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Klinik für Kinder- und Jugend-
psychiatrie, -psychosomatik
und psychotherapie

Therapieangebot

Die Therapie in der UKM Kinder- und Jugendpsychiatrie kann ambulant, stationär oder teilstationär in einer unserer Tageskliniken erfolgen. Im Anschluss an die Diagnose bespricht unser Team aus Ärzten, Psychologen und Therapeuten gemeinsam mit den Patienten die weiteren Schritte. Das Ziel: Gemeinsam erarbeiten wir ein Behandlungskonzept, das individuelle Therapie-Bausteine beinhaltet. Unser Therapieangebot ist sehr vielfältig und orientiert sich an den Bedürfnissen und Erkrankungen der Kinder und Jugendlichen. Dabei ist die Behandlung multimodal. Das heißt: Je nach Krankheitsbild wählen unsere Psychologen und Therapeuten mehrere therapeutische Angebote aus, die in Kombination helfen sollen, Therapieerfolge zu erzielen. Falls nicht anders möglich, kann auch eine medikamentöse Behandlung in die Therapie mit einfließen. Die Vergabe von Medikamenten wird aber in jedem Fall durch andere Formen wie Einzel- oder Familientherapie ergänzt. 

Multifamilientherapie

Mit unserer Multifamilientherapie (MFT) bieten wir Kindern und Jugendlichen ein besonderes Behandlungskonzept: In der MFT behandeln unsere Psychologen und Therapeuten fünf bis sieben Familien gleichzeitig. Damit binden wir den sozialen Kontext als Übungsfeld in die Therapie mit ein.  Die MFT kommt bei uns vor allem bei Kindern und Jugendlichen mit Essstörungen zum Einsatz.

Die Behandlung essgestörter Kinder und Jugendlicher stellt Therapeuten und Familien vor eine große Herausforderung. Nach stationärer Behandlung kommt es oft zu einer erneuten Gewichtsabnahme und einer Wiederkehr anorektischer Verhaltensweisen und Denkmuster - Eltern stehen diesem Rückfall nicht selten ohnmächtig gegenüber. In der Familientagesklinik bieten wir ein Therapieprogramm an, das eine intensive und alltagsnahe Einbeziehung der Eltern in der Therapie realisiert. Die Eltern bleiben dabei in ihrer Verantwortlichkeit für ihr Kind. Sie erlernen und erleben Kompetenz im Umgang mit der Krankheit.

Die MFT besteht aus drei Phasen:
Die erste Phase ist symptomorientiert, d.h. in dieser Zeit werden die Eltern an einen kompetenten Umgang mit der Essstörung herangeführt. 
In der zweiten Phase soll durch familientherapeutische Techniken u.a. die familiäre Konflikt- und Versöhnungsfähigkeit gefördert werden.
In der dritten Phase stehen Zukunftsorientierung, Ablösung und Rückfallprophylaxe im Vordergrund.

Im Rahmen der MFT werden 5 bis 7 Familien gemeinsam behandelt. Durch diese Behandlungsform gelingt es, einen Kontext zu schaffen, in dem störungsrelevante Situationen zu therapeutisch-nutzbaren Übungsfeldern werden können. Wir betrachten die Familie nicht als Teil des Problems, sondern als Möglichkeit, bei gezielter Familientherapie die Essstörung schneller und erfolgreich zu behandeln. Die Mitarbeit beider Elternteile, mindestens aber eines Elternteils, ist dafür unbedingt erforderlich.

Die Behandlung in der MFT erstreckt sich über ein Jahr mit insgesamt 15 Behandlungstagen. Jeder MFT-Tag beginnt um 08.00 Uhr und endet um 16.00 Uhr. Die Mahlzeiten nehmen Eltern und Jugendliche gemeinsam in der Gruppe ein.

Es werden Kinder und Jugendliche aufgenommen, die an Magersucht (Anorexia Nervosa) leiden und bei mindestens einem Elternteil wohnen. Die Eltern werden als medizinisch notwendige Begleitpersonen aufgenommen. Im Sinne einer integrierten Gesamtversorgung bieten wir unseren Patienten und ihren Familien die Vernetzung von ambulanter, teilstationärer und stationärer Behandlung.

