlung ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen umfassende therapeutische Unterstützung anzubieten und gleichzeitig den Verbleib im vertrauten häuslichen Umfeld zu ermöglichen. Dadurch können erlernte Strategien und neue Fähigkeiten unmittelbar im Alltag erprobt und gefestigt werden.
Im Mittelpunkt der Behandlung stehen individuell relevante Ziele und alltagsnahe Unterstützung, beispielsweise:
- Verbesserung der Tagesstruktur
- Wiederherstellung von Alltagsfähigkeiten
- Umgang mit Belastungen und Krisen
- Ausbau zwischenmenschlicher Kompetenzen
- Entwicklung persönlicher Perspektiven
- Rückkehr in Beruf oder Ausbildung
Die Behandlung erfolgt in einem transdiagnostischen Setting. Das bedeutet, dass unterschiedliche psychische Erkrankungen mit einem individuell abgestimmten, multimodalen Therapiekonzept behandelt werden.
Kontakt Tagesklinik
Aufnahmeplanung über die Institutsambulanz
+49 251 83-51888
+49 251 83-57815
pppambulanz(at)ukmuenster.de
Sprechzeiten:
Mo-Do 8.00 - 16.30 Uhr
Fr 8.00-15.00 Uhr
Telefonischer Erreichbarkeit der Tagesklinik
Organisatorische Informationen
- Behandlung ab dem 18. Lebensjahr
- Anwesenheitszeiten: Montag bis Freitag (außer an Feiertagen) von 08.00 bis 15.30 Uhr
- Aus therapeutischen Gründen ist eine regelmäßige Teilnahme an fünf Tagen pro Woche erforderlich
Diagnostik und Behandlungsplanung
Zu Beginn der Behandlung erfolgt eine ausführliche psychiatrische und psychotherapeutische Diagnostik.
Dabei berücksichtigen wir:
- aktuelle Beschwerden und Symptome
- mögliche Ursachen und Auslöser
- biografische Erfahrungen
- familiäre und soziale Lebensumstände
- persönliche Ressourcen und Stärken
Das therapeutische Konzept verbindet verschiedene wissenschaftlich fundierte Diagnostik- und Therapiebausteine, die multiprofessionell angeboten werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf:
- kognitiver Verhaltenstherapie (KVT)
- Verfahren der „dritten Welle“
- Schematherapie nach Jeffrey Young
- dialektisch-behavioraler Therapie (DBT) nach Marsha Linehan
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung in der Tagesklinik erfolgt multidisziplinär und multimodal. Therapeutische Verfahren werden individuell kombiniert und orientieren sich an den persönlichen Zielen und Bedürfnissen der Patient*innen.
Die Tagesklinik ist Teil der psychiatrischen Versorgung. Daher kann eine individuell angepasste medikamentöse Behandlung ein wichtiger Bestandteil der Therapie sein.
Neben etablierten psychiatrischen Medikamenten ermöglichen die universitätsmedizinischen Strukturen bei Bedarf auch erweiterte Behandlungsmöglichkeiten, einschließlich neurostimulativer Verfahren, sofern diese mit der teilstationären Behandlung vereinbar sind.
Die kognitive Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Gedanken, Gefühle, körperliche Reaktionen und Verhalten eng miteinander verbunden sind.
Im Mittelpunkt stehen:
- das Erkennen belastender Denk- und Verhaltensmuster
- die Identifikation auslösender und aufrechterhaltender Faktoren
- die Entwicklung neuer Bewältigungsstrategien
- der Aufbau positiver Aktivitäten und Problemlösefähigkeiten
Je nach Erkrankung können beispielsweise Verhaltensexperimente oder Expositionstraining Bestandteil der Behandlung sein.
Die Schematherapie verbindet Methoden der Verhaltenstherapie mit biografisch orientierten Ansätzen.
Gemeinsam wird erarbeitet,
- welche emotionalen Muster und Grundüberzeugungen („Schemata“) entstanden sind,
- wie sich diese im Alltag auswirken und
- welche Bewältigungsstrategien („Modi“) langfristig hilfreich oder belastend sind.
Ziel ist ein konstruktiverer Umgang mit Emotionen, Bedürfnissen und Beziehungen sowie eine stärkere Orientierung an persönlichen Werten und Ressourcen.
Die DBT ist ein spezialisiertes verhaltenstherapeutisches Verfahren mit Schwerpunkt auf Emotionsregulation.
Sie eignet sich insbesondere bei:
- Borderline-Persönlichkeitsstörungen
- Emotionsregulationsstörungen
- Impulsivem oder selbstschädigendem Verhalten
Im Mittelpunkt stehen der Aufbau hilfreicher Bewältigungsfertigkeiten („Skills“) sowie die Verbesserung von Spannungsregulation, Selbstfürsorge und sozialen Kompetenzen.
Die Behandlung umfasst therapeutische Einzelgespräche sowie ein umfangreiches Gruppenangebot.
Zusätzlich stehen verschiedene spezialtherapeutische Verfahren zur Verfügung, darunter:
- Ergotherapie
- Kunsttherapie
- Mototherapie
- Arbeitstherapie
- Physiotherapie
Ergänzt wird das Angebot durch:
- pflegerisch geleitete Gruppen
- therapeutische Gruppenangebote
- Gruppen mit EX-IN-Genesungsbegleiter*innen
- Angebote des Sozialdienstes
- Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren
Sozialdienst und ambulante Weiterbehandlung
Die Abstimmung mit ambulanten Therapeut*innen und weiterbehandelnden Stellen ist uns besonders wichtig.
Bitte bringen Sie – wenn vorhanden – die Kontaktdaten Ihrer ambulanten Therapeut*innen zur Aufnahme mit. Gemeinsam planen wir eine möglichst stabile ambulante Weiterbehandlung und berücksichtigen frühzeitig mögliche Unterstützungsbedarfe.
Der Sozialdienst unterstützt zusätzlich bei:
- beruflichen Fragestellungen
- sozialrechtlichen Anliegen
- Perspektivplanung
- weiterführenden Hilfsangeboten
Ihre Ansprechpersonen

Evelien Van Assche, MD, PhD
Leitende Oberärztin
Tagesklinik
Klinik für Psychische Gesundheit
Albert-Schweitzer-Campus 1
Gebäude A9
48149 Münster
