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+++ STÖRUNG AM UKM MARIENHOSPITAL STEINFURT | Das Marienhospital in Steinfurt ist aufgrund einer globalen Störung beim Netz-Provider  derzeit telefonisch wie online nur eingeschränkt erreichbar +++

UKM-Apotheke

Als moderne Krankenhausapotheke eines Hauses der Maximalversorgung erfüllen wir zahlreiche Aufgaben. Dank der engagierten Mitarbeitenden tragen wir zur Förderung einer sicheren, effektiven und zugleich ökonomischen Pharmakotherapie zum Wohle unserer Patient*innen bei.

Unser Team besteht aus Apotheker*innen, Pharmazeutisch Technischen Assistent*innen (PTA), Pharmazeutisch Kaufmännischen Angestellten (PKA), Chemielaborant*innen, Diplom-Biolog*innen,  Fachkräften für Lagerlogistik, Fachlagerist*innen und Kaufleuten im Gesundheitswesen.

Einer unserer Schwerpunkte liegt in der Sicherstellung der Versorgung der Stationen und Ambulanzen mit Arzneimitteln und Infusionslösungen. Daneben werden auch die wissenschaftlichen Einrichtungen der Westfälischen Wilhelms Universität mit Diagnostika und Reagenzien versorgt, um so die universitäre Forschung zu unterstützen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beratung von Ärzt*innen und Pflegenden bei jeglichen Fragen zu Arzneimitteln und zur Arzneimitteltherapie. Im Bereich der pharmazeutischen Betreuung stehen sowohl die Mitarbeitenden in der Apotheke als auch seit mehreren Jahren Apotheker*innen auf ausgewählten Stationen den Stationsteams unterstützend zur Seite. Darüber hinaus begleiten wir in einigen Fachbereichen Ärzt*innen regelmäßig bei der Visite. Wir stellen in großem Umfang Arzneimittel her - in erster Linie sind das patientenindividuelle Zubereitungen wie Zytostatika, parenterale Ernährungslösungen, Arzneimittel zur Anwendung auf der Haut und Kapseln um spezielle Dosierungen zu ermöglichen. Ebenso werden auf dem Markt nicht oder nicht mehr erhältliche Arzneimittel (z.B. spezielle Augentropfen, Mundspüllösungen und Schmerzlösungen) in unserer Apotheke hergestellt.

Seit 2005 werden Zytostatika und parenterale Ernährungslösungen im Gebäude A4 produziert, das für diese Reinräume gebaut wurde. Wir sind kompetente Ansprechpartn*innen, wenn es um die Betreuung von klinischen Studien inklusiver der Zubereitung von Studienmedikation geht. Wir sind Ausbildungsstätte für Pharmazeutisch-Kaufmännische Angestellte (PKA) und bieten Praktikumsplätze für angehende Pharmazeutisch-Technische Assistent*innen (PTA) und Apothek*innen an. Die Apotheke des UKM ist eine anerkannte Weiterbildungsstätte für das Gebiet Klinische Pharmazie.

Wir sind zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015. Zur Sicherung günstiger Einkaufsbedingungen ist die Apotheke des UKM Mitglied in der Einkaufsgemeinschaft UNICO. Durch den Leitsatz: „Ein einheitlicher Preis für alle Mitgliedshäuser“ trägt die EK-UNICO durch Rahmenvereinbarungen mit der Lieferindustrie zu einer signifikanten Reduzierung der Sachkosten und somit zum wirtschaftlichen Erfolg des UKM bei.

Neben dem eigenen Haus mit den Standorten in Münster und Steinfurt versorgen wir die folgenden Kliniken mit Arzneimitteln und Infusionslösungen:

  • Paracelsus-Kliniken mit Standort in Bad Essen
  • Helios Klinik in Lengerich

Kontakt

UKM-Apotheke
Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude A3
48149 Münster
 

Öffnungszeiten & Telefonnummern

Die Apotheke des UKM befindet sich im Versorgungszentrum auf der Ebene 03.

Öffnungszeiten der Apotheke (Gebäude A3)
Mo-Fr von 07.15-17.00 Uhr und Sa von 09.30-11.30 Uhr

Chemikalien/Diagnostika/Reagenzien (Gebäude A3)
Mo-Fr von 08.00-15.00 Uhr

Zentrale Zytostatika Zubereitung (Gebäude A4)
Mo-Fr von 06.30-16.00 Uhr 

Außerhalb der Öffnungszeiten wird die Versorgung in Notfällen über eine 24-Stunden-Rufbereitschaft gewährleistet.

