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Früh, sicher, interprofessionell: Neue Wege in der Ernährung bei Dysphagie

Dysphagie ist ein hochrelevantes klinisches Problem, da sie unmittelbar zu kritischen Ereignissen wie Aspiration führen können und somit den gesamten Genesungsverlauf maßgeblich negativ beeinflussen. 

Besonders herausfordernd ist, dass Betroffene Schluckstörungen häufig selbst nicht wahrnehmen, wodurch Risiken unerkannt bleiben. Gleichzeitig treten Komplikationen oft in der Akutphase auf, sodass ein verzögertes Erkennen oder Handeln direkte Auswirkungen auf Patientensicherheit, Morbidität und Rehabilitation hat.

Kern des Projekts

Das interprofessionelle Projekt basiert auf einem klar definierten Interventionsbündel, das gezielt auf eine sichere und frühzeitige orale Ernährung von Patientinnen mit Dysphagie ausgerichtet ist. 

Zentrale Bestandteile sind die Anpassung der Ernährung durch konsistenzmodifizierte Kostformen und erweiterte, sichere Mahlzeitenoptionen (u.a. 24/7 erreichbar durch neu geschaffene  „Dysphagieschränke“ direkt auf der Station), die systematische Sensibilisierung aller beteiligten Berufsgruppen für das klinische Bild der Dysphagie sowie die strukturierte Förderung einer möglichst frühen, aber gleichzeitig sicheren oralen Nahrungsaufnahme. 

Durch die enge interprofessionelle Zusammenarbeit werden Risiken wie Aspiration reduziert, Versorgungsprozesse standardisiert und die Teilhabe der Patient*innen an der Nahrungsaufnahme frühzeitig unterstützt. 

Das Ergebnis spricht für sich

Patient*innen können im Durchschnitt 3,5 Tage früher wieder essen – ein entscheidender Fortschritt für Rehabilitation, Genesung und Lebensqualität.

  • Die Einführung der neuen Dysphagie Kostform ermöglicht eine frühere und sicherere orale Ernährung; hohe Akzeptanz (z. B. 1.530 ausgegebene pürierte Brote in ersten Projekt-Jahr)
  • Strukturierte Kostanpassungen und verfügbare Hilfsmittel führten zu einem früheren Beginn sicherer oraler Ernährung (~10 zusätzliche sichere Mahlzeiten pro Patient*in bzw. 3,5 Tage früherer Start mit oraler Kost) ohne Anstieg der Pneumonierate.

Besonderer Erfolg

Jan Röttgers, Pflegeexperte APN (Advanced Practice Nurse) stellte das Projekt auf der ANCC Magnet Conference 2025 in Atlanta vor – ein weiterer Beleg für die Innovationskraft und das Engagement des UKM im Magnet®-Kontext.