Unser Team besteht aus rund 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit. Hierzu gehört eine Vielzahl an Fachpersonal von der Kita-Leitung über die pädagogischen Fachkräfte bis hin zu unseren Küchenfeen. Unsere Einrichtung verteilt sich auf zwei Etagen mit zehn Gruppenräumen plus Gruppen-, Neben-, Wasch- und Schlafraum, vier Piazzen, zwei Ateliers, zwei Holzwerkstätten, sechs Differenzierungsräumen, zwei Küchen, zwei Turnhallen, vier Terrassen, zwei Balkonen und ein großes Außengelände. Die Namen unserer zehn Gruppen für die 150 Kindern haben einen direkten Bezug zur Stadt Münster. Sie heißen im Erdgeschoss „Lambertis", „Erbdrosten", „Überwasserkinder“, „Buddentürmer“ und „Drubbelken". Im Obergeschoss befinden sich die Gruppen „Dombauer“, „Friedensreiter“, „Kiepenkerle“, „Aaseekinder“ sowie die „Schlosskinder“.

Am 1. April 1975 wurde die Kita des UKM als erste Betriebskindertagesstätte in Münster eröffnet. Zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 2000 bekam unsere Einrichtung einen Namen der unsere pädagogische Haltung widerspiegelt: "Niki de Saint Phalle"

Sie war eine Malerin, Architektin und Bildhauerin. Ausgangspunkt für die Wahl von Niki de Saint Phalle als Namensgeberin für die Kita war das große Interesse der Kinder an ihrem, in einem Bildband dargestellten, farbenprächtigen Tarot-Garten, ihre außergewöhnlichen Kunstwerke und ihre Lebensgeschichte.

Im Jahr 2011 wurde eine neue Kita gebaut und die Anzahl der Kitaplätze von 43 auf 150 erweitert. In unserem Haus befinden sich zehn Gruppen verteilt auf zwei Etagen. Jede Etage besteht aus zwei voneinander getrennten Vierteln, mit jeweils zwei beziehungsweise drei Gruppen. Im Untergeschoss werden in jeder Gruppe zehn Kinder im Alter von 0-3 Jahren und im Obergeschoss in jeder Gruppe jeweils 20 Kinder im Alter von 2-6 Jahren betreut.

Niki de Saint Phalle war eine Weltbürgerin, 1930 geboren bei Paris, aufgewachsen in New York, auf Reisen in Europa, später tätig in der Schweiz, Frankreich, Israel, Italien und zuletzt wieder in Kalifornien. Ihr intensiv gelebtes Leben ist der Stoff, aus dem ihre Werke entstanden sind, eine große Portion Aggressivität ist der Motor, der sie antreibt, aber auch Lebens- und Liebeslust, gepaart mit Humor und einem enormen Arbeitsvermögen. Sie war fähig, die Verletzungen, die das Leben mit sich bringt, ins Produktive zu verwandeln.

Nach einer Kindheit in einer großbürgerlichen Familie und der streng katholischen Erziehung in einer amerikanischen Klosterschule heiratete sie mit achtzehn Jahren einen jungen amerikanischen Künstler und bekam zwei Kinder. Nach einem psychischen Zusammenbruch begann sie in der Nervenheilanstalt zu malen - am Anfang der selbsttherapeutische Versuch einer Autodidaktin, ihre Alpträume und Träume in Bilder umzusetzen.

1955 begegnete sie dem Schweizer Metallkünstler Jean Tinguely – »Er war die Person, die ich treffen musste« und ging eine enge Arbeits- und Lebensgemeinschaft mit ihm ein. Die Idee der Schießbilder entstand – weiße Materialobjekte mit eingearbeiteten Farbbeuteln, auf die geschossen wurde, wodurch Aggressionen frei wurden und die Farbe sich über das Bild ergoss. Die Schießbilder erregten Aufsehen und wurden ihr erster Erfolg. Sie sagte selbst dazu: »1961 schoss ich auf Papa, alle Männer, bedeutende Männer, dicke Männer, Männer, meinen Bruder, die Gesellschaft, die Kirche, den Konvent, die Schule, meine Familie, meine Mutter…«. Mit dem monumentalen Bild Kingkong war die Befreiungsaktion der Schießbilder abgeschlossen. Jetzt konnte Niki de St. Phalle sich einem neuen Thema zuwenden: ab 1962 setzte sie sich auf ungewöhnliche Weise mit der Frauenrolle auseinander. Es entstanden plastische Objektbilder von Frauenfiguren wie Die rote Hexe, Die Braut, Die rosa Geburt und Das Monster.

