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Demenz & Delir | Komplikations-Management und Prävention im ambulanten und stationären Sektor

Mit dem Projekt Kompass D² wird durch gezielte Delirpräventionsangebote sowie Delirmanagementmaßnahmen eine Minimierung der Delirrate verfolgt. Die Maßnahmen beinhalten u.a. eine besondere stationäre und poststationäre Betreuung durch geschulte Pflegekräfte, eine Optimierung der pharmazeutischen Versorgung und regelmäßige telemedizinische Konsile durch ein inter- und multidisziplinäres Team. Dieses besteht aus Ärzt*innen, klinischen Pharmazeut*innen sowie Pflegekräften und -wissenschaftler*innen. In den Visiten werden Fallbesprechungen durchgeführt und die kollektive Expertise gebündelt.

Hintergrund

Ein Drittel aller Patient*innenen über 70 Jahre erleidet während des stationären Aufenthalts einen Zustand akuter Verwirrtheit, ein sogenanntes Delir (ICD F05). Nach Operationen liegt die Zahl der Betroffenen sogar bei zwei Drittel. Besonders gefährdet sind Personen, die bereits vor stationärer Aufnahme unter kognitiven Beeinträchtigungen leiden.

Fokus

  • Identifikation von Risikopatient*innen vor Einweisung
  • Deutliche Senkung der Delirraten während des stationären Aufenthalts
  • Auf Verbesserung des kognitiven Zustands ausgerichtete Betreuung nach Entlassung

Benefits

  • Medizinische und pflegerische Verbesserung des aktuellen Delirmanagements 
  • Einsparung von vermeidbaren Versorgungskosten

Kompass D² ist ein vom Gemeinsamen Bundesausschuss gefördertes Projekt, an dem verschiedene Krankenhäuser, Krankenkassen und ein unabhängiges evaluierendes Institut der Universität Bielefeld beteiligt sind.

Kompass D² beruht auf zwei innovativen Komponenten, die eine umfassende Versorgung älterer Patient*innen im Krankenhaus sowie eine deutliche Senkung von Delirraten sicherstellen:

  1. Aufbau einer Versorgungskette, die die gesamte ambulante und stationäre Versorgung älterer Patient*innen umfasst.
  2. Entwicklung eines neuartigen Kompetenznetzwerks für Delirprävention und -management, in dem medizinische Versorger ihre Expertise telemedizinisch zusammenführen und Risikopatient*innen gemeinsam ortsübergreifend betreuen.

Dadurch wird eine Versorgungskette mit drei zentralen Versorgungsleistungen zum Delirmanagement aufgebaut.

Prästationär

Standardisiertes Übermitteln medizinischer Daten von Einweisenden zur Einschätzung des Delirrisikos vor Aufnahme ins Krankenhaus.

Stationär

Stationäres Standardverfahren zur multidisziplinären Delirprävention bei Patient*innen mit positivem Screeningergebnis, gesteuert von den ärztlichen, pharmakologischen und pflegerischen Expert*innen der teilnehmenden Krankenhäuser. Über telemedizinische Infrastruktur kann die vorhandene Expertise bedarfsgerecht zusammengeführt und transferiert werden.

Poststationär

Standardisierte Weitergabe von spezifischen Informationen über geeignete therapeutische und pflegerische Maßnahmen an Angehörige, weiterbehandelnde Kolleg*innen und Einrichtungen. Bedarfsweise wird dieser Prozess durch Hausbesuche von geschulten Pflegekräften unterstützt.

Zur Implementierung dieser neuen Versorgungsform wird beim Konsortialführer, dem Universitätsklinikum Münster, ein Koordinationszentrum eingerichtet, das neben der Projektsteuerung vor allem den Betrieb der Infrastruktur und die Umsetzung des Delirmanagements übernimmt. Die beteiligten Krankenkassen schließen dazu einen entsprechenden Selektivvertrag.

