Klinik für Psychische Gesundheit

Die öffentliche Teststelle der Münsterschen Haus- und Fachärzte (Medis Münster) am UKM hat den Betrieb zum 30.06.2021 eingestellt. Derzeit werden auf dem Gelände keine öffentlichen Testungen mehr durchgeführt. Personen mit Corona-verdächtigen Symptomen, fraglichem Kontakt zu Corona-Infizierten oder roter App-Warnung sowie Reiserückkehrer oder Lehrer:innen/Erzieher:innen wenden sich an den Hausarzt oder erfragen unter T 116117 die jeweils zuständige Teststelle und deren Öffnungszeiten. Alternativ hat die Stadt Münster eine Liste mit allen Teststellen in Münster zusammengestellt.

Die Teststelle des UKM, an der ausschließlich Patient:innen sowie stationär aufgenommene Begleitpersonen getestet werden, bleibt geöffnet.

Informationen für stationäre Patienten

Angesichts der aktuellen Infektions-Situation in Deutschland führen wir bei allen ambulanten und stationären Patienten eine ausführliche telefonische oder persönliche Anamnese durch. Patienten, die geplant stationär aufgenommen oder ambulant operiert werden, müssen einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. In Ausnahmefällen kann dieser Test an unserer Corona-Teststelle durchgeführt werden. Die betroffenen Patienten werden von unseren Kliniken und Ambulanzen kontaktiert. 

Bitte beachten Sie: Notfälle werden aufgrund eines fehlenden Testergebnisses nicht abgewiesen.

Bitte beachten Sie: Um unsere Patienten, Mitarbeitenden und Besucher vor einer Infektion zu schützen und die Ausbereitung von SARS-CoV2 einzudämmen, ist in allen Gebäuden des UKM das Tragen einer medizinischen Maske (OP-Maske oder FFP2-Maske) erforderlich. Stoffmasken können nicht verwendet werden. Achtung: Auch FFP-Masken mit Ausatemventil sind nicht erlaubt.

Für den Besuch des UKM dürfen Sie Ihre eigenen, privaten Masken nutzen. Sollten Sie keine Maske dabei haben, stellen wir Ihnen für Dauer ihres Aufenthaltes im Klinikum an der jeweiligen Pforte einen geeigneten Schutz zur Verfügung.

Das Betreten der Gebäude ist ohne medizinische Maske nicht gestattet.

Der Schutz unserer Patientinnen und Patienten, unserer Mitarbeitenden und auch Ihr Schutz stehen für uns an erster Stelle.

Um dem Recht der Patientinnen und Patienten auf soziale Kontakte nachzukommen, passt das UKM seine Besucherregelung an: Ab dem 28. Juni 2021 darf jeder Patient pro Tag für eine Stunde einen geimpften, genesenen oder negativ getesteten Besucher empfangen. Dies gilt ab dem ersten Aufenthaltstag. Besonders gefährdete Bereiche können abweichende Regelungen erlassen. Die einstündigen Besuche sind möglich in der Zeit von 8 bis 19 Uhr. Um die Rückverfolgbarkeit gewährleisten zu können, benötigen Besucher eine Zutrittsberechtigung, die durch das Ärztliche Personal auf der jeweiligen Station ausgestellt wird.

Bitte beachten Sie: Besucher dürfen grundsätzlich keine Symptome einer möglichen COVID-19-Erkrankung haben.

Liegen eine Zutrittsberechtigung und Symptomfreiheit vor, müssen Besucherinnen und Besucher folgende Nachweise vorlegen (diese Regelung gilt auch für Kinder ab 6 Jahren):

- einen negativen Corona-Schnelltest oder PCR-Befund (max. 48h alt - abweichende Regelungen sind je nach Bereich möglich)

ODER

- bei kompletter Impfung: Nachweis einer vor mindestens 14 Tagen abgeschlossenen vollständigen Impfung (zweimalige Impfung) gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff  (Nachweis durch Impfausweis oder Impfbescheinigung). Als komplett geimpft gelten auch Personen mit durchgemachter COVID-19-Erkrankung mit Nachweis eines positiven Testergebnisses (Nukleinsäurenachweis wie PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) in Verbindung mit dem Nachweis einer nach der Erkrankung erfolgten und mindestens 14 Tage zurückliegenden Impfung gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff. (Nachweis durch positiven PCR-Test + Impfausweis bzw. Impfbescheinigung)

