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UKM-OnlineTalk: „Gender Pain Gap“ – Was das Geschlecht mit Schmerz zu tun hat

Schmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch. Doch Studien und Erfahrungen aus der klinischen Praxis zeigen: Frauen und Männer nehmen Schmerzen nicht nur unterschiedlich wahr, sie werden mit ihren Beschwerden oft auch unterschiedlich diagnostiziert und behandelt. Welche biologischen Unterschiede gibt es tatsächlich? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Erwartungen und medizinische Routinen? Ist es sinnvoll, geschlechterspezifisch zu behandeln? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der nächste UKM-OnlineTalk. Das Video ist ab sofort auf dem YouTube-Kanal des UKM abrufbar. | aw

Schmerzen sind immer subjektiv. Dennoch weiß die Forschung heute, dass Frauen und Männer Schmerzen unterschiedlich verarbeiten können. Hormone und biologische Faktoren spielen dabei ebenso eine Rolle wie psychische und soziale Einflüsse. Gleichzeitig berichten insbesondere Frauen immer wieder davon, dass ihre Beschwerden nicht ausreichend ernst genommen oder vorschnell psychischen Ursachen zugeschrieben werden.

„Es gibt Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung. Diese müssen wir kennen und berücksichtigen, um Schmerzen möglichst frühzeitig und individuell behandeln zu können“, sagt Prof. Dr. Esther Pogatzki-Zahn aus der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des UKM (Universitätsklinikum Münster).

Werden Schmerzen über längere Zeit nicht erkannt oder behandelt, steigt das Risiko einer Chronifizierung. Dann können die Beschwerden zu einer eigenständigen Erkrankung werden und Betroffene dauerhaft im Alltag einschränken. Umso wichtiger sei eine frühzeitige Diagnostik und Therapie, betont Pogatzki-Zahn. Doch Schmerzen entstehen und bestehen nicht allein durch körperliche Prozesse. „Chronische Schmerzen entwickeln sich häufig aus dem Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren. Deshalb ist es wichtig, den Menschen mit seiner gesamten Lebenssituation in den Blick zu nehmen, ohne körperliche Ursachen vorschnell auszublenden“, erklärt Dr. Kathrin Schnabel aus dem Team der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Wie dieses Zusammenspiel aussieht, welche Folgen eine verspätete Diagnose haben kann und warum gerade „weibliche“ Erkrankungen wie Endometriose häufig mit langen Leidenswegen verbunden sind, darüber sprechen die beiden Expertinnen im UKM-OnlineTalk. Außerdem geht es um moderne Konzepte der Schmerztherapie, aktuelle Forschungsergebnisse und die Frage, wie Menschen mit chronischen Schmerzen künftig noch gezielter unterstützt werden können.

Prof. Dr. Esther Pogatzki-Zahn und Dr. Kathrin Schnabel sind Gäste im UKM-OnlineTalk „Gender Pain Gap – Warum Schmerzen nicht für alle gleich sind“, der ab sofort auf dem YouTube-Kanal des UKM online abrufbar ist.

Kontakt für Presseanfragen

Anja Wengenroth | UKM-Unternehmenskommunikation

Anja Wengenroth

Pressesprecherin