Barrierefreiheit
Skip to main content

UKM-OnlineTalk: Rheuma kennt kein Alter – wenn Erwachsene und Kinder betroffen sind

Rheuma betrifft nicht nur ältere Menschen und ist weit mehr als ein anderes Wort für Gelenkschmerzen: Auch kleine Kinder können an rheumatischen Erkrankungen leiden und neben den Gelenken können weitere Organe betroffen sein. Im neuen UKM-OnlineTalk erklären Prof. Dirk Föll und Priv.-Doz. Dr. Rebecca Hasseli-Fräbel, warum eine Diagnose oft Detektivarbeit gleicht, welche Unterschiede es bei rheumatisch Erkrankten in den verschiedenen Lebensphasen gibt und welche Chancen moderne Therapien eröffnen. Der Talk aus Anlass des Welt-Rheumatags am 12. Oktober ist ab heute auf dem YouTube-Kanal des UKM abrufbar. | aw

Rheuma kennt kein Alter: Schon kleine Kinder können erkranken und eigentlich immer begleiten rheumatischen Erkrankungen Betroffene auch im Erwachsenenleben. Zugleich ist „Rheuma“ keine einzelne Diagnose, sondern ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Krankheitsbilder. Sie beruhen auf einer Fehlsteuerung des Immunsystems und können außer Gelenken auch Haut, Augen, Muskeln, Gefäße oder innere Organe betreffen.

„Gerade bei Kindern ist der Weg zur Diagnose nicht immer einfach. Kleine Kinder können Beschwerden häufig noch nicht genau benennen; Schonhaltungen oder eine nachlassende Bewegungsfreude werden mitunter zunächst für Folgen einer Verletzung oder für Wachstumsschmerzen gehalten. Hinzu kommt, dass Beschwerden phasenweise auftreten und manchmal auch wieder verschwinden können“, weiß Prof. Dirk Föll, Direktor der Pädiatrischen Rheumatologie und Immunologie am UKM (Universitätsklinikum Münster). 

Dabei ist die Suche nach der richtigen Diagnose nicht immer einfach: Einen einzelnen „Rheumawert“, als alleinigen Indikator in der Blutuntersuchung gibt es leider nicht. Laborwerte, Antikörper oder der Rheumafaktor sind immer nur Teile des Gesamtbildes. „Wir müssen die Beschwerden in der Zusammenschau verstehen und gegebenenfalls auch interdisziplinär bewerten. Unsere Arbeit ist oft Detektivarbeit. Ist dann die Diagnose einmal gefunden, können wir mit modernen Therapien heute viel dafür tun, dass Kinder trotzdem möglichst unbeschwert aufwachsen.“

Werden die Kinder volljährig, wechseln sie in die Erwachsenenversorgung. „In der Lebensphase der Transition, wenn dann diese Patientinnen und Patienten zu uns kommen, stehen plötzlich völlig andere Themen im Vordergrund: Schule, Ausbildung, Studium, Beruf, Partnerschaft und Familienplanung. Bei all dem haben wir eine möglichst gute Lebensqualität im Blick“, sagt die leitende Oberärztin Priv.-Doz. Dr. Rebecca Hasseli-Fräbel. Bewegung und Sport können dabei ein wichtiger Teil des Alltags bleiben. Ziel der Behandlung ist, dass die Erkrankung Schule, Beruf, Freizeit und persönliche Lebensziele so wenig wie möglich bestimmt.

Kontakt für Presseanfragen

Anja Wengenroth | UKM-Unternehmenskommunikation

Anja Wengenroth

Pressesprecherin