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Prof. Klemens Horst übernimmt Leitung der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Prof. Dr. Klemens Horst ist seit Jahresbeginn neuer Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKM. Der ausgewiesene Traumatologe wechselt von der Uniklinik RWTH Aachen nach Münster und löst damit Prof. Michael J. Raschke ab, der nach 22 Jahren am UKM Ende 2025 in Ruhestand gegangen ist. Schwerpunkte des neuen Klinikdirektors sind die Versorgung mehrfach Schwerverletzter (Polytrauma) und hochkomplexer Fälle. „Wir werden als starke Universitätsmedizin lokal, überregional und auch grenzübergreifend Kooperationen suchen, Ansprechpartner und Impulsgeber sein“, ist dabei Horsts zentrale Aussage. | aw

An seinem ersten Arbeitstag lobte der neue Klinikdirektor die gute Atmosphäre am UKM (Universitätsklinikum Münster): „Große Teile des Teams habe ich schon im Vorfeld kennengelernt oder kannte ich bereits aufgrund wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Ich spüre hier große Offenheit, Sympathie und Vorfreude. Organisatorisch ist alles bestens aufgestellt – ich fühle mich sehr willkommen.“
Horsts zentrales Anliegen ist der Ausbau von Kooperationen, wie er sie aus Aachen kennt, wo die Universitätsklinik als Maximalversorger grenzübergreifend im TraumaNetzwerk EUREGIO agiert. In Münster ist das UKM als Maximalversorger überregionales Traumazentrum im TraumaNetzwerk Nordwest, welches sich vom südlichen Niedersachsen, über das nördliche Westfalen bis ins Ruhrgebiet erstreckt. „Landes oder Staatsgrenzen dürfen in der Notfall und Traumaversorgung keine Rolle spielen“, betont Horst.
Diese Haltung passe sich nahtlos in die Gesamtstrategie des UKM ein, erklärt der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Alex W. Friedrich:
„Grenz- und Einrichtungsübergreifendes Denken und Arbeiten in der Versorgungsregion ist entscheidend für die optimale Versorgung von Patienten, insbesondere im Rahmen der Krankenhausreformen. Nicht jeder Standort muss alles vorhalten. Stattdessen bieten wir die gesamte Versorgung in der Region an und können einander unterstützen, um in Kooperationen die bestmögliche Versorgungsqualität für unsere Patientinnen und Patienten zu erzielen. Auf diesem Wege stärken wir gleichzeitig die Resilienz unserer Versorgungsregion.“
Die führende Rolle von Universitätskliniken zeige sich auch an den beiden einzigen G-BA Traumazentren in NRW: Aachen und Münster. Die Vergabe dieses Auftrags sei durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) an klare Kriterien geknüpft. „Das ist eine wichtige Gemeinsamkeit zwischen beiden Kliniken“, sagt Horst. „Ich kenne die Anforderungen, Strukturen und Abläufe dieses besonderen Versorgungsauftrags von meinem bisherigen Arbeitgeber sehr gut.“
Mit Blick auf die Krankenhausreform sieht Horst große Herausforderungen, aber auch notwendige Entwicklungsschritte. Richtig gemacht bedeute Ambulantisierung für Patientinnen und Patienten keinen Qualitätsverlust. Wichtig sei jedoch die ärztliche Weiterbildung vor diesem Hintergrund neu und sektorenübergreifend zu denken:
„Unser Ziel ist, die volle Weiterbildung am UKM zu erhalten. Dafür werden wir gezielt Kooperationen auf- und ausbauen, etwa im Rahmen ärztlicher Rotationsmodelle.“
Besonders beeindruckt ist Horst von der studentischen Lehre am Standort Münster: „Die LIMETTE und das Studienhospital sind in der studentischen Ausbildung wirklich einzigartig. Ich freue mich darauf, diese Konzepte aktiv mitzugestalten.“
In der Unfallchirurgie sei Vorbereitung ohnehin entscheidend: „Ein wichtiges Motto ist: ‚be prepared – sei vorbereitet‘“, so Horst. Vor dem Hintergrund aktueller sicherheitspolitischer Entwicklungen soll unter seiner Leitung daher auch die zivil-militärische Zusammenarbeit weiter intensiviert werden. Neben dem Austausch mit der Bundeswehr, den großen BG-Kliniken und weiteren Maximalversorgern müssen alle in der Traumaversorgung aktiven Akteure eingebunden werden. Auch müsse auf gehäuft auftretende Verletzungsmuster reagiert werden:
„Penetrierende Verletzungen wie Stich oder Schussverletzungen haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Das ist ein Thema, das auch in der ärztlichen Ausbildung stärker Berücksichtigung finden muss.“
Wissenschaftlich setzt Horst künftig Schwerpunkte bei der Versorgung mehrfach schwerverletzter Patientinnen und Patienten, bei Thoraxverletzungen, Knochenbruchheilung und der Versorgungsforschung. Sein besonderer Fokus liegt im Bereich der Grundlagenforschung zur posttraumatischen Inflammation und deren wechselseitigen lokalen und systemischen Auswirkungen. „Organe kommunizieren miteinander. Gerade bei mehrfach Schwerverletzten sehen wir häufig ausbleibende Knochenheilungen, was insbesondere bei jungen Menschen zu langen Ausfallzeiten führen kann“, erläutert Horst. In Aachen leitete er eine DFG-Forschergruppe und möchte diese Arbeit in Münster komplementär zu bereits etablierten Schwerpunkten der Fakultät fortführen. Aber auch die Versorgung der älter werdenden Bevölkerung sei wichtig: Alterstraumatologie und die Förderung der frühzeitigen Mobilisation Älterer bleibe ein Schwerpunkt der Unfallchirurgie am UKM. Projekte wie die Zertifizierung zum Alterstraumazentrum der DGU und das vom G-BA geförderte EXPERT würden weiter fortgeführt und wenn möglich kooperativ noch ausgebaut – „Da können sich unsere Projektpartner auf uns verlassen: Wir bleiben im Extremitätenboard als Ansprechpartner in der Verantwortung für Patientinnen und Patienten mit post-operativen Komplikationen der unteren Extremitäten.“
Privat ist Prof. Horst mit einer Internistin verheiratet und hat drei Kinder; die Familie möchte im Sommer nach Münster umziehen. „Münster passt gut zu uns. Wir sind sehr naturverbunden und freuen uns darauf, im Münsterland heimisch zu werden.“
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Anja Wengenroth
Pressesprecherin
