Sprechstunden & Kontakt
Sprechstunden
Die Institutsambulanz ist Teil einer gemeindenahen Versorgungskette mit enger Kooperation zu niedergelassenen Ärzten und Therapeuten, Schulen, Kindergärten, Beratungsstellen und Jugendämtern sowie Jugendhilfeeinrichtungen. Ihre Aufgaben umfassen nach dem Sozialgesetzbuch V § 118 (1) die psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die nach Art, Schwere und Dauer der Erkrankung oder wegen Unerreichbarkeit geeigneter Versorgungsangebote auf die Behandlung in einer Klinikambulanz angewiesen sind.
In unserer Institutsambulanz werden Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren vorgestellt. Die Familien oder Erziehungsberechtigten werden eng in die Arbeit einbezogen. Als Teil der kinder- und jugendpsychiatrischen Diagnostik und Behandlung wird hier auch die Indikation für eine eventuelle tagesklinische oder stationäre Behandlung gestellt und die Vorbereitung hierfür durchgeführt. Familien werden also vor und nach einer (teil-)stationären Behandlung durch unsere Ambulanz betreut. Sofern eine weitere kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung nach einem (teil-)stationären Aufenthalt im niedergelassenen Bereich gewährleistet ist, wird sie dort erbracht. Möchten Sie mehr über unsere ambulanten Diagnostik- und Therapieangebote erfahren? Dann klicken Sie bitte hier →
- Überweisungsschein von dem Kinderarzt oder Hausarzt Ihres Kindes
- die Krankenversicherungskarte
- den ausgefüllten Elternfragebogen, den wir Ihnen mit einer Wegbeschreibung zu unserer Klinik schon zugesandt haben
- das gelbe Vorsorgeheft und den Impfpass
- alle Zeugnisse in KOPIE
- Die folgenden Berichte - soweit vorhanden - BITTE IMMER ALS KOPIE:
- Berichte von Kindergarten bzw. Schule
- Bericht über einen aktuellen Seh- und Hörtest (nicht älter als zwei Jahre)
- Berichte der Erziehungsberatungsstelle oder des Jugendamtes
- Berichte von vorbehandelnden Ärzten, Psychotherapeuten, Ergotherapeuten etc.
Institutsambulanz
Diagnostik
Die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung oder Weiterverweisung ist eine umfassende, symptomierte Diagnostik, die über mehrere Termine und Stunden dauern kann. Die kinder- und jugendpsychologische Diagnostik beginnt mit einer sorgfältigen Anamneseerhebung zur Person des Patienten, seiner Familie und seinen Lebensbedingungen. Desweiteren werden je nach Indikationsstellung weitere diagnostische Verfahren durchgeführt:
- Ausschlussdiagnostik körperlicher Erkrankungen, ggf. unter Einbeziehung anderer Fachgebiete des Universitätsklinikums
- psychologische Testung, ggf. einschl. Intelligenz- und Leistungsdiagnostik
- Entwicklungsdiagnostik
Die somatische Untersuchung durch einen Arzt besteht aus einer körperlichen Untersuchung, häufig wird ein EEG abgeleitet, gelegentlich erfolgen zusätzliche Laboruntersuchungen.
Alle Untersuchungsergebnisse und eine kinder- und jugendpsychiatrische Stellungnahme und Empfehlung werden in einem abschließenden Arztbericht für die Familie und den einweisenden bzw. weiterbehandelnden Arzt zusammengefasst.
Therapieangebote
Die Behandlungsmaßnahmen sind multimodal, d.h. es kommen je nach seelischer Symptomatik verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologisch-analytische, spieltherapeutische und systemisch-familientherapeutische
Verfahren zur Anwendung. Ergänzend kann je nach Erfordernis und Abstimmung mit dem Kind/ Jugendlichen und seinen Eltern die
Kooperation mit externen Einrichtungen oder eine Weiterverweisung angezeigt sein. Hierzu zählen:
- die Einbeziehung der Schule/ des Kindergartens/ des Kinderhortes
- die Zusammenarbeit mit überweisenden und niedergelassenen Ärzten
- die Überweisung zu anderen Fachabteilungen des UKM wie z.B. Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Klinik für Neuropädiatrie sowie zu Bereichen wie Ergotherapie, Krankengymnastik, Lerntherapie, u.a.