- bei von COVID-19 genesenen Personen: Nachweis hinsichtlich des Vorliegens einer vorherigen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch ein positiven Testergebnis (Nukleinsäurenachweis wie PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik), welches mindestens 28 Tage sowie maximal 6 Monate zurückliegt. (Nachweis durch positiven PCR-Test)

Bitte beachten Sie: Diese Regelung gilt aktuell nur für Besucher, nicht für Patienten.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Hinweis zu unseren Ambulanzen und Sprechstunden

Ab Montag, 23.08.21, gilt für ambulante Patientinnen und Patienten sowie ihre Begleitpersonen die 3G-Regel. Das heißt: Wer das Krankenhaus betritt, muss entweder eine Immunisierung vorweisen oder einen negativen Corona-Test. Dieser Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Ein Antigen-Schnelltest ist ausreichend. In besonders gefährdeten Bereichen (z.B. Onkologie) kann es abweichende Regelungen geben, die individuell mit Patient:innen und Besucher:innen besprochen werden. Diese Regelung gilt auch für Kinder ab 6 Jahren. Ein Schülerausweis als Nachweis ist im Krankenhaus nicht ausreichend. Bei symptomfreien Kindern unter 6 Jahren muss kein Test vorgelegt werden.

Die Tagesklinik

Herzlich Willkommen

auf der Seite der Tagesklinik der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Münster.

Wir möchten Ihnen hier einen Eindruck über unsere Therapie vermitteln, um Ihnen die Entscheidung über eine Behandlung in unserer Tagesklinik zu erleichtern.

Ziel der teilstationären Behandlung ist es die Brücke zwischen der stationären und der ambulanten Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu schlagen. Durch diese Zwischenstufe können stationäre Aufnahmen vermieden werden und Patienten in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld verbleiben. Hieraus ergeben sich vielfältige Möglichkeiten einer Therapie unter lebensnahen Bedingungen. Verbesserung der Tagesstruktur, Wiederherstellung der Alltagsfähigkeiten, Ausweitung der zwischenmenschlichen Fertigkeiten, Veränderung der Lebensführung, Umgang mit Belastungsfaktoren, erfolgreiche Bewältigung von Krisen, Rückkehr in den Beruf und Sicherung der Lebensgrundlage sind einige Aspekte die im Rahmen eines individuellen Therapieplanes bearbeitet werden können.

Um die therapeutischen Ziele erfolgreich verfolgen zu können sind einige Voraussetzungen notwendig, entweder bei Direktaufnahme aus dem ambulanten Bereich oder im Anschluss an die vollstationäre Behandlung. Dazu gehören eine ausreichende Absprachefähigkeit der Patienten, ausreichende körperliche und psychische Belastbarkeit, ausreichende Betreuungsmöglichkeiten abends, nachts und an den Wochenenden und die Fähigkeit den täglichen Weg in die Tagesklinik bewältigen zu können. Direktaufnahmen in die Tagesklinik aus dem ambulanten Bereich begründen in der Regel einen höheren diagnostischen und therapeutischen Aufwand.

Behandlung

Wir behandeln Menschen im Alter von 18 bis ca. 75 Jahren mit folgenden Krankheitsbildern:

  • Depressionen
  • Bipolare Störungen
  • Angst- und Zwangsstörungen
  • Psychotische Erkrankungen
  • ADHS

Unseren Patienten steht die geballte Kompetenz einer universitären Klinik der Maximalversorgung zur Seite.

In der psychiatrischen Tagesklinik des UKM bieten wir den Patienten eine leitliniengerechte psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung in einem Setting, das durch einen ganzheitlichen Behandlungsansatz geprägt ist. Wir fühlen uns einer individuellen symptom- und ursachenfokussierten Therapie, unter Einbezug des familiären Umfelds und der aktuellen Lebensumstände verpflichtet. Ein wertschätzender und ressourcenorientierter Umgang mit unseren Patienten, ihren Beschwerden und Problemen ist Grundsatz unserer Behandlung.

