Strahlentherapie bei Sarkomen
Sarkome sind seltene Tumorerkrankungen, die im Binde- und Stützgewebe des Körpers entstehen können, beispielsweise in Muskeln, Fettgewebe oder Knochen. Aufgrund ihrer Vielfalt und oft komplexen Lage stellen sie besondere Anforderungen an Diagnostik und Therapie.
Die Strahlentherapie ist ein wichtiger Bestandteil in der Behandlung vieler Sarkome. Sie wird häufig ergänzend zur Operation eingesetzt, kann aber in bestimmten Situationen auch als alleinige Therapieform sinnvoll sein.
Am Universitätsklinikum Münster erfolgt die Behandlung von Sarkomen in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit spezialisierter Fachdisziplinen. Unser Ziel ist es, für alle Patient*innen ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept zu entwickeln, das sowohl eine bestmögliche Tumorkontrolle als auch den Erhalt von Funktion und Lebensqualität berücksichtigt.
Wann wird eine Strahlentherapie bei Sarkomen eingesetzt?
Die Strahlentherapie kann je nach individueller Situation zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Behandlung eingesetzt werden:
Postoperative Bestrahlung (nach der Operation):
Nach der operativen Entfernung des Tumors erfolgt in den meisten Fällen eine anschließende Bestrahlung. Ziel ist es, verbliebene Tumorzellen zu zerstören und das Risiko eines Wiederauftretens (Rezidiv) zu reduzieren. Die Behandlung beginnt in der Regel nach abgeschlossener Wundheilung.
Neoadjuvante Bestrahlung (vor der Operation):
In ausgewählten Fällen kann die Strahlentherapie bereits vor der Operation erfolgen. Dadurch kann der Tumor verkleinert werden, was die Operationsbedingungen verbessert und ebenfalls das Rückfallrisiko senken kann.
Definitive Bestrahlung (ohne Operation):
Wenn eine Operation nicht möglich ist – beispielsweise aufgrund der Tumorlage, -größe oder des allgemeinen Gesundheitszustands – oder wenn ein operativer Eingriff nicht gewünscht ist, kann eine alleinige Strahlentherapie durchgeführt werden.
Ihr Kontakt zu uns
Medizinisches Versorgungszentrum
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strahlen-poliklinik(at)ukmuenster.de
Als Privatpatient*in bitten wir Sie, direkt mit der Privatambulanz von Prof. Hans Th. Eich Kontakt aufzunehmen.
Privatambulanz Prof. Hans Th. Eich
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martina.koenig(at)ukmuenster.de
Wie läuft die strahlentherapeutische Behandlung ab?
Vor Beginn der Behandlung erfolgt eine ausführliche Planungsphase. Dazu gehört eine Planungs-Computertomographie (CT), bei der Sie bereits so positioniert werden wie später während der Bestrahlung.
Auf Basis dieser Bilddaten erstellen unsere Fachärzt*innen gemeinsam mit der Medizinischen Physik einen individuellen Bestrahlungsplan. Ziel ist es, den Tumorbereich präzise zu erfassen und gleichzeitig umliegendes gesundes Gewebe bestmöglich zu schonen.
Die Strahlentherapie erfolgt in der Regel ambulant, an fünf Tagen pro Woche (Montag bis Freitag) über einen Zeitraum von etwa 5 bis 8 Wochen. Eine einzelne Sitzung dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei. Während der gesamten Behandlung werden Sie eng durch unser Team betreut.
Welche modernen Bestrahlungstechniken kommen zum Einsatz?
Wir setzen moderne, hochpräzise Bestrahlungstechniken ein, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten. Durch Verfahren wie die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) kann die Strahlendosis exakt an die Form und Lage des Tumors angepasst werden. Dadurch wird das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich geschont.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Schutz wichtiger Strukturen wie beispielsweise der Lymphbahnen. So kann das Risiko für Nebenwirkungen wie ein Lymphödem nach der Behandlung reduziert werden.
Welche Nebenwirkungen können auftreten und was kann ich selbst tun?
Die Strahlentherapie bei Sarkomen ist in der Regel gut verträglich. Dennoch können – abhängig von der bestrahlten Körperregion – Nebenwirkungen auftreten.
Mögliche Beschwerden sind:
- Hautreizungen im Bestrahlungsbereich
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Schwellungen oder Reizungen im behandelten Gebiet
Das individuelle Nebenwirkungsprofil hängt stark von der Lage des Tumors und dem Behandlungsumfang ab.
Sie selbst können die Behandlung unterstützen:
- durch regelmäßige Bewegung im Rahmen Ihrer Möglichkeiten
- durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- durch schonende Hautpflege im Bestrahlungsbereich
Bei auftretenden Beschwerden beraten wir Sie individuell und leiten bei Bedarf geeignete Maßnahmen ein.
Wie geht es nach der Strahlentherapie weiter?
Nach Abschluss der Behandlung erfolgen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen. Ziel ist es, den Therapieerfolg zu überprüfen und mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Die Nachsorge erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachdisziplinen, insbesondere der Tumororthopädie und Onkologie.
Was ist uns in Ihrer Behandlung besonders wichtig?
Die Behandlung von Sarkomen erfordert ein hohes Maß an Erfahrung und eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Unser Ziel ist es, Ihnen eine individuell abgestimmte, hochpräzise und möglichst schonende Therapie auf dem neuesten Stand der Medizin anzubieten. Wir begleiten Sie während der gesamten Behandlung und stehen Ihnen jederzeit für Fragen und persönliche Anliegen zur Verfügung.
Ihre Ansprechpersonen für Sarkome

Univ.-Prof. Dr. med Hans Th. Eich
Direktor der Klinik für Strahlentherapie - Radioonkologie
