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UKM Darmzentrum

Behandlungsmöglichkeiten

Nach der Diagnose Darmkrebs stellt sich die Frage, welche Therapie am 
besten geeignet ist. Hierfür werten wir sämtliche Untersuchungsbefunde aus und empfehlen unterstützend zur Operation entsprechend des vorliegenden Krankheitsstadiums Chemotherapie, Bestrahlung und/ oder Kombinationen aus diesen Therapieverfahren.

Operationsplanung

Das einzige Verfahren, mit dem Darmkrebs geheilt werden kann, ist nach wie vor die Operation. Dabei ist in den frühen Tumor stadien (UICC I und II) eine alleinige Operation ausreichend, um eine vollständige Heilung zu erziehlen. In den höheren Stadien (UICC III und IV) sind jedoch meist zusätzliche Therapiemaßnahmen notwendig. In aller Regel ist die Operation der erste Schritt zur Behandlung bei Dickdarmkrebs. Bei Mastdarmkrebs kann je nach Stadium vor der Operation eine Bestrahlung eventuell in Kombination mit einer Chemotherapie notwendig sein. In jedem Fall richtet sich die Operationstechnik nach der Lage und der Ausbreitung des Darmtumors. 

Ziel einer radikalen Operation ist es immer, den Tumor mit großem Sicherheitsabstand samt der zugehörigen Blutgefäße, Lymphbahnen und Lymphknoten zu entfernen. Der Chirurg entfernt stets die Darmabschnitte als ganzes, die vom jeweiligem Blutgefäß gemeinsam versorgt werden.  Einen Überblick über die unterschiedlichen Operationsverfahren finden Sie hier.

Radikal operieren bedeutet, dass nicht nur der Krebstumor selbst, sondern auch umliegendes, gesundes Gewebe aus dem Körper entfernt wird.

Operationen am Mastdarm (Rektum) sind technisch äußerst anspruchsvoll und weit schwieriger als am restlichen Dickdarm. Der Raum im unteren Becken ist sehr beengt und wichtige Nerven, Blase, Harnleiter und Genitalorgane befinden sich in unmittelbarer Nähe. Deshalb erfordern Operationen am Mastdarm besondere Kenntnisse und Erfahrung. Als Folge einer Mastdarmoperation kann bei einigen Patienten die Kontinenzfunktion (Schließmuskelfunktion des Darmes) ganz oder teilweise gestört sein. Der Grund liegt in der Komplexität des Kontinenzapparates.
Grundsätzlich können diese Operationen bei vielen Patienten nun auch minimal-invasiv (Schlüsselloch-Chirurgie) durchgeführt werden.

Hierbei wird nur der Tumor selbst herausgeschnitten, das umliegende Gewebe bleibt unangetastet. Bei der so genannten Transanalen Endoskopischen Mikrochirurgie (TEM) wird in Narkose ein spezielles Operationsrektoskop durch den After eingeführt. Mit Hilfe spezieller, endoskopischer Instrumente wird der Tumor aus der Mastdarmwand entfernt.

Eine lokale, also am Ort des Tumors begrenzte Operation ist aber nur in bestimmten Fällen erlaubt, und zwar bei kleinen, wenig aggressiven Tumoren im frühen Krebsstadium. Diese lokale Operation ist zwar schonender für den Patienten, dennoch müssen die meisten Krebstumoren radikal operiert werden, da sonst Krebszellen im Körper verblieben und eine Heilung unmöglich wäre. 

Künstlicher Darmausgang

Bei manchen Patienten liegt der Krebs so nahe am Schließmuskel, dass dieser womöglich bei einer Operation entfernt werden muss und ein dauerhafter künstlicher Darmausgang angelegt wird, ein so genanntes Stoma oder Anus praeter

In schwierigen Fällen von Dickdarmkrebs kann sich der Chirurg auch bei erhaltenem Schließmuskel entscheiden, einen vorübergehenden künstlichen Darmausgang anzulegen, um die Nahtverbindung am Darm bis zur vollständigen Heilung zu schützen.

Chemotherapie

Die Chemotherapie und/ oder Strahlentherapie wird häufig ergänzend zu einem chirurgischen Eingriff eingesetzt. Sie wird für Patienten mit einem Kolonkarzinom ab Stadium III und bei einem Rektumkarzinom bereits ab dem Stadium II empfohlen. Sind bei einem Patienten auch die Lymphknoten befallen, kann die Chemotherapie nach einer erfolgreichen Operation die Wahrscheinlichkeit des Behandlungserfolges erhöhen. Ziel der Chemotherapie ist es, mithilfe so genannter Zytostatika (Medikamente, die das Zellenwachstum bzw. die Zellteilung hemmen), alle im Körper verteilten Krebszellen abzutöten. Abhängig von der Art der Chemotherapie und den zu erwartenden Nebenwirkungen kann die Therapie stationär oder auch ambulant durchgeführt werden - zum Beispiel in einer Krankenhausambulanz, einem Tumorzentrum oder in einer darauf spezialisierten Arztpraxis. Bei Fragen zu der Art der für Sie empfohlenen Therapie, den Medikamenten und möglichen Nebenwirkungen sind wir für Sie da.

