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Für den militärischen Ernstfall gerüstet: Neue Spezialzentren zur Versorgung Schwerverletzter

Am Universitätsklinikum Münster (UKM) wurden am 19. Juni bei einem Treffen der Arbeitsgemeinschaft Orthoplastische Chirurgie die ersten zertifizierten orthoplastischen Kompetenzzentren Deutschlands benannt. Damit soll die Versorgung schwerverletzter Patientinnen und Patienten verbessert und zugleich die medizinische Vorbereitung auf Krisen-, Katastrophen- und mögliche Bündnisfälle gestärkt werden. Langfristig soll in jedem TraumaNetzwerk DGU® mindestens ein solches Zentrum etabliert werden. „Die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg haben gezeigt, wie wichtig spezialisierte Strukturen für die Behandlung komplexer Explosions- und Mehrfachverletzungen sind. Mit den neuen Kompetenzzentren bündeln wir Expertise dauerhaft und machen sie für die Versorgung Schwerverletzter gezielt verfügbar“, sagt Prof. Dr. Frank Hildebrand, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) sowie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). | Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) in Kooperation mit der AG Orthoplastische Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU)

Wie entscheidend die enge Zusammenarbeit von Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Plastischer, Rekonstruktiver und Ästhetischer Chirurgie ist, zeigt das Beispiel eines Patienten mit einer schweren Explosions- oder Verkehrsverletzung: Neben mehrfach gebrochenen Knochen sind große Teile von Haut, Muskeln und Blutgefäßen zerstört. Ob eine Extremität erhalten werden kann, hängt dann nicht allein von der Stabilisierung der Knochen ab. „Entscheidend ist, dass die Spezialistinnen und Spezialisten von Beginn an gemeinsam behandeln. Nur so lassen sich bei solchen komplexen Verletzungen optimale Heilungsergebnisse erzielen“, sagt Prof. Dr. Ulrich Kneser, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (DGPRÄC).
 

Wie sich die Expertise künftig innerhalb der TraumaNetzwerke DGU besser bündeln und verfügbar machen lässt, diskutieren derzeit rund 80 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beim Treffen der Arbeitsgemeinschaft (AG) Orthoplastische Chirurgie der DGU und der DGPRÄC am Universitätsklinikum Münster (UKM). 

„Die enge Vernetzung von Kliniken kann den Zugang zu hochspezialisierter Versorgung deutlich verbessern. Wir diskutieren gemeinsame Qualitätsstandards, standardisierte Behandlungswege und Konzepte für eine gezielte Patientensteuerung“, sagt Prof. Dr. Tobias Hirsch, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft und Direktor der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie am Universitätsklinikum Münster (UKM). 

Ein Schwerpunkt des Treffens liegt auf der Weiterentwicklung und bundesweiten Ausweitung der Zertifizierungsstrukturen für orthoplastische Kompetenzzentren innerhalb der TraumaNetzwerke DGU. 

„Patientinnen und Patienten profitieren von einer besseren Vernetzung der Kliniken. So können komplexe Verletzungen schneller dort behandelt werden, wo die notwendige Erfahrung und Infrastruktur vorhanden sind“, erklärt Prof. Dr. Alexander Friedrich, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Münster (UKM).

Wichtige Impulse für diese Entwicklung lieferte bereits das bundesweit beachtete G-BA-Innovationsfondsprojekt EXPERT. Über ein digitales interdisziplinäres Extremitätenboard wurden dabei 32 Kliniken in Nordwestdeutschland bei der Behandlung komplexer Verletzungen unterstützt. Die positiven Erfahrungen gelten als wichtige Grundlage für den weiteren Ausbau orthoplastischer Strukturen. „Resiliente Gesundheitsversorgung beginnt lange vor einer Krise. Wer spezialisierte Netzwerke aufbaut und Expertise bündelt, sorgt dafür, dass Schwerverletzte auch in außergewöhnlichen Situationen bestmöglich versorgt werden können“, sagt Prof. Dr. Steffen Roßlenbroich, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Orthoplastische Chirurgie.
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Anja Wengenroth | UKM-Unternehmenskommunikation

Anja Wengenroth

Pressesprecherin