Die Abstimmung mit den ambulanten und stationären Therapeuten unserer Patienten ist uns ein besonderes Anliegen. So gewährleisten wir die optimale Nutzung von Informationen, um die Behandlung effektiv zu gestalten. Eine gründliche Entlassungsplanung zur Sicherung der Erfolge beginnt mit dem Tag der Aufnahme. So können Wartezeiten auf einen ambulanten Facharzt- und Psychotherapieplatz reduziert werden und Schwierigkeiten in der Weiterbehandlung frühzeitig antizipiert werden.

Aufnahmeplanung

Falls Sie sich für unser Angebot interessieren, können Sie sich an Herrn Szczepaniak wenden. Tel. 0251 - 83 51845

Termine zu einem Vorgespräch können über unsere Institutsambulanz vereinbart werden.

Aktuelle Informationen

Um unsere Patienten noch besser unterstützen zu können, arbeitet Herr H. Lösing als Genesungsbegleiter im multiprofessionellen Team. Ein wesentlicher Bestandteil seiner Tätigkeit ist die Vermittlung im Trialog zwischen Patienten, Angehörigen und Therapeuten. Zudem gibt es Angebote in der Alltagsbegleitung und eine Gruppe zum Empowerment.

In Kooperation mit unseren Spezialstationen für affektive Störungen haben wir eine Psychotherapiegruppe zur Behandlung chronischer Depressionen begonnen, die unser Behandlungskonzept sinnvoll ergänzt.

Das Behandlungsteam

Das multiprofessionelle Behandlungsteam stellt sich mit den eigenen Tätigkeiten im Folgenden vor:

Der Stationsarzt


Die Tätigkeit des Stationsarztes Herr Dr. Nils Opel der Tagesklinik umfasst mit den Aufgaben eines Psychiaters sowohl seelische als auch körperliche Aspekte von psychiatrischen Erkrankungen.

In einem ausführlichen Aufnahmegespräch werden zunächst die aktuellen Beschwerden, die psychiatrische Krankheitsgeschichte, Suchterkrankungen, vegetative Beschwerden, körperliche Vorerkrankungen sowie der aktuelle psychische und körperliche Befund erhoben. In einem gemeinsamen Gespräch mit dem Oberarzt Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Dipl.-Psych. Udo Dannlowski wird die Symptomatik diagnostisch eingeschätzt und die notwendige weitere Diagnostik geplant. Entsprechend der Diagnose und Beschwerden wird ein individuelles Therapiekonzept aus den Bausteinen Psychopharmakotherapie, Psychotherapie, Soziotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Mototherapie, Kunst- und Musiktherapie erstellt. In den regelmäßigen Visiten und Besprechungen wird der Behandlungsfortschritt unserer Patienten kontinuierlich begleitet und angepasst. Kontinuierliche Supervision der Therapien sichert unsere hohe Professionalität in der täglichen Arbeit ab.

Da auch organische Erkrankungen, z.B. des Gehirns oder der Schilddrüse, zu psychischen Störungen führen können, wird bei Bedarf zur weiteren Abklärung der psychischen Symptomatik eine bildgebende (cMRT, cCT), eine laborchemische (Blut- und Liquoruntersuchungen) und/oder  eine elektrophysiologische (EEG) Diagnostik angeschlossen, um (hirn-)organische Ursachen der Beschwerden auszuschließen.

Dabei arbeiten wir eng mit den ambulanten Behandlern (Hausärzte, Fachärzte), insbesondere bei nicht psychiatrischen Fragestellungen, zusammen, um auch hier eine bestmögliche Versorgung des Patienten in seinem gewohnten Umfeld zu gewährleisten. Unterstützend stehen uns bei komplexen psychiatrischen Fragestellungen alle Kompetenzen der universitären Medizin zur Verfügung.

Sollte eine Psychopharmakotherapie notwendig sein, erfolgt diese evidenzbasiert. Begleitend werden Labor- und EKG- Kontrollen zur Überwachung von möglichen Nebenwirkungen durchgeführt.

Ebenfalls wird die psychotherapeutische Arbeit der Ärztin störungsspezifisch und evidenzbasiert durchgeführt. Hierzu finden wöchentliche Einzelgespräche statt. Ein individuelles Störungsmodell wird gemeinsam mit den Patienten erarbeitet und  die entsprechenden Therapien abgeleitet.

