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Klinik für
Strahlentherapie
Radioonkologie

Medizinphysik

Wir sorgen für Qualität & Sicherheit beim Betrieb von fünf Therapie-Geräten und einem Computertomographen

Die Rolle des Medizinphysikers in der Strahlentherapie

Medizinphysiker*innen haben die Verantwortung für alle technischen Aspekte der Strahlenbehandlung:

  • Bestrahlungsplanung, Optimierung und Umsetzung
  • Betreuung der Bestrahlungsgeräte (Sicherung von Bestrahlungsqualität, Konstanz von Bestrahlungstechnik und Applikationssystem)
  • Tätigkeiten im Rahmen des Strahlenschutzes (Dosimetrie, Qualitätssicherung, Schutz von Patienten und Mitarbeitern, Beratung in Fragen des Strahlenschutzes bei medizinischen Expositionen)
  • Workflow- und Datenmanagement
  • Koordination und Überprüfung von Reparatur- und Wartungsmaßnahmen
  • Einführung und Weiterentwicklung neuer Behandlungsverfahren und -techniken
  • Optimierung und Entwicklung von Methoden zur Qualitätssicherung
  • Implementierung und Integration neuer IT-Systeme (Bestrahlungsplanungssoftware,…)
  • Physikalische Unterstützung bei Studien und Forschungsprojekten
  • Betreuung von Abschlussarbeiten (Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten)

Für Studierende der Physik, Medizintechnik und Medizinphysik ist es möglich in der Abteilung ihre Abschlussarbeiten (Bachelor & Master) zu schreiben. Der Fokus lag und liegt hier auf neuen Möglichkeiten der Bestrahlung von Tumoren und den damit verbundenen technischen und physikalischen Herausforderungen. Ansprechpartner für potentielle Abschlussarbeiten ist Prof. Dr. rer. medic. U. Haverkamp (uwe.haverkamp(at)ukmuenster.de).

Zur Bestrahlungsplanung der perkutanen Therapie stehen unterschiedliche Systeme zu Verfügung:

Zum einen für die drei TrueBeam das Varian Planungssystem Eclipse und für die TomoTherapy die Planungssoftware der Fa. Accuray. Die Planung der Brachytherapie erfolgt mit der Planungssoftware Oncentra der Fa. Nucletron

  • Planungsablauf: Vorwärtsplanung der konventionellen 3D-CRT:
    Bei der Vorwärtsplanung verändert der Medizinphysiker interaktiv die Feldeigenschaften solange, bis eine zufriedenstellende Dosisverteilung im PTV erreicht wird. Als Parameter dienen hier die Einstrahlrichtung, die Feldform, Feldzubehör (z.B. Keilfilter) und die Feldgewichtung.
  • Inverse Planung: Hierbei wird der planende Medizinphysiker von einer computergestützten Optimierung unterstützt. Wie der Name schon vermuten lässt, erfolgt die Planung in umgekehrter Reihenfolge. Es wird nicht wie bei der 3D-konformalen Radiotherapie ein Bestrahlungsfeld vor-geben, sondern die Optimierung erzeugt die benötigten Felder. Nachdem in einem Planungs-CT die vorhandenen Zielvolumen und Risikoorgane eingezeichnet wurden, werden für die Optimierung vom Medizinphysiker zusätzliche Strukturen eingezeichnet, die die Grundlage zur Planung darstellen. Innerhalb der Optimierungsphase werden diesen „physikalischen“ Strukturen Dosisvorgaben (dose objectives) zugewiesen, welche sich an der verordneten Dosis sowie den Toleranzdosen der einzelnen Organe orientieren. Das Ergebnis dieser Schritte führt zu einer Dosisoptimierung innerhalb des Zielvolumens und zur Dosisreduktion in den OAR.

Die Ausbildung zum Medizinphysikexperten (MPE) ist in der Richtlinie zum Strahlenschutz in der Medizin (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) gesetzlich geregelt: Auszug aus der Richtlinie: "Bei der Behandlung von Patienten mit radioaktiven Stoffen oder ionisierender Strahlung sind für die Bereiche Patientendosimetrie, Entwicklung und Anwendung komplexer Verfahren und Ausrüstungen, Optimierung, Qualitätssicherung einschließlich Qualitätskontrolle sowie in sonstigen Fragen des Strahlenschutzes die erforderliche Anzahl von Medizinphysik-Experten mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz als Strahlenschutzbeauftragte zu bestellen." Die Ausbildung zum MPE kann in der Abteilung für klinische Strahlenphysik begonnen und abgeschlossen werden. Vorraussetzung ist ein Studienabschluss im naturwissentschaftlich-technischen Bereich an einer Hochschule

  • Die praktische Erfahrung (Sachkunde) dauert mindestens 24 Monate in einer Fachabteilung
  • Die Ausbildung zum MPE in der Strahlentherapie kann im Rahmen eines Hochschulstudiums oder auf geeignete Weise erfolgen, ein ausreichendes Qualifikationsniveau ist zu erzielen (nach Anlage A2 Nr.3)
  • Falls erforderlich wird bei der zuständigen Stelle ein Fachgespräch durchgeführt
  • Sowohl Grundkurs, als auch Spezialkurs für das Anwendungsgebiet muss belegt und erfolgreich abgeschlossen werden