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Klinik für
Augenheilkunde

Grüner Star/Glaukom | Ihre Behandlung am Universitätsklinikum Münster

Das Glaukom, im Volksmund auch als „Grüner Star“ bezeichnet, ist eine chronische Erkrankung des Sehnervs und zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen für eine bleibende Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung.

Da die Erkrankung lange Zeit ohne Beschwerden verläuft, ist die frühzeitige Diagnose entscheidend, um das Sehvermögen dauerhaft zu erhalten.

Ein Glaukom ist durch eine fortschreitende Schädigung des Sehnervs (Nervus opticus) gekennzeichnet. Dabei kommt es zu einem kontinuierlichen Verlust von Nervenfasern.

Diese Veränderungen zeigen sich am Sehnervenkopf als zunehmende Aushöhlung (Papillenexkavation).

Im weiteren Verlauf entstehen:

  • Gesichtsfeldausfälle
  • Einschränkungen des peripheren Sehens
  • im Spätstadium ein sogenannter „Tunnelblick“

Glaukom-Sprechstunde

Termine nach Vereinbarung

Anmeldung
+49 251 83-56017
+49 251 83-52549
terminvergabe-ambulanz(at)ukmuenster.de


Bitte bringen Sie folgende Unterlagen mit:

  • Überweisung Ihres Augenarztes
  • Versichertenkarte Ihrer Krankenkasse
  • Brillen oder Kontaktlinsen
  • wichtige Vorbefunde

Formen des Glaukoms

Man unterscheidet verschiedene Glaukomformen. Die wichtigsten sind:

Offenwinkelglaukom

  • häufigste Form
  • Kammerwinkel ist offen
  • schleichender Verlauf

Engwinkelglaukom

  • verengter oder blockierter Kammerwinkel
  • kann zu einem akuten Glaukomanfall führen (Notfall)

Normaldruckglaukom

  • Schädigung des Sehnervs trotz normalem Augeninnendruck

Wie entsteht ein Glaukom?

Ein zentraler Faktor ist der Augeninnendruck (Intraokulardruck). Dieser entsteht durch das Gleichgewicht zwischen:

  • Produktion des Kammerwassers im Ziliarkörper
  • Abfluss über das Trabekelwerk und den Schlemm-Kanal

Der normale Augeninnendruck liegt zwischen 10 und 21 mmHg.

Ein erhöhter Augeninnendruck kann:

  • den Sehnerv mechanisch schädigen
  • die Durchblutung beeinträchtigen

Neben dem Augeninnendruck spielt auch die Durchblutung des Sehnervs eine entscheidende Rolle.

Ein Glaukom kann daher:

  • trotz normalem Druck entstehen
  • oder bei erhöhtem Druck ausbleiben

Risikofaktoren für ein Glaukom

Das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, steigt mit verschiedenen Faktoren:

Allgemeine Risikofaktoren

  • erhöhter Augeninnendruck
  • zunehmendes Lebensalter
  • familiäre Vorbelastung

Das Risiko eines 80-Jährigen ist bis zu achtmal höher als das eines 40-Jährigen.

Weitere Risikofaktoren

  • Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit
  • Bluthochdruck oder niedriger Blutdruck
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Nikotinkonsum
  • Durchblutungsstörungen oder Migräne

Symptome – warum das Glaukom oft spät erkannt wird

Das Glaukom ist eine chronische und meist schmerzlose Erkrankung.

Typisch ist:

  • lange Zeit keine Beschwerden
  • unbemerkte Gesichtsfeldausfälle
  • erst spät Einschränkungen im Alltag

Erst im fortgeschrittenen Stadium bemerken Patient*innen:

  • Orientierungsprobleme
  • eingeschränktes peripheres Sehen
  • Tunnelblick

Diagnostik

Zur sicheren Diagnosestellung und Verlaufskontrolle stehen moderne Untersuchungsverfahren zur Verfügung:

Augeninnendruckmessung

  • Applanationstonometrie (Goldstandard)
  • ggf. Tagesdruckprofil
  • Berücksichtigung der Hornhautdicke (Pachymetrie)

Untersuchung des Sehnervs

  • Beurteilung der Papillenform
  • Fotodokumentation zur Verlaufskontrolle

Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)

  • Erfassung funktioneller Einschränkungen
  • wichtig für Alltag und Verkehrstauglichkeit

Kammerwinkeluntersuchung (Gonioskopie)

  • Einteilung der Glaukomform
  • Abschätzung des Risikos eines Winkelblocks

Bildgebende Verfahren

  • Heidelberg Retina Tomograph (HRT)
  • Nervenfaserschichtanalyse (GdX)

Diese ermöglichen eine Früherkennung bereits vor Auftreten von Gesichtsfelddefekten.

Ergänzende Diagnostik

  • Herz-Kreislauf-Untersuchungen
  • Abklärung von Durchblutungsstörungen

Behandlung des Glaukoms

Medikamentöse Therapie

In den meisten Fällen erfolgt die Behandlung zunächst mit Augentropfen.

Wirkung:

  • Senkung des Augeninnendrucks
  • Verbesserung der Durchblutung

Lasertherapie

Moderne Laserverfahren können den Abfluss des Kammerwassers verbessern:

  • Selektive Lasertrabekuloplastik (SLT)
    schonend, wiederholbar, ambulant
  • Argonlasertrabekuloplastik
    Erweiterung des Abflusses
  • YAG-Iridotomie
    insbesondere beim Engwinkelglaukom

Operative Behandlung

Wenn Medikamente und Laser nicht ausreichen:

  • Trabekulektomie (Filteroperation)
  • Trabekulotomie
  • Zyklophotokoagulation
  • Iridektomie

Ziel ist die Schaffung eines verbesserten Kammerwasserabflusses.

Mögliche Nebenwirkungen

Schwerwiegende Komplikationen sind bei der Operation des Glaukoms selten, jedoch ist kein Eingriff frei von Risiken. Trotz größter Sorgfalt können folgende typische Komplikationen auftreten: Reizzustände, Entzündungen, Blutungen und Druckschwankungen. Sie machen gelegentlich ein erneutes operatives Eingreifen erforderlich und können bisweilen eine dauerhafte Sehschwäche, selten auch einen völligen Verlust der Sehkraft zur Folge haben.