Die Psychologin


Frau M. Sc. Psych. K. Berg als Psychologin der Tagesklinik erklärt: in der Einzeltherapie mit verhaltenstherapeutischem Schwerpunkt stehen eine fundierte Diagnostik mit etablierten Testverfahren, eine individuelle Erarbeitung eines Krankheitsmodells und darauf aufbauende therapeutische Strategien zur Erreichung Ihrer Ziele im Fokus. Da der Kontakt zum privaten Umfeld bestehen bleibt, können auftretende Probleme direkt aufgegriffen werden. In diesem Rahmen bieten wir Ihnen auch unterstützende Angehörigengespräche an. Insgesamt soll somit eine psychische Stabilität für die Rückkehr in den Alltag und ggf. für eine weitere ambulante Therapie geschaffen werden.

Über die Gruppenpsychotherapie der Tagesklinik:

In unserer teilstationären Behandlung können Patienten – auch stationsübergreifend – an mehreren psychotherapeutischen Angeboten (u.a. Problemmanagement, Psychoedukation Depression, Gruppenpsychotherapie Chronische Depression, Erfahrungsaustausch für Patienten mit Psychoseerfahrungen) teilnehmen. Die Problemmanagement-Gruppe, die ausschließlich für Patienten unserer Tagesklinik angeboten wird, ist eine Gruppenpsychotherapie mit einem „Eine-Sitzung-Konzept“: Pro Sitzung wird ein Problem eines Patienten (Fokuspatient) bearbeitet, der Ablauf jeder Sitzung ist identisch. Die Mitpatienten sollen die Rolle des Therapeuten einnehmen und mithilfe von Exploration, Perspektivübernahme und eigenen Erfahrungen zum Verständnis, zur Analyse und zur Lösung des Problems beitragen. Der Gruppenleiter soll durch Einbringung von Anregungen, Vorschlägen, Wissen, Methoden und durch Interpretation der Beiträge die Sitzungen strukturieren und moderieren. Hauptziele der Problemmanagement-Gruppe sind die Einsicht in Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen sowie die Vermittlung von Problemlösekompetenzen.

Die Bezugspfleger

Während der tagesklinischen Behandlung, werden die Patienten im System der Bezugspflege durch Herrn P. Jackiewicz, Herrn S. Wiebens, Frau I. Höfel und Herrn C. Alfs betreut, d.h. eine individuelle, ganzheitliche pflegerische Begleitung, mit unterstützenden, lebenspraktischen und themenzentrierten Gesprächen. Unter der Leitung von Frau Onnebrink sind die Pflegenden verantwortlich für Ablauf und Organisation der Behandlung, unterstützen unsere Patienten bei der Entwicklung eines Wochenplans und geben Anleitung zur Medikation. Darüber hinaus bieten die Fachgesundheits- und –krankenpflegepersonen themenspezifische Gruppen an, wie z.B. Stressmanagement, Gruppentraining Sozialer Kompetenzen, Kognitives Training in der Gruppe, Selbstmanagement, Entspannung sowie eine neu entwickelte Videospiel-Gruppe. Zudem findet alle zwei Wochen ein Gruppennachmittag außerhalb des UKM-Geländes statt.

Die Therapie-Angebote der Pflegenden in Kurzform
  • Stressmanagement
    Die Gruppe befasst sich mit den Fragen: Wie Stress entsteht? Was Stress auslöst? Was kann man gegen Stress unternehmen (präventiv und zeitnah)?
  • Gruppentraining Sozialer Kompetenzen
    Das Gruppentraining Sozialer Kompetenzen befasst sich mit der Kommunikation (verbal/ nonverbal) unter Menschen in den Bereichen „um Sympathie werben“, „Recht durchsetzen“ und „Beziehungen“. Neben der Theorie werden praktische sowie realitätsnahe Rollenspiele durchgeführt.
  • Videospiel-Gruppe
    In der Videospiel-Gruppe wird die Konzentration, Aufmerksamkeit, Bewegung und Koordination im Rahmen  einer kleinen Gruppe gefördert. Mit „Kinect“-Spielen, in denen der ganze Körper zum Einsatz kommt,  werden die Teilnehmer in einer lockeren und lebhaften Therapie unterstützt.
  • Entspannungsgruppe
    In der Entspannungsgruppe werden MBSR-basierende Achtsamkeitsübungen zur Stressreduzierung durchgeführt (MBSR – Mindfulness-Based-Stress-Reduction).
  • Kognitives Training in der Gruppe
    Es werden Übungen zur Stärkung der kognitiven Fähigkeiten (Konzentration, Merkfähigkeit) in einer Gruppe durchgeführt.
  • Selbstmanagement-Gruppe
    Die Selbstmanagement-Gruppe baut auf drei Themen auf: Soziale Kontakte, Tagesstruktur und Selbstbewusstsein. Die Inhalte werden in der Gruppe diskutiert, es soll ein Austausch an Erfahrungen stattfinden und erste Schritte besprochen werden, um einzelne Bereiche zu optimieren und selbstständig im Alltag durchführen zu können.
  • Gruppennachmittag/ Außenaktivität
    Die Gruppenaktivität findet alle 14 Tage, je nach Wetterlage, im Freien oder in einer Einrichtung statt. Unter anderem geht es darum, den eigenen Aktionsradius zu erweitern, Anregungen für die eigene Freizeitgestaltung zu erhalten, gemeinsam Spaß zu erleben und dabei ggf. auch alltagspraktische Aktivitäten (z.B. mit dem Bus fahren) zu üben.