Laufzeit: 01.10.2019–30.09.2023

Anzahl der Patient*innen: 1.700 (850 je Gruppe)

Förderung: ca. 5,7 Mio Euro aus dem Innovationsfonds des Bundes

Konsortialführung

Universitätsklinikum Münster
Prof. Dr. med. Thomas Duning 
Leitung des Bereichs Demenzsensibles Krankenhaus
Albert-Schweitzer-Campus 1
48149 Münster

 
Projekt-Team
  • Universitätsklinikum Münster
  • Universität Münster
Konsortialpartner
  • Evangelisches Krankenhaus Johannisstift
  • UKM Steinfurt
  • Klinikum Rheine
  • Josephs Hospital Warendorf
  • St. Josef Stift Sendenhorst
  • Universität Bielefeld
  • BARMER
  • DAK-Gesundheit
  • IKK classic

Für Patient*innen

Ein Delir ist ein akuter Verwirrtheitszustand, der durch das Auftreten folgender Symptome gekennzeichnet sein kann:

  • Relativ plötzlicher Beginn mit wechselndem Verlauf
  • Störung der Aufmerksamkeit (z.B. abnorme Schläfrigkeit, schnelle Ablenkbarkeit)
  • Störung der Orientierung (z.B. werden Ort und Datum nicht gewusst)
  • Störung der Wahrnehmung (z.B. Wahrnehmung von Dingen, die nicht vorhanden sind)
  • Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Körperliche Unruhe, Schreckhaftigkeit oder Teilnahmslosigkeit
  • Denkstörungen (z.B. Überzeugung verfolgt, bedroht oder vergiftet zu werden).

Prinzipiell kann fast jede körperliche Erkrankung ein Delir auslösen, besonders gefährdet sind ältere Patienten und Patienten mit Gedächtnisstörungen. Diese machen sich im Alltag in der vertrauten Umgebung nicht zwangsläufig bemerkbar, sondern bedingen erst im Stress des Krankenhausaufenthaltes ein erhöhtes Risiko, ein Delir zu entwickeln.

Ein Delir kann weitreichende Konsequenzen haben: Untersuchungen haben gezeigt, dass Betroffene nach Delir einen deutlich schlechteren Krankheitsverlauf haben. Etwa 40% der zuvor selbstversorgenden Patient*innen, welche im Krankenhaus ein Delir erlitten, konnten sich einen Monat nach Entlassung nicht mehr selbst versorgen und waren dauerhaft in einem Pflegeheim versorgt. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, dem Auftreten eines Delirs vorzubeugen.

Am Tag der stationären Aufnahme führen wir mit Ihnen einen kurzen Test zur Einschätzung Ihres persönlichen Delir-Risikos durch. Konnte ein Delir-Risiko festgestellt werden und wurde der Studienteilnahme durch Sie zugestimmt, erfolgen weitere Kurztests zur Einschätzung Ihrer selbstständigen Lebensführung. Gleichzeitig bitten wir Sie darum, uns einen nahestehenden Angehörigen zu benennen, welcher einen standardisierten Fragebogen zur Beurteilung Ihrer Alltagsaktivitäten unter Anleitung einer Projektmitarbeiterin ausfüllt.

Am Tag nach Ihrer stationären Aufnahme werden Sie täglich durch eine unserer Projektmitarbeiterinnen besucht, um einen kurzen Delir-spezifischen Test durchzuführen.

Nach stationärer Entlassung möchten wir gerne einen Fragebogen mit Ihnen ausfüllen. Dies geschieht entweder im Rahmen eines Hausbesuchs oder durch ein telefonisches Interview durch eine unserer Projektmitarbeiterinnen.

Im Rahmen der Studie werden Patientinnen und Patienten innerhalb der Interventionsgruppe mit den Patientinnen und Patienten einer Kontrollgruppe verglichen. Welcher dieser beiden Gruppen Sie für die gesamte Dauer Ihrer Teilnahme zugeordnet werden, entscheidet der Zufall. Das Zufallsverfahren, in welchem Patient*innen entweder der Interventionsgruppe oder der Kontrollgruppe zugewiesen werden, wird „Randomisierung“ genannt. 