Sprechstunde

Telefonsprechstunde der Multifamilientherapie:
Jeden Montag von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr
+49 251 83-53636

Einzeltherapie

Das Team der UKM Kinder- und Jugendpsychiatrie ist in verschiedenen Therapieformen ausgebildet und kann so auf die jeweilige Situation und das individuelle Krankheitsbild jedes Kindes und Jugendlichen eingehen. Ein wichtiger Baustein jeder Behandlung ist die Einzeltherapie. Unser Team setzt mit der Einzeltherapie darauf, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen neue Wege im Erleben und Verhalten zu finden.  Die einzelnen Therapieformen passen wir dabei an das Alter der Patienten an: Bei Kindern kommt häufig die Spieltherapie zum Einsatz. Bei Jugendlichen nutzen unsere Therapeuten meist eine Kombination aus verhaltenstherapeutischen und tiefenpsychologischen Gesprächen, um Therapieerfolge zu erzielen. Bei allen Therapieformen erfolgt ein lösungs- und ressourcenorientiertes Vorgehen. Das heißt: Es werden nicht nur die Probleme und Defizite des Patienten in den Vordergrund gestellt. Vielmehr nutzen unsere Therapeuten persönliche Stärken und besondere Fähigkeiten, die zur besseren Heilung beitragen.

Familientherapie

Gemeinsam Therapieerfolge erreichen: Wir sind davon überzeugt, dass Therapieerfolge sich am besten gemeinsam erreichen lassen. Daher beziehen unsere Therapeuten Eltern und Geschwister bzw. andere Bezugspersonen aktiv in die Behandlung mit ein. Unsere Ärzte, Psychologen und Therapeuten erklären Eltern und Bezugspersonen die Symptome des jeweiligen Krankheitsbilds und gehen auf Fragen ein. Dadurch erhoffen wir uns, das Verständnis der Eltern für ihr Kind zu verbessern und positiven Einfluss auf die Verhältnisse in der Familie zu nehmen. Es hat sich gezeigt: Sobald unsere Ärzte und Therapeuten die Familie in die Therapie mit einbeziehen, zeigt die Gesamtbehandlung bessere Wirkung – unabhängig von Krankheitsbild und -ursache.

Medikamentöse Therapie

Bei bestimmten Krankheitsbildern der Kinder- und Jugendpsychiatrie lässt sich eine medikamentöse Behandlung nur schwer umgehen. Die Vergabe von Medikamenten erfolgt allerdings immer unterstützend zu anderen Therapieformen. Dabei berücksichtigt unser Team aus Ärzten, Psychologen und Therapeuten den Grundsatz des „informed consent“ – das heißt, dass die Vergabe von Medikamenten in enger Absprache mit den Eltern bzw. den sorgeberechtigen Personen erfolgt. Während der medikamentösen Behandlung kontrollieren Ärzte der Kinder- und Jugendpsychiatrie regelmäßig die Nebenwirkungen des Medikaments – zum Beispiel anhand von Blutbild oder EKG.

Therapeutisches Spektrum der Stationen

Soziotherapeutisches Spektrum der Stationen
In der teil- und vollstationären Behandlung arbeiten wir im Bezugsbetreuersystem, d.h. während des Klinikaufenthaltes hat jedes Kind zusätzlich zu den Therapeuten der unterschiedlichen Therapieverfahren seine feste Bezugsperson bei den Mitarbeitern des Pflege- und Erziehungsdienstes. Sie begleiten das Kind in enger Absprache mit den Eltern/ Erziehungsberechtigten über den gesamten Behandlungsverlauf. 

Je nach Station werden unterschiedliche gruppentherapeutische Angebote durchgeführt. Dazu gehören:

  • Kochgruppe
  • Lebenspraktisches Training
  • Schwimmgruppe
  • Sportgruppe
  • Zeitungsgruppe u.a.

Daneben gibt es weitere Innen- und Außenaktivitäten, die mit den Kindern gemeinsam geplant werden.  

Zur Einbindung und Unterstützung der Eltern und Familien werden auf den einzelnen Stationen unterschiedliche Angebote gemacht:

  • Regelmäßige Familiengespräche
  • Tagesklinische Aufnahme von Eltern
  • Interaktionseinheiten mit Eltern und Patienten
  • Elternabende
  • Samstags Elternfrühstück
  • Im Rahmen des Besuchsnachmittages: Elternsprechzeit, 
    offene Kunstwerkstatt

Mototherapie und psychomotorische Therapie

Die Mototherapie hat sich aus dem psychomotorischen Gedankengut entwickelt, das die Einheit und Wechselwirkung zwischen körperlich-motorischen und psychisch-geistigen Prozessen betont. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers, so wie Bewegung und Spiel sind zentrale Elemente der Therapie, die somit methodisch an die unmittelbare Erfahrungswelt von Kindern anknüpft.

