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Westdeutsches Tumorzentrum gestaltet europäische Krebsversorgung aktiv mit – Teilnahme an EUnetCCC

Das Westdeutsche Tumorzentrum (WTZ) stärkt seine Rolle als treibende Kraft der europäischen Krebsmedizin: Im Rahmen der Teilnahme an der Joint Action EUnetCCC beteiligt sich das WTZ aktiv am Aufbau eines europaweiten Netzwerks von Comprehensive Cancer Centres (CCC) und trägt damit zur Angleichung von Versorgungsstandards in Europa bei. Im Rahmen dieser Initiative wurde am UKM eine Delegation von Fachkolleginnen und -kollegen aus Slowenien begrüßt, die sich vor Ort über Strukturen, Prozesse und Qualitätsstandards eines etablierten onkologischen Spitzenzentrums informierten. | ik

„Die Unterschiede in der Krebsversorgung innerhalb Europas sind weiterhin erheblich“, sagt Prof. Philipp Lenz, Geschäftsführer des am UKM (Universitätsklinikum Münster) ansässigen WTZ Münster. Während Deutschland mit 14 von der Deutschen Krebshilfe (DKH) zertifizierten Comprehensive Cancer Centres über eine leistungsfähige Infrastruktur verfügt, befinden sich vergleichbare Strukturen in vielen EU-Ländern noch im Aufbau oder fehlen bislang vollständig. „Diese Ungleichheit wirkt sich unmittelbar auf Diagnostik, Therapie, Überlebenschancen und Lebensqualität von Patientinnen und Patienten aus. Der internationale Austausch innerhalb von EUnetCCC ist daher ein entscheidender Hebel, um nachhaltige Verbesserungen zu erreichen“, so Lenz.

EUnetCCC ist derzeit das größte EU-weite Projekt im Bereich der Krebsbekämpfung. 163 Partner aus 31 Ländern arbeiten mit einem Gesamtbudget von 112 Millionen Euro daran, bis 2028 mindestens 100 Comprehensive Cancer Centres in Europa zu etablieren. 

„Ziel ist es, rund 90 Prozent der europäischen Bevölkerung einen gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger, standardisierter Krebsversorgung zu ermöglichen: von Prävention und Früherkennung über Diagnostik und Therapie bis hin zur Nachsorge und Survivorship“, erklärt Prof. Andreas Pascher, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am UKM.

„Die Behandlung von Krebserkrankungen braucht multidisziplinäre Zusammenarbeit und regionale Vernetzung. Mit unserer Beteiligung an EUnetCCC übernehmen wir bewusst Verantwortung für die Weiterentwicklung der Krebsversorgung in Europa auf höchstem Niveau“, betont Prof. Alex W. Friedrich, Ärztlicher Direktor des UKM. „EUnetCCC bietet dafür einen einzigartigen Rahmen, in dem medizinische Qualität, Forschung und Versorgungsgerechtigkeit zusammengeführt werden.“

Der Besuch der slowenischen Delegation ist ein konkretes Beispiel für die Arbeit im Rahmen von Work Package 8 (Development of Network Activities) von EUnetCCC. Dieses Arbeitspaket fördert gezielt Peer-Learning, kollegiale Zusammenarbeit und den Aufbau institutioneller Kompetenzen – insbesondere in Ländern ohne bestehende CCC-Strukturen. Slowenien hat zum Ziel, ein Comprehensive Cancer Centre mit sieben Organisationen aufzubauen. Das WTZ mit den zwei Standorten in Münster und Essen fungiert dabei als Referenzzentrum und unterstützt den Wissenstransfer durch praxisnahen Austausch, Hospitationen und fachlichen Dialog.

Kontakt für Presseanfragen

Anja Wengenroth | UKM-Unternehmenskommunikation

Anja Wengenroth

Pressesprecherin