Was ist Magnet®?
Magnet ist ein international anerkanntes Programm zur Weiterentwicklung von Pflege und Organisation im Gesundheitswesen. Magnet steht für attraktive Arbeitsbedingungen, respektvolle Zusammenarbeit aller Berufsgruppen und hohe Arbeitszufriedenheit der Pflegenden, kurz: für eine bessere Arbeitskultur im Krankenhaus. Zugleich steht Magnet für eine nachweislich hohe Qualität der Pflege, die auf aktueller wissenschaftlicher Evidenz basiert – und damit für die bestmögliche Versorgung unserer Patient*innen.
Das Konzept stammt ursprünglich aus den USA: In den 1980er Jahren wurden dort Kliniken untersucht, die trotz Pflegenotstand besonders erfolgreich darin waren, qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten. Sie zogen Mitarbeitende wie ein Magnet an – durch Teamgeist, Eigenverantwortung, ein respektvolles Miteinander und hohe Pflegequalität.
Alle Faktoren, die diese Häuser so besonders und erfolgreich machten, wurden identifiziert und wissenschaftlich zum Magnet Recognition Program® weiterentwickelt, das heute weltweit als Goldstandard für exzellente Pflege gilt und Krankenhäusern umsetzbare Strukturen und Prozesse bietet, um Arbeitsbedingungen, Pflegequalität und Zusammenarbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Im Mittelpunkt stehen fünf zentrale Bereiche:
- Führung: klare Verantwortung und unterstützende Leitungskultur
- Strukturen: Beteiligung von Mitarbeitenden an Entscheidungen
- Professionelle Praxis: hohe fachliche Standards in der Versorgung
- Innovation: kontinuierliche Weiterentwicklung und Lernen
- Ergebnisse: messbare Verbesserungen für Mitarbeitende und Patient*innen
Diese Bereiche bilden den Rahmen für die Entwicklung am UKM.
Wer es umsetzt, kann als Magnet®-Krankenhaus zertifiziert werden. Auch wir am UKM arbeiten gerade gemeinsam an dieser offiziellen Zertifizierung, die wir im Jahr 2029 erreichen werden.
Der Weg zur Magnet-Zertifizierung
Der Prozess zur ersten Magnet-Zertifizierung erfolgt in mehreren Phasen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Aktuell befinden wir uns in der Dokumentationsphase.
- 1
2017 | Start der Magnet-Journey am UKM
Wir wollen Magnet-Krankenhaus werden!
- 2
2018 | Entwicklung eines Aktionsplans
Was zeigt unsere Versorgungsqualität?
- 3
2019 bis heute | Professionelles Empowerment & (Pilot-)Projekte
Bestehende Projekte transparent machen, neue Projekte anstoßen und für die Zertifizierung nutzen.Bestehende Projekte transparent machen, neue Projekte anstoßen und für die Zertifizierung nutzen.
- 4
2020–2024 | Teilnahme am Forschungsprojekt „Magnet4Europe“ – Vernetzung europäischer Kliniken, die am Magnet-Programm teilnehmen
Das UKM nahm 2020 bis 2024 an der internationalen Studie Magnet4Europe teil. Das Projekt zielte…Das UKM nahm 2020 bis 2024 an der internationalen Studie Magnet4Europe teil. Das Projekt zielte darauf ab, die Übertragbarkeit, die Implementierung und Wirksamkeit des Magnet-Konzepts im europäischen Kontext zu bewerten.
Seit dem Start hat das UKM bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Zunächst stellte das UKM mit einer Gap-Analyse den Ist-Zustand fest, um den aktuellen Stand in Bezug auf die Situation der Pflege und deren Arbeitsumfeld einzuschätzen. Daraufhin wurde ein Maßnahmenplan erstellt. In diesem Prozess nahm unser Twinning-Krankenhaus in den USA – das Hospital of the University of Pennsylvania (HUP) – eine wichtige Rolle ein, das aufgrund seines jahrelangen Magnet-Status über viel Erfahrung verfügt.
- 5
2024 bis heute | Dokumentationsphase
Dokumentation von Zertifizierungskriterien – alles kommt in den Magnet-Bericht.
- 6
2027 | Antragstellung mit Einreichung der Bewerbungsunterlagen
Jetzt geht's offiziell los beim ANCC!Jetzt geht's offiziell los beim ANCC!
- 7
2028 | Einreichung aller relevanten Unterlagen für die Zertifizierung
- 8
2029 | Entscheidung über die Zertifizierung & Feiern des Erfolgs
Geschafft – wir sind Magnet!
- 9
Regelmäßige Re-Zertifizierung (alle 4 Jahre)
Versorgungsqualität sichern und nachhaltig weiterentwickeln
Das ist unser Magnet-Partnerkrankenhaus
Das Hospital of the University of Pennsylvania (HUP) ist unser Partnerkrankenhaus in der Magnet4Europe-Studie und damit Austauschpartner und Vorbild für den Magnet-Prozess.
Das Magnet-Programm hat in Pennsylvania eine lange Tradition: Die University of Pennsylvania ist die Universität, an der Dr. Linda H. Aiken lehrt und forscht. Aiken ist eine der weltweit führenden Pflegewissenschaftlerinnen sowie Direktorin und Gründerin des Penn Nursing Center for Health Outcomes und Policy Research. Sie fungiert zudem zusammen mit Prof. Walter Sermeus von der KU Leuven als Leiterin der Magnet4Europe-Studie. Als Präsidentin der American Academy of Nursing hat sich Linda H. Aiken bereits 1979 für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Pflegenden eingesetzt. Dies führte schließlich zur Entwicklung des Magnet-Programms, mit dem in den USA erfolgreich der Fachkräftemangel behoben werden konnte.