- die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Jugendhilfe
Spezialsprechstunden
Unsere Klinik bietet sowohl stationär als auch ambulant ein breites Behandlungsangebot für psychische und psychosomatische Störungen im Kinder- und Jugendalter. In unseren Spezialsprechstunden kümmert sich unser interdisziplinäres Team aus Ärzten, Psychologen, Pflegern, Pädagogen und Therapeuten um unsere Patienten.
Aktuell bieten wir fünf Spezialsprechstunden in diesen Bereichen an:
Spezialsprechstunde Schwangerschaft, Geburt und Säuglingszeit
Schwangerschaft und Geburt bedeuten viele neue Herausforderungen, in denen Chancen, aber auch Risiken liegen.
Manchmal kann das psychisch sehr belasten. Insbesondere bei bereits bestehender psychischer Erkrankung ist eine psychotherapeutische Begleitung ratsam sowie ggf. die Anpassung einer Psychopharmakotherapie erforderlich.
In der Schwangerschaft und nach der Geburt ist das Risiko für das Auftreten psychischer Gesundheitsprobleme erhöht. Durch hormonelle Umstellungen und Erschöpfung können insbesondere Ängest und Depressionen, aber auch andere psychische Probleme auftreten, die die Entwicklung der Beziehung zum Kind erschweren.
Unsere interdisziplinäre Spezialsprechstunde bietet Unterstützung mit folgenden Schwerpunkten an:
- Psychotherapie bei psychischen Krisen vor und nach der Geburt eines Kindes
- Eltern-Kind-Psychotherapie zur Unterstützung der frühen Eltern-Kind-Bindung
- Psychopharmakologische Beratung für psychiatrisch erkrankte Frauen mit Kinderwunsch, in Schwangerschaft und Stillzeit
Dazu gehört (u.a.):
- Krisenintervention/Beratung
- psychiatrische und kinderpsychiatrische Diagnostik
- Eltern-Kind-Diagnostik
- Familientherapie/Paarberatung
- Beratung zu sozialen Hilfen
- Vernetzung mit den sog. "Frühen Hilfen"
- Vermittlung weiterführender Psychotherapie
- Vorbereitung tagesklinischer Behandlung
Mögliche Zeichen einer psychischen Belastung der Eltern sind:
- anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung und Überforderungserleben
- Trauigkeit und Freudlosigkeit
- Ängste und Panikgefühle
- Stimmungsschwankungen und erhöhte Reizbarkeit
- Versagensängste
- negative Gefühle gegenüber dem Kind
- sich mit dem Kind alleine und hilflos fühlen
Im Säuglingsalter sind sog. Regulationsstörungen keine Seltenheit. Als solche werden Probleme in der Regulierung von Schlaf, Nahrungsaufnahme und Spannungszuständen bezeichnet. Mögliche Zeichen von Regulationsstörungen beim Säugling sind:
- Einschlaf- und Durchschlafprobleme
- übermäßiges Schreien
- Trinkunlust, Fütterstörung
- Unruhe, Unzufriedenheit
Spezialsprechstunde für Klein- und Vorschulkinder und deren Eltern
Wir bieten professionelle Hilfe für Eltern, wenn sie mit einem bestimmten Problem oder Verhalten ihres Kleinkindes nicht zurechtkommen. Die wesentlichen Probleme, die in so jungen Jahren auftreten und die Eltern veranlassen können, die Spezialsprechstunde unserer Klinik aufzusuchen, sind häufig emotionale und Verhaltensprobleme, zu denen Trennungsängste und eingeschränkte Spielbereitschaft zählen. Wir verstehen uns auch als Anlaufstelle für Bindungs- und Beziehungsstörungen, Entwicklungsauffälligkeiten, expansive Störungen wie Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen sowie Störungen im Bereich der Ausscheidungen. Die meisten dieser Störungen sind vorübergehend und verschwinden im Laufe der kindlichen Entwicklung. Trotzdem gibt es krisenhafte Verläufe, die von den Eltern sehr belastend erlebt werden und Anlass zu Hilfestellungen, bieten, auch um zu verhindern, dass die Störungen sich in der späteren Kindheit verfestigen. Häufig reichen ambulante Maßnahmen aus, um eine positive Entwicklung des Kindes auch zusammen mit seinen Eltern wieder in Gang zu bringen. Zeichnet sich ab, dass ambulante Maßnahmen nicht ausreichen, kann die Aufnahme in unserer Familientagesklinik erfolgen.
