Für Patient*innen
Ziel unserer Abteilung ist es, jeder Patientin und jedem Patienten die individuell beste Behandlung zukommen zu lassen. Egal, ob es sich um die einmalige hochpräzise radiochirurgische Behandlung eines Hirntumors, die gering dosierte Reizbestrahlung eines schmerzhaften Fersensporns oder eine mehrwöchige Behandlung bei Brustkrebs handelt – wir möchten, dass alle Patient*innen optimal und ganzheitlich behandelt werden. Wenn auch bei Ihnen eine Strahlenbehandlung geplant ist, stehen wir Ihnen gerne für ein ausführliches Beratungs- und Aufklärungsgespräch zur Verfügung.

Ihr Kontakt zu uns
Medizinisches Versorgungszentrum
Mo–Fr: 9.00 –12.00 Uhr
+49 251 83-47387
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strahlen-poliklinik(at)ukmuenster.de
Als Privatpatient*in bitten wir Sie, direkt mit der Privatambulanz von Prof. Hans Th. Eich Kontakt aufzunehmen.
Privatambulanz Prof. Hans Th. Eich
Mo–Fr: 9.00–12.00 Uhr
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+49 251 83-47355
martina.koenig(at)ukmuenster.de
Informationen zur Strahlenbehandlung am UKM
Der Weg zum Bestrahlungsplan
Bevor eine Strahlentherapie beginnen kann, ist eine sorgfältige Vorbereitung notwendig. Ein zentraler Bestandteil dabei ist die Erstellung eines individuellen Bestrahlungsplans. Ziel ist es, die Tumorregion möglichst präzise zu therapieren und gleichzeitig gesundes Gewebe zu schonen. Dafür muss die genaue Lage des Tumors, sowie benachbarter Organe und Strukturen bekannt sein. Um diese anatomischen Informationen zu gewinnen, kommen bei uns moderne bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zum Einsatz.
Was ist die Planungs-CT und warum ist sie wichtig?
Die Planungs-CT ist eine spezielle CT, welche direkt in der strahlentherapeutischen Abteilung durchgeführt wird. Sie bildet die Grundlage für die millimetergenaue Bestrahlungsplanung. Dabei liegen die Patient*innen in genau der exakten Lagerung, die später auch während der Behandlung eingenommen wird. Oftmals kommen hierfür auch individuell angepasste Lagerungshilfen zum Einsatz, um die Patientenpositionierung bei jeder Sitzung exakt reproduzieren zu können.
Anhand der aufgenommen CT-Bilder legen unsere Ärzt*innen das sogenannte Zielvolumen fest, also der Bereich, der therapiert werden soll. Gleichzeitig werden empfindliche Organe (Risikoorgane) definiert, die geschont werden sollen, um potentielle Nebenwirkungen zu minimieren. Mit Hilfe einer speziellen Software erstellen unsere Medizinphysiker*innen aus diesen Informationen einen individuell optimierten Bestrahlungsplan. So schaffen wir die Voraussetzungen für eine präzise, hochwirksame und gleichzeitig schonende Strahlentherapie.
Wann kommen CT, MRT und PET-CT zum Einsatz?
Die Computertomographie (CT) ist ein Standardverfahren in der Bildgebung und bildet die Grundlage für die Bestrahlungsplanung. Zum einen liefert sie rekonstruierte Schnittbilder des Körpers und eine detaillierte Darstellung der Patientenanatomie, wobei eine gute Differenzierung zwischen Knochen- und innere Organstrukturen ermöglicht wird. Zum anderen liefert sie vor allem auch Dichteinformationen (Elektronendichteverteilungen innerhalb des Patientenkörpers), die für die Berechnung des Bestrahlungsplans zwingend notwendig sind.
In bestimmten Fällen wird die Planungs-CT durch ein Planungs-MRT oder -PET ergänzt. Das MRT ermöglicht einen deutlich höheren Weichteilkontrast und erlaubt damit eine genauere Abgrenzung des Tumors vom umliegenden Normalgewebe (und Risikoorgane) - insbesondere in anatomisch komplexen Regionen wie dem Zentralennervensystem, Kopf-Hals-Bereich, Becken oder Prostata. Die PET-Untersuchung misst Stoffwechselvorgänge im Körper mit Hilfe von radioaktiv markierten Substanzen (Tracern). Die Bilddaten aus MRT oder PET und CT werden anschließend in einem computergestützten Verfahren miteinander fusioniert (sogenannte Bildfusion), um die anatomischen und stoffwechselbasierten Informationen optimal für die Bestrahlungsplanung nutzen zu können.
Planungs-MRT und PET werden nicht routinemäßig bei allen Patienten durchgeführt, nur dann wenn es für die Bestrahlungsplanung medizinisch sinnvoll ist. Je nach Tumorart und -region wählen wir gezielt aus, welche dieser Verfahren für die Planung notwendig sind.
