Foto Parkinsonnetz Münsterland+, Gruppe

Parkinsonnetz Münsterland+

Zur Optimierung der multidisziplinären Versorgung bei Menschen mit Parkinson und deren Angehörigen

Im Mai 2018 hat sich nach rund einjähriger Vorbereitungsphase das Parkinsonnetz Münsterland+ offiziell gegründet. Der Zusammenschluss im PNM+ besteht aus Experten verschiedener, am Versorgungsmanagement von Menschen mit der Parkinson-Krankheit beteiligten Fachgruppen sowie Betroffenen und Angehörigen. Dazu gehören u.a. Neurologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Pflegende und Apotheker.

Gemeinsam hat sich das Netzwerk folgenden Zielen verschrieben:

  • Durch Vernetzung und Austausch die Versorgung von Menschen mit Parkinson koordiniert, patientenorientiert und individuell zu gestalten.
  • Durch Bildung eines interdisziplinären Versorgungsteams die Expertise aller Fachgruppen zu bündeln.
  • Durch Austausch und gezielte Maßnahmen wie Weiterbildungen den Wissensaufbau zu fördern.

Die Parkinson-Krankheit tritt bei Betroffenen individuell sehr unterschiedlich und multidimensional auf. Daher stellt die Erkrankung eine besondere Herausforderung für Patienten, deren Angehörige wie auch Ärzte und andere medizinische Experten dar. Eine frühe Diagnose und die darauf folgende medizinische Versorgung im Verlauf der Erkrankung sind komplex. Das Parkinsonnetz Münsterland+ (PNM+) will zukünftig mit allen Beteiligten genau hier ansetzen: durch abgestimmte Standards und einen verbesserten Informationsfluss.


Unter den neurodegenerativen Erkrankungen ist die Parkinson-Krankheit die zweithäufigste nach der Alzheimer-Krankheit. In Deutschland leben ca. 300.000 Menschen mit Parkinson. Die Patientenzahlen steigen jährlich um 15.000 Neuerkrankungen. Die Inzidenz und Prävalenz steigen in höherem Alter. Damit kommt Parkinson bei schätzungsweise 1% der über 60-Jährigen in Deutschland vor. Heruntergebrochen auf die Einwohnerzahlen ist davon auszugehen, dass ca. 40.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen von Parkinson betroffen sind und fast 5.000 Menschen im Münsterland.

Über-, Unter- und Fehlversorgung sind geläufige Begriffe – auch bei der Parkinson-Krankheit. Sowohl in der Politik als auch in der Medizin wird in vielen Bereichen daran gearbeitet, diese zu minimieren. Der häufig geringe Vernetzungsgrad unter Experten in der Versorgung kann viele Folgen haben: u.a. nicht optimierte Lebensqualität für Patienten, und ineffizienter Ressourceneinsatz.


Noch ist das PNM+ ein loser Zusammenschluss interessierter Institutionen und Individuen. Im Rahmen des Netzwerkaufbaus wird derzeit eine Kooperationsvereinbarung als Basis der Zusammenarbeit inkl. Arbeitsprinzipien, Rechten und Pflichten erstellt.
Die Partner des PNM+ treffen sich quartalsweise zu einem Plenumstreffen, um aktuelle Themen zu diskutieren und Entscheidungen hinsichtlich der laufenden wie auch weiteren Projekte zu treffen.
Themenbezogen haben sich daneben 12 Arbeitsgruppen gebildet, die interdisziplinär Projekte des PNM+ schwerpunktbezogen umsetzen.

Die Arbeitsgruppen im Überblick:

  • AG Physiotherapie
  • AG Ergotherapie
  • AG Logopädie + Ernährung
  • AG Neue Technologien
  • AG Versorgungsstrukturen
  • AG Aufklärung/Edukation
  • AG Hilfsmittel
  • AG Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
  • AG Psychologische Aspekte
  • AG Medikamentenmanagement
  • AG Parkinson und Sport
  • AG Angehörige

In der ersten Phase wird der Aufbau des Versorgungsnetzes von der AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG unterstützt.

Institutionen
Universitätsklinikum Münster
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup GmbH
Klinik Maria Frieden Telgte
Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V.
Praxis Dr. med. Frank Siebecker - Facharzt für Neurologie   
Praxis für Logopädie Ina Benning
Praxis für Logopädie Lübbe
Praxis für Logopädie und Lerntherapie Vaerst
Praxis für Physiotherapie petervoß + team 
reha team Perick GmbH
Zentrum für ambulante Rehabilitation GmbH

Natürliche Personen 
Antje Altekruße, Apothekerin
Veronika Löscher, Logopädin


Regionale Handlungsempfehlungen entlang des Versorgungspfades als Unterstützung für eine abgestimmte, versorgungsoptimierende, parkinsonspezifische Versorgungskette (interdisziplinär)

  • Symptombasierte Therapieempfehlungen (evidenzbasiert)
  • Informationsmanagement an Schnittstellen (z.B. bei Überweisungen)

Parkinson-Pass (Arbeitstitel)

  • Dokumentationsmappe für versorgungsrelevante Informationen inkl. Versorgungshistorie (Verbleib beim Patienten)
  • Relevante Informationen für Leistungserbringer/relevante Akteure einsehbar(Patientenentscheidung)

Organisation und Umsetzung von parkinsonspezifischen Weiterbildungen


Mit dem Aufbau des Versorgungsnetzes und dem kontinuierlichen interdisziplinären Erfahrungsaustausch zwischen den Partnern strebt das Parkinsonnetz Münsterland+ eine stete Verbesserung der Versorgung an. Damit fließen die neu gewonnen Erkenntnisse automatisch in Ihre Behandlung mit ein – Sie als Patient müssen hierfür nichts tun. Die Partner informieren Sie gerne über den aktuellen Stand des Parkinsonnetzes Münsterland+.

 
 
 
 

Kontakt

Foto Dr. Tobias Warnecke, UKM-Neurologie

Parkinsonnetz Münsterland+
Prof. Dr. med. Tobias Warnecke
Oberarzt
Facharzt für Neurologie
tobias.warnecke(at)­ukmuenster(dot)­de

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