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Allergiezentrum
Nord-West

Diagnostische Verfahren in der Allergologie

Eine präziske Diagnostik ist die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung allergologischer Erkrankungen. Im Allergiezentrum Nord-West stehen dafür verschiedene moderne Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Je nach Beschwerden und Fragestellung wählen unsere Expert*innen die passenden Methoden aus und kombinieren diese miteinander. Neben einem ausführlichen Gespräch zur Krankengeschichte (Anamnese) kommen unter anderem Hauttests, Provokationstestungen, Funktionsuntersuchungen sowie Laboranalysen zum Einsatz.

Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) ist eine bundesweite Patientenorganisation, die Menschen mit Allergien, Asthma und Neurodermitis unterstützt. Auf der Website finden Betroffene und Angehörige verständliche Informationen zu allergologischen Erkrankungen, hilfreiche Alltagstipps sowie aktuelle Beiträge zu Forschung und Therapie.

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Unsere Diagnoseverfahren im Überblick

| Hauttests

Hauttests gehören zu den wichtigsten Untersuchungen in der Allergiediagnostik. Dabei wird geprüft, ob die Haut auf bestimmte Allergene reagiert und ob eine Sensibilisierung vorliegt.

Der Pricktest ist einer der häufigsten Allergietests. Er wird eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Allergie vom Soforttyp besteht, zum Beispiel bei Allergien gegen Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Insektengifte oder Medikamente.

Dabei werden kleine Mengen verschiedener Allergenlösungen auf den Unterarm aufgetragen. Anschließend wird die Haut mit einer feinen Lanzette leicht angeritzt, sodass das Allergen in die oberste Hautschicht gelangt. Nach einer festgelegten Zeit wird geprüft, ob sich eine Hautreaktion mit Quaddelbildung entwickelt hat. Diese kann auf eine Sensibilisierung gegenüber dem getesteten Allergen hinweisen.

Der Intrakutantest ist empfindlicher als der Pricktest und wird häufig eingesetzt, wenn ein Pricktest kein eindeutiges Ergebnis liefert.

Dabei wird eine sehr kleine Menge des verdächtigen Allergens mit einer feinen Nadel direkt in die Haut injiziert, sodass sich eine kleine Erhebung bildet. Nach einer festgelegten Beobachtungszeit wird beurteilt, ob eine Hautreaktion auftritt. Der Test wird unter anderem bei Verdacht auf Medikamenten- oder Insektengiftallergien eingesetzt.

Der Epikutantest dient zum Nachweis von Allergien des Spättyps, beispielsweise bei Kontaktallergien.

Dabei werden kleine Pflaster mit verschiedenen Testsubstanzen – zum Beispiel Duftstoffen, Metallen, Konservierungsstoffen oder Medikamenten – auf die Haut des Rückens geklebt. Diese verbleiben in der Regel 24 bis 48 Stunden auf der Haut. Anschließend werden sie entfernt und die Hautstellen an mehreren Tagen auf mögliche Reaktionen untersucht.

Bei Verdacht auf bestimmte Formen der Urtikaria können sogenannte physikalische Testungen durchgeführt werden.

Dabei werden gezielt verschiedene Reize auf die Haut ausgeübt, beispielsweise Kälte, Wärme, Druck, Reibung, Licht, Wasser oder körperliche Belastung. Anschließend wird beobachtet, ob sich typische Hautreaktionen wie Quaddeln entwickeln. So können unterschiedliche Formen der Urtikaria genauer eingeordnet werden.

| Provokationstestungen

Provokationstests werden eingesetzt, wenn überprüft werden soll, ob ein bestimmtes Allergen tatsächlich Beschwerden auslöst. Diese Untersuchungen erfolgen stets unter ärztlicher Aufsicht.

Dieser Test wird bei Verdacht auf Allergien gegen eingeatmete Allergene wie Pollen oder Hausstaubmilben durchgeführt.

Dabei wird eine kleine Menge des vermuteten Allergens in die Nase gesprüht. Anschließend wird gemessen, wie gut die Luft noch durch die Nase strömen kann, und mögliche Beschwerden wie Niesen oder Naselaufen werden dokumentiert. So kann beurteilt werden, ob ein Allergietest auch klinisch relevant ist und beispielsweise eine Hyposensibilisierung sinnvoll sein könnte.

Orale Provokationstests werden durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergie besteht.

Im Allergiezentrum Nord-Wesr erfolgen diese Tests in der Regel unter stationärer Überwachung. Vor Beginn wird ein Venenzugang gelegt, um im Falle einer allergischen Reaktion schnell Medikamente verabreichen zu können. Anschließend werden die vermuteten Auslöser in steigender Dosierung unter ärztlicher Aufsicht verabreicht.

Bei diesem Test wird das verdächtige Allergen unter ärztlicher Aufsicht in steigender Dosierung unter die Haut oder in eine Vene injiziert.

Nach einer festgelegten Beobachtungszeit wird beurteilt, ob allergische Reaktionen auftreten. Hautrötungen oder Quaddeln können auf eine Allergie hinweisen.

| Funktionsdiagnostik

Funktionsuntersuchungen helfen dabei zu beurteilen, wie gut bestimmte Organe arbeiten. In der Allergologie wird beispielsweise die Lungenfunktion untersucht, um Erkrankungen der Atemwege wie allergisches Asthma zu erkennen.

Beim Lungenfunktionstest wird die Leistungsfähigkeit der Lunge untersucht. Über ein Mundstück atmen die Patient*innen in ein sogenanntes Spirometer ein und aus.

Dabei wird gemessen, ob die Atemwege verengt sind, ob das Lungenvolumen ausreichend ist oder ob Hinweise auf eine Überblähung der Lunge vorliegen. Die Untersuchung hilft unter anderem dabei, Erkrankungen wie allergisches Asthma zu erkennen oder auszuschließen.

| Labordiagnostik (In-vitro-Diagnostik)

Bei der In-vitro-Diagnostik werden Allergieparameter im Blut untersucht. Nach einer Blutabnahme wird das Blut im Labor analysiert. Die Ergebnisse werden immer zusammen mit der Krankengeschichte und weiteren Untersuchungen bewertet.

Wichtige Laborwerte in der Allergologie sind unter anderem:

Der Gesamt-IgE-Wert gibt Hinweise darauf, ob das Immunsystem grundsätzlich zu allergischen Reaktionen neigt. Zusätzlich kann das spezifische IgE bestimmt werden. Damit lässt sich feststellen, gegen welche Allergene eine Sensibilisierung besteht.

Beim Differenzialblutbild werden verschiedene Arten weißer Blutkörperchen bestimmt. Besonders wichtig sind dabei die eosinophilen Granulozyten. Eine erhöhte Anzahl dieser Zellen (Eosinophilie) kann auf eine allergische Entzündung oder bestimmte andere Erkrankungen hinweisen.

ECP wird von eosinophilen Granulozyten freigesetzt. Ein erhöhter Wert kann darauf hinweisen, dass eine aktive allergische Entzündung im Körper vorliegt, beispielsweise bei allergischem Asthma.

Tryptase ist ein Enzym, das von Mastzellen freigesetzt wird. Bei allergischen Reaktionen kann der Tryptasewert im Blut ansteigen. Die Bestimmung hilft unter anderem dabei, den Schweregrad einer allergischen Reaktion einzuschätzen oder seltene Erkrankungen wie eine Mastozytose auszuschließen.