Und dann kamen die Nanas, die die Künstlerin berühmt machten. Die ersten Figuren waren noch aus Draht und Stoff, sie wurden 1964 in Paris ausgestellt. 1966 folgte das erste Großprojekt im Moderna Museet in Stockholm – eine begehbare 27 m lange liegende Frauenfigur mit Eingang durch die Vagina, die Urmutter aller folgenden Nanas, die nun, monströs, heiter, poppig bemalt, provokant und empörend die Welt erobern sollten. Mit ihrer Parole “Alle Macht den Nanas” griff Niki de St. Phalle die in der Luft liegenden Ideen der Frauenbewegung auf. Zunächst als überlebensgroße Polyesterfiguren gestaltet, wurden die Nanas in jeglicher Form – als Schmuckstücke, Parfümflakons, Plakatmotive – zum Symbol für weibliches Selbstbewußtsein und Stärke.

Bei allen folgenden Großprojekten, wie dem Paradis fantastique für die Expo 67 in Montreal, oder dem Golem, einem Spielgelände für Kinder in Jerusalem, war Tinguely ihr kongenialer Berater und Helfer. Eins ihrer bekanntesten gemeinsamen Werke wurde der Stravinsky-Brunnen in Paris, in dem sich St. Phalles bunte Polyesterfiguren und Tinguelys bewegliche Metallobjekte wunderbar kombinieren.

Im Lauf der 1970er Jahre entstanden dann neue Reihen – die Großen Köpfe, die Paare, die Alles verschlingenden Mütter, zwei Filme, ein Theaterstück, schließlich die Skinnies – Transparentplastiken, die sich auch in ihrem Tarotgarten in der Südtoskana wiederfinden. Ende der siebziger Jahre begann sie mit diesem größten, umfassendsten Projekt. Angeregt durch die fantastischen Barockgärten der Toskana (Bomarzo und Villa d'Este) und die Figuren des Tarot schuf sie in fünfzehn Jahren Arbeit zusammen mit Tinguely und vielen HelferInnen ein Parkgelände – mit Blick auf das Meer und ein stillgelegtes Atomkraftwerk – voller monumentaler begeh- und bewohnbarer Plastiken. Während die einzelnen Figuren Motive aus dem Tarot aufgreifen – der Turm, der Herrscher, der Tod – verwendet sie für die Gestaltung der leuchtendbunten und spiegelnden Oberflächen Mosaiksteine nach alter italienischer Handwerkstradition. 1996 wurde der Garten erstmals für das Publikum geöffnet und ist seitdem zu einer großen touristischen Attraktion der Region geworden.

Während noch an der Vollendung des Tarotgartens gearbeitet wurde, wandte sich Niki de St. Phalle kleineren, persönlicheren Projekten zu. Mit ihren fröhlich-farbigen, fast naiv wirkenden Zeichnungen illustrierte sie ein sehr ernst gemeintes Aufklärungsbuch über AIDS (Vom Händchenhalten kriegt man’s nicht), nachdem sie einen ihrer besten Freunde und Mitarbeiter verloren hatte. Und sie schrieb endlich ihr Buch Mein Geheimnis, in dem sie sich schonungslos mit dem traumatischen Erlebnis ihrer Kindheit, dem sexuellen Mißbrauch durch den Vater, auseinandersetzt. Von 2001 bis 2003 wurde die historische Grotte im Großen Garten in Hannover nach Niki de Saint Phalles Plänen neu ausgestaltet.

1994 zog sie auf ärztlichen Rat in milderes Klima, nach Kalifornien. Ihre Gesundheit, durch die gefährlichen Polyesterdämpfe über viele Jahre geschädigt, stand auf dem Spiel. Acht Jahre später starb sie dort an einem Lungenemphysem. Ihre letzte große Werkserie widmete sie ihrem Gefährten Tinguely, der 1991 gestorben war. Die Explodierenden Bilder zerfallen – durch elektrische Photozellen gesteuert – in ihre einzelnen Teile und setzen sich dann wieder zusammen, eine spielerische Hommage an Tinguelys bewegliche Skulpturen.

2003, als sie schon nicht mehr lebte, wurde Niki de Saint Phalles letztes großes Projekt in Escondido (Kalifornien) eröffnet: Queen Califia's magical circle, ein Garten mit neun großen Skulpturen, umgeben von einer wellenförmigen Schlangenmauer, mit einem labyrinthartigen Zugang und zahlreichen faszinierenden Mosaiken aus Glas und Halbedelsteinen, ein Triumph der Fantasie und der Schönheit über den Tod.

(Quelle: https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/niki-de-saint-phalle/, Verfasserin: Renate Rochner

 
 
 
 

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