Erfolgt eine Zuordnung in die Kontrollgruppe, werden Sie nach dem derzeitig etablierten Standard innerhalb der behandelnden Klinik versorgt. Patient*innen, die der Interventionsgruppe zugewiesen werden, erhalten neben der etablierten Behandlung zusätzlich die neue Versorgungsform, deren Wirksamkeit wir im Rahmen des Forschungsvorhabens untersuchen. Unabhängig von der Zuordnung in die Interventions- oder Kontrollgruppe entstehen Ihnen keine Nachteile.

Studienpatient*innen, die der Interventionsgruppe zugewiesenen teilnehmenden Patientinnen und Patienten, erfolgt eine spezielle Versorgung durch die Mitarbeitenden eines multidisziplinären Teams (bestehend aus Ärzt*innen, speziell ausgebildeten Pflegefachkräften und auch klinischen Pharmazeut*innen). Die Betreuung durch das multidisziplinäre Team beinhaltet im Wesentlichen bei allen Patientinnen und Patienten folgende Aspekte:   

  • Durch eine gezielte pharmazeutische Aufnahme wird geprüft, ob die Ihnen verordneten Medikamente ein Delir begünstigen können.
  • Telemedizinische Vorstellung/Beratung Ihres Falles im multi- bzw. interdisziplinären Team, bestehend aus Ärzt*innen aus den Fachbereichen Neurologie, Psychiatrie, Geriatrie, Anästhesie und Innerer Medizin sowie einer klinischen Pharmazeutin und Pflegefachkräften).
  • Begleitung und Betreuung durch speziell ausgebildete Pflegefachkräfte (Begleitung zu Untersuchungen (u.a. auch zu Operationen), das Geben von Orientierungshilfen, kognitive Aktivierung, Beobachtung zur Früherkennung möglicher Delir-Symptome).
  • Einbindung und Beratung der Angehörigen in die Abläufe des Krankenhauses während Ihres Aufenthaltes

Sollten Sie trotz der oben genannten präventiven Maßnahmen ein Delir entwickeln, werden folgende Maßnahmen, sofern Sie der Interventionsgruppe zugewiesen wurden, initiiert:

  • Telemedizinische fachärztliche Beratung/Visite hinsichtlich auftretender Delir-Symptome
  • Kontaktaufnahme zur Datenübermittlung an den behandelnden Hausarzt oder die Hausärztin mit dem Ziel, einen gemeinsamen Therapie- und Behandlungsplan für Sie festzulegen.
  • Während und bis sechs Monate nach dem Krankenhausaufenthalt werden Sie gemeinsam mit ihren Angehörigen u.a. während der studienspezifischen Hausbesuche geschult und beraten, um eine mögliche Rückgewinnung Ihrer eigenständigen und selbstbestimmten Lebensführung zu erreichen.

Am Tag der stationären Aufnahme führen wir mit Ihnen einen kurzen Test zur Einschätzung ihres persönlichen Delir-Risikos durch. Konnte ein Delir-Risiko festgestellt werden und wurde der Studienteilnahme durch Sie zugestimmt, erfolgen weitere Kurztests zur Einschätzung Ihrer selbstständigen Lebensführung. Gleichzeitig bitten wir Sie darum, uns einen nahestehenden Angehörigen zu benennen, welcher einen standardisierten Fragebogen zur Beurteilung Ihrer Alltagsaktivitäten unter Anleitung einer Projektmitarbeiterin ausfüllt.

Am Tag nach Ihrer stationären Aufnahme werden Sie täglich durch eine unserer Projektmitarbeiterinnen besucht, um einen kurzen Delir-spezifischen Test durchzuführen.