Körper- und Bewegungserfahrungen sind nicht nur wichtig für die Aneignung von Kompetenzen in Bezug auf die materiale und soziale Umwelt, sondern auch für die Selbstwahrnehmung, die Selbsterfahrung und eine gesunde Identitätsentwicklung.

Ansprechpartner

Ulrich Trimpe (Motopäde)
+49 251 83-52280
Ulrich.trimpe(at)ukmuenster.de 

Die Motodiagnostik dient der Erhebung des sensomotorischen Entwicklungsstandes und wird  durchgeführt, wenn der Verdacht auf Entwicklungsrückstände bzw. -störungen besteht. Folgende Verfahren kommen dabei überwiegend zur Anwendung: Standardisierte Verfahren:

  • Motoriktest für 4-6jährige Kinder (MOT 4-6) zur Messung des motorischen Entwicklungsstandes
  • Körperkoordinationstest für Kinder von 5 bis 14 Jahren (KTK) zur Messung des Entwicklungsstandes der Gesamtkörperbeherrschung und -kontrolle

Nicht standardisierte Beobachtungsverfahren:

  • Videogestützte qualitative Entwicklungsdiagnostik der verschiedenen perzeptiven und motorischen Fähigkeiten
  • Trampolin-Körperkoordinationstest (TKT)

Mittlerweile hat sich ein recht breites Spektrum verschiedener mototherapeutischer Konzeptionen entwickelt, so dass je nach individueller Symptomatik der Patienten unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden können.

  • Psychomotorische Einzeltherapie: Verhaltensauffälligkeiten und emotionale Störungen wie Ängstlichkeit oder auch Aggressivität treten häufig in Zusammenhang mit einer gestörten Selbstwahrnehmung und einem negativen Selbstkonzept auf. In der Einzeltherapie geht es um die direkte Körpererfahrung, Entdeckung und Entwicklung motorischer Fähigkeiten. In der  Bewegungsinteraktion mit dem Therapeuten geht es vornehmlich um die Stärkung des Selbstwertgefühls und den Aufbau eines realistischen, positiven Selbstkonzepts.
  • Psychomotorische  Gruppentherapie
  • Diese Gruppe bietet den Patienten ein soziales Erfahrungsfeld, in dem sie die Möglichkeit haben, im geschützten Rahmen mit gezielter therapeutischer Unterstützung eigene dysfunktionale Verhaltensweisen zu erkennen, zu verändern und neue Verhaltensweisen einzuüben mit dem Ziel der Entwicklung sozialer Kompetenzen, z.B.
    • Initiieren von Kontakten
    • Konstruktiver Umgang mit Konflikten
    • Adäquate Affektregulation im Kontakt mit Gleichaltrigen
  • Familie in Bewegung: Psychomotorische FamilientherapieIn diesem Rahmen werden die Eltern bzw. die Mitglieder der gesamten Kernfamilie der Patienten intensiv mit in den therapeutischen Prozess einbezogen.Offene und strukturierte  Spiel- und Bewegungsangebote  ermöglichen allen Familienmitgliedern neue, körperlich und emotional spürbare Erfahrungen im Umgang miteinander. Über das unmittelbare körperlich-emotionale Erleben, das kreative Handeln und die gemeinsame Reflektion kommt das Familiensystem in Bewegung. Positive Bindungen können sich entwickeln und verstärken, eingefahrene, dysfunktionale Beziehungsmuster können erkannt und verändert werden, und die gesamte Familie erhält  neue Impulse für ein lebendiges, liebevolles Miteinander. Anhand von Videoaufzeichnungen können Ressourcen herausgearbeitet und Fortschritte sichtbar gemacht werden.

Körperpsychotherapie mit Jugendlichen und ihren Familien

Im leiblichen Erforschungsprozess entfaltet sich die Matrix aus inneren Strukturen von Einstellungen und Erfahrungen und diese drücken sich in Bewegung und Wahrnehmung, welches ein Zusammenspiel aus sensorisch, motorisch, affektiven Momenten von Befindlichkeiten ist, aus. Merlau-Ponty (1966) prägte für die menschliche Existenz den Begriff Ambiguität und meint damit „Indem ich Leib bin, habe ich einen Körper, eben weil ich Leib bin“. Beide Anteile werden in ihrer Vielschichtigkeit perzeptiv, affektiv-emotional, kognitiv und motorisch wahrgenommen (z.B. meine Hand ist nicht nur eine Ansammlung von Punkten) und daraus resultiert ein Gesamtkörper/Leiberleben.