Parenterale Ernährung (TPE)
+49 251 83-45442
+49 251 83-48835

Zentrale Zytostatika Zubereitung (ZZZ)
+49 251 83-45441
+49 251 83-45439

Klinische Studien
+49 251 83-45828
+49 251 83-45824

Ambulante Rezeptabrechnung
+49 251 83-48617 / -48618 / -48619

Unsere Leistungen

In der Offizin findet die Betreuung der gesamten Arzneimittel-Logistik statt. Dies umfasst den Einkauf, die Lagerhaltung und die Lieferung auf die Stationen, Ambulanzen, OP´s und zu den Laboren. Die Anforderungen der Stationen gehen zum größten Teil über ein Online-Bestellsystem bei uns ein und werden dann von mehreren Mitarbeitenden bearbeitet.

Seit April 2015 erhalten wir dabei von unserem Kommissionierautomaten „Mach4“ enorme Unterstützung. In dem Automaten lagern ca. 40.000 Packungen nach dem Chaos-Prinzip – es ist ein automatisches Apothekenlager mit extrem geringem Platzbedarf. Dank der verschiedenen Auslagermöglichkeiten können schnell und effektiv viele Stationsanforderungen in kürzester Zeit bearbeitet werden. Auf Grund der vollautomatisierten Einlagerung können wir den Automaten unabhängig von unseren Öffnungszeiten wieder bestücken. Infusionen, Betäubungsmittel, Kühlware oder bruchkritische Packungen werden von den Mitarbeitenden händisch kommissioniert. Die vollständigen Stationslieferungen werden in speziellen Containern per automatischer Warentransportanlage (AWT) und vom klinikeigenen Fahrdienst im gesamten Klinikum zugestellt.
 
Allein in Deutschland sind rund 100.000 verschiedene Arzneimittel behördlich zugelassen. Aufgrund dieser enormen Vielzahl von Arzneimittel wählt die Apotheke in Zusammenarbeit mit den Ärzt*innen ca. 4000 potente, qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Arzneimittel nach dem neuesten Stand der Pharmakotherapie aus  und gliedert diese in einer hausinternen Arzneimittelliste. Sollte ein Arzneimittel auf dem deutschen Markt nicht oder nicht mehr verfügbar sein, sind wir in der Lage, unter bestimmten Voraussetzungen ein Präparat aus dem Ausland zu importieren. Alle Sonderanforderungen, Oberarztrezepte und Importanforderungen, die per Fax oder Rohrpost in der Offizin ankommen, werden vor der weiteren Bearbeitung einer Plausibilitätsprüfung unterzogen.

Zu den Ansprechpartner*innen

Die unterschiedlichen Arzneiformen wie z.B. Infusionslösungen, Salben, orale Lösungen und Kapseln werden entweder auf individuelle Anforderung (Rezeptur) oder als Anfertigung auf Vorrat (Defektur) hergestellt. Dabei werden sowohl sterile als auch nicht sterile Arzneimittel unter Berücksichtigung der „GMP-Richtlinien“  nach höchstmöglichen Qualitätsstandards produziert. Die Richtlinien der  „Good Manufacturing Practice“ (kurz GMP = „Gute Herstellungspraxis“) stellen ein Qualitätsmanagementsystem dar, das die Qualität der Produktionsabläufe und –umgebung gewährleisten soll. Hergestellt werden z.B. Arzneimittel, die für spezielle Behandlungen gebraucht werden, jedoch von der Pharmazeutischen Industrie nicht zur Verfügung gestellt werden - insbesondere sind dies Arzneimittel in Stärken für Kinder oder applikationsfertige Infusionsbeutel für Schmerzpatient*innen.

Durch unsere eigene Produktion tragen wir somit wesentlich zur optimierten Patientenversorgung und Wirtschaftlichkeit des UKM bei. Besonderes Augenmerk legen wir in dieser Abteilung auf die Herstellung von patientenindividuellen Kapselzubereitungen für Kleinkinder, Früh- und  Neugeborene sowie zur Allergietestung für Patient*innen der Hautklinik. In unserer Sterilabteilung werden z.B. verschiedenste Augentropfen und Infusionslösungen unter Reinraumbedingungen produziert. Die Überprüfung der hergestellten Lösungen erfolgt in unserer Analytik; Untersuchungen, die wir nicht selber vornehmen können, werden  durch qualifizierte Institute durchgeführt. Die Charge wird erst zur Abgabe freigegeben, wenn die positiven Ergebnisse der Prüfungen schriftlich vorliegen. Ähnlich wird auch jede Charge nichtsteriler Zubereitungen  erst freigegeben, wenn die Prüfung in unserer Analytik Abteilung positiv verlaufen ist und dokumentiert wurde.