- Entwicklungsdiagnostik
- Interaktions- und Beziehungsdiagnostik- und therapie
- Videodiagnostik, Videofeedback und Videotherapie
- Familien und Elterngespräche
- Psychotherapie, Spieltherapie
Wir legen großen Wert auf Kooperation mit den niedergelassenen Kollegen, den Gesundheitsämtern, den Sozialpädiatrischen Zentren, den Frühförderstellen und den Spezialtherapeuten (Logopädie, Ergotherapie)
Spezialsprechstunde Geschlechtsinkongruenz/Geschlechtsdysphorie
Spezialsprechstunde Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsinkongruenz oder Geschlechtsdysphorie (trans*) sowie Variationen der geschlechtlichen Entwicklung (inter*)
Flyer Spezialsprechstunde Geschlechtsinkogruenz
Weitere Informationen und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf der Website des Center for Transgender Health.
Im Kindes – und Jugendalter sind Gefühle der Verunsicherung in Hinblick auf die geschlechtliche Identität nicht selten. Unsere Spezialsprechstunde richtet sich an Kinder und Jugendliche sowie deren Familien mit Anliegen wie z. B.
- „Mein Kind ist unglücklich über sein Geschlecht.“
- „Ich fühle mich im falschen Körper.“
- „Bin ich trans*?“
Wenn das selbst empfundene Geschlecht von Kindern oder Jugendlichen nicht mit ihren körperlichen Merkmalen übereinstimmt, wird von Geschlechtsinkongruenz gesprochen. Leidet die betroffene Person darunter, wird dies als Geschlechtsdysphorie bezeichnet. Intergeschlechtlichkeit bezeichnet Varianten der körperlichen Geschlechtsentwicklung, bei denen das biologische Geschlecht nicht eindeutig ist.
Wir möchten Kindern und Jugendlichen dabei helfen, bezüglich ihres Geschlechts ihren eigenen Weg für sich zu finden und danach selbstbestimmt zu leben. Um mögliche begleitende psychische Probleme frühzeitig zu erkennen und ggf. geeignete Hilfsmaßnahmen einzuleiten, wurde die Spezialsprechstunde 2014 gegründet. Bei der Auswahl von Maßnahmen ist unser Ziel eine informierte und partizipative Entscheidungsfindung aller Beteiligten. Familien und weitere Bezugspersonen werden je nach Alter eng in das Behandlungsangebot einbezogen.
- ausführliche entwicklungsbezogene Diagnostik
- ergebnisoffene psychotherapeutische Unterstützung bei der Selbstfindung
- Beratung bei Fragen zum sozialen Outing
- Beratung zu organisatorischen Fragen (Schule, Änderung des Personenstands etc.)