In der klinischen Praxis begegnen wir vielfältigen Körperproblemen, wie z.B. Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten, Ekzeme, Verwirrung bezüglich der eigenen sexuellen Identität oder zwanghaftem Sport zu treiben. Eine ausgeprägte Suche nach einem verlässlichen Körper und die Scham unangenehme Gefühle wegen des eigenen Körpers zu überwinden prägen dabei auch die Identitätsentwicklung.

Vor diesem Hintergrund gehören die körperpsychotherapeutische Einzelbehandlung, sowie verschiedene Gruppentherapien und Eltern-Kind-Begegnungen zum multimodalen Therapieangebot.

Kunsttherapie

In der Kunsttherapie bieten wir den Kindern und Jugendlichen ein vielfältiges Angebot. Das "Innere Erleben" findet im Gestalten seinen Ausdruck, wird sichtbar, erfahrbar und damit besprechbar. Zu Beginn der kunsttherapeutischen Arbeit finden je nach Indikationsstellung verschiedene diagnostische Verfahren Anwendung. In der kreativen Arbeit werden die Patienten zu Handelnden. Sie können sich ausprobieren, Neues entwerfen, Teile verwerfen, sich neu orientieren und damit zu zufrieden stellenden Lösungen gelangen. So werden sie in ihrer Selbstwahrnehmung gefördert. Über diesen non-verbalen Weg können sie Entscheidungs- und Handlungskompetenzen in eigene Lebensbereiche übertragen und einbeziehen.

Die Kinder und Jugendlichen sollen befähigt werden, Lösungen für schwierige Situationen aktiv mitzugestalten.
Auf dem Weg dorthin wird die Selbstwahrnehmung verbessert und die Wahrnehmung der Gefühle geschult. Ihr Ausdruck wird gefördert und die Patienten lernen die Vielfalt ihrer Gefühle kennen. Innerhalb dieses Prozesses entdecken die Kinder und Jugendlichen ihre Ressourcen und Stärken und beginnen sie zu nutzen. Auf solcher Grundlage kann es ihnen möglich werden, auch Schwächen und Ängste zuzulassen, eigene Begrenzungen und Gefühlszustände anzunehmen und zu einem realistischen Selbstbild zu finden. Die Behandlungswege orientieren sich an den individuellen Symptomen und Bedürfnissen der Patienten. Um ihren persönlichen Ausdruck zu finden, können die Kinder und Jugendlichen unterschiedlichste Materialien wie Farben, Ton, Speckstein und Holz wählen. Als Methoden kommen sowohl ausdruckszentrierte als auch themenzentrierte Verfahren zur Anwendung. Die Kinder kommen zu uns in die Atelier- und Werkstatträume zur Therapie, werden einzeln und in Gruppen behandelt.
Weitere Angebote der Kunsttherapie sind die Theatergruppe, das Offene Atelier und die Offene Werkstatt.  Die Familien werden eingebunden in Eltern-Kind-Interaktionen, die Offene Werkstatt für Familien und Elternabende. In Einzelfällen wird auch eine ambulante Nachsorge angeboten.

Die Möglichkeiten des darstellenden Ausdrucks eröffnen sich im Theater therapeutischem Angebot auf der Kinderstation. In der theatertherapeutischen Gruppe, im Einzelsetting oder in der Eltern - Kind - Interaktion gibt das Fantasiespiel die Möglichkeit sich in neuen Rollen zu erleben. Kreative Kräfte sollen geweckt, Ressourcen  angeregt und gefördert werden. Die Theatertherapie nutzt viele Formen des darstellenden Spiels, z.B. Improvisationsspiel, Puppenspiel, Playbacktheater oder Bildertheater. Dadurch erschließen sich den Spielenden neue Handlungspotentiale. Emotionen, die bisher nicht benennbar waren, können dargestellt und ausgedrückt werden. Durch die Rolle bleibt die notwendige Distanz gewahrt und die Gefühle können auf der Symbolebene belassen werden wenn ein Ausleben in der Lebensrealität nicht möglich ist.