Sämtliche Anforderungen, die aus der Offizin in der Herstellungsabteilung eintreffen werden vor Beginn der Herstellung auf Plausibilität geprüft.

Zu den Ansprechpartner*innen

Alle zu verwendenden Ausgangssubstanzen und Primärpackmittel werden auf ihre einwandfreie pharmazeutische Qualität nach den Regeln der geltenden Arzneibücher- und/oder anderen modernen Methoden geprüft, bevor sie für die Arzneimittelherstellung verwendet werden. Grundlage einer jeden Prüfung ist  ein vorhandenes Prüfzertifikat. Zur Qualitätssicherung werden alle Eigenherstellungen im Großmaßstab vor Abgabe an die Stationen auf Identität, Reinheit und Gehalt geprüft. Ebenso werden die Geräte, die zur Prüfung eingesetzt werden, regelmäßig einer Validierung unterzogen. So können wir reproduzierbare Ergebnisse und eine gleichbleibend hohe Qualität der Arzneimittel unserer Eigenherstellung gewährleisten.

Zu den Ansprechpartner*innen

Der Name dieser Abteilung besagt was dort hergestellt wird – nämlich die totale parenterale Ernährung für alle Patient*innen, die über einen längeren Zeitraum überhaupt nicht oder nicht ausreichend oral ernährt werden können. Für die erwachsenen Patient*innen werden die Ernährungspläne zentral vom Team für Ernährungsmedizin geschrieben und an die TPE-Abteilung gefaxt. Anders dagegen werden für Kinder die Ernährungspläne von den jeweiligen Ärzt*innen der entsprechenden Kinderstationen erstellt und dann ebenfalls gefaxt. Nach vorheriger Plausibilitätskontrolle können wir anschließend mit Hilfe  des Baxa Exacta-Mix 2400™ (EM2400) Compounders und des Abacus Computerprogramms die patientenindividuellen, parenteralen Ernährungslösungen für Kinder und Erwachsene herstellen. Die Versorgung der erwachsenen Patienten erfolgt für 2-3 Tage im Voraus. An den Werktagen wird für alle Kinder anhand von tagesaktuellen Plänen produziert und freitags wird für das Wochenende für die „stabilen“ Kinder vorproduziert. Da hingegen wird für die Kinder der Intensivstation und andere „instabile“ Kinder an 365 Tagen im Jahr produziert. Die Zubereitungen für die Kinder der Kinderintensivstation werden täglich an die aktuellen Laborwerte angepasst. So können z.B. für die Frühgeborenen die z.T. sehr geringen Mengen an Kohlenhydraten, Eiweiße, Fetten, Vitaminen und Spurenelementen (oft nur wenige Milliliter) tagesaktuell an den Bedarf angepasst werden. Das geschlossene Baxa System ist ein Windows®-basiertes System, das grafische Benutzeroberflächen mit Touchscreen-Steuerung nutzt. Ein Barcodeleser überprüft alle verwendeten Ausgangsprodukte und auch die Patientenanordnung. Das System umfasst ein Auditprotokoll zur Qualitätssicherung und Genauigkeit. Hier ein paar Fakten zur Produktion aus dem Jahr 2014:

  • ca. 26.000 TPE-Zubereitungen pro Jahr mit Baxa EM2400
  • täglich 15 – 25 Kinder, davon 8-12 von der Intensivstation
  • bis zu 20 Erwachsene, Versorgung für 2-3 Tage im Voraus
  • ca. 1.300 Basisbeutel (im Voraus hergestellte applikationsfertige Zubereitungen für Frühgeborene ab dem ersten Lebenstag)
  • zusätzlich ca. 13.000 manuelle Zubereitungen (Argatroban, Caspofungin, Ambisome, Linezolid, Enoxaparin, Levosimendan)