Strahlentherapie

Ebenso wie die Chemotherapie kann die Strahlentherapie ergänzend zu einem chirurgischen Eingriff eingesetzt werden. Hauptsächlich wird sie bei Tumoren im Mastdarm ab dem Stadium II angewandt. Vor der Operation dient sie dazu, den Tumor zu verkleinern. Selbst bösartige Veränderungen, die zunächst zu groß für eine chirurgische Entfernung sind, können nach einer solchen Therapie häufig doch noch operiert werden. Nach einer Operation wird die Strahlentherapie eingesetzt, um eventuell verbliebene einzelne Krebszellen zu zerstören. Wie lange die Therapie insgesamt dauert, hängt von der Größe des Tumors und der Art der geplanten Operation ab. Fragen zu Ihrer Behandlung, deren Wirkungsweise und möglichen Nebenwirkungen beantworten wir Ihnen gerne in einem ausführlichen Gespräch.

Für mehr Sicherheit

Auch wenn die Erinnerung an die Krankheit für viele Patienten den regelmäßigen Gang zu Nachsorge nicht einfach macht, sollte sie dennoch absolute Priorität haben. Bei der Darmspiegelung im Rahmen der Nachsorge können eventuelle neue Darmpolypen direkt ohne Operation entfernt werden. Dadurch wird ein wiederholtes Krebswachstum verhindert. Besonders wichtig ist die frühzeitige Entdeckung eines neuen Tumors, was in den meisten Fällen eine erfolgreiche Therapie möglich macht. Auch Metastasen, besonders Lebermetastasen, können oft durch eine Operation vollständig entfernt werden. Die Nachsorge kann entweder durch Ihren Hausarzt oder durch die Nachsorgesprechstunde unseres Darmkrebszentrums erfolgen. Wir werden versuchen, gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Hausarzt alle Probleme zu lösen. Bei Fragen zur Pflege sind Pflegekräfte oder Stomatherapeuten behilflich. Falls für Sie eine Umstellung der Ernährung erforderlich ist, stehen Ernährungsberater zur Verfügung, die Ihnen einen individuellen Ernährungsplan erarbeiten.

Der genaue Umfang und die zeitlichen Abstände der Nachsorgeuntersuchungen werden in so genannten Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten festgelegt.

Fragen Sie Ihren Arzt, welche Kontrolluntersuchungen zu welchen Zeitpunkten empfohlen werden. Im Allgemeinen werden in den ersten zwei Jahren alle drei bis sechs Monate folgende Unter suchungen durchgeführt:

Klinische Untersuchung

Körperliche Untersuchung, Ultraschalluntersuchung des Bauchraums – insbesondere der Leber (Darmspiegelung, Röntgenaufnahme des Brustkorbs, eventuell auch Computertomographie werden in der Regel in größeren Zeitabständen durchgeführt).

Blutuntersuchung

Neben den üblichen Laboruntersuchungen wird nach den Tumormarkern CEA und CA 19-9 gesucht. Tumormarker sind spezielle Substanzen, die von einigen Krebsarten gebildet und ins Blut abgegeben werden. Die Bestimmung des Tumormarkers ist hilfreich für die Verlaufskontrolle und Nachsorge.

In Nachsorgepässen werden die Ergebnisse der Untersuchungen dokumentiert!

Nachbetreuung

Neben den medizinischen Untersuchungen umfasst die Nachsorge auch die Nachbetreuung des Patienten. Viele Menschen sind nach einer Krebserkrankung physisch und psychisch stark belastet. Bei Fragen und Problemen wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt oder an unsere speziellen Fachkräfte.

Ihre Ansprechpartnerin beim Sozialdienst:

Barbara Ahrens +49 251 83-55980

Leben mit einem Stoma

Für einige Patienten bedeutet eine Darmkrebsoperation das Leben mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma). Hilfsmittel, wie beispielsweise der Kolostomiebeutel, sind heute so weit ausgereift, dass Geruchsbildung und Hygiene keine Probleme mehr sind. Der Beutel muss regelmäßig gewechselt werden, je nach Größe in unterschiedlichen Zeitabständen. Welches Hilfsmittel gewählt wird, kann bei einer Beratung durch Stomatherapeuten im Krankenhaus und zuhause herausgefunden werden. Ein Stoma bedeutet für den gut informierten Patienten kaum Einschränkungen im Alltag. In unserem Darmzentrum steht Ihnen eine speziell ausgebildete Stomatherapeutin zur Verfügung, die Sie bei Fragen vor oder nach der Opeation ansprechen können.

Kontakt

Martina Lausch
Gesundheits- und Krankenpflegerin m. WB 
Pflegespezialistin Wunde- Stoma & Kontinenzförderung 
Waldeyerstr. 1
48149 Münster 
+49 251 83-56191 
E-Mail: martina.lausch(at)ukmuenster.de
Manchen Patienten hilft der Kontakt mit anderen Betroffenen, z. B. in Selbsthilfegruppen. Adressen von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen finden Sie hier.