Nach stationärer Entlassung möchten wir gerne einen Fragebogen mit Ihnen ausfüllen. Dies geschieht entweder im Rahmen eines Hausbesuchs oder durch ein telefonisches Interview durch eine unserer Projektmitarbeiterinnen.

Im Rahmen der Studie werden Patientinnen und Patienten innerhalb der Interventionsgruppe mit den Patientinnen und Patienten einer Kontrollgruppe verglichen. Welcher dieser beiden Gruppen Sie für die gesamte Dauer Ihrer Teilnahme zugeordnet werden, entscheidet der Zufall. Das Zufallsverfahren, in welchem Patient*innen entweder der Interventionsgruppe oder der Kontrollgruppe zugewiesen werden, wird „Randomisierung“ genannt. Erfolgt eine Zuordnung in die Kontrollgruppe, werden Sie nach dem derzeitig etablierten Standard innerhalb der behandelnden Klinik versorgt. Patient*innen, die der Interventionsgruppe zugewiesen werden, erhalten neben der etablierten Behandlung zusätzlich die neue Versorgungsform, deren Wirksamkeit wir im Rahmen des Forschungsvorhabens untersuchen. Unabhängig der Zuordnung in die Interventions- oder Kontrollgruppe entstehen Ihnen keine Nachteile.

Studienpatient*innen, die der Interventionsgruppe zugewiesenen teilnehmenden Patientinnen und Patienten, erfolgt eine spezielle Versorgung durch die Mitarbeitenden eines multidisziplinären Teams (bestehend aus Ärzt*innen, speziell ausgebildeten Pflegefachkräften und auch klinischen Pharmazeut*innen). Die Betreuung durch das multidisziplinäre Team beinhaltet im Wesentlichen bei allen Patientinnen und Patienten folgende Aspekte:  

  • Durch eine gezielte pharmazeutische Aufnahme wird geprüft, ob die Ihnen verordneten Medikamente ein Delir begünstigen können.
  • Telemedizinische Vorstellung/Beratung Ihres Falls im multi- bzw. interdisziplinären Team, bestehend aus Ärzt*innen aus den Fachbereichen Neurologie, Psychiatrie, Geriatrie, Anästhesie und Innerer Medizin sowie einer klinischen Pharmazeutin und Pflegefachkräften).
  • Begleitung und Betreuung durch speziell ausgebildete Pflegefachkräfte (Begleitung zu Untersuchungen (u.a. auch zu Operationen), das Geben von Orientierungshilfen, kognitive Aktivierung, Beobachtung zur Früherkennung möglicher Delir-Symptome).
  • Einbindung und Beratung der Angehörigen in die Abläufe des Krankenhauses während Ihres Aufenthaltes

Sollten Sie trotz der oben genannten präventiven Maßnahmen ein Delir entwickeln, werden folgende Maßnahmen, sofern Sie der Interventionsgruppe zugewiesen wurden, initiiert:

  • Telemedizinische fachärztliche Beratung/Visite hinsichtlich auftretender Delir-Symptome
  • Kontaktaufnahme zur Datenübermittlung an den behandelnden Hausarzt oder Hausärztin mit dem Ziel, einen gemeinsamen Therapie- und Behandlungsplan für Sie festzulegen.
  • Während und bis sechs Monate nach dem Krankenhausaufenthalt werden Sie gemeinsam mit ihren Angehörigen u.a. während der studienspezifischen Hausbesuche geschult und beraten, um eine mögliche Rückgewinnung Ihrer eigenständigen und selbstbestimmten Lebensführung zu erreichen.

Bei Fragen zur Studienteilnahme können Sie sich an kompassd2@ukmuenster.de wenden

Häufige Fragen

Aufgrund der demografischen Entwicklung befinden sich immer mehr ältere Patient*innen in unseren Krankenhäusern. Darunter auch viele mit Demenz oder leichten kognitiven Einschränkungen, die sich wegen einer anderen Erkrankung zu uns ins Krankenhaus begeben.