Die Mototherapeutin


Frau D. Beckmann-Neuhaus (Dipl. Motologin, Sportpädagogin) über die Mototherapie :

Unser Körper mit seinen Regungen und Bewegungen ist wichtige Grundlage unseres Tun, Handelns und Lebens: er vermittelt uns das Gefühl unseres „Daseins“, des „Handelns“, über ihn finden wir Zugang zu unserem Erleben („kribbelig aufgeregt“) und auch Ausdruck für unser Erleben („wütend aufstampfen“).

Mit unseren Lebenserfahrungen hat jeder von uns seine ganze eigenen Bewegungs-, Handlungs- und Haltungsmuster entwickelt, in ihnen spiegelt sich allgemein unsere ganz persönliche Art und auch aktuell unser Befinden wider. Umgekehrt ist über körperliche Prozesse ein Einfluss auf das psychische Erleben möglich.

In unserer Tagesklinik ist die Mototherapie als psychodynamisch orientierte Bewegungstherapie in Einzeltherapie möglich und damit individuell auf die Problemlage wie die Ressourcen der Patienten ausgerichtet. Vermittelt über Bewegungs- und Körpererfahrungen werden über eine erste akute Stabilisierung hinausgehend ein Verständnis für die Erkrankung und ihre Entwicklung, Hilfestellungen für die Selbstregulation in der Alltagsbewältigung und für eine selbstfürsorgliche Lebensgestaltung eröffnet.

Mögliche Zielsetzungen können hier sein:

  • Körperorientierte Hilfestellungen der Symptombewältigung z.B. bei Anspannungserleben, innerer Unruhe, negativem Gedankenkreisen
  • Körper- und bewegungsorientierte Möglichkeiten der Stabilisierung: z.B. Sicherheit im Körper finden, Aufrichtung und Stand, eigene Stärke spüren
  • Zugang zu Vielfalt und Tiefe im Erleben von Gefühlen und zu Möglichkeiten zum Ausdruck von Gefühlen
  • Themenorientierte Körper- und Bewegungsarbeit an individuell wichtigen Themen z. B. Umgehen mit Belastungsanforderungen, Abgrenzung, Selbstwerterleben, Interaktions- und Beziehungsmuster.

Die Umsetzung erfolgt über Inhalte aus Bereichen der Körperwahrnehmungen, tänzerischen, spielerischen und sportlichen Inhalten sowie Inhalten der Bewegungspsychotherapien.

Die Ergotherapeutin

Das ergotherapeutische Angebot der Tagesklinik hat laut Frau K. Linnenberger zum Ziel, Handlungsfähigkeit und Teilhabe in der alltäglichen Selbstversorgung, im Beruf oder in der Freizeit  zu ermöglichen.

