Allergologische Erkrankungen
Allergische Erkrankungen können sehr unterschiedliche Beschwerden verursachen und verschiedene Organsysteme betreffen, beispielsweise die Haut, die Atemwege oder den Magen-Darm-Trakt. Auslöser sind meist eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt, wie beispielsweise Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel oder Medikamente, auf die das Immunsystem überempfindlich reagiert.
Da allergische Symptome viele Ursachen haben können, ist eine genaue Diagnostik besonders wichtig. Im Allergiezentrum Nord-West werden allergologische Erkrankungen umfassend abgeklärt und individuell behandelt.
Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)
Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) ist eine bundesweite Patientenorganisation, die Menschen mit Allergien, Asthma und Neurodermitis unterstützt. Auf der Website finden Betroffene und Angehörige verständliche Informationen zu allergologischen Erkrankungen, hilfreiche Alltagstipps sowie aktuelle Beiträge zu Forschung und Therapie.
Häufige allergologische Erkrankungen
| Hauterkrankungen
Erkrankungen der Haut gehören zu den häufigsten allergologischen Krankheitsbildern. Sie äußern sich häufig durch Juckreiz, Rötungen, Schwellungen oder Hautausschläge.
Die Urtikaria („Nesselsucht“) ist eine häufige Hauterkrankung, die durch verschiedene innere oder äußere Faktoren ausgelöst werden kann, beispielsweise Druck, Kälte, Wärme oder Licht.
Typisch sind plötzlich auftretende, stark juckende Hautschwellungen („Quaddeln“), die an die Hautreaktion nach Kontakt mit einer Brennnessel erinnern. Einzelne Quaddeln verschwinden meist innerhalb von Minuten bis Stunden wieder.
Angioödeme können gleichzeitig mit einer Urtikaria auftreten oder auch isoliert vorkommen. Dabei kommt es zu tieferen Schwellungen der Haut oder Schleimhaut, die bis zu mehrere Tage anhalten können.
Eine seltene Form ist das Hereditäre Angioödem (HAE), eine erblich bedingte Erkrankung, bei der es zu wiederkehrenden Schwellungsattacken der Haut oder innerer Organe kommen kann.
Die atopische Dermatitis ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung, die häufig bereits im Kindesalter beginnt. In Deutschland sind etwa fünf bis zehn Prozent der Erwachsenen und bis zu 20 % der Kinder betroffen.
Typisch sind sehr trockene Haut, Rötungen, Entzündungen und starker Juckreiz. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben. Neben einer genetischen Veranlagung können äußere Faktoren wie Allergene, klimatische Einflüsse, Hautreizungen oder Stress Krankheitsschübe auslösen.
Das Kontaktekzem (Kontaktdermatitis) ist eine entzündliche Hautreaktion, die durch direkten Kontakt mit bestimmten Stoffen ausgelöst wird.
Zu den möglichen Auslösern gehören beispielsweise Metalle, Duftstoffe, Konservierungsstoffe oder chemische Substanzen in Kosmetik- oder Reinigungsprodukten. Typische Beschwerden sind Juckreiz, Rötungen, Bläschen oder Schuppenbildung.
Berufsdermatosen sind Hauterkrankungen, die durch berufliche Tätigkeiten oder den Kontakt mit bestimmten Stoffen am Arbeitsplatz entstehen.
Besonders gefährdet sind Berufsgruppen mit häufigem Hautkontakt zu reizenden oder allergieauslösenden Stoffen, beispielsweise Friseur*innen, Pflegefachkräfte oder Maler*innen. Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist die Vermeidung der auslösenden Stoffe.
| Atemwegserkrankungen
Allergien können auch die Atemwege betreffen und Beschwerden wie Niesen, Husten oder Atemnot verursachen.
Der Heuschnupfen gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen. Er wird durch Allergene wie Baum-, Gras- oder Kräuterpollen sowie durch Hausstaubmilben ausgelöst.
Typische Beschwerden sind eine laufende oder verstopfte Nase, Niesanfälle, Juckreiz in der Nase sowie gerötete oder juckende Augen. In einigen Fällen kann sich aus einem Heuschnupfen auch ein allergisches Asthma entwickeln.
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die durch wiederkehrende Anfälle von Atemnot gekennzeichnet ist.
Typische Beschwerden sind Husten, ein Engegefühl im Brustkorb oder pfeifende Atemgeräusche. Beim allergischen Asthma werden die Beschwerden durch Allergene in der Luft ausgelöst, beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare.
| Allergien gegen Nahrungsmittel, Medikamente und Insektengifte
Neben Haut- und Atemwegserkrankungen können Allergien auch durch bestimmte Stoffe wie Nahrungsmittel, Medikamente oder Insektengifte ausgelöst werden.
Stiche von Bienen oder Wespen führen normalerweise zu einer lokalen Schwellung an der Einstichstelle. Bei Menschen mit einer Insektengiftallergie kann es jedoch zu allergischen Reaktionen im gesamten Körper kommen.
Diese können Hautreaktionen, Atemnot, Kreislaufprobleme oder in schweren Fällen eine lebensbedrohliche anaphylaktische Reaktion auslösen.
Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ist das Immunsystem nicht beteiligt. Die Beschwerden entstehen beispielsweise durch Störungen der Verdauung oder des Stoffwechsels.
Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert dagegen das Immunsystem auf bestimmte Eiweiße in Lebensmitteln überempfindlich. Die Beschwerden können von Kribbeln im Mund über Hautreaktionen bis hin zu schweren allergischen Reaktionen reichen.
Medikamente können verschiedene Nebenwirkungen verursachen. Manche Reaktionen sind vorhersehbar und hängen mit der Wirkungsweise des Medikaments zusammen.
Andere Reaktionen beruhen auf einer Überreaktion des Immunsystems und können allergische Beschwerden wie Hautausschlag, Juckreiz, Atemnot oder Kreislaufprobleme auslösen. Teilweise treten diese Reaktionen unmittelbar nach der Einnahme auf, in anderen Fällen erst nach mehreren Tagen.
| Seltene allergologische Erkrankungen
Neben den häufigen allergologischen Krankheitsbildern gibt es auch seltene Erkrankungen des Immunsystems, die mit allergieähnlichen Beschwerden einhergehen können und eine spezialisierte Diagnostik und Behandlung erfordern.
Die Mastozytose ist eine seltene Erkrankung, bei der sich Mastzellen übermäßig im Körper vermehren und im Gewebe anreichern.
Mastzellen spielen eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen, da sie unter anderem Histamin freisetzen. Eine Mastozytose kann zu Hautveränderungen, Juckreiz oder systemischen Beschwerden wie Magen-Darm-Symptomen oder schweren allergischen Reaktionen führen.
Allergiezentrum Nord-West
Klinik für Hautkrankheiten
Von-Esmarch-Str. 58
48149 Münster
Beteiligte Einrichtungen:
Klinik für Hautkrankheiten
Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Klinik für Innere Medizin A (Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Pneumologie)
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Allgemeine Pädiatrie
Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Klinik für Innere Medizin B (Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Klinische Infektiologie)
Klinik für Innere Medizin D (Allg. Innere Medizin und Notaufnahme sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie)
UKM Labor