Inzwischen weiß man, dass der Heilungsprozess bei älteren Patient*innen anders und langsamer verläuft. Dies erfordert die Beachtung spezieller medizinischer und pflegerischer Besonderheiten. Besonders das Delir (akuter Verwirrtheitszustand) kommt bei älteren Patient*innen mit kognitiven Einschränkungen, die im Alltag nicht zwingend bemerkt werden, häufig vor und ist gefürchtet, weil es den Heilungsprozess verschlechtert.

An der Studie können alle Patientinnen und Patienten teilnehmen, bei denen mittels eines etwa 10-minütigen kognitiven Tests ein Delir-Risiko festgestellt wurde. Dieser Test findet vor oder zu Beginn eines stationären Aufenthaltes in einem der am Projekt beteiligten Krankenhäuser statt. Die Teilnehmenden müssen mindestens 70 Jahre alt sein.

Die Teilnehmenden erklären ihre freiwillige Teilnahme durch ihre Unterschrift auf der Teilnahmeerklärung. Die Teilnahme beginnt mit der Einschreibung und endet sechs Monate nach stationärer Entlassung mit der Erhebung eines Fragebogens. Eine Teilnahme an der Studie kann jederzeit auch ohne Angabe von Gründen durch eine schriftliche Erklärung beendet werden, ohne dass Teilnehmenden dadurch irgendwelche Nachteile bei ihrer medizinischen Behandlung entstehen. Hierbei ist zu beachten, dass mit dem Ausscheiden aus der Studie keine weitere Teilnahme an der Studie möglich ist. Der Widerruf der Teilnahmeerklärung ist zu richten an:

Klinik für Neurologie, Demenzsensibles Krankenhaus
Universitätsklinikum Münster
Kennwort: Kompass D2
Albert-Schweitzer-Campus 1, A1
48149 Münster
+49 251 83-45236
+49 251 83-46812
kompassd2@ukmuenster.de

Mit dem Kompass D² Projekt verfolgen wir das Ziel, einem Delir durch ein gezieltes Delirmanagement präventiv vorzubeugen und langfristig einen positiven Beitrag für die Regelversorgung zu leisten. Bei Patient*innen, die während des stationären Aufenthaltes dennoch ein Delir entwickeln, sollen die damit verbundenen Folgen für die Betroffenen durch entsprechende Therapie- und Schulungsmaßnahmen so gering wie möglich gehalten werden. Hierzu möchten wir, sofern für den jeweiligen Fall möglich, auch Angehörige in den Beratungs- und Maßnahmenprozess einbinden.

Die stetige Bewertung neuer, aber auch bereits etablierter Verfahren zur Optimierung der medizinischen Versorgung ist unerlässlich. Der Nutzen von Behandlungen muss sich jedoch nicht nur in klinischen Studien, sondern insbesondere im Versorgungsalltag unter Berücksichtigung aller Bevölkerungsschichten belegen lassen.

Im Rahmen des Kompass D²-Projekts bekommen Sie Zugang zum Versorgungsprogramm Kompass D², einer „Besonderen Versorgung“, deren Nutzen wissenschaftlich belegt werden soll. Die Studie wird zur Verbesserung der Versorgung in Deutschland und zu Forschungszwecken durchgeführt. Sie wird nach §§ 92a und 92b Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) vom Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert.

Nein. In der Studie werden zwei Gruppen von Patient*innen miteinander verglichen. Mithilfe eines Zufallsverfahrens, Randomisierung genannt, erfolgt zu Beginn der Studie die Eingruppierung in die Interventionsgruppe, welche die neue Versorgungsform erhält, und der Kontrollgruppe, welche von den am jeweiligen behandelnden Krankenhaus standardisierten Delirpräventionsmaßnahmen profitiert.

