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Klinik für Unfall-,
Hand- und
Wiederherstellungschirurgie

Problemfrakturen

Problemfrakturen sind komplexe Knochenbrüche, die aufgrund ihrer Schwere, der Begleitverletzungen oder von Heilungskomplikationen besondere therapeutische Maßnahmen erfordern. Sie können durch verschiedene Ursachen entstehen und bedürfen einer spezialisierten Diagnostik sowie individueller Therapieansätze.

Problemfrakturen entstehen meist durch:

  • Schwere Unfälle (z. B. Verkehrsunfälle, Stürze aus großer Höhe, Arbeitsunfälle)
  • Offene Frakturen mit Infektionsrisiko
  • Mangelnde Knochenheilung (Pseudarthrosen)
  • Osteoporose, die die Stabilität des Knochens beeinträchtigen
  • Vorangegangene Operationen, die zu Komplikationen führten, wie Infektionen oder Materialversagen

Diagnostik

Zur präzisen Diagnose von Problemfrakturen setzen wir verschiedene bildgebende und labordiagnostische Verfahren ein:

  • Röntgenaufnahmen zur Erstbeurteilung der Fraktur
  • CT (Computertomographie) zur genauen Darstellung der Frakturkonfiguration
  • MRT (Magnetresonanztomographie) zur Beurteilung von Weichteilbeteiligung und Knochenmarkveränderungen
  • Knochenszintigraphie oder PET-CT, falls eine Infektion oder Pseudarthrose vermutet wird
  • Mikrobiologische Diagnostik bei Verdacht auf Infektionen
  • Spezialisierte Blutuntersuchungen

Therapie

Die Therapie von Problemfrakturen ist individuell und hängt von der Art und Ursache des Bruches sowie von Begleitfaktoren ab. Zu den möglichen Therapieansätzen gehören:

  • Konservative Behandlung mit Ruhigstellung und physiotherapeutischer Unterstützung in bestimmten Fällen
  • Operative Verfahren, insbesondere bei ausbleibender Heilung oder Infektionen
  • Knochenersatzmaterialien oder autologe Spongiosaplastik zur Verbesserung der Knochenheilung
  • Stoßwellentherapie, um die Knochenheilung anzuregen
  • Antibiotikatherapie bei Infektionen

Operation

In vielen Fällen ist eine operative Behandlung erforderlich, um eine erfolgreiche Heilung zu ermöglichen. Wir bieten folgende moderne Verfahren an:

  • Ilizarov-Ringfixateur zur Stabilisierung und Korrektur komplizierter Frakturen
  • Distraktionsosteogenese, um fehlende Knochensubstanz zu regenerieren über einen Ringfixatuer oder Distraktionsmarknagel
  • Masquelet-Technik, eine zweizeitige Methode zur Behandlung großer Knochendefekte
  • Autologe Spongiosaplastik, bei der körpereigene Knochensubstanz transplantiert wird, z.B. aus dem Beckenkamm oder dem Oberschenkelknochen
  • Die chirurgische Entfernung von infiziertem Gewebe (Débridement), die Spülung des infizierten Bereichs und gegebenenfalls die Stabilisierung des Knochens mittels Fixateuren oder Implantaten kann bei Knocheninfektionen (Osteomyelitis) notwendig sein. Es kann der Einsatz von antibiotikahaltigem Knochenzement erforderlich sein. 

Je nach Schweregrad und Begleiterkrankungen wird das für den Patienten bzw. die Patientin am besten geeignete Verfahren individuell festgelegt. Unser interdisziplinäres Team sorgt für eine umfassende Betreuung, um die Heilung zu fördern und die bestmögliche Funktionalität wiederherzustellen.

EXPERT-Projekt

Im Rahmen des EXPERT-Projekts (Extremitätenboards zur Prozessoptimierung, Evaluation, Risikominimierung und Therapieoptimierung) setzen wir uns für eine verbesserte Versorgung und innovative Therapieansätze bei Problemfrakturen ein. 

Ziel des Projekts ist es, durch interdisziplinäre Zusammenarbeit, Forschung und den Austausch neuester Erkenntnisse die Behandlungsqualität nachhaltig zu verbessern. Dabei werden modernste Techniken und individualisierte Behandlungsstrategien eingesetzt, um die Heilungschancen unserer Patient*innen weiter zu optimieren. 

Weitere Informationen finden Sie unter expert-projekt.de 

Ihr Kontakt zu uns

Sprechstunde für Problemfrakturen

  • Die Sprechstunde für Problemfrakturen findet jeden Donnerstag statt.
  • Die Vorstellung kann nur nach vorheriger Terminvereinbarung erfolgen: uch-leitstelle(at)ukmuenster.de

Zur Beantwortung komplexer Fragestellungen bei der Behandlung von Problemfrakturen ist eine umfassende Dokumentation aller Vorbehandlungen notwendig. Bitte bringen Sie deshalb alle vorhandenen Vorbefunde und medizinischen Unterlagen zu Ihrem Termin mit. Dazu gehören Röntgenbilder, MRT- oder CT-Aufnahmen, Arztberichte und Laborwerte. Diese Informationen helfen uns, Ihre Krankengeschichte besser zu verstehen, eine genaue Diagnose zu stellen und eine optimale Behandlung für Sie zu planen. So können unnötige Doppeluntersuchungen vermieden und Ihre Therapie gezielt auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden.


Medizinischer Bildversand via xPIPE

Für Zuweisende

Die Vorstellung in der Sprechstunde für Problemfrakturen kann nur elektiv erfolgen. In dringenden Fällen nehmen Sie bitte Kontakt mit der Notaufnahme auf.

Unsere Experten für Problemfrakturen

Priv.-Doz. Dr. med. Josef Stolberg-Stolberg

Oberarzt

Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Albert-Schweitzer-Campus 1
Gebäude W1

48149 Münster 

+49 251 83-56301 

uch(at)ukmuenster.de 

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