Allgemeine Informationen
In unserer Abteilung werden jegliche strahlentherapeutischen Behandlungsoptionen von gut- und bösartigen Erkrankungen angeboten. Hierzu stehen uns insgesamt fünf moderne Linearbeschleuniger verschiedenen Typs zur Verfügung. An allen Geräten kann mittels der sogenannten Intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT) in hoch präziser Weise behandelt werden. Zudem stehen an allen Geräten moderne sogenannte „on board imaging“ Systeme zur Verfügung, sodass mittels einer tagesaktuellen Computertomografie das Zielgebiet der Bestrahlung exakt dargestellt und behandelt werden kann.
Eine Strahlenbehandlung läuft zumeist über mehrere Wochen ab, in denen tägliche Bestrahlungssitzungen stattfinden. Die Behandlung wird in den allermeisten Fällen von Zuhause, also ambulant, durchgeführt. In seltenen Fällen kann jedoch auch eine stationäre Aufnahme nötig sein. Hierfür stehen uns neben unserer strahlentherapeutischen Bettenstation auch Betten zur Aufnahme auf einer Komfortstation zur Verfügung.
Neben der technischen Finesse, steht bei uns das Zusammenspiel verschiedener Berufsgruppen im Vordergrund. Neben dem speziell qualifizierten ärztlichen Personal vereint die Klinik für Strahlentherapie Pflegende, medizinisch technische Radiologieassistent*innen, Physiker*innen, Biolog*innen und Medizinische Fachangestellte unter einem Dach, um Ihnen mit höchster Sorgfalt und Zuwendung die individuell optimale Behandlung zu ermöglichen.
Zusätzlich zur interdisziplinären Zusammenarbeit mit allen Kliniken und Instituten des UKM arbeiten wir eng mit den Krankenhäusern der Region zusammen. Zudem stehen wir auch für eine enge Verzahnung mit den niedergelassenen Kolleg*innen. Erst die Zusammenarbeit mit den Hausärzt*innen und fachärztlichen Kolleg*innen ermöglicht es uns, die oftmals komplexen Behandlungen auch ambulant optimal durchführen zu können.
Das sollten Sie zur ersten Bestrahlung in der Strahlentherapie mitbringen:
- ein großes Badehandtuch
- Terminkarte (wichtige Termine zwei bis drei Tage im Voraus mitteilen, evtl. Folgetermine abstimmen)
- individuelle Bestrahlungshilfen (z.B. Zahnschienen)
Bitte beachten
Bitte beachten Sie, dass alle Ihnen mitgeteilten Termine (angegebenen Uhrzeiten) Untersuchungs- oder Behandlungstermine sind. Achten Sie darauf, dass Sie sich rechtzeitig vor Ihrem Termin in der Klinik einfinden und eventuell lange Wege im Klinikum selbst sowie Wartezeiten an der Anmeldung einzurechnen sind.
Wie pflege ich mich während der Strahlentherapie richtig?
- Täglich kurz mit lauwarmem Wasser duschen oder waschen, eventuelle Einzeichnungen dabei aussparen.
- Zum Waschen/Duschen nur milde Reinigungsprodukte (pH - hautneutrale Produkte) verwenden.
- Haare mit mildem Shampoo waschen (z.B. Babyshampoo).
- Die gereinigte Haut mit dem Handtuch vorsichtig trocken tupfen.
- Kratzen, Bürsten, und Frottieren der bestrahlten Haut vermeiden.– Auf alkoholhaltige Deodorants, Parfums, Cremes und ätherische Öle verzichten.
Weitere Tipps für die Pflege der Haut im Bestrahlungsbereich
- Tragen Sie lockere, gut sitzende und nicht scheuernde Kleidung.
- Möglichst wenig Schmuck im bestrahlten Gebiet; das schützt die Haut vor mechanischen Reizungen.
- Verwenden Sie keine Pflaster oder andere klebenden Gegenstände auf der bestrahlten Haut.
- Frisch bestrahlte Haut reagiert sehr empfindlich auf Temperaturveränderungen. Vermeiden Sie deshalb starke Wärmeoder Kälteeinwirkung wie Saunabesuche, direkte Sonneneinstrahlung, Solarium, Eispackungen und heißes Föhnen.
- Bei Hautrötungen und Überwärmung empfiehlt es sich, ein mit kaltem schwarzem Tee durchtränktes kleines Handtuch auf die entsprechende Hautstelle zu legen. Die Anwendung sollte nicht länger als zehn Minuten in Anspruch nehmen, kann aber mehrfach am Tag wiederholt werden.
- Sollten Sie während der Radiotherapie homöopathische Medikamente einnehmen, müssen Sie dies unbedingt vor Beginn der Bestrahlung dem ärztlichen Personal melden, denn es gibt einige Medikamente, die nicht zeitgleich zur Radiotherapie eingenommen werden sollten.
Bei offenen Fragen sprechen Sie uns gerne an.