Am Vorbereitungs-/Aufklärungstag und/oder Aufnahmetag bzw. innerhalb der ersten 24 Stunden nach stationärer Aufnahme führen wir mit Ihnen einen kurzen Test zur Einschätzung ihres persönlichen Delir-Risikos durch. Lässt sich dadurch ein Risiko erkennen, erfolgen weitere Kurztests zur Einschätzung Ihrer selbstständigen Lebensführung.

Bei dem Forschungsvorhaben Kompass D² handelt es sich um eine multizentrische Studie. Mit anderen Worten: Patient*innen aus verschiedenen Studienzentren, in diesem Falle Patient*innen aus den eingangs benannten, an Kompass D² beteiligten Krankenhäusern, werden in die Studie eingeschlossen. Die Studienzentren sind telemedizinisch vernetzt (d.h. durch den Austausch via Telefon- und/oder Videokonferenz), sodass ein interdisziplinäres Team aus verschiedenen Kliniken seine Expertise zur bestmöglichen Behandlung der Patient*innen bündelt und sich in telemedizinischen Visiten (mit Blick auf Patient*innen der Interventionsgruppe) austauscht.

Innerhalb der telemedizinischen Visiten wird durch eine gezielte pharmazeutische Aufnahme geprüft, ob die Ihnen verordneten Medikamente ein Delir begünstigen können.

Da diese Studie keine Medikamente oder Therapien untersucht, sind keine zusätzlichen Risiken mit der Teilnahme an dieser Studie verbunden.

Der Fluss Ihrer Daten ist wie folgt: Nach Ihrem Einverständnis zur Teilnahme an dem Forschungsvorhaben Kompass D² werden Ihre identifizierenden Daten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht, Wohnanschrift, Telefonnummer, Versichertennummer (sofern Sie Mitglied einer am Projekt beteiligten Krankenkasse sind) sowie den Namen und die Telefonnummer eines von Ihnen benannten nahestehenden Angehörigen durch Ihren behandelnden Arzt oder Ärtztin oder eine geschulte Pflegekraft telefonisch an eine zentrale Stelle, dem Kompetenzzentrum des Universitätsklinikums Münster, weitergegeben. 

Mit Ihren Daten wird seitens des Kompetenzzentrums innerhalb der digitalen Patientenakte ORBIS ein neuer Fall angelegt und ein Pseudonym erzeugt, damit ein Rückschluss auf Ihre Person nicht möglich ist. Über einen Randomisierungsserver (RandIMI) des Universitätsklinikums Münster werden Sie anschließend entweder der Interventions- oder Kontrollgruppe zugewiesen. Diese Informationen werden daraufhin dem Universitätsklinikum ausgegeben und seitens eines geschulten Mitarbeiters oder Mitarbeiterin in ‚REDCap‘ (eine Webanwendung zum Erstellen und Verwalten von Datenbanken) eingegeben. Ihr erstelltes Pseudonym wird anschließend Ihrer behandelnden Klinik mitgeteilt, die daraufhin das Ergebnis Ihrer Randomisierung in REDCap durch die Eingabe Ihres Pseudonyms einsehen kann.

Die für den telemedizinischen Austausch notwendigen Informationen und Untersuchungsergebnisse (z.B. Ergebnisse der Screening-Instrumente oder Medikamentenpläne) werden über eine sichere Datenverbindung zwischen Ihrer behandelnden Klinik und dem Kompetenzzentrum innerhalb des Universitätsklinikums Münster ausgetauscht. Die Ärzte unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht (§ 203 StGB) und sind zur Wahrung der Vertraulichkeit verpflichtet.

Die innerhalb des Studienverlaufes gewonnenen medizinischen Daten werden innerhalb des behandelnden Krankenhauses erhoben und vom geschulten Pflegepersonal ebenfalls an REDCap weitergeleitet. Am Ende der Studie führen wir mit Ihnen ein abschließendes Telefoninterview mithilfe eines Fragebogens durch. Die durch den Fragebogen gewonnenen medizinischen Daten werden ebenfalls an REDCap weitergeleitet und später ausgewertet.

