Strahlentherapie bei Harnblasenkrebs
Das Urothelkarzinom der Harnblase ist die häufigste Form von Harnblasenkrebs. Neben der radikalen Blasenentfernung (Zystektomie), stellt die Strahlentherapie – insbesondere in Kombination mit einer Chemotherapie sowie nach einer transurethralen Resektion – bei geeigneten Patient*innen eine gleichwertige, aber blasen-erhaltende Alternative dar. Sie ermöglicht in vielen Fällen eine wirksame Tumorkontrolle bei Erhalt der Blasenfunktion und damit der Lebensqualität.
Wann wird eine Strahlentherapie bei Blasenkrebs eingesetzt?
Das Urothelkarzinom der Harnblase ist die häufigste Form des Blasenkrebses. Neben der operativen Entfernung der Harnblase (Zystektomie) stellt die Strahlentherapie – insbesondere in Kombination mit einer Chemotherapie – bei geeigneten Patient*innen eine gleichwertige, aber organerhaltende Alternative dar.
Dieses Behandlungskonzept ermöglicht in vielen Fällen eine effektive Tumorkontrolle bei gleichzeitigem Erhalt der Blasenfunktion und damit der Lebensqualität. Die Entscheidung für die passende Therapie erfolgt individuell und wird im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit, insbesondere mit der Urologie, festgelegt.
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Wie läuft die strahlentherapeutische Behandlung bei Blasenkrebs ab?
Vor Beginn der Behandlung erfolgt eine umfassende Planung in enger Abstimmung mit der Klinik für Urologie. In der Regel beginnt die Therapie mit einer sogenannten transurethralen Resektion der Blase (TUR-B). Dabei wird der Tumor über die Harnröhre möglichst vollständig entfernt. Dieser Eingriff stellt häufig den ersten Schritt in einem organerhaltenden Therapiekonzept dar.
Im Anschluss erfolgt die Strahlentherapie, meist in Kombination mit einer begleitenden, niedrig dosierten Chemotherapie. Diese verstärkt gezielt die Wirkung der Bestrahlung. Die Strahlentherapie selbst erfolgt in der Regel ambulant, an fünf Tagen pro Woche (Montag bis Freitag) über mehrere Wochen hinweg. Eine einzelne Bestrahlung dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei.
Die begleitende Chemotherapie wird – falls erforderlich – auf unserer strahlentherapeutischen Station durchgeführt und ist in der Regel gut verträglich.
Welche modernen Bestrahlungstechniken kommen zum Einsatz?
Für eine möglichst präzise und schonende Behandlung setzen wir auf modernste Bestrahlungstechnologien wie TrueBeam, Halcyon und Ethos. Zum Einsatz kommt die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT). Diese ermöglicht es, die Strahlendosis exakt an die individuelle Anatomie anzupassen und das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich zu schonen.
Bei ausgewählten Patient*innen bieten wir zusätzlich sogenannte adaptive Bestrahlungsverfahren mit dem Ethos-System an. Dabei wird die Therapie tagesaktuell an Veränderungen angepasst – beispielsweise an den Füllungszustand der Blase. Dies erhöht die Präzision und Sicherheit der Behandlung weiter.
Kann die Strahlentherapie mit anderen Behandlungen kombiniert werden?
Ja, in den meisten Fällen wird die Strahlentherapie mit einer Chemotherapie kombiniert. Diese sogenannte Radiochemotherapie verbessert die Wirksamkeit der Behandlung.
Die Therapie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen der Urologie sowie weiteren beteiligten Fachdisziplinen, um ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept zu gewährleisten.
Welche Nebenwirkungen können auftreten und was kann ich selbst tun?
Die Strahlentherapie bei Blasenkrebs wird in der Regel gut vertragen. Dennoch können vorübergehende Nebenwirkungen auftreten, insbesondere im Bereich der Harnblase und des Darms.
Mögliche Beschwerden sind:
- häufiger Harndrang oder Brennen beim Wasserlassen
- leichte Reizungen von Blase oder Darm
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Sie selbst können die Verträglichkeit der Behandlung unterstützen:
- durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- durch eine ausgewogene Ernährung
- durch körperliche Aktivität im Rahmen Ihrer Möglichkeiten
Bei Beschwerden stehen wir Ihnen jederzeit unterstützend zur Seite und besprechen geeignete Maßnahmen mit Ihnen.
Wie geht es nach der Strahlentherapie weiter?
Nach Abschluss der Behandlung erfolgen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen. Dabei wird überprüft, wie gut die Therapie gewirkt hat und ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.
Ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge ist die enge Zusammenarbeit mit der Urologie. In vielen Fällen werden regelmäßige Blasenspiegelungen (Zystoskopien) durchgeführt, um den Behandlungserfolg zu kontrollieren.
Was ist uns in Ihrer Behandlung besonders wichtig?
Unser Ziel ist es, Ihnen eine wirksame und gleichzeitig möglichst schonende Therapie anzubieten, die den Erhalt Ihrer Lebensqualität in den Mittelpunkt stellt. Wir begleiten Sie während der gesamten Behandlung eng und stehen Ihnen jederzeit für Fragen und persönliche Anliegen zur Verfügung. Gerne beraten wir Sie im Rahmen unserer Sprechstunde individuell zu Ihren Therapiemöglichkeiten.
Ihre Ansprechpersonen für Blasenkrebs

Univ.-Prof. Dr. med Hans Th. Eich
Direktor der Klinik für Strahlentherapie - Radioonkologie