- Klärung von offenen Fragen und ggf. Vorbehalten der Eltern gegenüber einer Transition
- Vorbereitung und Einleitung körpermedizinischer Maßnahmen
- Gutachten im Rahmen des Transsexuellengesetzes
Die Sprechstunde ist in ein größeres Kooperationsnetzwerk eingebunden. Bei Bedarf kann kinderärztlich-endokrinologische Expertise für eine mögliche Hormontherapie hinzugezogen werden. Ferner wird die weiterführende fachgerechte Begleitung im Erwachsenenalter vermittelt
Darüber hinaus kooperieren wir mit Selbsthilfe- und Elternnetzwerken. Außerdem bieten wir fachliche Beratung für interessierte Berufsgruppen (Erziehungs- und Lehrkräfte, Ärzt*innen, Sozialarbeiter*innen und Psycholog*innen) an.
Spezialsprechstunde Essstörungen
Die Spezialsprechstunde für Essstörungen bietet eine erste Anlaufstelle für Betroffene und ihre Familien, die sich über die Symptomatik und Diagnostik von sämtlichen Essstörungen sowie über die Therapiemöglichkeiten in unserer Klinik informieren möchten. Die Termine können zu verschiedenen Zwecken in Anspruch genommen werden.
Besteht ein (deutliches) Untergewicht ohne medizinische Erklärung oder bereits ein Verdacht auf Essstörung kann eine ausführliche Diagnostik Aufschluss über das Vorliegen oder den Ausschluss einer Essstörung geben. Besteht bereits eine gesicherte Diagnose informieren wir gerne über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten (stationär, teilstationär, ambulant) und geben fundierte Rückmeldung, welche Behandlungsform für die aktuelle Situation ausreichend bzw. notwendig erscheint.
Zeichnet sich die Notwendigkeit eines stationären Aufenthaltes in unserer Klinik ab, erläutern wir Ihnen ausführlich unser Behandlungskonzept (mit schriftlichem Infomaterial), besprechen das konkrete weitere Vorgehen und zeigen Ihnen die Räumlichkeiten der Station.
Spezialsprechstunde Flüchtlingskinder
Krieg, Verfolgung und Flucht sowie das Ankommen in Deutschland verbunden mit einer unsicheren Perspektive können sehr belastend sein. Flucht nach Erlebnissen wie Krieg oder Terror bedeutet für viele Menschen, dass ihre bisherige Welt und die ihrer Familie in die Brüche gegangen ist. Bei der seelischen Verarbeitung der Erlebnisse brauchen viele Kinder und Jugendliche professionelle Unterstützung. Bei einem Teil der Betroffenen entstehen behandlungsbedürftige Symptome wie Ängste, depressive Verstimmungen, Alpträume, sich aufdrängende Erinnerungen oder aggressive Reaktionen. Manchmal sind diese Symptome erst nach einer gewissen Zeit nach dem Ankommen in dem Gastland und in Zusammenhang mit neuen Herausforderungen (wie z. B. Beginn der Schule) zu sehen.
Oft ist es für Erwachsene im Umfeld nicht einfach, einzuschätzen, welche professionelle Unterstützung angemessen ist. In unserer Spezialsprechstunde bieten wir daher fachgerechte kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik und auf die jeweiligen Bedürfnisse ausgerichtete weiterführende Unterstützung und Vermittlung an. Das beinhaltet auch die Begleitung fortlaufender psychotherapeutischer Prozesse.
- Diagnostik
- Beratung
- Psychotherapie
- Elterngespräche
- Familiengespräche
- Indikationsstellung bzgl weiterführender Behandlungen (auch bzgl. der Notwendigkeit einer teil- oder vollstationäre Behandlung)
- Kooperation mit öffentlichen Helfersystemen (z.B. Jugendhilfe, Schulen)
- Fallbezogene Kooperation mit Asyl- und Sozialrechtlichen Unterstützungssystemen
- Supervision und Weiterbildung
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie
Schmeddingstraße 50
48149 Münster
24-h Rufbereitschaft:
+49251 83-53636
