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UKM unterstützt Aufbau moderner Infektionsdiagnostik und -kontrolle in der Ukraine

Eine Delegation des Mechnikov Hospitals aus Dnipro informierte sich am UKM über moderne Infektionsdiagnostik und -kontrolle sowie Behandlung schwerverletzter Patientinnen und Patienten. | aw

Die Kooperation zwischen dem UKM (Universitätsklinikum Münster) und dem Mechnikov Hospital in Dnipro (Ukraine) wächst weiter: Vier Ärztinnen und Ärzte hospitierten in der vergangenen Woche am Institut für Hygiene sowie in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des UKM. Im Mittelpunkt stand die Einführung in die Massenspektrometrie (MALDI-TOF) – ein Verfahren, mit dem Krankheitserreger innerhalb weniger Minuten identifiziert werden können, um so die Behandlung schwer verletzter Patientinnen und Patienten am Mechnikov Hospital nachhaltig zu verbessern.

Der Besuch war Teil des Projekts „Unterstützung und Verbesserung der Infektionsdiagnostik und -kontrolle am Mechnikov Hospital Dnipro“, das im Rahmen des Bund-Länder-Programms III (BLP III) vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt wird. Ziel ist es, die mikrobiologische Diagnostik sowie die Infektionskontrolle und -prävention an einem der wichtigsten Traumazentren der Ukraine nachhaltig zu stärken. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte es am UKM in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie einen ersten Austausch zu praktischen Unterstützungsmöglichkeiten für das in der Ukraine als „Überlebensfabrik“ bekannte Großkrankenhaus gegeben. Der aktuelle Besuch knüpfte daran an.

Zwei der vier Delegierten sind Fachärzte für Mikrobiologie und eigneten sich in der vergangenen Woche am UKM unter anderem den Umgang mit der Massenspektrometrie (MALDI-TOF) an. Das Verfahren ermöglicht es, Bakterien und andere Krankheitserreger innerhalb kürzester Zeit zu identifizieren. So können Infektionen deutlich schneller diagnostiziert, gezielt behandelt und deren Ausbreitung verhindert werden – ein entscheidender Vorteil in einem Krankenhaus, das nach eigenen Angaben jährlich rund 45.000 kriegsverletzte Patientinnen und Patienten versorgt.
 

„Gerade bei schwer verletzten Patientinnen und Patienten ist eine schnelle und präzise Erregerdiagnostik die entscheidende Basis für den Behandlungserfolg und die Verhinderung der Infektionsausbreitung. Wir freuen uns, unsere Erfahrung mit den Kolleginnen und Kollegen aus Dnipro teilen zu können und sie dabei zu unterstützen, moderne infektionspräventive Verfahren nachhaltig vor Ort zu etablieren“, sagt Prof. Alexander Mellmann, Direktor des Instituts für Hygiene am UKM.

Die beiden weiteren Mitglieder der Delegation stammten aus den Bereichen Anästhesie und Chirurgie. Während ihres Aufenthalts informierten sie sich über die Versorgung Schwerverletzter am UKM und vertieften den fachlichen Austausch mit den Münsteraner Kolleginnen und Kollegen.
 

Kontakt für Presseanfragen

Anja Wengenroth | UKM-Unternehmenskommunikation

Anja Wengenroth

Pressesprecherin