Zu den Ansprechpartner*innen

Hier werden unter aseptischen Bedingungen patientenindividuelle Zubereitungen mit Zytostatika und Biologicals hergestellt. Auf Basis von rund 1.000 verschiedenen Therapieprotokollen stimmen wir die Behandlung jedes Patient*innen in Zusammenarbeit mit den Ärzten optimal ab. Unter speziellen Schutzvorrichtungen (Sicherheitswerkbank für Zytostatika Berner FlowSafe® C-[MaxPro]³-130) und unter Reinraum-Bedingungen schützen wir nicht nur unser Personal vor den toxischen Substanzen, sondern sichern auch das hergestellte Produkt vor Verunreinigungen. Mit Hilfe des Computerprogramms Zenzy® werden die benötigten Angaben des Patient*innen (Name, Alter, Größe und Gewicht, vorgesehenes Therapieschema) einer Plausibilitätskontrolle unterzogen, bevor ein Herstellungsetikett erzeugt wird. Anschließend wird anhand dieses Etiketts auf volumetrische Art das individuelle Produkt unter Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips hergestellt.
Auf diese Weise produzierten wir im Jahr 2014 ca. 47.000 Zubereitungen. Regelmäßig werden spezielle Schulungen im korrekten Umgang  mit Zytostatika sowohl auf den onkologischen als auch besonders auf den nicht-onkologischen Stationen angeboten. Dadurch kann das Risiko für Paravasate beim Patient*innen oder für sonstige Unfälle bei Ärzt*innen und Pflegepersonal minimiert werden. 

Zu den Ansprechpartner*innen

Die Aufgabe der Abteilung Chemikalien und Diagnostika ist die Versorgung aller Kliniken und Labore des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät mit Reagenzien, Chemikalien und Diagnostika.

Dafür hält die Abteilung weltweit Kontakt zu ca. 650 Firmen. Dabei werden mit den Lieferant*innen stets die bestmöglichen Konditionen ausgehandelt, teilweise auch in Kooperation mit anderen Unikliniken, im Rahmen der Einkaufsgemeinschaft UNICO.

Jährlich werden etwa 21.000 Bestellungen mit ca. 50.000 Bestellpositionen unter Beachtung vergabe- und haushaltsrechtlicher Vorgaben durch die Abteilungen für Chemikalien und Diagnostika Einkauf bearbeitet.
Dabei werden natürlich auch die Besonderheiten der bestellten Artikel wie Einhaltung der Kühlkette, ordnungsgemäße Verzollung bei Artikeln, die im Ausland bestellt werden, und auch die Einhaltung des Gefahrgut- sowie des Gefahrstoffrechts beachtet. Zu 90% erfolgt ein Direktversand vom Lieferant*innen zum Anwender, um eine schnellstmögliche Belieferung zu erreichen.

Der weltweite Einkauf von Antikörpern, Biochemikalien, ELISAs etc., sowie die Beratung der Labore über preisgünstigere Alternativen, ermöglicht es bei gleichbleibender Qualität die Bestellungen zu optimieren und Kosten einzusparen. Liegen keine ausgehandelten Konditionen mit den Firmen vor, wird durch sofortige Angebotseinholung und Preisvergleiche der kostengünstigste Artikel beschafft. Ein kontinuierliches Preismonitoring stellt sicher, dass die vereinbarten Konditionen auch eingehalten werden.

Das Team versteht sich sowohl als Servicepartner der Kliniken als auch der Forschungslabore. Die Mitarbeitenden helfen bei der Suche nach Alternativangeboten bei Lieferausfällen, sie übernehmen bei eventuellen Fehlbestellungen oder Fehllieferungen der Lieferanten die Reklamation und sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Retouren Abwicklung.

Zu den Ansprechpartner*innen

Klinische Studien sind ein essentieller Bestandteil bei der Erforschung neuer Arzneistoffe, erweiterter Indikationen und innovativer Applikationsformen. Ohne die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Studien gäbe es keinen Fortschritt in der Medizin. Vor Beginn einer Studie müssen verschiedene Institutionen (z.B. Ethikkommission, Bundesoberbehörden) die Studie prüfen und genehmigen. Der gesamte Verlauf wird von den genannten Institutionen und medizinischen Fachkommissionen streng überwacht. Als Apotheke sehen wir uns als Kooperationspartner von Prüfer*in, Studienpersonal und Sponsor*innen (z.B. Pharmafirmen, aber auch hausintern gesponsert). Die Betreuung und Durchführung klinischer Studien sind Kernaufgaben der Studienabteilung, dazu gehören auch z.B. die Verblindung der Studienmedikation oder die Randomisierung der Patienten. Im Rahmen von Arzneimittelstudien sind wir als qualifiziertes und fachkundiges pharmazeutisches Personal unter Einhaltung der GCP-Leitlinien und der gesetzlichen Vorgaben an der Organisation, Warenlogistik, Durchführung inkl. Zubereitung, Dokumentation und Lagerung beteiligt. Der Begriff Good Clinical Practice (kurz GCP = „Gute klinische Praxis“) bezeichnet international anerkannte, nach ethischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten aufgestellte Regeln für die Durchführung von klinischen Studien. Zu den Studien, die wir betreuen zählen neben dem Großteil der Phase II- und III-Studien auch ein kleiner Teil an Phase-I-Studien (Dosisfindungsstudien). Dabei erfolgt die Zubereitung der parenteralen Studienmedikation zum größten Teil unter aseptischen Bedingungen in den Reinräumen der ZZZ. Das Zentrum für Klinische Studien (ZKS) in Münster bietet u.a. Fortbildungsveranstaltungen für Prüfarzte an. Im Rahmen dieser Veranstaltung übernehmen einige Mitarbeitenden der Apotheke Vorträge zum Thema “Anforderungen an Prüfpräparate“.

