Strahlentherapie bei Tumoren des Magen-Darm-Trakts
Die Strahlentherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von bösartigen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Durch eine moderne Strahlenbehandlung werden Tumore und mögliche Absiedlungen zerstört. Neben der Tumorkontrolle und den Heilungschancen steht in unserer Abteilung natürlich auch der Erhalt der Lebensqualität im Vordergrund.
Die Radiotherapie kann als alleinige, organerhaltende Behandlungsmethode zum Beispiel bei Speiseröhrenkrebs eingesetzt werden. Sie kann allerdings auch vor oder im Anschluss an eine Operation erfolgen. Nach fachübergreifender Diskussion (in so genannten interdisziplinären Tumorkonferenzen) empfehlen wir individuell und patientenbezogen, ob die Kombination der Bestrahlung mit einer medikamentösen Therapie (Chemotherapie, Immuntherapie) ratsam ist.
Informationen zum Download

Ihr Kontakt zu uns
Medizinisches Versorgungszentrum
Mo–Fr: 9.00 –12.00 Uhr
+49 251 83-47387
+49 251 83-47355
strahlen-poliklinik(at)ukmuenster.de
Als Privatpatient*in bitten wir Sie, direkt mit der Privatambulanz von Prof. Hans Th. Eich Kontakt aufzunehmen.
Privatambulanz Prof. Hans Th. Eich
Mo–Fr: 9.00–12.00 Uhr
+49 251 83-47384
+49 251 83-47355
martina.koenig(at)ukmuenster.de
Wie läuft die strahlentherapeutische Behandlung bei Tumoren des Magen-Darm-Trakts ab?
Bei der Bestrahlung wird in einem Bestrahlungsgerät (Linearbeschleuniger) starke Röntgenstrahlung erzeugt und in den Tumorbereich gelenkt. Vor Beginn der Therapie ist eine Planungs-Computertomographie notwendig, bei der Sie bereits wie bei der Bestrahlung positioniert werden. Im Rahmen der Aufnahme der Bilder wird auch eine spezielle Maske für Sie angefertigt, die unbeabsichtigte Bewegungen bei der Therapie verhindert. Anschließend wird durch das Team der Medizinischen Physik ein individueller Behandlungsplan berechnet. Hierbei findet häufig die intensistätsmodulierte Strahlenbehandulung (IMRT) Anwendung, bei der die Strahlendosis auf Dutzende bis Hunderte kleine Einzelfelder aufgeteilt wird und so eine exakte Dosisverteilung ermöglicht wird. Zudem sind alle Bestrahlungsgeräte am UKM mit modernen Bildgebungseinheiten versehen, um tagesaktuell die Lage des/der Patient*in und der inneren Organe kontrollieren zu können (bildgestützte Strahlentherapie). Die Strahlenbehandlung erfolgt meist über fünf bis sieben Wochen in werktäglichen Sitzungen von Montag bis Freitag. Jede dieser Behandlungen ist kurz, sodass Ihr Termin meist nur 10 Minuten in Anspruch nehmen wird.
Welche Nebenwirkungen können durch die Behandlung hervorgerufen werden und was kann man dagegen tun?
- Die Nebenwirkungen der Strahlenbehandlung hängen davon ab, welches Organ bestrahlt wird. Zum Beispiel kann eine Bestrahlung im Bereich der Speiseröhre zu Schluckbeschwerden führen. Eine Bestrahlung im Bauchbereich kann beispielsweise den Stuhlgang verändern.
- Als Patient*in kann man die Verträglichkeit der Behandlung nur wenig beeinflussen, jedoch ist es wichtig sich im Rahmen der Möglichkeiten viel zu bewegen (Spaziergänge, Sport), sich ausgewogen und kalorienreich zu ernähren sowie ausreichend Flüssigkeit zu trinken. Das Ziel ist es, während der Therapie kein Gewicht zu verlieren!
- Duschen Sie lauwarm, allenfalls mit einer milden Waschlotion.
- Von Rauchen, Alkohol, heißen und scharfen Speisen, Nassrasuren, Schwimmen, Sauna und Vollbädern raten wir ab.
Nach etwa 5-7 Wochen ist die Therapie beendet. Wie geht es nun weiter?
Sechs bis acht Wochen nach Ende der Strahlenbehandlung führen wir in unserer Abteilung eine strahlentherapeutische Nachsorge durch. Hier soll vor allem sichergestellt werden, dass die Behandlung gut vertragen wurde und geprüft werden, ob weitere Maßnahmen nötig sind. Zudem stehen nach Abschluss der Strahlenbehandlung gegebenenfalls noch weitere Behandlungen an. Eventuell wird noch eine endokrine Therapie oder eine Chemotherapie durchgeführt. Hier arbeiten wir eng mit den anderen Abteilungen des UKM und den auswärts weiter behandelnden Ärzt*innen zusammen. In vielen Fällen ist die Durchführung einer Anschlussheilbehandlung möglich. Hier steht Ihnen der Sozialdienst des UKM bei der Auswahl und Beantragung zur Seite. Bei Fragen sprechen Sie gerne unsere Ärzt*innen an. Diese Hinweise stellen nur einen Leitfaden für Ihre Behandlung in der Klinik für Strahlentherapie dar. Für alle weiteren Informationen erfolgt vor der Behandlung ein ausführliches Gespräch. Außerdem finden bei der mehrwöchigen Behandlung regelmäßige Gespräche statt, in denen Sie Fragen und Nebenwirkungen äußern können.
Das könnte Sie auch interessieren
Ihre Ansprechpersonen für Strahlentherapie bei Tumoren des Magen-Darm-Trakts

Univ.-Prof. Dr. med Hans Th. Eich
Direktor der Klinik für Strahlentherapie - Radioonkologie