Bevor die finale Datenauswertung beginnen kann, werden Ihr Pseudonym und Ihre medizinischen Daten einschließlich der Ergebnisse der mithilfe eines Fragebogens im Rahmen eines Telefoninterviews durchgeführten Befragung an das Trust Center der Fakultät für Gesundheitswissenschaften (AG 8 Demographie und Gesundheit, Institut für Bevölkerungs- und Gesundheitsforschung unter Leitung von Herrn Prof. Ulrich) an der Universität Bielefeld weitergeleitet.

Sofern Sie Mitglied einer der teilnehmenden Krankenkassen (BARMER, DAK-Gesundheit, IKK-classic) sind, werden seitens des Kompetenzzentrums des Universitätsklinikums Münster Ihr Pseudonym und Ihre identifizierenden Daten an Ihre behandelnde Krankenkasse übermittelt. Die teilnehmenden Krankenkassen senden ihrerseits die nach § 75 SGB X genehmigten studienbezogenen Routinedaten an das Trust Center zur Weiterverarbeitung.

Innerhalb des Trust Centers werden alle erhobenen Daten gesammelt und zusammengeführt. Diesem Prozess folgt eine zweite Pseudonymisierung, diesmal für Ihren gesamten Datensatz, was einen Rückschluss auf Ihre Person zusätzlich erschwert.

Nach dieser Pseudonymisierung wird Ihr Datensatz an das zuständige unabhängige Evaluationsinstitut weitergeleitet, welches für die Datenauswertung aller Studienergebnisse verantwortlich ist: Fakultät für Gesundheitswissenschaften (AG 5 Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement unter Leitung von Herrn Prof. Greiner) an der Universität Bielefeld. Das Evaluationsinstitut ist nicht in die Datenerhebung und/oder Patientenbetreuung involviert. Auf diese Weise soll die unverfälschte Datenauswertung durch die Unabhängigkeit des Evaluators garantiert werden.

Es kann ein autorisierter und zur Verschwiegenheit verpflichteter Beauftragter des Auftraggebers (Patient oder Patientin) oder der zuständigen Überwachungsbehörde in Ihre beim Studienarzt oder der Studienärztin vorhandenen personenbezogenen Daten Einsicht nehmen, soweit dies für die Überprüfung der Studie notwendig ist.

Es ist vorgesehen, die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens zu veröffentlichen. In dieser Veröffentlichung werden einzelne Studienteilnehmende nicht zu identifizieren sein.

Die Verlage, die Publikationen veröffentlichen, lassen sich stichprobenhaft die Forschungsdaten in pseudonymisierter/anonymisierter Form übermitteln. Damit soll die Glaubwürdigkeit der Publikation geprüft werden. Nach Prüfung werden die Daten vernichtet.

Durch Ihre Teilnahme an dieser Studie entstehen weder für Sie noch für Ihre Krankenversicherung zusätzliche Kosten.

Konsortialführung

Projektleitung

Dr. Dr. med. Matthias Pawlowski
Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Campus 1, A1
48149 Münster

kompassd2@ukmuenster.de

Projektmanagement

Kirsten Eichler
Kompass D², Projektleitung (operativ), Klinik für Neurologie, Demenzsensibles Krankenhaus
Universitätsklinikum Münster

+49 251 83-41182
+49 1525 4956295
kirsten.eichler@ukmuenster.de

Projektmanagement

Christopher Robin Göpel
Kompass D², Teamleitung Pflegespezialisten Delir, Klinik für Neurologie, Demenzsensibles Krankenhaus
Universitätsklinikum Münster

+49 251 83-41114
christopher.goepel@ukmuenster.de

Wissenschaftliche Evaluation

Koordination

Prof. Dr. oec. Wolfgang Greiner
Inhaber des Lehrstuhls für „Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement“
Universität Bielefeld

Ansprechpartner

Sebastian Gruhn
s.gruhn@uni-bielefeld.de