Zu den Ansprechpartner*innen

„Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ Diesen Satz aus dem Heilmittelwerbegesetz hat vermutlich jeder schon gehört. Leider reicht die Information aus der Packungsbeilage nicht immer aus um eine komplexe klinisch-pharmazeutische Anfrage zu beantworten. Dann wird diese Aufgabe an die Abteilung Arzneimittelinformation weitergegeben. Arzneimittelinformation ist das Gebiet der Pharmazie, das die Erarbeitung, Sammlung, Aufbereitung, Bewertung und Weitergabe von Erkenntnissen zur Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Arzneimitteln umfasst.  Die Apothek*innen beantworten Fragen hinsichtlich Indikation, Wirkung, Anwendung, Dosierung, Neben- und Wechselwirkungen, Kinetik und Kompatibilität, zu Beschaffung sowie zur Entsorgung. Umfangreiche Literatursammlungen und der Zugriff auf elektronische sowohl pharmazeutisch-  als auch medizinisch-wissenschaftliche Datenbanken ermöglichen dabei eine fachkundige Recherche und rasche Auskunft. Ziel der Arzneimittelinformation ist es, bewertete Informationen an die ärztlichen und pflegerischen Kolleg*innen weiterzugeben und sie somit als kompetenter und wichtige Ansprechpartner*innen bei Fragen zur Arzneimitteltherapie bei der täglichen Arbeit zu unterstützen. Viele arzneimittelbezogene Probleme wie Therapieversagen oder unerwünschte Wirkungen und damit auch unnötige Kosten können durch klinisch-pharmazeutische Optimierungsstrategien vermieden werden. Somit können wir allen Kliniken, Instituten und Abteilungen mit pharmazeutischer Kompetenz zur Seite zu stehen und durch eine qualitativ hochwertige Arzneimitteltherapie zum Behandlungserfolg beitragen. Die Information und Beratung der Ärzt*innen und des Pflegepersonals insbesondere über Aspekte der Arzneimittelsicherheit ist eine im Gesetz (Apothekenbetriebsordnung) verankerte Verpflichtung von Apotheker*innen bzw. des pharmazeutischen Personals. Die Apotheke informiert über Arzneimittelrisiken und koordiniert die notwendigen Maßnahmen im nationalen (Stufenplanverfahren) und internationalen Rahmen (Pharmakovigilanz). Meldungen dieser Art stammen von nationalen oder internationalen Behörden/Institutionen (z.B. der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker*innen, des BfArM) oder sind Meldungen von Pharmafirmen und betreffen z.B. Rückrufaktionen. Damit eine möglichst optimale Arzneimitteltherapie für alle Patient*innen erreicht werden kann, bedarf es einer möglichst geringen Anzahl verordneter Wirkstoffe. Die Zahl der Interaktionen sollte möglichst klein sein und potenziell inadäquate Medikamente müssen identifiziert und durch geeignete Alternativen ersetzt werden. Um eine adäquate Medikation zu finden, ist es ebenso wichtig diejenigen Wirkstoffe zu erfassen, die auf Grund von Organerkrankungen, Begleitmedikation, Alter der Patient*innen oder körperliche Besonderheiten evtl. angepasst werden müssen. 

Zu den Ansprechpartner*innen

Ein Team von erfahrenen Apotheker*innen arbeitet eng mit den Stationsteams direkt vor Ort zusammen und kann dadurch die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen und die Pharmakotherapie optimieren.
Die Apothek*innen auf Station stehen den Stationsärzt*innen und dem Pflegepersonal bei allen pharmazeutischen Fragen stets beratend zur Seite.

In der pharmazeutischen Aufnahme der Anästhesiesprechstunde kümmern sich Apothek*innen um die Überprüfung und gegebenenfalls Umstellung der Hausmedikation der Patient*innen, die sich im UKM einem elektiven Eingriff unterziehen.