Es werden interaktionelle, ausdruckszentrierte oder kompetenzzentrierte Methoden genutzt, die in verschiedenen Gruppen- und Einzeltherapien – wie z.B. einer Projekt- oder Spielegruppe – angeboten werden. Im Zentrum stehen dabei jeweils die alltagsbezogenen und persönlichen Wünsche des Patienten, die individuell variieren können:

Förderung der psychischen Grundleistungsfunktionen wie Antrieb, Motivation und Ausdauer, Ich-Stärkung, Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten wie Konzentration oder Gedächtnis, Aufbau einer neuen Tagesstruktur, Förderung von strukturiertem Arbeiten, Förderung von Interaktions- und Kommunikationsfähigkeiten oder das Erlernen von Entspannungsmöglichkeiten sind dabei mögliche Ziele, deren Umsetzung sowohl handwerklich/kreativ als auch alltags- und betätigungsorientiert erfolgen kann.

Alle Interventionen sind flexibel wählbar und verfolgen die Absicht, Selbstständigkeit und somit Lebensqualität im Alltag des Patienten (wieder) herzustellen.

Die Physiotherapeutin

Frau Klostermann bietet als Physiotherapeutin und Therapeutin für Konzentrative Bewegungstherapie (KBT) Folgendes an:

Pilates und Wirbelsäulengymnastik sind physiotherapeutische Gruppenangebote für das sanfte ganzheitliche Training. Das Training kombiniert Atmung, Kraftübungen, Koordination und Stretching. Die Bewegungen sind dynamisch, rhythmisch und fließend. Regelmäßige Wirbelsäulengymnastik fördert die Körperwahrnehmung und reduziert deutlich Nackenverspannungen und Rückenschmerzen. Pilates fördert zusätzlich die Entspannungsfähigkeit.

Die Bewegungstherapie-Gruppe beinhaltet spielerisch angeleitete Bewegungsangebote (zum Beispiel Ballspiele) und angeleitete Körperwahrnehmung. Die Patienten bringen sich aktiv mit ihren Wünschen und Vorschlägen ein. Die Bewegungstherapie-Gruppe fördert die Beziehung zu sich selbst und die Beziehung zu den anderen Teilnehmern der Gruppe.

Konzentrative Bewegungstherapie (KBT) ist eine körperbezogene, psychotherapeutische Methode. In der KBT ist der Körper der Ort des gesamten psychischen Geschehens. Die Angebote zur Wahrnehmung ermöglichen eine Erweiterung von positiven Erfahrungen mit dem Körper, die den Selbstwert stärken. Im Dialog mit dem Patienten entwickelt sich ein Beziehungsraum, der für neue Erfahrungen und aktives Handeln zur Verfügung steht.

Die Arbeitstherapeutin

Die Arbeitstherapie der Tagesklinik unter der Leitung von Frau E.  Ridder soll Sie mit verschiedenen Modulen (Lesegruppe, Kochgruppe und Handwerksprojekte),  an die Grundanforderungen des Arbeitslebens heranführen und Ihnen somit die Wiedereingliederung in den Ausbildung- und Arbeitsprozess sowie auch in den normalen Alltag erleichtern.

Ziel der Arbeitstherapie ist die Wiederherstellung und Erhaltung verloren gegangener Fähigkeiten, wie zum Beispiel:

  • Ausdauer
  • Konzentration
  • Kommunikation
  • Teamarbeit
  • Erfassung und Umsetzung von verbalen oder schriftlichen Arbeitsanleitungen
  • Sorgfalt und Genauigkeit.

Hierbei geht es um eine strukturierte Tätigkeit mit einem fest umschriebenen Ziel.

Die Arbeitstherapie der Tagesklinik bietet Ihnen die Möglichkeit ihre manuelle Geschicklichkeit sowie kognitiven Fähigkeiten  zu überprüfen und auszubauen. Das erlernen einfacher, kreativer Handwerksstücke, stellt ein optimales und beständiges Training dar.

Die regelmäßige  Teilnahme, Pünktlichkeit und Kommunikation in einer Gruppe wird Sie in diesem geschützten Rahmen stetig sicherer werden lassen.

Der Sozialdienst


Der Sozialdienst berät unter Berücksichtigung der Krankheitssituation individuell zu Leistungen, die in der Sozialgesetzgebung verankert sind, vermittelt psychosoziale Hilfen im Alltag, stellt nachsorgende Kontakte her, leitet Reha-Maßnahmen ein und arbeitet mit den sozialen Netzwerkpartnern zusammen. Berufspädagogische Maßnahmen (z.B. Praktika) werden zur Unterstützung der Rückkehr an den Arbeitsplatz vermittelt.

 
 
 
 

Leitung: Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Dipl.-Psych. Udo Dannlowski