Station 1
Frau Renate Siepker, künstlerische Therapeutin (DGfT), Diplom-Sozialpädagogin

Station 2
Frau Mirjam Schilling, Kunsttherapeutin, Systemische Beraterin (SG), Dipl. Sozialpädagogin 

Station 3
Frau Eva Gawantka, Kunsttherapeutin (M.A), Dipl. Ergotherapeutin Station 5
Frau Christiane Maas, Klinische Kunsttherapeutin (grad. DFKGT) TK Roxel
Frau Kay Strothe, Kunsttherapeutin, Diplom-Sozialpädagogin (grad. DFKGT)

 

Ergotherapie

Der Begriff Ergotherapie leitet sich vom griechischen Wort ergon (= Werk, Tun, Handlung) ab. Es ist eine Therapieform, bei der der Patient unter Anleitung handwerklich-gestalterische Techniken erlernt und damit weitgehend selbständig arbeitet. Mit Hilfe dieser Techniken können körperlich und bei uns besonders entwicklungsbedingt und psychisch Beeinträchtigte behandelt werden. Die Ergotherapie in unserer Klinik versteht sich als Teil eines Gesamtbehandlungskonzeptes und wird sowohl in Gruppen- als auch Einzeltherapien durchgeführt. Die Therapie erfolgt stets auf ärztliche Verordnung und wird in der Zielsetzung individuell auf die Patienten abgestimmt. In der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie stehen dabei die folgenden Ziele im Vordergrund:

  • Entwicklung von Wahrnehmung und Umgangstechniken mit Angst und Aggression
  • Abbau von Ängsten und Aggressionen
  • Therapie zur Antriebssteigerung
  • Verbesserung des Selbstwertgefühls bzw. der Selbsteinschätzung
  • Förderung von Ausdauer
  • Konzentration und Merkfähigkeit
  • Tagesstrukturierung
  • die Wiedererlangung von Eigenaktivität sowie Selbständigkeit
  • Förderung sozialer Kontakte

Snoezelen

Ausgehend von der Begriffsbestimmung durch Frau Prof. Dr. Mertens (1999) verstehen wir in der Behandlung von Kinder- und Jugendlichen und ihren Familien in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik Münster, Snoezelen als eine Möglichkeit, Patientinnen und Patienten eine gestaltende Umgebung anzubieten, die durch steuerbare multisensorische Reize Wohlbefinden auslöst und dadurch Prozesse einer verbesserten Affektregulation und Interaktion angestoßen werden können.
In dieser gestaltenden Umgebung (Raum), beziehen sich Patienten/Patientinnen und ihre Eltern oder Behandler aufeinander. Durch  die somatosensorischen Reize werden Erinnerungen ausgelöst (z.B. Berührungen auf der Haut sprechen frühe Berührungskontakte an). Vor diesem Hintergrund wird eine genaue Indikation für die Auswahl der Reize und des Beziehungssetting gestellt. (d.h. die Biographischen Informationen, die aktuelle Lebenssituation und Krankheit werden berücksichtigt)
Die therapeutisch-pädagogische Behandlung erfolgt über die Auswertung der Beobachtungen aus den Snoezelsituationen. Dies erfolgt aus den Beschreibungen der sozio-emotionalen Selbstwahrnehmung und damit möglicherweise verbundenen Gefühls- und Gedankenzuständen der Patienten, die durch die sensorischen Reize im Snoezeleraum in Kongruenz mit der Interaktionserfahrung der Snoezelsituation in der Selbstwahrnehmung ausgelöst wurden.

Musiktherapie

Die Musiktherapie als psychotherapeutische Behandlungsform stehen vielfältige Möglichkeiten und Methoden zur Verfügung, um Jugendliche auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Die Musik als Medium kann dafür in unterschiedlichster Form eingesetzt werden. Sowohl das Musikhören als auch das Musik machen in strukturierter oder freier Form stehen dabei im Focus des musiktherapeutischen Verlaufs, der je nach Indikation und Therapieziel individuell gestaltet wird. Die Musiktherapie bietet in der einzeltherapeutischen, in der gruppentherapeutischen und der familienbezogenen Arbeit die Möglichkeit, Gefühle wieder bewusster wahrzunehmen und diese zum Ausdruck zu bringen, das eigene Selbstbild zu verbessern, sich seiner eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, Konzentration und Kreativität zu fördern, neue Erfahrungen in der Kontakt- und Beziehungsgestaltung zu erleben und Identitätsentwicklung zu unterstützen.  

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie

Schmeddingstraße 50

48149 Münster

24-h Rufbereitschaft:
+49251 83-53636 

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